Epidemiologische Studie zu zeckenübertragenen Krankheitserregern in Ixodes ricinus aus bayerischen Parkanlagen

Epidemiologische Studie zu zeckenübertragenen Krankheitserregern in Ixodes ricinus aus bayerischen Parkanlagen

Beschreibung

vor 14 Jahren
Als ein vom Menschen stark beeinflusstes und freizeitlich genutztes
Ökosystem sind städtische Grünflächen in Hinblick auf
zeckenübertragene Krankheiten von besonderem wissenschaftlichem
Interesse. Zu diesem Zweck wurden Zecken monatlich über zwei Jahre
in insgesamt neun verschiedenen Parks in fünf bayerischen Städten
mit der Flaggmethode gesammelt und die Zeckendichte(Adulte und
Nymphen/100m²) ermittelt. Neun Standorte wurden 2009 mittels
spezifischer konventioneller und real-time PCRs auf die Anwesenheit
von DNA von Babesia spp., A. phagocytophilum, Rickettsia spp.und
Bartonella spp. untersucht sowie fünf ausgewählte Standorte
zusätzlich auf Babesia spp. und A. phagocytophilum in 2010.
Speziesdifferenzierungen wurden mittels Sequenzanalyse und Abgleich
der amplifizierten PCR-Produkte mit der GenBank vorgenommen. Es
wurden insgesamt 13.403 I. ricinus sowie jeweils eine I. frontalis
und I. hexagonus gefangen. Die Zeckendichte variierte zwischen 15 -
53 Zecken/100m² in 2009 bzw 15 - 35 Zecken/100m² in 2010 abhängig
vom untersuchten Standort. Eine Stichprobe von 6.593 Zecken (5.569
für A. phagocytophilum) wurde untersucht mit folgenden Ergebnissen:
Babesia spp.(2009: 0,4% mit einem Larvenpool (Lp) à 2 Larven; 2010:
0,5-0,7% mit einem Lp à 5 Larven); A. phagocytophilum (2009: 9,5%;
2010: 6,6%); Rickettsia spp. (2009: 6,4-7,7% mit 76 Larven in 16
Lps). Sequenzanalysen ergaben die Anwesenheit von Babesia sp. EU1
(n= 25), B. divergens (n= 1), B. divergens/capreoli (n= 1), B.
gibsoni-like (n= 1), R. helvetica (n= 272), R. monacensis strain
IrR/Munich (n= 12) und R. monacensis (n= 1). Die Anwesenheit von
Bartonella spp konnte nicht nachgewiesen werden. Coinfektionen
wurden in 0,7% aller untersuchten Zecken in 2009 festgestellt. Eine
weiterführende Analyse positiver A. phagocytophilum-Proben
bezüglich des 16S rRNA-Gens ergab sechs verschiedene
Sequenzvarianten, von welchen schon zwei mit Erkrankungsfällen im
Menschen assoziiert wurden. Prävalenzschwankungen zwischen Jahren
und Standorten sowie ein außergewöhnliches Speziesauftreten von
Babesia spp. zeigen, dass das Vorkommen von zeckenübertragenen
Pathogenen von einer Vielzahl biotischen und abiotischen Faktoren
abhängig sein kann und das Habitat „Stadtpark“ dabei eine besondere
Stellung einnimmt.

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