Identifikation differenziell exprimierter Proteine in peripheren Blut-Leukozyten von Pferden mit equiner rezidivierender Uveitis

Identifikation differenziell exprimierter Proteine in peripheren Blut-Leukozyten von Pferden mit equiner rezidivierender Uveitis

vor 16 Jahren
Podcast
Podcaster

Beschreibung

vor 16 Jahren
Die equine rezidivierende Uveitis (ERU) ist eine spontane,
periodisch wiederkehrende Erkrankung und ist die häufigste Ursache
von Erblindung bei adulten Pferden. Sie betrifft weltweit bis zu
10% der Pferdepopulation und ist das einzige spontane Modell für
die autoimmun-mediierte Uveitis des Menschen. Ziel dieser Arbeit
war es, mittels vergleichender Proteomanalyse Unterschiede in der
Proteinexpression zwischen Leukozyten gesunder und an ERU
erkrankter Pferde zu detektieren und durch massenspektrometrische
Identifizierung dieser differenziell exprimierten Proteine die
Pathogenese der ERU weiter zu charakterisieren. In diesem
Zusammenhang wurden in dieser Studie Leukozyten aus dem peripheren
Blut von insgesamt 37 augengesunden und 33 an ERU erkrankten
Pferden untersucht. Mittels zweidimensionaler
Difference-gel-electrophoresis (2D-DIGE) wurden in einem ersten,
lymphozytären Experiment 50 differenziell exprimierte Proteine
detektiert. Von diesen Proteinen konnten insgesamt neun
massenspektrometrisch eindeutig identifiziert werden, unter anderem
Septin 7. Die Expressionsstärke von Septin 7 in Lymphozyten von an
ERU erkrankten Pferden ist im Vergleich zu gesunden Tieren um 30%
verringert. Zudem ist die Septin 7-Expression in T-Zellen der bei
ERU intraokulär gebildeten Lymphfollikel niedriger als in den
Zellen des als Kontrollgewebe eingesetzten Mandibularlymphknotens.
Nachdem Septin 7 eine Rolle bei der Funktion und Migration von
T-Zellen zugesprochen wird, soll in weiteren Untersuchungen geklärt
werden, wie die verringerte Septin 7-Expression mit der Pathologie
der ERU zusammenhängen könnte. Im zweiten Experiment wurden auch
die Granulozyten in die Analyse mit einbezogen. Aus den hier
ebenfalls 50 unterschiedlich abundanten Proteinen konnten 20
eindeutig identifiziert werden, darunter Talin 1, das in den
ERU-Proben zu 89% niedriger exprimiert war als in den Kontrollen.
Talin 1 wird auf equinen PBL zum Teil mit mehreren Integrinen
(CD11a, CD11b, CD29 und CD49a) ko-exprimiert und war auf den
intraokulären Zellen zu nahezu 100% exprimiert im Vergleich zum
Kontroll-Lymphknoten (ca. 40%). Da Talin 1 ebenfalls eine Rolle bei
der Zellmigration zugeschrieben wird, sollen weitere funktionelle
Analysen klären, welche Bedeutung die veränderte Talin 1-Expression
in den PBL und den intraokulären Leukozyten der an ERU erkrankten
Pferde hat. Weitere interessante Kandidaten aus beiden
Experimenten, die unserer Meinung nach nähere Untersuchungen
rechtfertigen, sind Scaffold attachment Faktor B, Superoxid
Dismutase und Triosephosphat Isomerase (überexprimiert bei ERU)
sowie Programmed cell death 6-interagierendes Protein, NCK Adapter
Protein 1 und Ezrin (niedriger exprimiert bei ERU).
15
15
Close