Vergleich von Carboxymethylcellulose (Rapid Rhino(R)-Sinu-Knit) und "keiner Nasentamponade" nach endoskopischer Nasennebenhöhlenchirurgie

Vergleich von Carboxymethylcellulose (Rapid Rhino(R)-Sinu-Knit) und "keiner Nasentamponade" nach endoskopischer Nasennebenhöhlenchirurgie

vor 19 Jahren
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Beschreibung

vor 19 Jahren
Funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlenchirurgie ist
mittlerweile als Therapiestandard für konservativ
therapierefraktäre chronische Rhinosinusitis (CRS) und Polyposis
nasi anzu-sehen. Regelmäßig wird diese Operation mit einer
Nasentamponade abgeschlossen, um Schleimhautnachblutungen zu
minimieren und die Wundheilung zu unterstützen. Sowohl das Tragen
der Tamponade als auch die Detamponade sind für den Patienten oft
wenig komforta-bel und in einigen Fällen äußerst schmerzhaft. Ziel
der vorliegenden Arbeit war es, eine moderne Nasentamponade aus
Carboxymethylcellu-lose, das RapidRhino Sinu-knit, hinsichtlich
ihrer Eigenschaften in Bezug auf die Blu-tungskontrolle,
Beeinflussung der Wundheilung, Nebenwirkungen und den Tragekomfort
für die Patienten zu untersuchen. In einer teilweise doppelblinden,
randomisierten, kontrollierten prospektiven klinischen
Un-tersuchung wurden n=21 Patienten einer beidseitigen
funktionellen endoskopischen Nasenne-benhöhlenoperation unterzogen.
Die Operation fand in Übereinstimmung mit den Regeln der Grazer
Schule statt. Nach Aufklärung und mit dem Einverständnis der
Patienten erfolgte prä-operativ die Zulosung der Seite der
CMC-Tamponade. Zum Abschluss der Operation wurde das
Carboxymethylcellulose-Netz auf die Operationswunde aufgebracht und
mit 6 ml sterilem Aqua hydrolysiert. Die entsprechend andere Seite
verblieb ohne Tamponade. Am ersten postoperativen Tag wurden die
Patienten von einem an der Operation unbeteiligten Stationsarzt
unter Zuhilfenahme einer visuellen Analogskala (0-10) nach jeweils
seitenspezi-fischer Nasenatmungsbehinderung, Sekretion, lokalen
Schmerzen, Kopfschmerzen sowie Schlafstörung und Gesamtbefinden
befragt, ohne die tamponierte Seite zu kennen. Darüber hinaus
erfolgte jeweils zwei Wochen, vier Wochen und drei Monate post-OP
eine Nachsorge-untersuchung durch den Operateur, bei der die
Merkmale endoskopisch sichtbare Tamponade, Nachblutung,
Krustenbildung, Schleimhautstatus, Verwachsungen, Bildung von
Granulati-onsgewebe und Infektion untersucht und dokumentiert
wurden. Das mittlere Patientenalter betrug 49 Jahre, 33% der
Patienten waren weiblich. Die Operati-onsindikation stellte bei 15
Patienten eine Polyposis nasi, bei 5 Patienten eine chronische
Rhinosinusitis und bei einem Patienten eine akute Rhinosinusitis
dar. Bei 86% der Patienten war das operative Vorgehen
seitenidentisch. 11mal wurde die rechte OP-Seite tamponiert, 10mal
die linke. Eine Beeinflussung der postoperativen Blutungen durch
die Carboxymethylcellulose war nicht nachzuweisen; es fanden sich
hierbei sowohl kurz- als auch mittelfristig keine
Seitenun-terschiede. Bei der Interpretation dieser Ergebnisse ist
kritisch zu hinterfragen, in wieweit bei insgesamt sehr geringer
Nachblutung eine Tamponade nach funktioneller endoskopischer
Nasennebenhöhlenchirurgie zur Blutungskontrolle überhaupt notwendig
ist. Sichere Aussagen über hämostatische Effekte von CMC lassen
sich anhand der hier gewonnen Erkenntnisse nicht treffen.
Nebenwirkungen oder Komplikationen bei der Verwendung von CMC als
mo-derne Nasentamponade traten nicht auf. Die mit CMC tamponierte
Seite zeigte im Vergleich zur Gegenseite in keinem der untersuchten
Parameter Unterschiede hinsichtlich der Wundhei-lung oder
Krustenbildung, womit weder eine positive noch eine negative
Beeinflussung zu zeigen war. Der Einsatz von CMC besitzt
hinsichtlich des Tragekomforts die gleichen Eigen-schaften wie
"keine Nasentamponade". Damit ist der Patientenkomfort - besonders
auch im Vergleich zu anderen Tamponaden - als ausgezeichnet
einzustufen. Zur abschließenden Beurteilung der Anwendung von CMC
als moderne Nasentamponade sind weitere Untersuchungen notwendig.
Eine interessante Option könnte der Einsatz von CMC in ihrer
Gelform als Trägersubstanz für diverse Pharmaka darstellen.
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