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Geschichte(n) hören Archiv

547 Episoden
2 Stunden
Der Mauerbau zementierte die deutsche und europäische Teilung wie auch die Teilung der Welt in zwei ideologische Sphären. Ost- und Westeuropa sowie die USA und die UdSSR standen sich für Jahrzehnte in einem unerbittlichen Kalten Krieg gegenüber. Die Mauer wurde weltweit zum Unrechtssymbol. Wie erlebten Journalisten den 13. August 1961? Welche Rolle hatten "die" Medien und wie reagierten sie auf das Ereignis? In welchem Verhältnis steht diese Reaktion zur objektiven Berichterstattung? Welche Verantwortung haben Medien und wie nehmen sie diese wahr?

Die zweiteilige Veranstaltungsreihe fokussierte die Wahrnehmung der Jahrhundertereignisse "Mauerbau" und "Mauerfall" in den deutschen und internationalen Medien. Dabei ging es nicht nur um die mediale Darstellung des Ereignisses, sondern auch die persönliche Einschätzung durch Medienvertreter, Historiker und Medienwissenschaftler.
59 Minuten
Am 15. Juni 2017 wurde Dr. h. c. Karl Wilhelm Fricke mit dem ersten Aufarbeitungspreis der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Wie kein Zweiter hat sich der Journalist und Publizist der Opposition und dem Widerstand gegen die kommunistische Diktatur in SBZ und DDR gewidmet.

Den von Dr. Burkhart Veigel gespendeten Preis nahm die Tochter, Dr. Julia Fricke, entgegen. Der Preisträger selbst konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Preisverleihung teilnehmen. Rainer Eppelmann, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Aufarbeitung, hielt die Laudatio. Prof. Dr. Horst Köhler, Bundespräsident a. D. übergab den Preis, der fortan Karl-Wilhelm-Fricke-Preis heißen wird.
1 Stunde 49 Minuten
Worin bestand die globale Anziehungskraft des Kommunismus im 20. Jahrhundert? Das Versprechen, die Ausbeutung im eigenen Land zu beenden war immer auch gebunden an die Idee, zukünftig eine andere, humanere internationale Ordnung zu schaffen: "Die Internationale erkämpft das Menschenrecht." Das Ende des Kolonialismus in den drei Dekaden nach 1945 veränderte die Welt grundstürzend und mit ihr das Völkerrecht. Es waren vor allem die neuen unabhängigen Staaten Afrikas und Asiens (oft mit Unterstützung der Sowjetunion im Kalten Krieg), die in den internationalen Organisationen auf eine postimperiale Weltordnung drängten, aufgebaut auf den Leitbegriffen der Menschenrechte und des Selbstbestimmungsrechts der Völker. Erst seit den späten siebziger Jahren, vor allem aber nach 1989/90 werden die Menschenrechte vom Westen neu entdeckt und begrifflich gewendet angesichts des Scheiterns der postkolonialen und sozialistischen Staaten und des Absturzes in Bürgerkriege und Genozide. Die Menschenrechte wurden so, wie Hans Magnus Enzensberger 1994 beobachtete, "zum letzten Refugium des Eurozentrismus".
1 Stunde 56 Minuten
Der "PISA-Schock" stieß in Deutschland eine intensive Diskussion über die Qualität des Bildungssystems an und führte zu mehreren tiefgreifenden Schulreformen. In der bis heute anhaltenden Debatte wird auch immer wieder die DDR-Einheitsschule mit ihrem Leistungsprinzip, dem einheitlichen und gemeinsamen Lernen über viele Jahre hinweg und ihrem Fokus auf die Naturwissenschaften als Modell herangezogen. Die negativen Seiten des SED-Erziehungssystems bleiben oft unterbelichtet: ideologische Indoktrination und politische Reglementierung, starre Lehrpläne und formalisierte Unterrichtsmethoden, fehlende Individualität für Lehrende und Lernende. Besonders einige ostdeutsche Bundesländer scheinen heute mit Anleihen und fortgesetzten Traditionen aus dem sozialistischen Unterricht Erfolge zu feiern. Sachsen und Thüringen belegen bei nationalen Vergleichsstudien regelmäßig Spitzenplätze.

Die dritte Veranstaltung der Reihe "Deutschland 2.0" im Jahr 2017 nahm die Rolle der DDR-Schule in der gesamtdeutschen Bildungsdebatte in den Blick und fragte danach, welche Aspekte der DDR im föderal organisierten Bildungssystem heute nachwirken. Es wurde zudem diskutiert, ob es pädagogische Ansätze des untergegangenen Staates gibt, von denen Deutschland mit seinen aktuellen Herausforderungen auf dem Weg zur erfolgreichen Bildungsnation profitieren könnte.
1 Stunde 35 Minuten
Im Manifest der kommunistischen Partei formulierte Marx eine grundlegende Kritik der sozialen Reform: "Ein Teil der Bourgeoisie wünscht den sozialen Mißständen abzuhelfen, um den Bestand der bürgerlichen Gesellschaft zu sichern." Die kommunistischen Parteien und Regime griffen diese Kritik auf und taten bis in die 1960er Jahre "Sozialpolitik" als eine "Krücke des Kapitalismus" ab. Zugleich aber begünstigte die Angst vor einer revolutionären Ansteckung in Europa seit 1919 die Entstehung einer internationalen sozialpolitischen Agenda. Während des Kalten Kriegs sorgte die Systemkonkurrenz auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs für ein weiteres Anwachsen der Ausgaben für Sozialpolitik. Lässt sich im Umkehrschluss folgern, dass Niedergang und Sturz des kommunistischen Modells das Ende des westlichen Wohlfahrtsstaats verursacht haben?
1 Stunde 58 Minuten
Vom geteilten Land im Kalten Krieg zur "Macht in der Mitte" - Deutschlands Rolle in Europa hat sich seit der Wiedervereinigung 1990 grundlegend geändert. Aktuelle politische Herausforderungen wie die andauernde Finanzkrise, der "Brexit" oder militärische Konflikte an den Grenzen der Europäischen Union (EU) führen dazu, dass sich die Bundesrepublik steigenden Erwartungen ihrer Partner gegenübersieht. Für das außenpolitische Handeln und das Selbstverständnis des vereinigten Deutschlands spielen nicht nur die Geschichte des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges eine entscheidende Rolle, sondern auch die Erfahrungen Ostdeutschlands aus vier Jahrzehnten kommunistischer Diktatur, die es mit den Staaten Ostmitteleuropas teilt. In der gesellschaftlichen Debatte über die Zukunft der EU sowie über die Beziehungen zu Russland und anderen autoritären Staaten treten dabei auch immer wieder unterschiedliche Sichtweisen der Menschen in Ost und West zu Tage.

Die erste Veranstaltung der Reihe »Deutschland 2.0« im Jahr 2017 versuchte zu ergründen, inwieweit sich die Situation Deutschlands in Europa durch die Erweiterung der "alten Bundesrepublik" durch Ostdeutschland verändert hat. Zudem wurde gefragt, welche besonderen Probleme, aber auch welche Chancen sich für die deutsche Europapolitik aus der kommunistischen Vergangenheit Ostdeutschlands ergeben.
1 Stunde 51 Minuten
Der Zusammenbruch der Sowjetunion lässt sich auf einen doppelläufigen Prozess zurückführen: einerseits die Explosion der Volksrepubliken innerhalb der Föderation, andererseits die Implosion der Kommunistischen Partei als dem politischen Herzen des Zentralstaats. Hatten die Sowjetrepubliken einen Grad der Emanzipation erreicht, dass sie die dominierende Vision der UdSSR als "Gefängnis der Völker" de facto widerlegen konnten? Wie ist die historische Entwicklung der Sowjetischen Föderation 25 Jahre nach ihrem Verschwinden und nach zwei Jahrzehnten, in denen sich Russland als größter Nachfolgestaat der UdSSR durch vermehrte Einmischung in die nationalen Konflikte an seinen Grenzen hervorgetan hat, zu lesen?
1 Stunde 11 Minuten
Mit dem "Neuen Ökonomischen System (NÖS)" wollte die DDR in den 1960er Jahren neue Wege gehen und die Zukunft im Wettstreit mit der Bundesrepublik Deutschland für sich gewinnen. Mit Rationalisierung und Automatisierung sollte die Planwirtschaft revolutioniert und die Mangelwirtschaft mit Personalmangel und Materialknappheit beseitigt werden. Neue Denkmethoden und neue Technologien sollten dazu beitragen, dass der Mensch künftig im Produktionsprozess entbehrlich wird. Letztlich sollte damit der Westen wirtschaftlich überholt und der Weg zur kommunistischen Weltherrschaft geebnet werden.

Im Fokus des Films steht die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der DDR in jener Zeit, die Zukunftsvisionen von einer automatisierten, rationalisierten und damit besseren Welt versprach. Doch die von Walter Ulbricht forcierte Öffnung der zentralistisch geleiteten Volkswirtschaft scheiterte. Alle Maßnahmen des NÖS, wie etwa Prämien für die Werktätigen oder größere betriebliche Freiheiten für die Kombinate, konnten die DDR-Ökonomie nicht retten. Mit der Machtübernahme durch Erich Honecker wurde das innerparteilich stets umstrittene Projekt eingestellt und die Reformen rückgängig gemacht.
55 Minuten
Filmgespräch mit Freya Klier (Autorin und Regisseurin) sowie Nadja Klier (Fotografin und Produzentin); Moderation: Knut Elstermann, Journalist, Radioeins

Als nach 1989 das Leben in der DDR beurteilt wurde, gehörte die Situation der Frauen zu den positiv bewerteten Seiten des Lebens in der Diktatur, im Unterschied zu vielen anderen Bereichen. Die Gleichberechtigung der Frau wurde oftmals als Musterbeispiel gelungener Frauenpolitik dargestellt. Aber wie lebten Frauen in der DDR tatsächlich? Waren sie wirklich gleichberechtigt - oder stand dies lediglich auf dem Papier? Berufstätigkeit, Kind, Familie, erfüllte Partnerschaft, Selbstverwirklichung. Auch in der DDR waren dies Aufgaben und Ansprüche, mit denen Frauen wie überall auf der Welt täglich jonglieren mussten. Die Filmemacherinnen Freya Klier und Nadja Klier haben Frauen aus verschiedenen DDR-Generationen und aus Stadt und Land um ihre Erinnerungen gebeten. Sie haben Originalmaterial des DDR-Fernsehens herangezogen und Experten wie etwa Prof.Dr. Hildegard Maria Nickel von der Humboldt-Universität Berlin um Einschätzungen gebeten. Entstanden ist eine differenzierte Dokumentation, die persönliche Einblicke in ein Frauenleben in der DDR gibt.
1 Stunde 40 Minuten
Podiumsdiskussion: Wie über politische Gewalt im Zeitalter der Extreme sprechen? Es sprechen: Benjamin Ziemann, Sheffield; Zsuzsa Breier, Berlin; Juri Durkot, Lemberg; Jörg Baberowski, Berlin

Moderation: Harald Asel, Berlin

Konferenz: Blinde Flecken in der Geschichtsbetrachtung? Kommunismus im 20. Jahrhunder
45 Minuten
Begrüßung durch Ulrich Mählert & Vortrag von Jörg Baberowski: Politik und Massenmord im Zeitalter der Extreme - eine vergleichende Bilanz

Konferenz: Blinde Flecken in der Geschichtsbetrachtung? Kommunismus im 20. Jahrhunder
1 Stunde 9 Minuten
Hören Sie die Podiumsdiskussion zum Thema »Der Kommunismus in der europäischen Erinnerungskultur« mit Markus Meckel aus Berlin, Etienne François aus Berlin, Adam Krzemiński aus Warschau sowie Neela Winkelmann-Heyrovská aus Prag. Es moderierte Sabine Adler.

Konferenz: Blinde Flecken in der Geschichtsbetrachtung? Kommunismus im 20. Jahrhunder
53 Minuten
Charles S. Maier. Cambridge, Mass.: Konjunkturen der Kommunismusdebatte und Kommunismuskritik" (englisch)

Konferenz: Blinde Flecken in der Geschichtsbetrachtung? Kommunismus im 20. Jahrhunder
1 Stunde 31 Minuten
Hören Sie die Podiumsdiskussion zum Thema "Kommunismuserinnerung - (k)ein Thema für die politische Bildung?". Es sprachen Sabine Bamberger-Stemmann aus Hamburg, Melanie Piepenschneider, Thomas Krüger aus Bonn, Anja Kruke aus Bonn sowie Florian Weis aus Berlin. Es moderierte Michael Parak.

Konferenz: Blinde Flecken in der Geschichtsbetrachtung? Kommunismus im 20. Jahrhunder
1 Stunde 8 Minuten
Anna Kaminsky: Der Kommunismus als Stiefkind der Erinnerungskultur

Konferenz: Blinde Flecken in der Geschichtsbetrachtung? Kommunismus im 20. Jahrhunder