Die Berufung eines jeden achten - Marta nicht gegen Maria ausspielen
Darf jeder dem Meister zu Füßen sitzen oder ist dafür die Zeit zu
schade?
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Beschreibung
vor 6 Jahren
Es ist kein Zufall, dass bei Lukas das Gleichnis von
barmherzigen Samariter (s. letzten Sonntag) direkt und
unmittelbar vor der Episoode um Marta und Maria steht. Im
Gleichnis antwortet Jesus dem Gesetzeslehrer: „Geh und handle
genauso!“ und hier entgegnet Jesus der Anfrage Martas: „Maria hat
den guten Teil gewählt!“. Beide werden so zur Ikone erfüllten
Menschseins, der gütige und barmherzige Mensch, der zum Helfen
bereit ist, und derjenige, der lauscht und seine Zeit an den
Meister, an Jesus, verschwendet, obwohl es soviel zu tun gäbe. Es
ist eindeutig, dass man Marta, die Tätige und Sorgende, nicht
gegen Maria ausspielen kann. Das machen die Kontexte deutlich, in
denen nochmals von Marta die Rede ist. Auch die Begegnung mit
Jesus in ihrem Haus steht unter dem positiven Vorzeichen, dass
sie ihn „gastlich“ aufnimmt und dadurch die Bedingung schafft,
die es Maria ermöglicht, sich überhaupt zu ihm zu setzen. Es kann
auch heute nur darum gehen, der Berufung jedes einzelnen den Raum
zuzuerkennen, den sie braucht, um sich zu entfalten.
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