Psychosoziale Belastung nach der Diagnose eines Mammakarzinoms bei Müttern minderjähriger Kinder und anderen Patientinnen im Vergleich

Psychosoziale Belastung nach der Diagnose eines Mammakarzinoms bei Müttern minderjähriger Kinder und anderen Patientinnen im Vergleich

Beschreibung

vor 10 Jahren
Sowohl die Ergebnisse der bisher überwiegend qualitativ angelegten
Forschungsarbeiten als auch die jüngsten Ergebnisse aus der
quantitativen Forschung liefern Anhaltspunkte dafür, dass
krebskranke Mütter minderjähriger Kinder einer besonderen Belastung
ausgesetzt sind und dass sie demzufolge mehr Unterstützung erfahren
sollten. Ergänzend zur bisherigen Forschung wurden in der hier
vorliegenden Arbeit erstmals ein strukturiertes klinisches
Interview (SKID; Wittchen, Zaudig & Fydrich, 1997) und ein
speziell auf die Beschwerden krebskranker Patienten abgestimmter
Fragebogen (FBK-R23; Herschbach, Marten-Mittag & Henrich, 2003)
verwendet. Untersucht wurde zunächst die Fragestellung, ob es zum
Zeitpunkt zwischen Diagnosestellung und Behandlungsbeginn einen
Unterschied in der psychosozialen Belastung von Müttern
minderjähriger Kinder und Frauen ohne minderjährige Kinder gibt.
Darüber hinaus wird die Gruppe der Frauen mit minderjährigen
Kindern genauer betrachtet. Von Interesse ist darüber hinaus, ob
das Alter der Kinder oder eine bestehende Partnerschaft sich auf
das Ausmaß der psychosozialen Belastung der Mütter auswirkt. Zur
Beantwortung der genannten Fragestellungen wurden neben den bereits
erwähnten Instrumenten SKID und FBK-R23 die Module für Panik, Angst
und Depression aus dem Patient Health Questionnaire (PHQ-D; Löwe et
al., 2002) verwendet. Die statistische Auswertung der Daten von 120
Studienteilnehmerinnen erfolgte mit dem Statistical Package for the
Social Sciences (SPSS for Windows, Version 21.0). Insgesamt legen
die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit nahe, dass Mütter
minderjähriger Kinder zum Zeitpunkt der Diagnosestellung nicht mehr
und nicht weniger psychosozial belastet sind als Frauen ohne
minderjährige Kinder. Auch das Alter der Kinder und das Bestehen
einer Partnerschaft beeinflussen die psychosoziale Belastung der
Mütter nicht. Die Ängste der an Krebs erkrankten Frau sollten
wahrgenommen werden – ob sie nun Kinder hat oder nicht.

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