#202 Ein Brief, die SPD und der Krieg

#202 Ein Brief, die SPD und der Krieg

vor 2 Jahren
Die SPD und Kanzler Scholz tun nicht genug für die Ukraine. So könnte man einen offenen Brief von Historikern zusammenfassen. Ex-General Bühler würde ihn unterschreiben. Und: Die Ukrainer vor dem Rückzug?
1 Stunde 7 Minuten
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Beschreibung

vor 2 Jahren
In dieser Folge sprechen Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard
Bühler über einen besonderen Brief. Geschrieben haben ihn
Historiker und Historikerinnen. Adressat ist die SPD, der die
Autoren auch selbst angehören. Sie setzen sich kritisch mit der
Rolle der Sozialdemokraten in den Debatten um den Ukraine-Krieg
auseinander. Die Kommunikation sei schlecht und nicht deutlich
genug pro-ukrainisch. Damit einher gehe eine zu zögerliche
Unterstützung für das angegriffene Land. Darüber hinaus geht es um
eine Aufarbeitung der Russland-Politik der letzten Jahrzehnte, die
maßgeblich von der SPD mitgeprägt wurde. Und die Autoren bemängeln
eine mangelnde Gesamtstrategie für den Umgang mit Russland. Bühler
hält die Kritik für in großen Teilen zutreffend. Warum das so ist,
macht er an einer ganzen Reihe von Beispielen deutlich.

Zur aktuellen Lage im Krieg: Russland hat die massiven Luftangriffe
der vergangenen Tage und Wochen auch über die Ostertage
fortgesetzt. Zentrales Ziel ist inzwischen die Energieinfrastruktur
der Ukraine, darunter auch Wasserkraftwerke an Staudämmen. Bühler
sieht darin ein russisches Kriegsverbrechen. Außerdem besonders
betroffen: die Stadt Charkiw. Am Boden gibt es keine größeren
Veränderungen. Gleichwohl gibt es schwere Kämpfe. Die Russen
versuchen laut Bühler, bei Bachmut und Awdijiwka weiter
vorzustoßen. Sie wollten dort Durchbrüche erzwingen.

Präsident Selenskyj spricht in einem Interview davon, dass Rückzüge
an der Front notwendig werden könnten, wenn man nicht mehr Hilfe
aus dem Ausland bekomme. Bühler hält das für plausibel. Die Ukraine
habe zu wenig Soldaten, zu wenig Artilleriemunition und anderes
Material. Dem gegenüber stehe eine wiedererstarkte russische Armee.
Der Ukraine bleibe nur, sich flexibel zu verteidigen. Dazu gehöre
es auch, sich aus aussichtslosen Lagen zurückzuziehen.

Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder
rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
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