Die Rolle der alpha/beta T-Lymphozyten bei der Regulation des Knochenturnover

Die Rolle der alpha/beta T-Lymphozyten bei der Regulation des Knochenturnover

Beschreibung

vor 19 Jahren
Das Ziel der hier vorliegenden Arbeit ist es, die Rolle der
alpha/beta-T-Lymphozyten in der Regulation des Knochenturnovers
anhand biochemischer, densitometrischer und histomorphometrischer
Parameter zu untersuchen, um weitere Einblicke in die Verbindung
zwischen Immunzellen und Knochenstoffwechsel zu erlangen. In
Versuch I wurde die Rolle der alpha/beta-T-Lymophozyten in der
Pathogenese der Östrogen- und Androgenmangel-Osteopenie untersucht.
Dazu waren 32 weibliche, 6 Monate alte und 32 männliche, 12 Monate
alte Fischer-344-Ratten vorgesehen. Jeweils die Hälfte der Tiere
wurde entweder mit einer neu etablierten Methode thymektomiert (TX)
bzw. scheinoperiert (Sham-TX). Zwei Wochen nach der Operation
erhielten die thymektomierten Ratten eine dreimalige
intraperitoneale (i.p.) Injektion im Abstand von drei Tagen eines
monoklonalen rattenspezifischen alpha/beta-TCR (T-Zell-Rezeptor)
gerichteten IgG1-Antikörpers (R73) (20 mg/kg Körpergewicht (KGW)).
Die Sham-TX Tiere erhielten 20 mg/kg KGW eines unspezifischen
murinen monoklonalen Antikörpers des gleichen Isotyps (Maus IgG1).
Die alpha/beta-T-Zell-Depletion wurde mit Hilfe einer FACS-Analyse
im peripheren Blut überprüft, wobei nur Tiere mit 0-5% "gegateter"
(für R73 positiv) Zellen als alpha/beta-T-Zell-depletiert angesehen
wurden, alle anderen Tiere wurden von der Analyse ausgeschlossen.
Drei Wochen nach der T-Zell-Depletion wurden die Tiere entweder
gonadektomiert (GX) bzw. scheinoperiert (Sham-GX), wobei alle Tiere
zwei Monate post-GX acht und drei Tage vor der Tötung eine
Fluorochrom-Doppelmarkierung (20mg/kg KGW Calcein; s.c.) erhielten.
In Versuch II wurde die Rolle von alpha/beta-T-Lymphozyten für die
Skelettwirkung von CsA, im Hinblick auf die klinische Anwendung von
Cyclosporin A (CsA) bei Posttransplantations-Patienten untersucht.
Dazu wurden 32 weibliche, 6 Monate alte und 32 männliche, 9 Monate
alte Fischer-344-Ratten vorgesehen. Analog zu Versuch I wurde die
Hälfte der Tiere entweder TX oder Sham-TX. Zwei Wochen nach der
Operation erhielten die TX Ratten eine dreimalige R73 Gabe (20
mg/kg KGW; i.p.) im Abstand von drei Tagen. Die Sham-TX Tiere
erhielten 20 mg/kg KGW eines unspezifischen murinen monoklonalen
Antikörpers des gleichen Isotyps (Maus IgG1). Drei Wochen nach der
T-Zell-Depletion wurden die Tiere für zwei Monate mit CsA (5 mg/kg
KGW; s.c.) oder Vehikel (mittelkettige Triglyceride; s.c.) getötet.
Mit Hilfe des Tiermodells konnte klar erarbeitet werden, dass die
alpha/beta-T-Zell-Depletion per se keinen Effekt auf den
Knochenturnover hat. Die Östrogen- oder Androgenmangel induzierte
Osteopenie der Ratten wurden nicht durch eine Depletion von
alpha/beta-T-Zellen moduliert. Ebenso bleibt die Skelettwirkung von
CsA durch die alpha/beta-T-Zell-Depletion unbeeinflusst. Die, in
der Literatur beschriebene, Geschlechtsspezifität der
Skelettwirkung von CsA ist konsistent mit unserer In-vitro
Untersuchung, konnte jedoch nicht bei unserer In-vivo Untersuchung
gezeigt werden. Das neu etablierte Tiermodell, mit dem eine
dauerhafte T-Zell-Depletion bei normalen adulten Ratten durch eine
Kombination aus TX und T-Zell-Depletion mit Hilfe des R73
Antikörpers erreicht werden kann, ist auch für weitere
osteoimmunologische Fragestellungen interessant.

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