#175 Positiv ist schon, wenn die Ukraine nicht verliert (mit Sönke Neitzel)

#175 Positiv ist schon, wenn die Ukraine nicht verliert (mit Sönke Neitzel)

vor 2 Jahren
Russlands Präsident Putin gibt sich selbstbewusst, die Lage der Ukraine ist schwierig. Der Westen zögert bei der Unterstützung, auch Deutschland fehlt eine Strategie. Zu Gast im Podcast: Militärhistoriker Sönke Neitzel.
1 Stunde 24 Minuten
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Beschreibung

vor 2 Jahren
In dieser Folge haben Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard
Bühler einen Gast, den Militärhistoriker Sönke Neitzel. Im
Mittelpunkt steht dabei das große Ganze im Ukraine-Krieg. Neitzel
sagt, die ukrainische Offensive sei gescheitert, Russland sehe sich
nun im Vorteil. Es zeichne sich ab, dass der Ukraine-Krieg lange
andauern werde. Das Ganze sei ein Marathon mit einer offenen Frage:
Ist der Westen bereit, die Ukraine so lange zu unterstützen oder
nicht? Bühler stimmt dem grundsätzlich zu. Russland habe sich lange
nicht von seinen Fehlern zum Beginn des Krieges erholt. Inzwischen
sei das aber anders. Russland habe auf Kriegswirtschaft umgestellt.
Die jüngsten Diskussionen im Westen über die Zukunft der
Ukraine-Hilfen sehen Bühler und Neitzel kritisch. Moskau freue sich
über die fehlende Bereitschaft, die Ukraine bedingungslos und
umfangreich zu unterstützen.

Mit Blick auf die Zukunft des Krieges sagt Neitzel: „Die Lage ist
betrüblich.“ Es sei nicht absehbar, dass der Westen die Ukraine in
eine Lage versetzen werde, noch eine erfolgreiche Gegenoffensive zu
starten. Russland zwinge der Ukraine seine Art der Kriegsführung
mit massivem Artillerie-Einsatz aus. Und in Moskau glaube man, dass
man den längeren Atem und die höhere Opferbereitschaft habe.
Deswegen gebe es in der russischen Führung auch keine Bereitschaft
zu Verhandlungen. Laut Neitzel geht es derzeit darum, dafür zu
sorgen, dass die ukrainische Armee nicht zusammenbreche und den
Krieg nicht verliere. Denn die Folgen einer Niederlage wären
verheerend, für ganz Europa.

Problematisch sehen Neitzel und Bühler die deutsche Haltung. Aus
Berlin gebe es keine klare Kommunikation. Als Beispiel nennen sie
die Taurus-Debatte. Kanzler Scholz (SPD) verpasse es, klare Worte
zu sprechen und eine langfristige Strategie für den Krieg
vorzulegen.

Weitere Themen: Warum die ukrainische Offensive gescheitert ist +
Zum Sinn und Unsinn von historischen Vergleichen im Ukraine-Krieg +
Die Zukunft der Kriegsführung im Zeitalter der Drohnen

Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder
rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
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