Welche Rolle wird der Osten nach der Ära Merkel spielen, Herr Wanderwitz?

Welche Rolle wird der Osten nach der Ära Merkel spielen, Herr Wanderwitz?

Die Union liegt vor der Bundestagswahl in Umfragen zurück. Marco Wanderwitz fordert im Podcast bei Sächische.de seine Partei eindringlich auf, mehr zu kämpfen. Auch gegen die AfD.
55 Minuten
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Beschreibung

vor 4 Jahren
Knapp drei Wochen vor der Bundestagswahl liegt die Union in
Umfragen immer deutlicher hinter der SPD. Mitglieder und
potenzielle Wählerinnen und Wähler von CDU/CSU hadern in der
Kanzlerkandidaten-Frage noch immer mit der Person Armin Laschet.
"Wir sind damit, wo wir im Moment stehen, nicht zufrieden",
kritisiert der Spitzenkandidat der sächsischen CDU, Marco
Wanderwitz, im Podcast "Politik in Sachsen". "Wir müssen jetzt
kämpfen." Allerdings sucht Wanderwitz, der vor der Entscheidung
zwischen Laschet und Söder im Frühjahr aufseiten des bayerischen
Ministerpräsidenten stand, die Ursache für das Abrutschen in der
Wählergunst nicht allein im Kanzlerkandidaten. "Das Programm dringt
überhaupt nicht durch," stellt er fest. Ein Problem, das alle
größeren Parteien im Moment hätten. Die Union müsse deshalb jetzt
einerseits Armin Laschet stärken und anderseits inhaltlich punkten.
"Denn die Programme unterscheiden sich diesmal mehr als bei
früheren Wahlen. Es geht um was." Auch für Marco Wanderwitz geht es
in diesem Bundestagswahlkampf um etwas. Als Unions-Spitzenkandidat
in Sachsen um nichts Geringeres als um die Frage, ob die CDU am 26.
September erneut nur zweitstärkste Kraft wird in Sachsen. Vor vier
Jahren war Sachsen das einzige Bundesland, in dem die AfD knapp vor
der CDU gelegen hatte. In seiner Funktion als Ost-Beauftragter der
Bundesregierung hat Wanderwitz kürzlich in einem Gespräch mit der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die Wähler der AfD gesagt,
diese seien "nach 30 Jahren nicht in der Demokratie angekommen."
Die AfD warf Wanderwitz daraufhin vor, dass er nicht für die
Menschen im Osten spreche, sondern sie lediglich beschimpfe.
Wanderwitz lässt sich davon nicht beeindrucken. Dass die AfD seine
Analyse aufgegriffen habe, zeige doch nur: "Getroffene Hunde
bellen." Dennoch bekräftigt Wanderwitz im Podcast "Politik in
Sachsen" noch einmal, sich explizit an die AfD-Wähler gewendet zu
haben. Diese würden entweder die Partei wählen, weil sie genauso
"rechtsradikal" seien oder aus Protest. "Wegen eigener
Unzufriedenheit, wegen Wunden aus der Vergangenheit oder
Zukunftsängsten", zählt Wanderwitz mögliche Gründe auf und sieht in
diesem vornehmlich im Osten auftretenden Wahlverhalten eine
"demokratiegefährdende Grundsituation". Wanderwitz wirbt dafür:
"Gute Demokratinnen und Demokraten wählen keine rechtsradikale
Partei. Das ist für mich das Tafelsilber einer Demokratie." Weitere
Themen und Fragen in dem 55-minütigen Podcast-Gespräch sind: -
Mögliche Koalitionen nach der Bundestagswahl - Klimapolitik: Worin
sich CDU von Grünen und SPD unterscheidet - Debatte um Rente und
Renteneintrittsalter - Was ist eigentlich die Aufgabe eines
Ostbeauftragten und wozu gibt es die Position? - Welche Rolle wird
der Osten spielen wenn Merkel nicht mehr Kanzlerin ist?

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