Wie es unsichtbar bleibt - Wegsehen ist keine Lösung
vor 5 Jahren
Es gibt viele Situationen im Alltag, in denen Gewalt an Kindern
toleriert wird, bzw. weggesehen wird. Diese Folge thematisiert,
warum Hinsehen so wichtig ist und wie es dazu führen kann,
Kinderleben zu retten.
Podcast
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Beschreibung
vor 5 Jahren
Über die Gesprächspartnerin Gina Graichen - ab 00:02:33
Minuten Gina Graichen war 33 Jahre als Polizistin bzw.
Kommissarin im Bereich Kinderschutz tätig und hat das LKA 123
geleitet, ein Landeskriminalamt das sich auf die Verfolgung von
Kindesmisshandlung und -vernachlässigung spezialisiert hat. Die
Gründung dieses Bereichs war weniger der Erkenntnis geschuldet,
dass man etwas gegen die Gewalt an Kindern unternehmen müsse,
sondern eher dem Umstand, dass ein Fachbereich gezielt für Frauen
innerhalb der Polizei geschaffen wurde. Diese waren schließlich
nicht gleichberechtigt und hatten, so erzählt Graichen, keine
Ausbildung an der Waffe, die mit der männlicher Kollegen zu
vergleichen gewesen sei. Gewalt in der Erziehung der Kinder war
damals, als Graichen angefangen hat, völlig normal in der
Gesellschaft. Die Häufigkeit und Selbstverständlichkeit hat
Graichen zu Beginn ihrer Karriere sehr überrascht. Warum es
so wichtig ist, hinzugucken: ab 00:11:15 Minuten In vielen
Fällen in ihrer Karriere hätte die Gewalt an Kindern verhindert
werden können, laut Graichen. Denn es gab ihrer Erfahrung nach ganz
oft Leute im Umfeld des Kindes, die davon etwas wussten, aber sich
einerseits nicht trauten, etwas zu sagen oder andererseits nicht
wussten, wohin sie sich wenden können. Im Jahr 2001 sollte dieser
Zustand beendet werden. Auslöser dafür war ein besonders schlimmer
Fall von Kindesmisshandlung, bei dem der Nachbar des betroffenen
Kindes sich durch verschiedene Stellen telefoniert hatte, ohne dass
sich jemand zuständig fühlte.
Die Einrichtung des Hinweistelefons in Berlin: ab 00:21:33
Minuten Mit einer Plakat-Kampagne wurde
öffentlichkeitswirksam auf das eingerichtete Hinweistelefon
aufmerksam gemacht. Eine Telefonnummer, die Menschen anrufen
konnten, die einen Verdacht auf eine Kindesmisshandlung oder
-vernachlässigung hatten. Das entsprechende Telefon stand auf dem
Schreibtisch von Gina Graichen persönlich. Die Resonanz auf
diese eingerichtete Hotline war riesig und der Großteil der Anrufe
führte auch zu polizeilichen Ermittlungen. Und mit jedem dieser
Anrufe wurde die Aufmerksamkeit auf das Kindeswohl verschärft.
Über die internen Probleme bei der Polizei: ab 00:34:50
Minuten Die neu eingerichtete Institution weckte bei
Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bundesländern Neugier. Alle
wollten wissen, wie da in Berlin gearbeitet wird. Aber intern wurde
die Abteilung oft nicht richtig ernst genommen und die große
mediale Aufmerksamkeit führte auch zu Neid innerhalb der Behörde.
Aber mit der Zeit ist die Akzeptanz und die Anerkennung gestiegen.
Die Spirale der Gewalt an Kindern: ab 00:47:30
Minuten Gewalt gegen Kinder wird im Alltag laut Graichen
noch immer oft toleriert. Angefangen vom Anmeckern und
Schlechtreden der Kinder bis hin zu körperlicher Gewalt. Und auch
dort gibt es wieder verschiedene Abstufungen, vom Klaps auf den Po
über die Backpfeife bis hin zu rohen Misshandlungen. Graichen
erklärt, dass eine Form der Gewalt zur nächsten führen kann. Wenn
erst einmal eine Grenze überschritten ist, sei der nächste Schritt
- also beispielsweise von der Backpfeife zum Schlag ins Gesicht -
oft nicht mehr fern. Diese Gewaltspirale muss so früh wie möglich
von allen Seiten der Gesellschaft unterbrochen werden.
Auswirkungen der Corona-Situation auf die Kinder: ab
01:02:55 Minuten Dadurch, dass alle während Corona zu
Hause auf einem Haufen sind, verstärkt das die Gewalt an Kindern.
Auch, dass es für Kinder keine Anlaufstellen gibt, wohin sie mal
gehen können, verschärft die Konflikte in den eigenen vier
Wänden. Zum Wohl der Kinder ist es laut Graichen wichtig,
immer weiter zu kämpfen und sich nicht auf dem Erreichten
auszuruhen. Denn nur so kann auch die Gesellschaft von morgen eine
lebenswerte sein. Mit jedem Blick und jedem Hinsehen kann
mindestens einem Kind geholfen werden. Denn genau darauf sind
kleine Kinder, die daheim misshandelt werden, angewiesen.
Minuten Gina Graichen war 33 Jahre als Polizistin bzw.
Kommissarin im Bereich Kinderschutz tätig und hat das LKA 123
geleitet, ein Landeskriminalamt das sich auf die Verfolgung von
Kindesmisshandlung und -vernachlässigung spezialisiert hat. Die
Gründung dieses Bereichs war weniger der Erkenntnis geschuldet,
dass man etwas gegen die Gewalt an Kindern unternehmen müsse,
sondern eher dem Umstand, dass ein Fachbereich gezielt für Frauen
innerhalb der Polizei geschaffen wurde. Diese waren schließlich
nicht gleichberechtigt und hatten, so erzählt Graichen, keine
Ausbildung an der Waffe, die mit der männlicher Kollegen zu
vergleichen gewesen sei. Gewalt in der Erziehung der Kinder war
damals, als Graichen angefangen hat, völlig normal in der
Gesellschaft. Die Häufigkeit und Selbstverständlichkeit hat
Graichen zu Beginn ihrer Karriere sehr überrascht. Warum es
so wichtig ist, hinzugucken: ab 00:11:15 Minuten In vielen
Fällen in ihrer Karriere hätte die Gewalt an Kindern verhindert
werden können, laut Graichen. Denn es gab ihrer Erfahrung nach ganz
oft Leute im Umfeld des Kindes, die davon etwas wussten, aber sich
einerseits nicht trauten, etwas zu sagen oder andererseits nicht
wussten, wohin sie sich wenden können. Im Jahr 2001 sollte dieser
Zustand beendet werden. Auslöser dafür war ein besonders schlimmer
Fall von Kindesmisshandlung, bei dem der Nachbar des betroffenen
Kindes sich durch verschiedene Stellen telefoniert hatte, ohne dass
sich jemand zuständig fühlte.
Die Einrichtung des Hinweistelefons in Berlin: ab 00:21:33
Minuten Mit einer Plakat-Kampagne wurde
öffentlichkeitswirksam auf das eingerichtete Hinweistelefon
aufmerksam gemacht. Eine Telefonnummer, die Menschen anrufen
konnten, die einen Verdacht auf eine Kindesmisshandlung oder
-vernachlässigung hatten. Das entsprechende Telefon stand auf dem
Schreibtisch von Gina Graichen persönlich. Die Resonanz auf
diese eingerichtete Hotline war riesig und der Großteil der Anrufe
führte auch zu polizeilichen Ermittlungen. Und mit jedem dieser
Anrufe wurde die Aufmerksamkeit auf das Kindeswohl verschärft.
Über die internen Probleme bei der Polizei: ab 00:34:50
Minuten Die neu eingerichtete Institution weckte bei
Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bundesländern Neugier. Alle
wollten wissen, wie da in Berlin gearbeitet wird. Aber intern wurde
die Abteilung oft nicht richtig ernst genommen und die große
mediale Aufmerksamkeit führte auch zu Neid innerhalb der Behörde.
Aber mit der Zeit ist die Akzeptanz und die Anerkennung gestiegen.
Die Spirale der Gewalt an Kindern: ab 00:47:30
Minuten Gewalt gegen Kinder wird im Alltag laut Graichen
noch immer oft toleriert. Angefangen vom Anmeckern und
Schlechtreden der Kinder bis hin zu körperlicher Gewalt. Und auch
dort gibt es wieder verschiedene Abstufungen, vom Klaps auf den Po
über die Backpfeife bis hin zu rohen Misshandlungen. Graichen
erklärt, dass eine Form der Gewalt zur nächsten führen kann. Wenn
erst einmal eine Grenze überschritten ist, sei der nächste Schritt
- also beispielsweise von der Backpfeife zum Schlag ins Gesicht -
oft nicht mehr fern. Diese Gewaltspirale muss so früh wie möglich
von allen Seiten der Gesellschaft unterbrochen werden.
Auswirkungen der Corona-Situation auf die Kinder: ab
01:02:55 Minuten Dadurch, dass alle während Corona zu
Hause auf einem Haufen sind, verstärkt das die Gewalt an Kindern.
Auch, dass es für Kinder keine Anlaufstellen gibt, wohin sie mal
gehen können, verschärft die Konflikte in den eigenen vier
Wänden. Zum Wohl der Kinder ist es laut Graichen wichtig,
immer weiter zu kämpfen und sich nicht auf dem Erreichten
auszuruhen. Denn nur so kann auch die Gesellschaft von morgen eine
lebenswerte sein. Mit jedem Blick und jedem Hinsehen kann
mindestens einem Kind geholfen werden. Denn genau darauf sind
kleine Kinder, die daheim misshandelt werden, angewiesen.
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