Wird Kultur immer beliebiger?

Wird Kultur immer beliebiger?

vor 4 Jahren
Streaming-Dienste wie Netflix und Prime sind die großen Gewinner der letzten Jahre. Und auch die Mediatheken der Sender sollen sich immer mehr vom Content-Archiv zur Streaming-Plattform entwickeln. Denn Linear-TV ist „tot“ und junge Menschen nur über On-D
26 Minuten
0
0 0

Beschreibung

vor 4 Jahren

Episode 058 


Für die neue Episode der Turtlezone Tiny Talks debattieren Dr.
Michael Gebert und Oliver Schwartz über die paradoxe Situation,
dass Netflix und Prime viel Geld in hervorragende
Eigenproduktionen investieren, aber auch diese exklusiven
Programmperlen ohne Not auf dem Wühltisch des Überangebots
verheizen. Konnte eine Serie bislang Menschen über Monate fesseln
und für Gesprächsstoff sorgen, ist sie nun schon nach kurzer Zeit
nur noch ein beliebiges Angebot auf dem All-you-Can-Watch-Buffet.
Und „Dune“ zum Kinostart auf Smartphone oder Computer zu streamen
ist wie der Kontrast zwischen einer 5-Minuten-Suppe und dem
Sternerestaurant. Und dieser Trend betrifft nicht nur Fernsehen
und Kino. Im gesamten Kultur- und Kunstmarkt verlieren die
einzelne Künstlerin, der einzelne Künstler und deren Werke im
Kontext der Flatrate-Abos an Bedeutung.


Ein durchaus kontroverses Thema – auch unter Kulturschaffenden
und Content-Produzenten. Denn ähnlich wie Fast-Food und
All-You-Can-Eat äußerst beliebte Ernährungs-Angebote sind, trifft
das Leistungsversprechen, jederzeit auf Millionen Musikstücke
oder zigtausende Filme und Serien zugreifen zu können, auf große
Nachfrage. Dennoch lässt sich die Gefahr von Beliebigkeit der
Kultur und mangelndem Respekt beklagen. Und es ist nicht wirklich
primär ein Kampf von „altmodisch“ gegen „jung-modern“. Sondern,
wenn man ehrlich ist, vielmehr eine Frage der Gewinnsteigerung
milliardenschwerer Portale gegenüber den Interessen einzelner
Künstler und Content-Produzenten.
15
15
Episode teilen
Wird Kultur immer beliebiger?
Wird Kultur immer beliebiger?

Close