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Seelenfutter Archiv

312 Episoden
47 Minuten
Die Wut ist der Ausgangspunkt, und schließlich wachsen Samen, die Hoffnung machen. Von Neuanfängen und innerer Widerstandskraft erklingt das Gedicht „Auf einem rosa Mond“ der us-amerikanischen Lyrikerin Ada Limon, die Lyrik-Podcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard erstmals im „Seelenfutter“ vorstellen – eine großartige Entdeckung! Dazu setzt das Gedicht „Erinnerung“ von Ricarda Huch einen spannenden Kontrapunkt: Ruhig und balanciert, im Rhythmus der Zeiten. Dazu gibt es Bibelworte aus dem Buch des Propheten Jesaja und den Psalmen.
44 Minuten
Federico Garcia Lorca ist ein herausragender spanischer Lyriker des 20. Jahrhunderts. Die Seele seines Landes habe er in Worte gebracht, heißt es. Wenn das auch für sein berühmtes Gedicht „Die Gitarre“ gilt, dann muss die spanische Seele eine große Portion melancholischer Schwere in sich tragen. Die Gitarre spielt das Klagelied – und will nicht wieder enden. Dazu stellen die beiden lyrik-Podcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das „Nocturno“ des damals 20jährigen Stefan Zweig, ein Zeitgenosse Lorcas. So mild und schwebend leicht klingen dort die „verzitterten Klänge“ der silbernen Saiten. Ein wohltuender Kontrapunkt. Dazu gibt es Bibelworte aus den Büchern Hiob und Samuel.
47 Minuten
„Immer steht man daneben“. Mit einem Leben an der Seitenlinie, daneben statt mittendrin, kennt sich der Dichter Jakob Haringer aus. Er lebte Jahrzehnte als Vagabund, unstet, getrieben, heimat- und oft auch obdachlos. Sein Gedicht „Land der Zauberer“ findet Worte dafür, dass Enttäuschung und Verzweiflung sich permanent anfühlen können: „Immer in Sehnsucht verwarten,… Hand ohne Glück, ohne Land!“ Und doch, zum Ende seines sehr bemerkenswerten Gedichts, leuchtet etwas auf, das fast nach Hoffnung klingt. Ein Wunder? Dazu stellen die beiden Lyrikpodcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das Gedicht „Wohin ich schaue“ des Schweizer Poeten Jakob Bosshart, dass vom Umgang mit Wundern handelt, vom Hadern bis zur intellektuellen Rationalisierung. Doch wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…: „Nun halt ich wieder Kinderaugen offen und weiß, das Wunder ist der Grund der Welt.“ Einfach wundervoll“ Dazu gibt es Bibelworte nach Markus und aus den Psalmen.
45 Minuten
Als politischer Dichter hat sich Joachim Ringelnatz eher keinen Namen gemacht. Aber wenn er will, dann kann er. Sein Gedicht „Auskehr“ von 1927 nimmt klar Stellung, gegen die Saubermänner, gegen die „schundigen, verbrauchten Besen“, die alles auskehren wollen, nur nicht vor der eigenen Haustür. Da hilft nur ein zauberlehrlingsartiger Befehlston: „Sagen wir nur: Nein! In die Ecke, Besen, Besen!“ Und dazu kommt ein offenes Bekenntnis zu Schmutz und Schund, vor allem aber zur Freiheit. Großes Kino! Dazu stellen die beiden Lyrikpodcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das Gedicht „Zwiespalt“ von Therese Chromik, eine lyrische Fingerübung zu den Grundfiguren der Aufklärungsphilosophie und dem Zweifeln am Zweifeln. Aus der Vogelperspektive auf die Irrnisse und Wirrnisse früherer und heutiger Zeiten. Dazu gibt es Bibelworte von Paulus und nach Matthäus.

 
43 Minuten
Liebe. Irgendwie unkaputtbar. Selbst bei den Dichtern der neuen Sachlichkeit verirren sich zarte Empfindungen, möglicherweise zur Verwunderung der Dichter selbst. Bert Brecht sinniert in „Erinnerung an die Marie A.“ einer alten und lange vergangenen Liebe nach. So viel verblasst und vergessen ist, die alte Gestimmtheit hinterlässt Spuren. Dazu stellen die Lyrik-Podcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das Gedicht „In der Stadtbahn“ von Klabund, in der die Begegnung zwischen einer Prostituierten und einem lebensunerfahrenen „Jüngling“ zu beider Überraschung ganz erstaunliches hervorbringt. Bezaubernd das. Dazu gibt es Bibelworte von Paulus und aus den Psalmen.  
49 Minuten
Zwei äußerst ungewöhnliche Liebesgedichte stellen die Lyrik-Podcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard in der aktuelle Folge des Seelenfutter vor – Seelenfeinkost sozusagen. Emmy Hennings „Fremde Zärtlichkeit“ ist so fein wie melancholisch, eine kostbare Miniatur. Dagegen stürmt Kurt Schwitters „An Anna Blume – Merzgedicht I“ furios davon, enthemmt und entgrenzt, in fröhlicher Dada-Manier, eine knallende und wirbelnde Liebeserklärung. Heute mal etwas fürs Herz. Und spannend ist es auch. Dazu gibt es Bibelworte aus dem Ersten Johannesbrief und den Psalmen.  
50 Minuten
Was bleibt von Ikarus? Er flog und flog, bis er der Sonne zu nah kam. Der Fall kam jäh. Was bleibt? Das Gedicht „Wie Ikarus es sah“ von Heinrich Detering schaut eigentlich dran vorbei und beschreibt, wie das Leben ohne innezuhalten weitergeht in einer schwer beschäftigten Welt. Dazu stellen die Podcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard die Innenansichten des Ikarus, wie es das Gedicht „Klagen eines Ikarus“ von Charles Baudelaire in Worte bringt. Die Motive sind hehr, die Leere groß. Und was bleibt? Dazu gibt es Bibelworte aus dem Buch der Sprüche und dem Buch der Könige.  
46 Minuten
Die aktuelle Folge des Lyrik-Podcast Seelenfutter führt in die Welt der Gastronomie, in eine Bar, in ein Cafe, jeweils eigene Welten. Zeit und Raum funktionieren anders als in der normalen Welt. In Marie T. Martins Gedicht „Dies ist die Bar der vorgerückten Stunde“ zerfließen die Stunden im Dämmerlicht, die Neige im Glas wird zum Opfer für die Götter. Die fast lapidare Frage, was nun bleibt, wird gewichtig. Dazu stellen die Podcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das Gedicht „Cafehaus“ von Andreas Reimann, wo die Macht der Uhren ausgesetzt ist und alle Gäste eine überraschende Gleichheit erfahren. Verzicht entsteht nicht aus Mangel, sondern durch bewusste Entscheidung. Dazu gibt es Worte aus den Psalmen.  
41 Minuten
In Zeiten, da weltweit neue und gefährliche Nationalismen um sich greifen, tun die besonnenen Zeilen des dänischen Dichters Herman Bang ausgesprochen gut. Nach Großmannssucht ruft Bang dazu auf, bescheiden und schlicht zu sein: „Vaterland, Mutter im Trauerkleid, lehr uns: klein zu sein…“ Dazu stellen die Podcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das Gedicht „Mutterland“ von Rose Ausländer, der Heimatlosen, die nach dem Verlust von allem, was „Vaterland“ sein konnte, ein neues, ein geistiges Zuhause findet. Dazu gibt es Worte aus dem Buch Prediger und vom Propheten Jesaja.  
47 Minuten
Um die Sinnfrage geht es im aktuellen Lyrik-Podcast Seelenfutter, kleiner geht’s nicht. Was sehen wir, wennwir sehen, und welcher Sinnzusammenhang steht hinter den Dingen, die wir beschreiben. Der portugiesische Dichter Alberto Caeiro grenzt sich scharf von transzendenterVerschleierung ab, oder von dem, was er vermutet. Sein Gedicht „Du, Mystiker“ verneint Bedeutungen hinter den Dingen. Dazu stellen die Podcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard ein Gedicht der russischen Lyrikerin Sinaida Gippius, das mit einer Art heiliger Scheu Abstand hält zu dem, was hinter den Dingen aufscheint. Dazu gibt es Worte von Paulus und aus dem Buch der Sprüche.
53 Minuten
Was wird sein, „wenn der Messias kommt“? Der niederländische Dichter Nachoem M. Wijnberg meditiert diese Frage in seinem Gedichtband „Jüdische Gedichte“ aus dem Jahr 2020. Es geht um die ewig relevanten Fragen nach der Identität. Sogar der Messias selbst könnte sich seiner Sache nicht sicher sein Dazu stellen Lyrikpodcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das Rilke-Gedicht „Der Ölbaum-Garten“, eine bewegende Betrachtung zur Getsemani-Szene, eine große Identitätskrise von Jesus am Vorabend seines Todes. Dazu gibt es Bibelworte nach Johannes und Matthäus.
50 Minuten
Zwei Frühlingsgedichte, und beide können nicht vollends glücklich strahlen. In „Frühling 1946“ findet Elisabeth Langgässer Worte für ihre Erschütterung, ihre verloren geglaubte Tochter wieder zu finden: „Ach, welch sphärisches Entzücken nahm dem staubigen Rücken sein Gewicht?“.  Erleichtert, aber nicht geheilt. Dazu stellen die Seelenfutter-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das Gedicht „Am Fenster eines Wirtshauses am Steinhuder Meer. Auf dem Nachhauseweg 1945“, in dem der Schriftsteller Wolfgang Borchert einen Einblick in seine unruhige Seele gewährt. Der Krieg neigt sich dem Ende zu, die Blumen und Vögel geben sich frühlingshaft, aber geheilt ist der junge Soldat noch nicht. Dazu gibt es Bibelverse aus dem Buch der Psalmen.
1 Stunde 11 Minuten
Zur Jubiläumsfolge bringt der Kulturbeauftragte des Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ein beeindruckendes Geschenkt: Das Gedicht "Wunderheilung" des englischen Lyrikers Philip Larkin erzählt in befremdlicher Distanz von der Szenerie einer Massensegnung, in aller Skurrilität, Abgründigkeit und Faszination. Dass tatsächlich Berührendes geschieht, mag womöglich an anderer Macht liegen... Dazu stellen Seelenfutter-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard die Gedichte "Glaube" von Rose Ausländer, schlicht und stark, und "faith" von Emily Dickinson, eine lyrische Miniatur, die mit ironischem Blick auf die Inszenierung von (Männer-)Glauben schaut. Dazu gibt es Bibelworte von Johannes, Markus und aus den Psalmen.

SeelenfutterJubiläumsfolge 300, mit Johann Hinrich Claussen: Von Tauwetter, unbekanntenWelten und einem Mikroskop. Gedichte von Philip Larkin, Rose Ausländer undEmily Dickinson

 

Zur Jubiläumsfolge bringt derKulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland Johann Hinrich Claussenein opulentes Geschenk: Das Gedicht „Wunderheilung“ des englischen LyrikersPhilip Larkin erzählt von der Szenerie einer Massensegnung, in aller Skurrilität,Abgründigkeit und Faszination. Dass tatsächlich Berührendes geschieht, liegtwomöglich in anderer Macht. Dazu stellen die Seelenfutter-Gastgeber SusanneGarsoffky und Friedemann Magaard die Gedichte „Glaube“ von Rose Ausländer,schlicht und stark, und „faith“ von Emily Dickinson, eine lyrische Miniatur,die mit ironischem Abstand auf die Inszenierung von (Männer-)Glauben schaut. Dazugibt es Bibelwort von Johannes, Markus und aus den Psalmen.

SeelenfutterJubiläumsfolge 300, mit Johann Hinrich Claussen: Von Tauwetter, unbekanntenWelten und einem Mikroskop. Gedichte von Philip Larkin, Rose Ausländer undEmily Dickinson

 

Zur Jubiläumsfolge bringt derKulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland Johann Hinrich Claussenein opulentes Geschenk: Das Gedicht „Wunderheilung“ des englischen LyrikersPhilip Larkin erzählt von der Szenerie einer Massensegnung, in aller Skurrilität,Abgründigkeit und Faszination. Dass tatsächlich Berührendes geschieht, liegtwomöglich in anderer Macht. Dazu stellen die Seelenfutter-Gastgeber SusanneGarsoffky und Friedemann Magaard die Gedichte „Glaube“ von Rose Ausländer,schlicht und stark, und „faith“ von Emily Dickinson, eine lyrische Miniatur,die mit ironischem Abstand auf die Inszenierung von (Männer-)Glauben schaut. Dazugibt es Bibelwort von Johannes, Markus und aus den Psalmen.
45 Minuten
Ob die olympische Idee wirklich der Völkerverständigung dient? Da hat die mexikanische Lyrikerin Maricela Guerrero doch erhebliche Zweifel. In ihrem Gedicht „citius altius fortius“ („schneller, höher, kräfter/weiter“) hinterfragt sie den „Wettbewerb der Unverständigung“ aus postkolonialer Sicht. Dazu stellen die Gastgeber des Lyrikpodcast Seelenfutter Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das berühmteste Gedicht der US-amerikanischen Dichterin Bessie Anderson Stanley mit dem Titel „Was ist Erfolg“, unter anderem ein preisgekrönt bei einem Wettbewerb (!) im Jahre 1904: „Es hat derjenige Erfolg gehabt, der gut gelebt, oft gelacht und viel geliebt hat“. Dazu gibt es Bibelwort von Paulus und aus den Psalmen.

 
44 Minuten
Frühling. Das Leben erwacht. Grüne Gräser,Blüten an Bäumen und Blumen. In eine gewisse Überschwänglichkeit hinein die bange Frage, wie viele Frühlinge es noch werden können. Wer dann vom Kuckuck ausgelacht wird… Ricarda Huchs Gedicht „Frühling“ mal diese Szenerie und überspült die bange Irritation mit verschwenderischer Geste. Wunderbar. Dazu stellen Lyrik-Podcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard in der nunmehr 298. Seelenfutter-Folge das Gedicht „Nachmittag“ der 16jährigen Lyrikerin Selma Meerbaum-Eisinger, das in einer stillen Frühlingsstimmung einen gelben Falter und eine grüne Fliege aneinandergeraten lässt. Erst die Schlehdornspitzen finden das klärende Wort. Traumschön! Dazu gibt es Bibelworte aus den Psalmen.  
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