Sensorische Integration-Raumwahrnehmung unter besonderer Berücksichtigung des Kindesalters
vor 19 Jahren
Beschreibung
vor 19 Jahren
Es wird anhand der vorliegenden Arbeit folgendes Resümé gezogen:
-Empfindung und Wahrnehmung müssen von der Begrifflichkeit her
unterschieden werden. -Der Begriff der Wahrnehmung entsprechend dem
heutigen Erkenntnisstand wird definiert und die unterschiedlichen
Wahrnehmungsbereiche werden beschrieben. -Einige (Teil-) Bereiche
der Wahrnehmung entwickeln sich bereits pränatal. Es handelt sich
hierbei in erster Linie um elementare Sinne, wie z. B. den
Tastsinn, welcher u.a. auch der Partnersuche dient und den Erhalt
der Gattung sichert. Diese Sinnesbereiche der Wahrnehmung werden
früh ausgebildet. Anders verhält es sich mit Wahrnehmungsbereichen
(z. B. Sehen und Hören etc.), die mehr auf Lernen und Erfahrung
basieren. -Die Entwicklung der kindlichen Wahrnehmung wird
dargestellt. Sie ist bedeutsam für die Beurteilung der Entwicklung
von Wahrnehmung im Allgemeinen. Es muss hierzu Detailwissen in der
Praxis der Frühdiagnostik verfügbar sein, um Kinder mit Störungen
frühzeitig identifizieren zu können. -Die „Sensorische
Integrationstherapie nach Jean Ayres“ setzt sich immer mehr im
Bereich der Ergotherapie durch. Das Besondere an dieser Methode von
Jean Ayres ist, „den gesamten Menschen am Leben teilhaben zu
lassen“ und dies vor allem bei solchen Menschen – hier insbesondere
Kindern –, die durch Wahrnehmungsstörungen auffallen (schlechte
Fähigkeit zur Orientierung im Raum etc.). Jean Ayres´ Anliegen war
es, das betroffene Kind in die Lage zu versetzen, sich trotz
Wahrnehmungsstörung den Anforderungen des Alltags erfolgreich zu
stellen und anfallende Aufgaben selbständig zu verrichten. Gerade
Kinder mit mentalen Entwicklungsstörungen, mit Störungen der
Gehirnentwicklung, profitieren von frühzeitiger Therapie nach
dieser Methode dann, wenn bei ihnen eine wie auch immer geartete
Wahrnehmungsstörung diagnostiziert werden konnte. Das von Jean
Ayres entwickelte Therapieverfahren setzt auf spielerische Art bei
der Integration der verschiedenen Wahrnehmungsbereiche an. Auf
diese Weise sollen Reaktionen des Kindes dem Reiz angemessen
erfolgen. Die „Sensorische Integrationstherapie“ erfolgt mittels
einer Stimulierung der Körperwahrnehmung durch Aktivierung der
Basissinne (z.B. Gleichgewichtssinn). Ein Schwachpunkt der Methode
liegt allerdings in der nie erfolgten Evaluierung. -Kritisch
anzumerken ist: Für das Wissen von und um Wahrnehmung ist eine
intensive und gründliche Diagnostik unerlässlich! Aus diesem Grund
müssen Eltern und sämtliche mit der Aufsicht für das jeweilige Kind
betraute Personen herangezogen werden, das Kind genau zu
beobachten. Vorschnelle, die Eltern - und dann auch die Kinder -
verunsichernde Diagnosen sind zu vermeiden. Erst Diagnostik, dann
Diagnosestellung und dann erst Entwicklungstherapie zur
Wahrnehmungsstörung - dieses Gesetz muss zukünftig weit stärker
eingehalten werden. -Es ist von allergrößter Bedeutung, jedes Kind
zum frühestmöglichen Zeitpunkt einer Wahrnehmungsprüfung
zuzuführen, da es nur durch eine intakte Sinnes- und
Wahrnehmungstätigkeit zur umfassenden Erfahrung der Umwelt und
Orientierung in der Umgebung kommen kann. So führt beispielsweise
eine unerkannte schwere Hyperopie mit Astigmatismus dazu, dass das
betroffene Kind kaum in der Lage ist, Einzelheiten in der näheren
Umwelt zu erkennen. Das Resultat können schlechte schulische
Leistungen trotz eines durchaus normalen oder sogar
überdurchschnittlichen Intellekts darstellen. Die verheerenden
Folgen lassen sich unschwer erahnen. Es kann sein, dass Kinder über
lange Zeit ihr „Wahrnehmungsdefizit“ kompensieren. Steigt der
Leistungsdruck z. B. in der Schule, werden solche Fehlentwicklungen
zwar klinisch offenbar, vielfach aber falsch oder zu spät
diagnostiziert. -Es sind die Eltern, die täglich Umgang mit dem
Kind pflegen und denen sich aus diesem Grund die beste Möglichkeit
bietet, etwaige Wahrnehmungsstörungen als erste zu erkennen.
Fachleute, denen das Kind präsentiert wird, sehen dieses nur
ausschnittsweise in einer vielfach als „Laborsituation“ zu
bezeichnenden Atmosphäre, z. B. im Rahmen einer Vorstellung beim
Arzt, was einen umfassenden und korrekten Gesamteindruck in Bezug
auf das Kind und alle Aspekte seiner Wahrnehmungsleistung
erschwert. Daher muss den Eltern vermittelt werden, ihre Kinder
sorgfältig und frühzeitig zu beobachten. Auch müssen Ärzte lernen,
den Eltern zuzuhören, sie nach der Entwicklung zu befragen und dies
im Detail, nicht auf die Schnelle, wie es vielfach üblich ist.
-Eltern vermuten oft bereits früh eine Wahrnehmungsstörung bei
ihren Kindern, sind aber in Ermangelung entsprechender Kenntnisse
als Laien nicht in der Lage, genauer zu differenzieren. Ihnen muß
nahe gebracht werden, sich bereits beim leisesten Verdacht an
Fachleute zu wenden. -Vor der Einleitung einer adäquaten Therapie
ist eine umfassende Diagnostik unverzichtbar! Diese muß nach dem
aktuellsten Stand der Wissenschaft, ggf. unter Miteinbeziehung
modernster neurophysiologischer Kenntnisse und im Einzelfall
bildgebender Verfahren dann erfolgen, wenn ein hirnorganischer
Prozeß (Tumor) oder eine Fehlbildung diese Störung verursacht haben
könnte. -Die Therapie nach dem Konzept der „Sensorischen
Integration nach Jean Ayres“ muss von qualifizierten Fachleuten
angeboten und durchgeführt werden. Selbst die beste Therapie vermag
eine umfassende vorherige Diagnostik nicht zu ersetzen.
Grundsätzlich sollte weiterhin gelten, dass der Grundsatz „nil
nocere“ gerade auch für Kinder mit vermuteten Wahrnehmungsstörungen
ohne Wenn und Aber einzuhalten ist.
-Empfindung und Wahrnehmung müssen von der Begrifflichkeit her
unterschieden werden. -Der Begriff der Wahrnehmung entsprechend dem
heutigen Erkenntnisstand wird definiert und die unterschiedlichen
Wahrnehmungsbereiche werden beschrieben. -Einige (Teil-) Bereiche
der Wahrnehmung entwickeln sich bereits pränatal. Es handelt sich
hierbei in erster Linie um elementare Sinne, wie z. B. den
Tastsinn, welcher u.a. auch der Partnersuche dient und den Erhalt
der Gattung sichert. Diese Sinnesbereiche der Wahrnehmung werden
früh ausgebildet. Anders verhält es sich mit Wahrnehmungsbereichen
(z. B. Sehen und Hören etc.), die mehr auf Lernen und Erfahrung
basieren. -Die Entwicklung der kindlichen Wahrnehmung wird
dargestellt. Sie ist bedeutsam für die Beurteilung der Entwicklung
von Wahrnehmung im Allgemeinen. Es muss hierzu Detailwissen in der
Praxis der Frühdiagnostik verfügbar sein, um Kinder mit Störungen
frühzeitig identifizieren zu können. -Die „Sensorische
Integrationstherapie nach Jean Ayres“ setzt sich immer mehr im
Bereich der Ergotherapie durch. Das Besondere an dieser Methode von
Jean Ayres ist, „den gesamten Menschen am Leben teilhaben zu
lassen“ und dies vor allem bei solchen Menschen – hier insbesondere
Kindern –, die durch Wahrnehmungsstörungen auffallen (schlechte
Fähigkeit zur Orientierung im Raum etc.). Jean Ayres´ Anliegen war
es, das betroffene Kind in die Lage zu versetzen, sich trotz
Wahrnehmungsstörung den Anforderungen des Alltags erfolgreich zu
stellen und anfallende Aufgaben selbständig zu verrichten. Gerade
Kinder mit mentalen Entwicklungsstörungen, mit Störungen der
Gehirnentwicklung, profitieren von frühzeitiger Therapie nach
dieser Methode dann, wenn bei ihnen eine wie auch immer geartete
Wahrnehmungsstörung diagnostiziert werden konnte. Das von Jean
Ayres entwickelte Therapieverfahren setzt auf spielerische Art bei
der Integration der verschiedenen Wahrnehmungsbereiche an. Auf
diese Weise sollen Reaktionen des Kindes dem Reiz angemessen
erfolgen. Die „Sensorische Integrationstherapie“ erfolgt mittels
einer Stimulierung der Körperwahrnehmung durch Aktivierung der
Basissinne (z.B. Gleichgewichtssinn). Ein Schwachpunkt der Methode
liegt allerdings in der nie erfolgten Evaluierung. -Kritisch
anzumerken ist: Für das Wissen von und um Wahrnehmung ist eine
intensive und gründliche Diagnostik unerlässlich! Aus diesem Grund
müssen Eltern und sämtliche mit der Aufsicht für das jeweilige Kind
betraute Personen herangezogen werden, das Kind genau zu
beobachten. Vorschnelle, die Eltern - und dann auch die Kinder -
verunsichernde Diagnosen sind zu vermeiden. Erst Diagnostik, dann
Diagnosestellung und dann erst Entwicklungstherapie zur
Wahrnehmungsstörung - dieses Gesetz muss zukünftig weit stärker
eingehalten werden. -Es ist von allergrößter Bedeutung, jedes Kind
zum frühestmöglichen Zeitpunkt einer Wahrnehmungsprüfung
zuzuführen, da es nur durch eine intakte Sinnes- und
Wahrnehmungstätigkeit zur umfassenden Erfahrung der Umwelt und
Orientierung in der Umgebung kommen kann. So führt beispielsweise
eine unerkannte schwere Hyperopie mit Astigmatismus dazu, dass das
betroffene Kind kaum in der Lage ist, Einzelheiten in der näheren
Umwelt zu erkennen. Das Resultat können schlechte schulische
Leistungen trotz eines durchaus normalen oder sogar
überdurchschnittlichen Intellekts darstellen. Die verheerenden
Folgen lassen sich unschwer erahnen. Es kann sein, dass Kinder über
lange Zeit ihr „Wahrnehmungsdefizit“ kompensieren. Steigt der
Leistungsdruck z. B. in der Schule, werden solche Fehlentwicklungen
zwar klinisch offenbar, vielfach aber falsch oder zu spät
diagnostiziert. -Es sind die Eltern, die täglich Umgang mit dem
Kind pflegen und denen sich aus diesem Grund die beste Möglichkeit
bietet, etwaige Wahrnehmungsstörungen als erste zu erkennen.
Fachleute, denen das Kind präsentiert wird, sehen dieses nur
ausschnittsweise in einer vielfach als „Laborsituation“ zu
bezeichnenden Atmosphäre, z. B. im Rahmen einer Vorstellung beim
Arzt, was einen umfassenden und korrekten Gesamteindruck in Bezug
auf das Kind und alle Aspekte seiner Wahrnehmungsleistung
erschwert. Daher muss den Eltern vermittelt werden, ihre Kinder
sorgfältig und frühzeitig zu beobachten. Auch müssen Ärzte lernen,
den Eltern zuzuhören, sie nach der Entwicklung zu befragen und dies
im Detail, nicht auf die Schnelle, wie es vielfach üblich ist.
-Eltern vermuten oft bereits früh eine Wahrnehmungsstörung bei
ihren Kindern, sind aber in Ermangelung entsprechender Kenntnisse
als Laien nicht in der Lage, genauer zu differenzieren. Ihnen muß
nahe gebracht werden, sich bereits beim leisesten Verdacht an
Fachleute zu wenden. -Vor der Einleitung einer adäquaten Therapie
ist eine umfassende Diagnostik unverzichtbar! Diese muß nach dem
aktuellsten Stand der Wissenschaft, ggf. unter Miteinbeziehung
modernster neurophysiologischer Kenntnisse und im Einzelfall
bildgebender Verfahren dann erfolgen, wenn ein hirnorganischer
Prozeß (Tumor) oder eine Fehlbildung diese Störung verursacht haben
könnte. -Die Therapie nach dem Konzept der „Sensorischen
Integration nach Jean Ayres“ muss von qualifizierten Fachleuten
angeboten und durchgeführt werden. Selbst die beste Therapie vermag
eine umfassende vorherige Diagnostik nicht zu ersetzen.
Grundsätzlich sollte weiterhin gelten, dass der Grundsatz „nil
nocere“ gerade auch für Kinder mit vermuteten Wahrnehmungsstörungen
ohne Wenn und Aber einzuhalten ist.
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