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#110 Ukrainische Truppen am Ostufer des Dnepr

#110 Ukrainische Truppen am Ostufer des Dnepr

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Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler sprechen im Podcast
über eine Meldung, die viele hat aufhorchen lassen: Ukrainische
Truppen sollen bei Cherson den Dnepr überquert haben und nun am
Ostufer stehen. Das haben einige russische Blogger und das
amerikanische Institute for the Study of War gemeldet. Bühler sagt,
das seien nicht die ersten Meldungen dieser Art. Meistens handle es
sich dabei um Aufklärungskräfte. Im aktuellen Fall seien einige
Soldaten mit Booten übergesetzt. Die russischen Kräfte seien dort
sehr schwach besetzt. So sei es möglich, dass ukrainische
Aufklärungstrupps teilweise über Tage am Ostufer des Dnepr blieben.
Dass es sich um Vorboten einer ukrainischen Offensive handle, sei
möglich. Für wahrscheinlich hält es Bühler aber nicht. Zur
aktuellen Lage: Es gibt derzeit zwei Schwerpunkte im militärischen
Geschehen, sagt Bühler. Einmal der Raum Awdijiwka, westlich von
Donezk. Dort gebe es heftige Kämpfe, der ukrainischen Armee drohe
die Einkreisung. Noch halte sie aber ihre Stellungen. Und natürlich
Bachmut, wo sich der Ring um die Stadt weiter schließe. Die zähen
russischen Erfolge werden laut Bühler vor allem von den
Wagner-Söldnern erreicht. Die Ukraine halte ihre Versorgungswege
jedoch weiter offen. An anderen Frontabschnitten sei es
vergleichsweise ruhig. Bühler vermutet deswegen, dass die Russen
ihre Ressourcen derzeit schonen, um einer ukrainischen Offensive zu
begegnen. In der russischen Führung scheine es auch widerstreitende
Meinungen zu geben: Die einen wollten wie Präsident Putin mehr Land
erobern, die anderen vor allem die aktuellen Gebiete halten.
Militärhilfe für die Ukraine: Es gab wieder ein Ramstein-Treffen.
Dabei gab es keine Entscheidungen zu Kampfflugzeugen – aber weitere
entsprechende Forderungen der Ukraine. Bühler bleibt bei seinem
Standpunkt: Deutsche Tornados und auch die Eurofighter kommen für
die Ukraine eher nicht in Frage. Warum, das führt Bühler näher aus.
Anders sehe es mit den amerikanischen F-16-Kampfflugzeugen aus. Sie
könnten eine gute Lösung für die Ukraine sein. Äußerungen des
Bundesverteidigungsministers Boris Pistorius sorgen für
Diskussionen. Er hat in einer Talkshow gesagt, dass Angriffe der
Ukraine gegen militärische Ziele in Russland normal seien. Bühler
sagt dazu: Pistorius hat Recht. Völkerrechtlich habe die Ukraine
das Recht dazu. Zum Ende des Podcasts sprechen Bühler und Deisinger
noch einmal über eine mögliche Nato-Mitgliedschaft der Ukraine.
Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder
rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
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