Ist unser Leben eine große TV-Serie?
vor 5 Jahren
Es ist spannend zu sehen, wie sich der Medienkonsum der Menschen im
Lockdown und in Homeofficezeiten entwickelt hat. Erste Studien
haben letztes Jahr einen gewaltigen Boom für Streamingdienste
ermittelt – aber auch für Konsolenspiele. Und auch für Podcast
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Beschreibung
vor 5 Jahren
Episode 023
Der Trend zu den non-linearen Streaming-Plattformen ist
ungebrochen und damit sinken natürlich die Einschaltquoten und
Marktanteile der klassischen linearen Broadcast-Medien wie
Fernsehen und Radio. Eine Studie von Deloitte aus 2020 hat in
mehreren Erhebungen gezeigt, dass zwar der Informationsbedarf
rund um akute Lockdown-Maßnahmen durchaus auch die
althergebrachten Medien wieder attraktiv gemacht hat. Das war
aber eher die opportunistische Suche nach aktuellen Informationen
und hat nicht zu einer dauerhaften Bindung oder gar einer
Renaissance der linearen Medien geführt. Sobald es sich die
Menschen irgendwie in der neuen Situation eingerichtet haben
waren wieder Netflix, Prime & Co. angesagt. Oder halt Games.
Und Netflix, Prime & Co. produzieren wie die Weltmeister neue
Serien. Denn der Trend zum schnellen Konsumieren einer ganzen
Serie am Stück, dem Binge Watching, hat den Bedarf nach dem
Entertainment-Gold massiv ansteigen lassen. Und der Serien-Boom
prägt auch alle weiteren gesellschaftlichen Bereiche.
Wissenschaftler haben untersucht wie die Wechselwirkung zwischen
dramaturgisch raffinierter Fiktion und den Zuschauern aussieht.
Akzeptieren wir die kurzatmige politische Kommunikation mit oft
nur angedachten Lösungsvorschlägen und Meinungs-Pirouetten
deswegen so genügsam, weil wir den „offenen“ Ausgang und die
Cliffhanger seit Kindertagen aus unseren Lieblingsserien kennen?
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