Untersuchungen zum Vorkommen von Pestiviren beim kleinen Wiederkäuer und Border Disease Virus beim Rind in Bayern
Beschreibung
vor 15 Jahren
Über einen Zeitraum von 1,5 Jahren wurden von 1013 Schaf-, 503
Ziegen- und 555 Rindern Blutproben aus 100 bayerischen Betrieben
gezogen und auf das Vorhandensein von Pestivirus-Antikörpern bzw.
BVDV/ BDV untersucht. Zum Antikörpernachweis wurden kommerziell
erhältliche ELISAs verwandt: Ein indirekter ELISA (Svanovir
BDV-Ab-ELISA, Svanova) und ein Blocking-ELISA (Priocheck
BVDV-Ab-ELISA, Prionics) für Seren kleiner Wiederkäuer und ein
weiterer indirekter ELISA (Svanovir BVDV-Ab-ELISA, Svanova) für
Rinderseren. Weiterhin wurden 325 Pestivirus-Isolate aus
bayerischen Rindern mittels Multiplex real time RT-PCR (Cador BVDV
Type 1 / 2 BDV RT-PCR, Qiagen) typisiert. Die Einzeltierprävalenz
betrug bei Schafen 8,2% und bei Ziegen 1,2%. Bezogen auf 91
schafhaltende Betriebe lag die Prävalenz bei 12,0%, in einem von 17
Betrieben wurden Pestivirusantikörper bei Ziegen gefunden. Mit
Kreuzneutralisationstesten wurden die Antikörper typisiert: Bei den
Schafseren waren 24,1% BVDV-1-, 1,2% BVDV-2-, 4,8% BVDV-1- oder 2-
und 48,2% BDV-spezifisch. Die BDV-spezifischen Seren stammten alle
aus einem Betrieb. Die verbleibenden 21,7% konnten wegen nur
geringer Titerunterschiede zu den SNT-Stämmen nicht typisiert
werden. Alle sechs Ziegenseren stammten aus einer Herde, sie wiesen
jeweils den höchsten Titer gegen BVDV-2 auf, in zwei Fällen mit
einem mehr als vierfachen Abstand zu BVDV-1 und BDV. Eine
signifikant höhere Anzahl an seropositiven kleinen Wiederkäuern (p=
0,003) stammte aus Betrieben mit Rinderhaltung. BVDV-Infektionen
von Rindern zu kleinen Wiederkäuern wurden beobachtet, wohingegen
keine Hinweise für die Übertragung von Pestiviren von kleinen
Wiederkäuern zu Rindern oder für die Persistenz von BVDV in kleinen
Wiederkäuern vorhanden waren. Die Genotypisierung der 325
Pestivirus-Isolate aus Rindern lieferte folgendes Ergebnis: 91,4%
erwiesen sich als BVDV-1 und 8,6% als BVDV-2, BDV wurde nicht
gefunden. Anhand von 128 Schafseren mit neutralisierenden
Antikörpern wurden Sensitivitäten von 81% für den indirekten ELISA
und 94% für den Blocking-ELISA bestimmt. Die Spezifitäten lagen
jeweils bei 93% and 100% (N=200 SNT-negative Seren).
Ziegen- und 555 Rindern Blutproben aus 100 bayerischen Betrieben
gezogen und auf das Vorhandensein von Pestivirus-Antikörpern bzw.
BVDV/ BDV untersucht. Zum Antikörpernachweis wurden kommerziell
erhältliche ELISAs verwandt: Ein indirekter ELISA (Svanovir
BDV-Ab-ELISA, Svanova) und ein Blocking-ELISA (Priocheck
BVDV-Ab-ELISA, Prionics) für Seren kleiner Wiederkäuer und ein
weiterer indirekter ELISA (Svanovir BVDV-Ab-ELISA, Svanova) für
Rinderseren. Weiterhin wurden 325 Pestivirus-Isolate aus
bayerischen Rindern mittels Multiplex real time RT-PCR (Cador BVDV
Type 1 / 2 BDV RT-PCR, Qiagen) typisiert. Die Einzeltierprävalenz
betrug bei Schafen 8,2% und bei Ziegen 1,2%. Bezogen auf 91
schafhaltende Betriebe lag die Prävalenz bei 12,0%, in einem von 17
Betrieben wurden Pestivirusantikörper bei Ziegen gefunden. Mit
Kreuzneutralisationstesten wurden die Antikörper typisiert: Bei den
Schafseren waren 24,1% BVDV-1-, 1,2% BVDV-2-, 4,8% BVDV-1- oder 2-
und 48,2% BDV-spezifisch. Die BDV-spezifischen Seren stammten alle
aus einem Betrieb. Die verbleibenden 21,7% konnten wegen nur
geringer Titerunterschiede zu den SNT-Stämmen nicht typisiert
werden. Alle sechs Ziegenseren stammten aus einer Herde, sie wiesen
jeweils den höchsten Titer gegen BVDV-2 auf, in zwei Fällen mit
einem mehr als vierfachen Abstand zu BVDV-1 und BDV. Eine
signifikant höhere Anzahl an seropositiven kleinen Wiederkäuern (p=
0,003) stammte aus Betrieben mit Rinderhaltung. BVDV-Infektionen
von Rindern zu kleinen Wiederkäuern wurden beobachtet, wohingegen
keine Hinweise für die Übertragung von Pestiviren von kleinen
Wiederkäuern zu Rindern oder für die Persistenz von BVDV in kleinen
Wiederkäuern vorhanden waren. Die Genotypisierung der 325
Pestivirus-Isolate aus Rindern lieferte folgendes Ergebnis: 91,4%
erwiesen sich als BVDV-1 und 8,6% als BVDV-2, BDV wurde nicht
gefunden. Anhand von 128 Schafseren mit neutralisierenden
Antikörpern wurden Sensitivitäten von 81% für den indirekten ELISA
und 94% für den Blocking-ELISA bestimmt. Die Spezifitäten lagen
jeweils bei 93% and 100% (N=200 SNT-negative Seren).
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