Wie es körperlich leidet - Gewalt an Kindern
vor 5 Jahren
Wie alltäglich Gewalt an Kindern ist und wie sie sich zeigt, wissen
Rechtsmedizinerinnen und -mediziner ganz genau, wie in dieser Folge
deutlich wird. Außerdem gehts um Schüttelbabys und dass das nie
ohne Folgen bleibt.
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 5 Jahren
Über die Arbeit als Rechtsmedizinierin: ab 00:03:41
Minuten Früher hat sich die Rechtsmedizin vor allem mit
Verstorbenen beschäftigt. Im Laufe der Zeit hat sich ein Wandel
dargestellt, dass man zunehmend auch lebende Menschen untersucht
und überprüft, ob Straftaten für die Verletzungen die Ursache
waren. Für Katja Jachau war es Alltag, in ihrem Job, auch lebende
Kinder zu untersuchen. Als Rechtsmedizinerin ging es für Jachau
weniger um die "Heilung" der Menschen, sondern darum, die Ursachen
für die Verletzungen herauszufinden und bei Kindern darum, zu
prüfen, ob im jeweiligen Fall eine Kindeswohlgefährdung
vorliegt. In größeren Städten und Ballungszentren klappt die
Zusammenarbeit zwischen Rechtsmedizin und den anderen beteiligten
Einrichtungen gut, sodass die Kinder bei Jachau und ihren
Kolleginnen und Kollegen untersucht werden konnten. In den
ländlichen Regionen war das ihrer Erfahrung nach deutlich seltener
der Fall. Über die verschiedenen Arten von
Gewalt an Kindern: ab 00:14:52 Minuten Im Umgang mit
Kindern gab es für Jachau verschiedene Szenarien: Entweder die
Verletzung passte nicht mit der Erzählung der Eltern oder anderer
Erziehungsberechtigter zusammen oder die jeweiligen
Verantwortlichen haben nichts von der Verletzung mitbekommen.
Außerdem unterschieden sich die Fälle auch zwischen Misshandlungen
am Kind, durch z.B. Gewaltanwendungen oder Vernachlässigungen durch
z.B. Unter- oder Fehlernährung. Jachau spricht in diesem
Zusammenhang von den "vergessenen Kindern der
Wohlstandsgesellschaft". Über Zeit und Feingefühl bei
der Untersuchung von Kindern - ab 00:26:57 Minuten Für die
Kinder sind solche Untersuchungen meist absolute
Ausnahmesituationen, weshalb der Umgang von ärztlicher Seite viel
Feingefühl erfordert. Außerdem ist es für Jachau wichtig, dass die
Erziehungsberechtigten bzw. -verantwortlichen mit einbezogen
werden. Wenn der Verdacht im Raum steht, dass diese
allerdings für die Verletzungen verantwortlich sind und die
Untersuchungen am Kind ablehnen, bestand für Jachau und ihr Team
die Möglichkeit, über das Jugendamt eine Pflegschaft zu bestellen,
die für die gesundheitlichen Aspekte der Vormund für das Kind ist.
Nach Jachaus Erfahrungen sind häufig die engsten
Bezugspersonen des Kindes verantwortlich für die
Verletzungen. über das Phänomen der
„Schüttelbabys" ab 00:38:24 Minuten Das Schütteln von
Babys resultiert in der Regel aus einer Überforderungssituation der
Eltern. Auch wenn das Kind das Schütteln überlebt und im weiteren
Verlauf symptomlos ist, hat es immer langfristige Konsequenzen für
das Kind. Dass Schütteln ohne Folgen für das Kind bleibt, gibt es
nach Jachaus Einschätzungen nicht. Denn durch das Schütteln
schlägt das Hirn gegen den Schädel, was zu Blutungen und erhöhtem
Hirndruck führt. Das wiederum kann verschiedene Folgen für das Kind
haben, wie zum Beispiel Sehstörungen oder weitere Probleme in der
motorischen und geistigen Entwicklung. Über Folgen
aus ihrer Arbeit: ab 00:51:52 Minuten Auch wenn das
Gutachten aus der Rechtsmedizin eindeutig ist, führt das nicht
immer zu strafrechtlichen Konsequenzen für die
Erziehungsberechtigten. Wenn z.B. Eltern sich gegenseitig in Schutz
nehmen oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Kompetenz fehlt,
um die Gutachten richtig einzuordnen, hat solches Verhalten keine
oder kaum Folgen.
Minuten Früher hat sich die Rechtsmedizin vor allem mit
Verstorbenen beschäftigt. Im Laufe der Zeit hat sich ein Wandel
dargestellt, dass man zunehmend auch lebende Menschen untersucht
und überprüft, ob Straftaten für die Verletzungen die Ursache
waren. Für Katja Jachau war es Alltag, in ihrem Job, auch lebende
Kinder zu untersuchen. Als Rechtsmedizinerin ging es für Jachau
weniger um die "Heilung" der Menschen, sondern darum, die Ursachen
für die Verletzungen herauszufinden und bei Kindern darum, zu
prüfen, ob im jeweiligen Fall eine Kindeswohlgefährdung
vorliegt. In größeren Städten und Ballungszentren klappt die
Zusammenarbeit zwischen Rechtsmedizin und den anderen beteiligten
Einrichtungen gut, sodass die Kinder bei Jachau und ihren
Kolleginnen und Kollegen untersucht werden konnten. In den
ländlichen Regionen war das ihrer Erfahrung nach deutlich seltener
der Fall. Über die verschiedenen Arten von
Gewalt an Kindern: ab 00:14:52 Minuten Im Umgang mit
Kindern gab es für Jachau verschiedene Szenarien: Entweder die
Verletzung passte nicht mit der Erzählung der Eltern oder anderer
Erziehungsberechtigter zusammen oder die jeweiligen
Verantwortlichen haben nichts von der Verletzung mitbekommen.
Außerdem unterschieden sich die Fälle auch zwischen Misshandlungen
am Kind, durch z.B. Gewaltanwendungen oder Vernachlässigungen durch
z.B. Unter- oder Fehlernährung. Jachau spricht in diesem
Zusammenhang von den "vergessenen Kindern der
Wohlstandsgesellschaft". Über Zeit und Feingefühl bei
der Untersuchung von Kindern - ab 00:26:57 Minuten Für die
Kinder sind solche Untersuchungen meist absolute
Ausnahmesituationen, weshalb der Umgang von ärztlicher Seite viel
Feingefühl erfordert. Außerdem ist es für Jachau wichtig, dass die
Erziehungsberechtigten bzw. -verantwortlichen mit einbezogen
werden. Wenn der Verdacht im Raum steht, dass diese
allerdings für die Verletzungen verantwortlich sind und die
Untersuchungen am Kind ablehnen, bestand für Jachau und ihr Team
die Möglichkeit, über das Jugendamt eine Pflegschaft zu bestellen,
die für die gesundheitlichen Aspekte der Vormund für das Kind ist.
Nach Jachaus Erfahrungen sind häufig die engsten
Bezugspersonen des Kindes verantwortlich für die
Verletzungen. über das Phänomen der
„Schüttelbabys" ab 00:38:24 Minuten Das Schütteln von
Babys resultiert in der Regel aus einer Überforderungssituation der
Eltern. Auch wenn das Kind das Schütteln überlebt und im weiteren
Verlauf symptomlos ist, hat es immer langfristige Konsequenzen für
das Kind. Dass Schütteln ohne Folgen für das Kind bleibt, gibt es
nach Jachaus Einschätzungen nicht. Denn durch das Schütteln
schlägt das Hirn gegen den Schädel, was zu Blutungen und erhöhtem
Hirndruck führt. Das wiederum kann verschiedene Folgen für das Kind
haben, wie zum Beispiel Sehstörungen oder weitere Probleme in der
motorischen und geistigen Entwicklung. Über Folgen
aus ihrer Arbeit: ab 00:51:52 Minuten Auch wenn das
Gutachten aus der Rechtsmedizin eindeutig ist, führt das nicht
immer zu strafrechtlichen Konsequenzen für die
Erziehungsberechtigten. Wenn z.B. Eltern sich gegenseitig in Schutz
nehmen oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Kompetenz fehlt,
um die Gutachten richtig einzuordnen, hat solches Verhalten keine
oder kaum Folgen.
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