Nein zur AfD, aber ja zum BSW?

Nein zur AfD, aber ja zum BSW?

vor 1 Jahr
Nach den Landtagswahlen dürfte das BSW Koalitionspartner der CDU werden. Der Leiter der Buchenwald-Gedenkstätten, Wagner, sieht das BSW kritisch. Und: Warum es die AfD und der Populismus in Deutschland so leicht haben.
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Beschreibung

vor 1 Jahr
Die politischen Wellen nach den Wahlen in Sachsen und Thüringen
haben sich etwas geglättet. Nun gehen die mutmaßlich künftigen
Koalitionspartner in die ersten Gespräche und beschnuppern sich.
Die AfD befindet sich im Hoch aufgrund ihrer starken Ergebnisse.
Gleichzeitig sieht sie sich als Opfer, weil sie weiter nicht an den
Regierungen beteiligt werden soll. Die CDU will das Gespräch mit
dem BSW suchen. Darüber spricht Malte Pieper mit Anja Maier,
Chefreporterin des Focus, und Jens-Christian Wagner, dem Direktor
der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.

Wagner sagt mit Blick auf das gesellschaftliche Klima und die
Wahlen: „Die Verrohung in der Gesellschaft ist weit fortgeschritten
und das hat, wie ich finde, maßgeblich auch mit der Hetze von
Rechtsaußen zu tun.“ Verharmlosung des Holocaust und
Geschichtsrevisionismus verbreiteten sich über die sozialen
Netzwerke ungestörter als früher. Immerhin habe ein Großteil der
Thüringerinnen und Thüringer nicht die AfD gewählt. Nun gelte es,
einen Teil der AfD-Wähler zurückzuholen. Dafür müssten die
demokratischen Parteien Angebote machen. Zu Forderungen, die AfD
wegen der Vielzahl ihrer Wähler mehr einzubeziehen, sagt er, die
AfD sei in Thüringen als gesichert rechtsextrem eingestuft. Wer
eine solche Partei als Partner im demokratischen Spektrum aufnehme,
sorge dafür, dass solche Positionen normalisiert würden. Davor
könne er nur dringend warnen.

Kritisch äußert sich Wagner zum BSW. Er finde es verwunderlich,
dass die CDU in Thüringen mit dem BSW über eine Regierungsbildung
sprechen will, nicht aber mit der Linken. Mit Blick auf das BSW
sagt er: „In dieser Partei, die in meinen Augen eine leninistische
Kaderpartei ist, steckt zehn Mal mehr SED als in der heutigen
Linken.“

Außerdem geht es darum, wie Populismus funktioniert, wie er Ängste
und Emotionen nutzt – und was dagegen helfen könnte. Auch anhand
eines aktuellen Beispiels: Solingen.

Unser Podcast-Tipp: nah dran – die Geschichte hinter der Nachricht
https://www.ardaudiothek.de/sendung/nah-dran-die-geschichte-hinter-der-nachricht/10836217/


Wenn Sie Fragen und Anregungen an Anja Maier und Malte Pieper
haben: Schreiben Sie an wahlkreis-ost@mdr.de.
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