Wie es umkämpft wird - Trennungskinder

Wie es umkämpft wird - Trennungskinder

vor 5 Jahren
Kommt es zur Trennung der Eltern, beginnt oft der Kampf um die Kinder. Dabei stehen ihre Bedürfnisse oftmals nicht im Mittelpunkt. Wie die Kinder umkämpft werden, thematisiert diese Folge. Mit Lisa Hentschel.
1 Stunde 15 Minuten
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Beschreibung

vor 5 Jahren
Über den Unterschied zwischen Umgangs- und Sorgerecht - ab
00:04:21 Minuten Sorgerecht und Umgangsrecht sind zwei
paar Schuhe. Beim Sorgerecht geht es darum, wer die großen
Entscheidungen für das Kind treffen darf. Also wo lebt das Kind?
Wie läuft die Gesundheitsvorsorge oder die Vermögensvorsorge? Beim
Umgangsrecht geht es um den regelmäßigen Umgang mit dem Kind, dass
man es sehen darf und ggf. auch mal mit ihm zusammen in den Urlaub
fahren kann. Beides sind völlig verschiedene Verfahren, wie
Angelika Hentschel, Anwältin für Familienrecht, berichtet.
Über die Veränderung der Gesetzgebung in den letzten Jahren
- ab 00:18:35 Minuten Noch vor etwas mehr als 20 Jahren
war es selbstverständlich, dass das alleinige Sorgerecht von
Kindern auf die Mutter übertragen wird, wenn es zur Scheidung
kommt. Dies hat sich mittlerweile geändert. Heutzutage würde es
automatisch ein gemeinsames Sorgerecht im Fall einer Trennung
geben. Wenn ein Elternteil die alleinige Sorge beantragt, prüft das
Gericht, inwiefern es dem Kindeswohl entspricht. Eine Trennung sei
für die Kinder nie gut, berichtet Hentschel. Ausnahmen bilden Fälle
von Gewalt oder ähnlichem, wo es besser ist, sich von einem
Elternteil zu trennen, um solchen Faktoren aus dem Weg zu gehen.
Diese Prozesse um Sorge- und Umgangsrecht sind laut Hentschel oft
Kämpfe um Kinder, bei denen es häufig viel zu wenig um die Kinder
geht, sondern um Machtkämpfe zwischen Mutter und Vater.
Aussagen von Kindern vor Gericht - ab 00:30:34
Minuten Kinder ab einem Alter von 14 Jahren müssen vor
Gericht angehört werden. Aber auch jüngere Kinder werden oftmals im
Prozess geladen, um ihre Sicht der Dinge zu erfahren.
Kindesanhörungen finden in einem ganz kleinem Rahmen statt, nur mit
der Richterin oder dem Richter, ggf. der Anwältin oder dem Anwalt
des Kindes und dem Kind selbst. Über die Rolle vom
Jugendamt und Verfahrensbeiständen in den Prozessen - ab 00:41:50
Minuten Wenn es um Sorgerechts-Streitigkeiten geht, wird
das Jugendamt immer involviert und gibt eine Einschätzung ab.
Verfahrensbeistände sind die Anwältinnen und Anwälte der Kinder
oder oder fachlich vorgebildete Sozialpädagoginnen und -pädagogen,
die sich einen Überblick über den jeweiligen Fall verschaffen und
dazu eine Stellungnahme abgeben. In diesen hochemotionalen Fällen
ist es für die beteiligten Personen wichtig, sich nicht von den
Emotionen leiten zu lassen, sondern im Sinne des Kindeswohls zu
handeln und die Kinder nicht unnötig mehr zu belasten. Über
die verschiedenen Interessen der Elternteile - ab 00:51:22
Minuten Wenn es nach dem Gerichtsprozess zu einem
Wechselmodell oder ähnlichem kommt, ist die Angelegenheit für viele
Eltern weiter sehr emotional und belastend. Aber ihre wichtigste
Aufgabe sollte es sein, das Kind so gut wie möglich zu schützen.
Daher rät Hentschel oft, sich Hilfe in solchen Situationen zu holen
- für das Wohl der Kinder und das eigene Wohl.
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