Suppenküchen und Seelenfang

Suppenküchen und Seelenfang

Die dunklen Seiten der Großen Hungersnot
12 Minuten

Beschreibung

vor 1 Jahr
Heute wird es... sagen wir mal, leicht düster. Stellt euch vor: Es
ist Mitte des 19. Jahrhunderts, die Kartoffelernte ist ausgefallen,
und Irland steht am Rande einer der schlimmsten Hungersnöte seiner
Geschichte. Tausende Menschen sind verzweifelt, hungernd – und
inmitten dieser Katastrophe kamen einige vermeintliche „Helfer“.
Sie boten Nahrung an, vor allem Suppe, aber nicht ohne
Hintergedanken. Hier kommt der Begriff „Souperism“ ins Spiel. Was
wie ein netter Name für eine wohltätige Essensausgabe klingt, war
in Wirklichkeit eine Form von moralischer Erpressung. Die Idee:
Hungernde katholische Iren sollten nur dann Zugang zu dringend
benötigter Nahrung erhalten, wenn sie im Gegenzug bereit waren,
ihren Glauben aufzugeben und zur anglikanischen Kirche – der Kirche
Englands – zu konvertieren. Menschen, die sich darauf einließen,
wurden oft verächtlich als „Soupers“ bezeichnet. „Souperism“ war
mehr als nur ein Hilfsangebot mit Bedingungen. Es war eine gezielte
Methode, kulturellen und religiösen Einfluss auszuüben, um die
katholische Identität Irlands zu schwächen. Für viele war es ein
Symbol der Demütigung und des Verrats, während andere keine Wahl
hatten – der Hunger machte sie buchstäblich verzweifelt. In dieser
Episode schauen wir uns diesen düsteren Abschnitt der irischen
Geschichte genauer an – und zwar am Beispiel von Achill Island,
einer der Gegenden, die von „Souperism“ stark geprägt wurden.
Suppenküchen waren hier nicht nur ein Ort des Überlebens, sondern
auch Schauplätze von kulturellen Konflikten und innerer
Zerreißprobe. Wir sind dabei nicht allein: Unser Interviewpartner
ist der renommierte Künstler Liam Kelly, der gemeinsam mit seiner
Frau tief in die Geschichte von Achill Island eintaucht und diese
Ereignisse in seiner Kunst verarbeitet. Sie erzählen uns, wie die
Inselbewohner damals zwischen religiösem Druck, Hunger und
kultureller Identität navigierten und wie die Spuren dieser Zeit
bis heute nachwirken. Also, schnappt euch eine Tasse Tee – oder ein
teller suppe– und begleitet uns auf eine Reise in eine der
bewegendsten und kontroversesten Episoden der irischen Geschichte.
Es wird spannend, es wird traurig, und es wird... na ja,
hoffentlich trotzdem ein bisschen unterhaltsam.

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

Lodde
Northeim
8u6nlqfs
Rheinmünster
Sral
Neustrelitz
Fan70
Mainz
Juhu13
Dortmund
15
15