Seelenfutter Archiv
312 Episoden
37 Minuten
Sehnsuchtstexte, die unterschiedlicher kaum sein können,präsentieren Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard in der aktuellen Folge des Lyrik-Podcast Seelenfutter. „Am Turme“ von Annette von Droste-Hülshoff ist ein Klassiker, natürlich. Wunderbar, wie die Dichterin die sehnsuchtsvoll Beobachtende ins Wort bringt, der das bewegte Leben versagt bleibt: „Wär ich ein Mann doch mindestens nur…“. Dazu klingt das feine Haiku-Gedicht von Sugita Hasajo: „Das Blütenschau-Kleid“ zeigt einen intimen Moment, der nur der Frau gehört, die das Kleid getragen hat. Dazu gibt es Bibelworte von Paulus und aus den Psalmen.
33 Minuten
Das Wunder des Lebens ist vollbracht. Ostern. Die Geschichte der Liebe, die ins Leben zurückkehrt. Mit dem, der zurückkommt. Der Verräter verschluckt sich dran, beinahe. Wie gut, dass auch ihm die Liebe gilt. Das Gedicht „Ostern“ von Kristin Jahn erzählt die biblischen Erzählungenweiter, verfremdet, deutlich verändert, aber darin um so tiefer und schöner. Ein heilsames Risiko. Dazu stellen Seelenfutter-Gastgeber Susanne Garsoffky undFriedemann Magaard „Mein Osterlied“ von Annemarie Schnitt, in dem sich der österliche Lobgesang aus Trauer und Klage heraufschraubt. Eine Macht, die Ketten zu sprengen vermag. Hoffnungsworte. Dazu Bibelverse aus dem Epheserbrief und der Apostelgeschichte. Seelenspeise.
39 Minuten
Zwei sehr besondere Frühlingsgedichte. In die schäumende, quellende, zischende Naturskizze zeichnet sich Erich Mühsam in seinem Gedicht „Frühling“ selbst hinein: „Schlagt an die Dünen meiner Brust!“ Enthusiastisch, drängend, denn es die große Verwandlung wird sehnsüchtig erwartet: „Macht Leid zu Lust und meine Liebe zu Gesängen!“ Einrauschendes Fest. Deutlich zurückgenommener klingt Carola Moosbachs „Dunkler Frühling“, das Gedicht stellen die Gastgeber des Lyrik-Podcast Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard neben das Mühsam-Gedicht. Noch reichlich Schweres darin, das sich zunächst verstoffwechseln muss, ehe vielleicht etwas Neues wächst. Immerhin: „Aus manchem Schrei ist schon Antwort geworden.“ Mehr abernoch nicht. Aber: Immerhin! Berührend, diese ehrlichen Gedichte! Dazu gibt es zwei Verse aus den Psalmen.
36 Minuten
„Beständig ist das leicht Verletzliche“ – mit diesem Gedanken ist eigentlich schon genug gesagt, und mehr braucht es als „Seelenfutter“ diese Woche nicht, oder? Der weithin fast vergessene Oskar Loerke formt diesen tiefen, würdigen, aufregenden und verstörenden Gedanken in seinem Gedicht „Die Laubwolke“, in dem es nur vordergründig um Frühling, Herbst und Winter geht, in Wahrheit aber über Werden und Vergehen, über Gefahr und Bewahrung. Dazu stellen Lyrik-Podcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard „Ironische Landschaft“ von Klabund, auch hier Natur, auch hier gebrochen in Kraft, Bedrohung, Rettung und das in feinster humoriger Leichtigkeit. Wunderbar. Dazu gibt es Bibelverse von Paulus und nach Lukas.
40 Minuten
Dass ein Silberstreif am Horizont erscheint, dass es am Endealles gut wird, davon nährt sich manche Hoffnung. Rose Ausländers Gedicht „Am Ende der Zeit“ malt ein bezauberndes Bild von, wie es sein wird – „es wird schön sein“. Das macht Mut, gerade in dunklen Zeiten, mit denen sich Rose Ausländer wahrlich auskennt. Dazu stellen Lyrikpodcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard „Das Atemgedicht“ von Rainer Maria Rilke. Das Gedicht aus dem reifen und tiefen Spätwerk Rilkes, Teil der „Sonette an Orpheus“, skizziert Verwandlungen, Grenzgängereien, wie sie zur Figur des Orpheus wohl passen. Leid und Einsamkeit haben nicht das letzte Wort. Etwas Übersinnliches geschieht. Dazu gibt es Bibelverse von Jesaja und von Paulus.
40 Minuten
Was einen Menschen trägt, dieser Gedanke ist der stille roteFaden in der neuen Folge Lyrik-Podcast Seelenfutter. Es geht um Resilienzkräfte. Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard präsentieren „Unser Leben ist ein Räumen“ der deutsch-finnischen Lyrikerin Dorothea Grünzweig, ein Gedicht, das sowohl abschiedlich geprägt ist als auch kraftvoll, weil das Erinnerung aus der Distanz neue Möglichkeiten schafft. Großartig, was bei einer Haushaltsauflösung so alles zutage kommt. Dazu klingt „Nachlese“ von Cornelia Elke Schray, mit einer Sammlung immaterieller Kostbarkeiten, die durchs Leben tragen können. Dazu zwei Jesaja-Verse. Seelennahrung.
44 Minuten
Es könnte so einfach sein: Das „Krokus“-Gedicht von PaulZech, dazu „Märzveilchen“ von Kathinka Zitz. Ein botanischer Frühlingsgruß vom Lyrikpodcast Seelenfutter, noch aus der Krokus-Hauptstadt Husum. Aber: Paul Zech dichtet nicht nur davon, wie die kleinen Farbwunder der Seele gut tut und „schon die Stirn geglättet hat“, sondern auch, in welch verstörendem inneren Seelenzustand die Naturschönheit zu einer Art Lebensmittel macht. Und bei Kathinka Zitz wird das Blumen-Gedicht zu einer politischen Botschaft, dass Hoffnung und Enttäuschungen der März-Revolution von 1848 in Reime bringt: „Das Veilchen heißt Freiheit, die lang unterdrückt, sich schüchtern ins Gras unter Blätter gebückt“. Gar nicht blumig, sondern hochaktuell, wie sich zeigt: Resilienz und Freiheitsmacht. Dazu gibt es Bibelverse nach Matthäus und von Paulus.
43 Minuten
Widerstand und Widerstandskraft, beides fasziniert bei den widerständigen Dichtern, deren Texte in der aktuellen Folge des Lyrik-Podcast Seelenfutter von den Gastgebern Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard vorgestellt werden. Jens Mungard, friesischer Poet von der Insel Sylt, dichtet mit „Gittern vor dem Fenster“ aus der Gefängniszelle, wundersam verbündet mit Bäumen, Vögeln und dem Mond. Dagegen befragt Heinrich Heine in „Die Rose duftet“, ob hinter dem Trost durch Rose und Nachtigall eigentlich eine tröstliche Absicht steht – um schließlich die Stärkung willkommen zu heißen, als Gegenkraft zur Wahrheit, die „gar verdrießlich“ macht. Dazu gibt es Bibelverse von Lukas und Johannes. Seelenwegzehrung für lange Wege.
1 Stunde 3 Minuten
5 Jahre Seelenfutter – das muss gefeiert werden. Und weildie Jubiläums-folge des kleinen, feinen Lyrik-Podcasts genau auf den Höhepunkt der diesjährigen Karnevalssaison fällt, legen die Seelenfutter-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard noch einen drauf: Mit der Wortkünstlerin Christina Brudereck laden sie eine karnevalserfahrene Frau ein, die ebenso wie Susanne Garsoffky mit der fünften Jahreszeit aufgewachsen ist. Sympathisierendes Erstaunen auf das närrische Treiben zeigt das Kalenderblatt-Gedicht „O wär im Februar“ des Husumer Lyrik-Genies Theodor Storm, der ebenso wie Friedemann Magaard mit dem Geschehen fremdelt. Auch Tucholskys „Berliner Fasching“ weiß von einer Art „kultureller Aneignung“ durch preußisch-korrekte Faschings-Schufterei zu berichten, hinreißend komisch. Durch Else Lasker-Schülers „Esther“ entsteht eine Brücke zum jüdischen Purim-Fest, bei dem das fröhliche Verkleiden dazu gehört. Dazu stellen die drei Lyrik-Fans Bibelworte aus dem 3. Buch Mose, aus dem 2. Samuel-Buch und dem Buch Esther selbst. Ein Fest!
38 Minuten
Dass Einsamkeit eine hohe Qualität haben kann, skizziert dieDichterin Emily Dickinson mit fein-zarten Gedanken: Ein „anderes Einsamsein“, das reicher macht als Geld. Dazu stellen die Lyrik-Podcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das Poem „Der Einsame“ von Wilhelm Busch, dem Klassiker des humoristischen Gedichts. Ein satirisches Stück über schrullige Einsiedelei, das zum Ende überraschend kippt: Großartig. Dazu gibt es Bibelworte aus den Psalmen und dem Buch der Sprüche.
30 Minuten
„Wenn“ lautet der Titel eines Gedichtes des Leipziger Lyrikers Andreas Reimann, das aus lauter Möglichkeiten besteht. Wenn auch zunächst eher aus Unmöglichkeiten: Vermeidung, Rückzug, Ängstlichkeit. Doch daraus wachsenMöglichkeiten des Aufbruchs und der Selbstbestimmung. Es geht um das Anfangen. Stark! Dazu stellen Lyrikpodcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard „Neu anfangen zu können“ von Cäsar Flaischlen, ein traumschönes assoziativ-collagierendes Gedicht, das die Freiheit des Neuanfangs einatmet, ohne die Beharrungskräfte des Gestern und des Gestrigen zu übersehen. Ermutigend. Dazu erklingen Bibelworte aus dem Buch der Sprüche und dem Buch der Offenbarung. Seelenfutter als Reiseproviant.
37 Minuten
Traumschön, das Gedicht „Dein Traum“ der jungen Lyrikerin Herta Kräftner: „Hinter deinen Lidern hing ein Traum / der ruhte lange dort… bis er zum Saum / der Wimper niedersank“; wie eine süße Träne, die ins Lächeln führt – eine zarte poetische Miniatur. Dazu stellen die Seelenfutter-Hosts Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard „Schlaflied“ von Heinrich Detering. In gewagter Umkehr zum Eichendorff-Urgedicht „Schläft ein Lied in allen Dingen“ dichtet Detering von dem unruhigen Traum des Dings, dass da in allen Liedern schläft, aufregend, irritierend, beunruhigend. Ob das abrupte Ende des Gedichts in die Katastrophe oder in die Freiheit führt? Zu den lyrischen Texten erklingen Bibelworte aus den Psalmen und aus dem Buch Hiob.
38 Minuten
Wenn die Nacht noch Schatten wirft, ist es stockfinster. Dort ist der Ausgangspunkt der aktuellen Folge des Lyrik-Podcast Seelenfutter. Von dort führen Entwicklungen zum Mond, der Finsternis vertreibt und ganz nah kommt, wie es Janna Horstmann in ihrer lyrischen Miniatur skizziert, und zur schönen Mondfrau, von der Hugo Ball singt. Dazu lassen Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard Bibelworte aus Jesus Sirach und vom Propheten Jesaja klingen. Seelenkost für dunkle und hellere Stunden.
43 Minuten
Liebe, ja, und Melancholie, auch, und das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Im Lyrik-Podcast Seelenfutter hatte alles drei einen guten Ort, in der 254 Folge. Max Hermann-Neiße dichtet hinreißend „Dein Haar hat Lieder, die ich liebe…“, eine Ode auf seine Geliebte und ein Schmerzensschrei, weil das Leben nicht heile ist und in der Liebe (fast) nie perfekt. Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard stellen dazu „Schlaflied für mich“ von der jungen jüdischen Dichterin Selma Meerbaum-Eisinger, die von den Nazis ermordet wurde: Ein Lied in Verneigung vor ihrer unbeantworteten Liebe und in erschütternder Ehrlichkeit gegen sich selbst. Dazu klingen Bibelworte von Hiob und nach Lukas.
32 Minuten
Brummender Optimismus kommt denen entgegen, die der neuen Folge des Lyrikpodcast Seelenfutter lauschen. Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard stellen zwei Gedichte von ansteckender Hoffnungsfülle vor. Max Richard Lessmann dichtete zu Beginn des Jahres 2025 vom Optimismus, den die Welt so braucht: „Wer in Hoffnung anlegt, der rettet die Welt“. Dazu erklingt das Gedicht „Mut“ von Hoffmann von Fallersleben, eine einzige Aufforderung, sich in die positive Gestaltung der Welt hineinzuwerfen: „Auch in diesen trüben Tagen ist ein Glück noch zu erjagen! Wag es – und die Welt ist Dein.“ Dazu gibt es Freiheitsworte von Paulus. Seelen-Superfood!