Geschichte(n) hören Archiv
547 Episoden
1 Stunde 27 Minuten
Die fünfte Veranstaltung der Reihe »REVOLUTION! 1989 Aufbruch ins Offene« widmet sich insbesondere den persönlichen Erfahrungen der Protagonisten von 1989/90 in der DDR und Ostmitteleuropa. Der Epochenumbruch von 1989/90 hat Europa entscheidend verändert und wirkt bis heute nach. Die Revolutionen in der DDR und Ostmitteleuropa wurden damals durch ein breites Spektrum an Akteurinnen und Akteuren geprägt. So engagierten sich Bürgerrechtler für Freiheit und Selbstbestimmung und ermutigten damit auch viele andere Menschen, auf die Straße zu gehen. Dies ermöglichte den Aufbau demokratischer Strukturen und die Überwindung der europäischen Teilung. Doch wer waren diese Menschen? Welche Hoffnungen und Wünsche verbanden sie mit ihren Aktionen? Welche haben sich erfüllt und welche nicht? - Begrüßung: Dr. Andreas H. Apelt | Bevollmächtigter des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft e. V. - Impulsvortrag: Prof. Dr. Ute Frevert Podium: - Prof. Dr. Ute Frevert | Direktorin des Forschungsbereichs »Geschichte der Gefühle« am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin - Dr. h. c. Lothar de Maizière | Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft e. V. und Ministerpräsident a. D., Berlin - Petra Pau, MdB | Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Berlin - Ulrike Poppe | Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur a. D., Berlin - Jan ícha | Gründungsdirektor des Tschechischen Zentrums in München - Moderation: Catarina Zanner | Antenne Brandenburg vom rbb, Berlin
1 Stunde 27 Minuten
Open Memory Box ist ein Archiv des DDR-Alltags, der dort auf 415 Stunden 8mm-Schmalfilm festgehalten ist. Die Aufnahmen waren von 148 DDR-Hobbyfilmern zwischen 1947 und 1990 gedreht worden. Ab 23. September steht dieser Quellenschatz der Wissenschaft, politischen Bildung, den Medien aber auch Künstlerinnen und Künstlern sowie zeithistorisch interessierten Bürgerrinnen und Bürgern in digitalisierter Form unter www.open-memory-box.de zur Verfügung. Der Filmbestand ist seit 2013 vom schwedischen Filmemacher Alberto Herskovits und dem kanadischen Politologen Prof. Dr. Laurence McFalls zusammengetragen, digitalisiert und aufwändig verschlagwortet worden. Aus Anlass der Webseitenpremiere diskutiert am 24. September ein prominent besetztes Podium den Erkenntniswert dieser Quellensammlung, die den Alltag in der SED-Diktatur 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution auf einzigartige Weise dokumentiert. Grußwort: Dr. Dorothea Rüland | Generalsekretärin Deutscher Akademischer Austauschdienst e. V. (DAAD) Podium: Prof. Dr. Frank Bösch, Direktor, Zentrum für Zeithistorische Forschung Marion Brasch, Journalistin und Schriftstellerin Alberto Herskovits, Ko-Projektleiter (Altofilm, Stockholm/Berlin) Barbara Langerwisch, Zeitzeugin und Filmeinreicherin Prof. Dr. Laurence McFalls, Co-Projektleiter, Université de Montréal Sabine Rennefanz, Journalistin und Autorin Moderation: Siv Stippekohl, Journalistin und Autorin
1 Stunde 22 Minuten
Zum Internationalen Tag der Demokratie veranstaltete die Bundesstiftung Aufarbeitung einen Abend der Demokratie. Der Abend begann mit einem Vortrag von Prof. Dr. Bernd Lindner, der über seine neueste Publikation »Wir bleibendas Volk! Losungen und Begriffe der Friedlichen Revolution 1989« sprechen wird. Im Anschluss fand ein moderiertes Podiumsgespräch, mit Prof. Dr. Bernd Lindner (Kulturhistoriker, Leipzig), Frank Ebert (Robert-Havemann-Gesellschaft, Zeitzeuge der Friedlichen Revolution), Gesine Oltmanns (Stiftung Friedliche Revolution, Zeitzeugin der Friedlichen Revolution).
1 Stunde 14 Minuten
Die Dokumentation Die Stasi im Kinderzimmer erzählt, wie die Staatssicherheit nach einem Erlass von MfS-Chef Erich Mielke seit 1966 Kinder und Jugendliche - Minderjährige - als inoffizielle Mitarbeiter anwirbt. Der Film von Kathrin Matern widmet sich auf beeindruckende Weise vier verschiedenen Schicksalen, vier unterschiedlichen Biographien von Menschen, die in jungen Jahren in Kontakt mit der Stasi kamen. Und erzählt, wie sie mit den daraus resultierenden Auswirkungen umgehen, bis heute. Birgit Müller, Leiterin der Redaktion NDR-Fernsehen im Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern, spricht im Podcast mit Anna Frieda Schreiber und Christian Ahnsehl, zwei der vier Protagonisten, und Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, der als Historiker das Filmvorhaben begleitete. Der Film von Kathrin Matern wurde von Populärfilm Media GmbH für den NDR produziert mit Förderung durch die Bundesstiftung Aufarbeitung.
1 Stunde 45 Minuten
»Keine Gewalt!« das war der kraftvolle Ruf der Revolution, als aus den Friedensgebeten Montagsdemonstrationen wurden und mutige Menschen in der DDR den Schritt auf die Straßen wagten. »Keine Gewalt!« war die Forderung an die Staatsmacht und der Anspruch der Demonstrantinnen und Demonstranten an sich selbst. Es gleicht fast einem Wunder: Die Revolutionen von 1989/90 in der DDR und Ostmitteleuropa verliefen tatsächlich weitgehend friedlich. Die vierte Veranstaltung der Reihe »REVOLUTION! 1989 Aufbruch ins Offene« geht den Faktoren für diese Entwicklung nach: Warum schreckten die militärisch hochgerüsteten kommunistischen Diktaturen im Moment ihrer augenfälligen Existenzkrise fast alle vor dem Einsatz von (militärischer) Gewalt zurück? Wieso blieben die Revolutionärinnen und Revolutionäre von 1989/90 gewaltfrei? Wie friedlich war die Friedliche Revolution in der DDR wirklich und welche Rolle spielte Gewalt beim Ende der kommunistischen Regime in Ostmitteleuropa? Begrüßung: Dr. Jens Schöne | Stv. Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Impulsvortrag: Prof. Dr. Martin Sabrow Podium: Libue Černá | Leiterin von globale° Festival für grenzüberschreitende Literatur, Vorsitzende des Bremer Rates für Integration und Dozentin an der Hochschule Bremen Dr. Tytus Jaskułowski | Politologe und Koordinator der Quellenedition »Polnische Staatsdokumente« in der Außenstelle des Instituts des Nationalen Gedenkens in Stettin Dr. Maria Nooke | Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Potsdam Prof. Dr. Martin Sabrow | Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam Moderation: Gemma Pörzgen | Journalistin, Berlin
1 Stunde 32 Minuten
Vor 30 Jahren begann der »Eiserne Vorhang« zu bröckeln: Im Mai 1989 ging Ungarn daran, die Sicherungsanlagen an der österreichischen Grenze abzubauen. Immer mehr DDR-Bürger flüchteten in den folgenden Monaten auf diesem Weg in den Westen. Am 11. September öffnete Budapest die Grenze zu Österreich offiziell, Zehntausende Ostdeutsche nutzten die Gelegenheit zur Ausreise. Unter den Flüchtlingen des Jahres 1989 waren auch die ehemalige DDR-Spitzensportlerin Ines Geipel und Katrin Linke, der ein Medizinstudium verwehrt wurde. Sie berichten von ihren Erlebnissen und diskutieren mit der polnischen Kulturwissenschaftlerin Katarzyna Stokłosa über die Bedeutung europäischer Grenzen früher und heute. Podium: Prof. Ines Geipel | Zeitzeugin und Autorin, Berlin Katrin Linke | Zeitzeugin und Autorin, Erfurt Prof. Dr. Katarzyna Stokłosa | Kulturwissenschaftlerin, Sønderborg Moderation: Ulrike Timm | Journalistin, Deutschlandfunk Kultur
1 Stunde 39 Minuten
Das Zeitzeugenportal www.zeitzeugenbuero.de der Bundesstiftung Aufarbeitung besteht seit 10 Jahren und versammelt aktuell über 360 Biografien zu den Jahrzehnten der SED-Diktatur, der deutschen Teilung sowie zum Wiedervereinigungsprozess. Für viele Menschen, die sich mit DDR-Geschichte auseinandersetzen sei es in der Schule, in außerschulischen Bildungseinrichtungen oder in den Medien ist das Portal zu einem festen Anlaufpunkt geworden. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums ihres Zeitzeugenportals veranstaltete die Bundesstiftung Aufarbeitung ein moderiertes Podiumsgespräch mit musikalischer Umrahmung und anschließendem Empfang. DDR-Zeitzeugen spielen in der Bildungsarbeit eine immer wichtigere Rolle, um gerade junge Menschen über diesen biografischen Zugang für Zeitgeschichte zu begeistern und aktuelle Problemlagen verständlicher zu machen. So gehen Experten und Akteure der Zeitzeugenarbeit der Frage nach, welche Herausforderungen und Chancen die Geschichtsvermittlung mit Zeitzeugen gegenwärtig bietet. Begrüßung: Dr. Anna Kaminsky, Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Podium: Jun.-Prof. Dr. Christiane Bertram, Universität Konstanz Thomas Grüßing, Lehrer an der Carl-Bosch-Schule/Integrierte Sekundarschule in Berlin Peter Keup, Zeitzeuge mit wissenschaftlichem Hintergrund Jochen Schmidt, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern Moderation: Dr. Jacqueline Boysen, Journalistin und Autorin Musik: Stephan Krawczyk
1 Stunde 50 Minuten
Öffentlicher Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung Weimars Wirkung. Das Nachleben der Ersten deutschen Republik von Gerd Koenen. Die Spaltung des internationalen Sozialismus durch die Machteroberung der Bolschewiki und die Gründung der Kommunistischen Internationale war Teil einer neuen Spaltung der Welt. Die Sozialdemokratie als eigentliche Säule der Weimarer Republik musste nicht nur Putsch- und Aufstandsversuche von links und rechts abwehren. Sondern gegenüber den vielfachen diplomatischen und konspirativen Bemühungen (etwa der Reichswehrführung) um eine revisionistische Sonderbeziehung mit Sowjetrussland vertrat sie die unpopuläre Politik einer Westintegration. Der bürgerkriegsartige Konflikt zwischen den Sozialdemokraten, die das Gros der Arbeiterschaft vertraten, und der Straßenkampfpartei der Kommunisten nährte sich zum Teil aus eigenen ideologischen Differenzen, aber war immer auch Teil eines weltpolitischen Machtspiels der Moskauer Führung gegen die Versailler Weltordnung. Das erst hat Hitler den Weg zur Macht und 1939 den Weg in den Weltkrieg eröffnet. Aber die Spaltung zwischen Sozialdemokratie und Kommunismus hat auch die Nachkriegsordnung bis 1989 mitbestimmt und alle ursprünglich an den Begriff des Sozialismus gehefteten emanzipativen Vorstellungen verschluckt.
1 Stunde 38 Minuten
Die Oppositionsbewegungen in den Ländern Ostmitteleuropas drückten 1989/90 ihr Streben nach Freiheit auch durch nationale Unabhängigkeitsbewegungen aus. Die Frage der Nation und die Wiederentdeckung des Nationalstaates waren nach vierzigjähriger sowjetischer Hegemonie ein zentrales Element beim Sturz der kommunistischen Regime. Diese Bestrebungen gipfelten 2004 in der EU-Osterweiterung. Die DDR hatte zuvor schon einen ganz besonderen Weg genommen. Die dritte Veranstaltung der Reihe »REVOLUTION! 1989 Aufbruch ins Offene« geht der Bedeutung der Nation für 1989/90, aber auch der diesbezüglichen Entwicklung in den letzten 30 Jahren nach. Während viele ostmitteleuropäische Staaten zunächst die »Rückkehr nach Europa« feierten, überwiegt in diesen Ländern heute oft eine Skepsis gegenüber der Europäischen Union und eine populistische Rückbesinnung auf den Nationalstaat.
1 Stunde 28 Minuten
Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung Weimars Wirkung. Das Nachleben der Ersten deutschen Republik von Prof. Dr. Frank Bösch, Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam. Die Weimarer Republik steht sowohl für die Spaltung der Deutschen als auch für deren Sehnsucht nach Einheit. So gingen die polarisierten politischen Kämpfe der Zeit mit Appellen an die Volksgemeinschaft und die Einheit der Arbeiterbewegung einher. Der Vortrag fragt, wie die Deutung der politischen Zersplitterung der Weimarer Republik die politische Kultur der Bundesrepublik prägte. Er zeigt, wie sie etwa die Ausbildung von großen Volksparteien, Gewerkschaften und Verbänden förderte. Die Formel der Volksgemeinschaft war zwar diskreditiert, wurde aber durch die Rhetorik der Opfergemeinschaft und eine Betonung der Mitte und Mittelstandsgesellschaft ersetzt. Gerade die deutsche Teilung förderte in der Bundesrepublik eine antikommunistische Beschwörung einer Einheit, die Weimarer Zustände verhindern sollte; in der DDR galt das Einheitspostulat im Sinne einer Geschlossenheit nach Vorgaben der SED ohnehin. Der Vortrag spannt dabei einen Bogen bis zur Neuen Rechten, die mit der Proklamation eines Volkswillens an diese Sehnsucht nach Einheit anknüpft. Ebenso wird gefragt, ob die Entfernung vom Schreckbild Weimar mit für den heutigen Wandel der politischen Kultur verantwortlich ist.
1 Stunde 33 Minuten
Filme inszenieren Geschichte, sie bringen uns vergangene Zeiten nahe und deuten sie zugleich. Damit prägen sie unser historisches Gedächtnis. Zahlreiche Kinohits und Fernsehserien wie »Good bye, Lenin!«, »Das Leben der Anderen«, »Bornholmer Straße«, »Gundermann« oder »Weissensee« haben von den letzten Tagen der DDR erzählt und ein Millionenpublikum erreicht. Die zweite Veranstaltung der Reihe »REVOLUTION! 1989 Aufbruch ins Offene« fragt danach, welche historischen Lesarten über das Ende der DDR in diesen und anderen Filmen vermittelt werden. Wie sehr wird unsere kollektive Erinnerung durch diese künstlerischen und kommerziellen Erfolge beeinflusst? Wie kamen zugleich die Medien in Ostmitteleuropa dem Bedürfnis der Menschen nach, sich angesichts des Epochenumbruchs von 1989/90 und seinen Folgen ihrer eigenen Geschichte und Identität zu versichern?
1 Stunde 59 Minuten
Vor 30 Jahren stürzten die Menschen in der DDR und in den Staaten Ostmitteleuropas die kommunistischen Diktaturen. Die Revolutionen von 1989/90 waren epochal, sie veränderten die Welt. Auf das sowjetische Imperium folgten Freiheit und Demokratie. Der Kalte Krieg war Geschichte. Die erste Veranstaltung der Reihe »REVOLUTION! 1989 Aufbruch ins Offene« nimmt »1989« aus transnationaler, europäisch vergleichender Perspektive in den Blick. Sie spürt Ursachen, Verlauf und Folgen der verschiedenen Auf- und Umbrüche nach. Dabei werden die Gemeinsamkeiten, aber auch die spezifischen nationalen Besonderheiten der jeweiligen Länder beleuchtet. Schließlich soll diskutiert werden, ob sich die unterschiedlichen historischen Entwicklungslinien heute zu einem gemeinsamen Narrativ zusammenführen lassen.
1 Stunde 57 Minuten
In den vergangenen Monaten ist heftig über Strukturen und Methoden der Aufarbeitung der SED-Diktatur diskutiert worden. Einige plädieren dabei für einen Paradigmenwechsel durch eine stärkere wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte. Andere warnen entschieden vor einer Verharmlosung der Diktatur in SBZ und DDR. Unabhängig von den konkreten Anlässen für diese Debatte scheint uns 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution die Zeit reif dafür zu sein, die Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur in Deutschland kritisch zu bilanzieren. Was wurde erreicht? Wo befindet sich die Aufarbeitung im Spannungsfeld von Wissenschaft und politischen Bildung? Welche Rolle spielen die Opfer der Diktatur in diesem Prozess? Ist der antitotalitäre Konsens eine brauchbare Leitschnur und wie kann Aufarbeitung vorbeugend gegen Extremismus wirken?
2 Stunden 10 Minuten
Verfallene Altbaubestände gehörten zum Städtebild des späten Sozialismus. Als immer mehr historische Quartiere in den 1980er-Jahren Neubauten weichen sollten, regte sich jedoch vielerorts Widerstand. Bürgerinnen und Bürger organisierten sich auch jenseits der heute als DDR-Opposition bekannten Gruppierungen, um gegen die Abrisspläne vorzugehen. Sie versuchten, Öffentlichkeit herzustellen, die Bevölkerung zu mobilisieren und selbst Vorschläge für die Quartiersgestaltung zu machen. Mit den Gästen soll diskutiert werden, warum und in welcher Form sich Menschen damals einbrachten, welche Aushandlungsprozesse mit dem Regime nötig und möglich waren und wie sich ihr Engagement über die Jahre hinweg veränderte. Können diese Entwicklungen als frühe Demokratisierungstendenzen oder zivilgesellschaftliches Engagement beschrieben werden? Was bedeutet das für die Ereignisse von 1989 und die Entwicklungen danach? Welche Kontinuitäten, aber auch Brüche ergeben sich in einer langfristigen Perspektive?
1 Stunde 55 Minuten
Anlässlich des Erscheinens der von Meinhardt Stark herausgegebenen Quellenedition "Diese Zeilen sind mein ganzes Leben... Briefe aus dem Gulag" haben der Berliner Metropol-Verlag und die Bundesstiftung Aufarbeitung am 3. April 2019 um 18.00 Uhr zu einer Lesung mit anschließendem Zeitzeugengespräch eingeladen. Annähernd 900 Briefe aus dem Gulag, geschrieben von 96 Gefangenen, hat Meinhard Stark über die Jahre gesammelt oder in Archiven in Russland, Polen, Litauen und Deutschland ausfindig gemacht. Der Briefwechsel zwischen Häftlingen und ihren Angehörigen ist durch lange Abstände zwischen geschriebenen und empfangenen Briefen geprägt, von aufreibendem Warten und emotionalen Wechselstimmungen, aber auch von strengen Haftinstruktionen und einer unerbittlichen Zensur. Stellvertretend für ihre Mitgefangenen kommen in der Edition, neben Jewgenia Ginsburg und Nikolai Scharfenberg, 16 Frauen und Männer verschiedener Nationalität mit ihren Botschaften aus dem Gulag zu Wort. Die Briefe sind ein ebenso authentisches wie berührendes Zeugnis damaliger Wahrnehmungen und Empfindungen der unschuldig Inhaftierten.