Das Erbe von Buzzfeed

Das Erbe von Buzzfeed

8 Minuten

Beschreibung

vor 1 Jahr
Es gibt ein neues Buch namens „Traffic“, geschrieben von Ben Smith,
Mit-Gründer des News-Startups Semafor. Es geht darin um die Anfänge
des Journalismus im Sozialen Internet. Hauptfiguren sind die beiden
Pioniere Jonah Peretti, der Gründer von sowohl Huffington Post als
auch Buzzfeed, und Nick Denton, Gründer des Netzwerks rund um den
Gossip-Blog Gawker. Das ist für jemanden wie mich deswegen total
spannend, weil Ben Smith Gründungs-Chefredakteur von Buzzfeed News
war. Er war also dabei, als diese Geschichte geschrieben wurde, und
ist als ehemaliger New-York-Times-Medienkolumnist gleichzeitig der
wahrscheinlich am besten informierte Medienjournalist der USA.
Buzzfeed News (Scoops) ist nicht zu verwechseln mit Buzzfeed selbst
(Listen mit Tieren). Als seriöser Ableger war es der Versuch, mit
den Einnahmen aus sozialem Hyper-Traffic ein investigatives
journalistisches Produkt quer zu finanzieren. Buzzfeed News
veröffentlichte einige spektakuläre Recherchen in den USA. In
Deutschland war die von Daniel Drepper aufgebaute junge Redaktion
unter anderem verantwortlich für die Recherche der Reichelt-Affäre,
die sich inzwischen zu einem Positions-bedrohenden Problem für den
Springer-Chef Mathias Döpfner auswächst. Das mit dem Journalismus
klappte also gut. Buzzfeed und Gawker waren auch Geburtsorte des
Rechtspopulismus Das mit dem Querfinanzieren allerdings ist seit
Neuestem vorbei. Pünktlich zum Erscheinen des Buchs wurde Buzzfeed
News eingestellt, weil diese Sorte Journalismus teuer ist.

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