Kath-Akademie Archiv: „Innerlich emigriert - Werner Bergengruen und Reinhold Schneider“ von Peter Steinbach

Kath-Akademie Archiv: „Innerlich emigriert - Werner Bergengruen und Reinhold Schneider“ von Peter Steinbach

44 Minuten

Beschreibung

vor 2 Jahren

Kath-Akademie Archiv: „Innerlich emigriert - Werner
Bergengruen und Reinhold Schneider“ von Peter Steinbach
(Hördauer: 45 Minuten)


Werner Bergengruen (1892-1964) war zu Lebzeiten von Lesern und
Literaturkritik gleichermaßen hoch geschätzt. Er galt dann auch
als einer der erfolgreichsten Autoren in der frühen
Bundesrepublik. So gehört z.B. „Der letzte Rittmeister“ von 1952
zu den wohl beliebtesten Werken der Nachkriegszeit. Bergengruens
Bücher verkauften sich in millionenfacher Auflage, und etliche
der Texte wurden an Schulen zur Pflichtlektüre. Das änderte sich
grundlegend nach 1968. Seine Ethik wurde als konservativ
gescholten, und vor allem der unerschütterliche Glaube, die Welt
sei von Gott geschaffen und somit im Kern „heil“, galt nun als
nicht mehr zeitgemäß. Werner Bergengruen wurde zum christlichen
Traditionalisten abgestempelt, geriet mehr und mehr in
Vergessenheit.


In den letzten Jahren allerdings zeichnet sich erneut ein Wandel
ab. So wird Bergengruen als Protagonist einer während der NS-Zeit
in Wort und Tat konsequenten, unzweifelhaften „inneren
Emigration“ herausgestellt, deren arrogante Aburteilung durch
selbstgerechte spätere Generationen ihrerseits in die Krise
geraten ist.


Die von der Werner Bergengruen-Gesellschaft zusammen mit der
Katholischen Akademie in Bayern konzipierte Tagung anlässlich des
50. Todestages erkundet, u.a. über die Zeugenschaft von
Zeitgenossen und Freunden Bergengruens sowie mit Blick auf seine
Tagebuch-Aufzeichnungen, die geistige und religiöse Haltung, die
ihn zum Widerstand gegen den Ungeist der Zeit und zur Behauptung
der Poesie führte. Das Referat von Prof. Dr. Peter
Steinbach, Professor em. für Neuere und Neueste
Geschichte an der Universität Mannheim, trug den Titel:
„Innerlich emigriert - Werner Bergengruen und Reinhold
Schneider“.


Realisation Uwe Kullnick

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