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Turtlezone Tiny Talks - Der Debatten-Podcast mit Gebert und Schwartz Archiv

195 Episoden
20 Minuten
Episode 015 

Die Politik hatte wohl zu Recht das Gefühl gehabt, dass in diesen herausfordernden Zeiten die Weihnachtstage eine besondere Bedeutung haben. Unabhängig von Religion oder Konsum. Es geht bei Weihnachten auch um Halt und Kraft durch die Nähe zur Familie. Und in normalen Zeiten auch durch die Nähe zu Freunden. Von der berühmt-berüchtigten Weihnachtsfeier mit Kollegen, bis hin zum Treffen vor dem Glühweinstand mit alten Freunden, die man nur einmal im Jahr sieht, bis hin zu drei Festtagen im Familienkreise. Eigentlich Werte, die sonst im hektischen Alltag untergehen. Weihnachten an sich, als christliches Fest, hat natürlich nicht direkt etwas mit den seit tausenden Jahren stattfindenen Feiern für Sonnengötter wie Mithra zu tun. Aber historisch und religionsgeschichtlich gesehen schon, da es kein Zufall ist, dass der Termin der Weihnachtsfeiertage deckungsgleich ist mit dem der sogenannten heidnischen Feste. Vor dem vierten Jahrhundert wurde der Geburt Jesu eher im Frühjahr gedacht, danach verdrängte das Fest rund um den 25. Dezember dann immer mehr die heidnischen Traditionsfeiern. Was für starke Bedeutungen das Weihnachtsfest für uns alle hat, zeigt sich auch, wenn man die Menschen betrachtet, die alleine feiern müssen, die einsam oder krank sind. Gerade in der aktuellen Pandemiezeit werden „gemeinsame Erlebnisse“ fehlen - der Kirchenbesuch an Weihnachten, der Besuch von Theater und Oper, das schöne Essen im festlich dekorierten Restaurant. Eine spannende 20-Minuten-Debatte vor dem Fest. Hörtipp!
20 Minuten
Episode 014 

Die Wirecard AG ist explosionsartig in ihren verschachtelten, internationalen Geschäftsfeldern und der Konzernstruktur gewachsen – nur anscheinend nicht in realen Umsätzen und Werten. Die Hauptarbeit der Oberstaatsanwältin und der Hauptabteilung III für Wirtschaftsverfahren dürfte darin bestehen das Geflecht aus Luftbuchungen, gegenseitigen Krediten und dem Hin- und Her-Verschieben von Millionen und Milliarden zu durchleuchten. Es ist kaum vorstellbar, dass hier ein einzelner Vorstand mit ominösen Geheimdienstkontakten all dies alleine machen konnte. Der Vorwurf lautet auch „auf gewerbsmäßigen Bandenbetrug“. Die Frage lautet also: Hat eine Bande an kriminellen Geschäftsfreunden rund um einen Vorstand Marsalek Wirecard ausgeraubt oder ist Wirecard die Bande, also war der Geschäftszweck Betrug und viele Mitwisser waren im Unternehmen. Ersteres wäre eine Art Oceans Eleven Story, zweiteres ein handfestes Versagen jeglicher Kontroll- und Compliance-Mechanismen…
20 Minuten
Episode 013 

Eine wirklich zukunftsweisende Digitalstrategie sollte wohl bundesweit einheitlich sein sollte. Das betrifft auch die Digitalisierung von Bildung und Unterricht. Und das ist eindeutig ein Paradigmenwechsel gegenüber unserer politischen und verwaltungstechnischen, föderalen Struktur. Wenn man jetzt nicht nur kritisieren will, sind viele unserer Probleme mit Infrastruktur und Digitalisierung diesem Umstand geschuldet – denn eine notwendige Debatte über eventuelle Kompetenzübertragungen wurde nie ernsthaft fort- oder zu Ende geführt. Insofern ist es logisch, dass jedes Patchwork-Element dieser sehr heterogenen und teilweise trennunscharfen Verantwortungsmatrix auch bei Digitalthemen individuell entscheiden will. Man könnte also versöhnlich sagen, dass Corona einfach zu früh kam. Zu früh für schlagkräftige digitale Werkzeuge. Auch was die Nutzung von KI-Lösungen angeht, weil die Ethik-Diskussion da ja auch noch ganz am Anfang steht. Andererseits kann man natürlich sagen, dass Corona einfach nur wie durch ein Brennglas deutlich macht, wo wir notwendige Initiativen und Investitionen einfach jahrelang verschleppt haben. Wir müssen zumindest jetzt die Lehren daraus ziehen und uns den Realitäten stellen. Und verstehen, dass digitale Services ebenso wenig wie das Internet mit regionalen Konzepten brillieren können. Es muss niemand Angst um den heiligen Gral „Föderalismus“ haben, wenn bestimmte Themen und Verantwortlichkeiten zeitgemäß und im Sinne der Zukunftsfähigkeit neu sortiert werden. Oder? Eine spannende 20-Minuten-Debatte zum Wochenauftakt.
20 Minuten
Episode 012 

Im Wettlauf um den ersten, zugelassenen Impfstoff gegen Covid 19 haben wir nicht nur die deutschen und US-amerikanischen Hersteller gesehen, sondern auch französische, chinesische und russische Entwickler. Und schnell gab es die Diskussion, ob Geschwindigkeit mit nicht ausreichenden Studien und Tests erkauft wird. Aber dass weltweit, auch in China und Russland, an Impfstoffen geforscht und entwickelt wird und nicht die ganze Welt von wenigen Weltmarktführern aus den USA, der Schweiz oder Deutschland abhängig ist, dass sollte im Hinblick auf die diskutierte, weltweite Impfstrategie begrüßt werden. Denn nur so ist es in Zeiten von Handelskriegen und Embargos überhaupt denkbar, dass jeder Mensch einen fairen Zugang zu Impfstoffen bekommt. Ein weiterer Aspekt in der Debatte, ob wir einen „Virus der Ungleichheit“ erleben, ist die Befürchtung, dass die Folgen der Pandemie die Armen noch Ärmer macht, während die Reichen sogar schon jetzt davon profitieren können und perspektivisch noch deutlich reicher aus der Krise rausgehen. Aber ist das auch so? Gerade in 2020 konnten wir deutlich sehen, wie anfällig gerade Industrienationen im globalisierten Handel sind. Eine spannende Debatte zum Wochenauftakt.
20 Minuten
Episode 011 

„Cancel Culture“ geht weit über öffentliche Kritik und einen Shitstorm hinaus. Interessensgruppen fordern meist bereits in einer sehr frühen Phase von Vorwürfen oder Diskussionen -auf Verdacht hin- gleich die Maximalbestrafung. Nicht nur den persönlichen Boykott eines Menschen, sondern ein Delisting und Verbannen von künstlerischen Werken oder ein Ausschluss von Persönlichkeiten von relevanten Events und gesellschaftlichen Debatten. Damit überhöhen sich die Ankläger moralisch und faktisch und beanspruchen für sich, die oberste Instanz in Sachen Moral, Political Correctness und Rechtsverständnis zu sein. Und sorgen latent selber für Spaltung. „Cancel Culture“ hat auch nichts mit „links“ oder „rechts“ zu tun. Extreme beider Seiten nutzen und nutzen dieses Instrument. Entartete Kunst während der Nazizeit sowie der Boykott von Jedem, der in dem Verdacht stand sozialistisch oder kommunistisch zu sein, bis weit in die 60er Jahre hinein ist auch „Cancel Culture“ - selbst wenn es den Begriff so damals nicht gab. Und auch linke Aktivisten scheuen heute nicht davor zurück, mit der großen Cancel-Bazouka zu schießen, statt mit Argumenten zu debattieren. Und auffällig ist, dass gerade Interessensvertreter von gesellschaftlichen Gruppen, die sich benachteiligt, diskriminiert oder ausgegrenzt fühlen oder es faktisch sind, bei der Wahl ihrer Kampagnenmittel immer häufiger zur "Cancel Culture" greifen.
20 Minuten
Episode 010 

In Sachen Startup-Szene in Deutschland wurde lange gesagt, dass hierzulande im Vergleich zum Silicon Valley zu wenig Risiko-Geld im Umlauf sei. Doch vermutlich viel wichtiger ist ein gründungsfreundliches Umfeld, das Mut belohnt und Scheitern zulässt. Viel hat sich in den letzten Jahren getan und es gibt tolle und erfolgreiche Startups aus Deutschland. Aber auch viele Copy-Cats und visionsfreie Me-Too-Ansätze. Noch viel mehr als das Silicon Valley, mit dem riesigen US-Markt, ist Israel als Vorbild geeignet. Das Buch „Start-Up-Nation Israel“ von Dan Senor und Saul Singer ist ein Klassiker, der das Phänomen erklärt, wie das vom Binnenmarkt her eher kleine Israel -mit seiner schwierigen politischen und geografischen Situation- so viele innovative Unternehmen und weltweit erfolgreiche Produkte hervorbringt. Noch besser ist es natürlich vor Ort in die Startup-Szene in Tel Aviv einzutauchen und selber inspirierende Impressionen zu sammeln. Sobald Corona das wieder zulässt.
20 Minuten
Episode 009 

Bei Brain-Machine-Interfaces gibt es mehrere Stufen. Wenn es darum geht mit Hirnströmen querschnittsgelähmten Menschen zu helfen und Prothesen zu steuern, dann überwiegt der klar erkennbare Nutzen. Wenn aber mit Hilfe von BMIs das menschliche Gehirn sozusagen updatefähig wird und die natürliche und künstliche Intelligenz verschmelzen, dann muss man sich fragen, ob nicht potenziell ethischen Grenzen überschritten werden. 

Unidirektionale BMIs sind keine Zukunftsmusik mehr, also dass Hirnströme etwas auslösen. Der nächste Schritt ist bidirektional, also dass das Gehirn auch sensorische Rückmeldungen empfängt. Ein Patient also merkt, wie stark seine Hand geschlossen ist, man Muskeln und Sinne spürt und nicht nur Aktionen auslöst. Im medizinischen Bereich wurden solche Forschungsansätze schon im beschränkten Umfang eingesetzt und vor allem die invasiven Methoden getestet. Investoren scheinen aber durchaus Fantasien für einen Massenmarkt zu haben und der basiert natürlich vor allem auf nicht-invasiven Methoden oder BMIs, die sich ganz einfach implantieren oder wie ein Kopfhörer benutzen lassen, der so starke Signale sendet, dass sie bis ins Gehirn dringen. 

Nicht nur Elon Musk, auch Mark Zuckerberg und andere Tech-Visionäre investieren in Neurotechnologie - allerdings mit deutlich variierenden Zielen.
20 Minuten
Episode 008 

Es gab lange nicht mehr eine Krise oder Debatte, die medial so präsent war. Fast monothematisch wird seit 10 Monaten über die Corona-Pandemie berichtet und der kommunikative Overkill, begleitet von einem föderalen Einschränkungs- und Lockerungs-Duell der Ministerpräsidenten einem aktiven oder unfreiwilligen Contest der Virologen und sehr lautstark durch Demonstrationen und Verschwörungstheorien von sogenannten Querdenkern und Corona-Leugnern. Im Zwischenfazit kann man den Umgang mit Infektionszahlen und Reproduktionsfaktoren in der täglichen Kommunikation seit dem Frühjahr durchaus kritisch sehen. Zu lange fehlten notwendige Bezugsgroßen wie die Anzahl der durchgeführten Tests. Und auch die massiven, milliardenschweren Hilfspakete für Unternehmen und Kurzarbeitergeld beeindrucken einerseits durch schnelles Handeln der Politik, müssen sich aber auch kritische Stimmen zur bürokratischen Umsetzung und der Festlegung von Bemessungsfaktoren gefallen lassen. Denn viele Solo-Selbständige, Freiberufler und Kulturschaffende fühlen sich im Stich gelassen. Aber auch die Gastronomie steht mit dem Rücken zur Wand. Immer lauter werden Stimmen, die sich fragen, warum auf viele Chancen einer multifunktionalen Corona Warn-App verzichtet worden ist. Das teure Leuchtturmprojekt rühmt sich zwar größtmöglicher Datenschutzkompatibilität, verzichtet aber auf jede der vielen denkbaren Optionen, dem Nutzer –durchaus datenschutzkonform- die freiwillige Aktivierung von hilfreichen Features oder Datenspenden zu ermöglichen. Eine faire und konstruktive Debatte kann und muss also durchaus ein durchwachsendes Fazit ziehen. Mit Anerkennung für hohes Engagement vieler Beteiligter, und mit Kritik an einem zu hohen föderalen Reibungsverlust, einem geringen Digitalisierungsgrad und einer hohen Bürokratie. Waren wir schlecht vorbereitet oder schlagen wir uns in dieser nicht vorhersehbaren Ausnahmesituation doch bestmöglich? Eine spannende Episode, die ein Reinhören unbedingt lohnt!
20 Minuten
Episode 007 

Lars Klingbeil sagt: Der nächste Bundestagswahlkampf wird der "digitalste" überhaupt. Verheißung oder Schreckensbild - angesichts der digitalen Kampagnen im US-Wahlkampf. Vor vier Jahren und auch gerade wieder. Spannend ist aber auch, dass den Plattformen schwere Vorwürfe gemacht werden, der Verbreitung von Fake News und Hass-Posting Vorschub zu leisten - aber die Debatte um die Ursachen für die vielen beleidigenden, hetzerischen und rüden Posts und Kommentare der User vermieden wird. Am Ende tippen schließlich die Menschen ihr immer aggressiveren und intoleranteren Meinungen in die Tastatur und nicht ein Algorithmus oder Marc Zuckerberg. Natürlich haben auch die großen Plattformen eine Verantwortung, aber die erodierende Debattenkultur lässt sich zu jedem Thema und auch in regionalen Foren beobachten. Hier macht man es sicher zu einfach, alles auf Facebook zu schieben. Und warum wird die Diskussion über Klarnamen und Anonymität nicht sachlicher geführt. Unsere Meinungsfreiheit beruht nun gerade nicht darauf, aus der Deckung scharf zu schießen. Viele Gedanken und Themen für eine spannende Debatte!
20 Minuten
Episode 006 

Im Coronajahr 2020 werden seit mehr als einem Jahrzehnt verfügbare, verlässliche Technologien wie Webkonferenzen -pandemiebedingt- Alltag vieler Arbeitnehmer im Homeoffice. Und nun wird in Deutschland ein Arbeitnehmerrecht auf Homeoffice diskutiert, nachdem sich Unternehmen und Vorgesetzte hierzulande lange mit dem Thema -im internationalen Vergleich- äußerst schwergetan haben. Die plakative Headline „Recht auf Homeoffice“ liest sich in Hubertus Heils Gesetzesentwurf wesentlich moderater, hat jedoch trotzdem eine hitzige Debatte ausgelöst. Insgesamt sicher eine wichtige Diskussion um moderne, zukunftsweisende und flexible Arbeitswelten.

Der Blogger Thomas Knüwer hat in „Indiskretion Ehrensache“ das Thema aufgegriffen und provokativ getitelt: „Größter Management-Fehler 2020: Der irrige Glaube an das Home Office“. Dabei hat er den Finger in manche Wunde gelegt und darauf hingewiesen, wie schlecht vorbereitet auch sehr große Unternehmen auf das Thema hierzulande waren und sind. Das spricht nicht per-se gegen flexiblere Arbeitswelten und das Homeoffice, aber die positiven Erfahrungen vieler Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Corona-Zeiten mit dem „Notinstrument“ Homeoffice sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele notwendigen Hausaufgaben nicht gemacht sind.

Wenn Hubertus Heil von einem Recht auf zwei Homeoffice-Tagen im Monat spricht, dann soll diese größere Flexibiltität auch zu einer besseren Vereinbarung von Beruf und Familie führen und natürlich macht es manche Situationen einfacher. Das hat aber mit den medial kolportiertem generellen Recht auf Homeoffice nichts zu tun. Ohne Abstimmung mit dem Vorgesetzten geht auch künftig bei Angestellten nichts. Die Hürden für eine generelle Ablehnung werden aber deutlich erhöht. Fakt ist: Es bleibt ein riesen Unterschied zwischen der Möglichkeit, ab und zu von zu Hause zu arbeiten, wenn ein Handwerker kommt oder Kinder krank sind – oder der täglichen freien Entscheidung: Fahre ich jetzt ins Büro oder bleibe ich zu Hause?
20 Minuten
Episode 005 

Digitalisierung? Ja, aber nicht zu schnell! Fast vier Jahrzehnte nach den Anfängen der Datenkommunikation mit BTX und ein Vierteljahrhundert nach dem Börsengang der Telekom und dem Abschied vom hoheitlichen Monopol der Deutschen Bundespost ist schnelles Internet außerhalb der großen Städte immer noch ein Privileg. Und gleichzeitig erfordern Internet 4.0, Autonomes Fahren und Künstliche Intelligenz hohe und verlässliche Bandbreiten und enorme Investitionen in neue Infrastrukturen wie das 5G-Netz. Die Digitalisierung steht weltweit vor einem neuen Schub. Von einer solchen digitalen Revolution, bei der es nicht mehr nur um die Nutzung digital verfügbarer Daten geht, sondern insbesondere darum, dass bisher von Menschen erbrachte Tätigkeiten und Leistungen immer häufiger von Maschinen übernommen werden, wird kein Wirtschafts- und Lebensbereich unberührt bleiben.

Die erwarteten Auswirkungen werden zunehmend kontrovers in Politik, Wirtschaft, Medien und Gesellschaft diskutiert. Neben den Chancen, die die Digitalisierung bietet, werden ebenso die Herausforderungen und Risiken diskutiert. Im Vordergrund der Debatte stehen soziale Auswirkungen durch den Verlust von Arbeitsplätzen, Verteilungswirkungen, ethische Aspekte, ökonomischen Potentiale und die Konkurrenz mit anderen Ländern. Zunehmendes Interesse finden auch mögliche Umweltfolgen: Auf der einen Seite wird betont, dass neue Technologien erhebliche Effizienzpotentiale auch im Hinblick auf natürliche Ressourcen haben. Andererseits wird befürchtet, dass mit einer wachsenden Wirtschaft nachteilige Umweltfolgen einhergehen, beispielsweise indem über die Digitalisierung Konsumverhalten angereizt wird und der Ressourcenverbrauch dadurch steigt. 

Bei digitalen Leuchtturm-Projekten wie der Corona-Warn-App oder der Einführung von E-Government steht auch immer der Datenschutz im Fokus. Wie steht Deutschland also da? Sind wir wirklich das digitale Schlusslicht in Europa?
20 Minuten
Episode 004 

Kritik an Medien ist nicht neu. Und Versuche mit der Lancierung von Propaganda und Falschnachrichten Medienberichterstattung und die öffentliche Meinung zu manipulieren gibt es auch seit Ewigkeiten. Aber dieser heute kultivierte Vorwurf an Journalisten gezielt zu lügen und zu vertuschen und Teil einer gesteuerten Systempresse zu sein, hat offensichtlich eine neue Qualität.

Für eine besonnene Debatte gilt es das Thema zu differenzieren. Es gibt den Vorwurf der systematischen Lüge und Vertuschung an die sogenannte „gesteuerte“ Mainstream-Presse. Es gibt aber auch die unter Journalisten offen geführte Qualitätsdiskussion. Denn auch die Medien waren und sind nicht fehlerfrei. Und es gibt mit dem Internet eine völlig veränderte Medienlandschaft, die es immer einfacher macht auch für die abstrusesten Thesen ein "alternatives" Medium zu finden.

Wenn Donald Trump das Wort „Fake-News“ benutzt und er sich damit zum Vorreiter im Kampf gegen Falschmeldungen und Lügen machen würde, hätte er vermutlich jeden Journalisten, der seinen Beruf liebt, sofort auf seiner Seite. Er meint damit aber „unerwünschte“ Nachrichten und Meinungen und bezeichnet kritische Journalisten und deren Verlage und Medien als systematische „Fake-News“-Produzenten und attackiert damit die Pressefreiheit. Alles und jedes, was einem nicht gefällt reflexartig als Fake-News zu bezeichnen ist eindeutig kein konstruktiver Beitrag im Bemühen um journalistische Qualität. Und Twitter-Tiraden sind auch kein Ersatz für journalistische Interviews. Doch gibt es auch eine Mitschuld der Medien? Wie können und sollten Journalisten und Medien auf den Lügenpresse-Vorwurf reagieren? Und welchen Einfluss hat die geänderte Medienlandschaft?

Ein spannendes Thermen für die 20-Minuten Zeitgeist-Debatte von Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz.
20 Minuten
Episode 003 

Die Deutsche Rentenversicherung hat jüngst wieder ihre jährlichen Bescheide versendet. Immer eine gute Gelegenheit sich Gedanken um das Alter und die persönliche Vorsorge zu machen. Aber halt: Die Rente ist doch sicher! Hieß es zumindest lange. Und auch das Grundgerüst, der Generationenvertrag, wird bislang auch deshalb nur zaghaft hinterfragt, da eine Umstellung des Umlageverfahrens und eine Reform des Rentensystems nur über einen langen Zeitraum möglich ist und vermutlich hohe Transferleistungen aus den Steuereinnahmen bedingen. Alle bisherigen Versuche der "Rettung der Rente" ging zu Lasten der Versicherten. Immer später bekommen wir immer weniger Rente. Und auch die zusätzliche private Vorsorge ist mit vielen Hindernissen verbunden. Aber kann die deutsche Gesellschaft einfach sehenden Auges akzeptieren, dass immer mehr jetzige und künftige Rentner von Altersarmut betroffen oder bedroht sind. Ist es mit der Würde von Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet und eingezahlt haben, zu vereinbaren, dass der Lebensunterhalt eventuell nur noch mit dem Aufstocken über Hartz 4 möglich ist? Wieder eine frische 20-minütige Debatte zum Wochenstart mit Gebert und Schwartz.
20 Minuten
Episode 002 

Die Gefahr des Klimawandels ist keine neue Erkenntnisse und das Pariser Klimaschutzabkommen ist das Ergebnis von vielen Jahren Diskussion und breiten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Schon vor 13 Jahren haate selbst Angela Merkel plötzlich medial den Ruf der „Klimakanzlerin“ und war mit Sigmar Gabriel für schöne Bilder nach Grönland gereist. Greta Thunberg und Fridays for Future haben weder die rote Linie der 1,5 Grad Erderwärmung erfunden noch stellen sie eigene Forderungen, die "nachkarten" und über die Pariser Beschlüsse hinausgehen. Sie ermahnen vielmehr die Politiker und andere Entscheider, die längst getätigten und von 195 Ländern ratifizierten Beschlüsse auch umzusetzen und einzuhalten. Soweit die Fakten. Trotzdem ist es natürlich eine reale Gefahr, dass die große Sympathie und Unterstützung, die sich die Aktivisten auch hier in Deutschland erarbeiten konnten, in Zeichen von Corona, Angst um Arbeitsplätze und der Sorge um anstehende, zahlreiche Insolvenzen der Unternehmen, schwindet. Kommunikativ macht Fridays for Future, trotz aller Polarisierung, vieles richtig. Dennoch wäre es keine völlige Überraschung, wenn es plötzlich heißt: „Kinder, wir haben jetzt andere Sorgen…“. Michael Gebert und Oliver Schwartz sortieren dies ein und debattieren in 20 Minuten ob das letztjährige, heißdiskutierte, Top-Thema Klimaschutz schon wieder zu einem "Luxusproblem" degradiert worden ist.
20 Minuten
Episode 001 

Braucht diese Welt noch einen Podcast? Wir, Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz, glauben ja! Wir kennen uns jetzt fast 20 Jahre und was uns eint ist eine heutzutage etwas "old-fashioned" anmutende Marotte: Wir lesen nicht nur Headlines auf Facebook oder Twitter-Nachrichten, sondern ganze Artikel und sogar "echte, dicke Bücher". Wir interessieren uns für fundierte Informationen und auch für Argumente von Diskussionspartnern. Und wir mögen gepflegte Debatten mit Menschen, die nicht nur aus Rechthaberei diskutieren. Wir schauen dabei über den Tellerrand und bewerten politische und Zeitgeist-Themen nicht nur mit der deutschen Brille.

Die "Turtlezone Tiny Talks" sind die Schwester des Turtlezone Interview-Podcasts und sollen ab sofort immer Montags Morgens, mit einer frischen Debatte in exakt 20 Minuten, anregen. Jede Episode wird "live on tape" aufgezeichnet und kurz darauf ungeschnitten veröffentlicht. Da wir beide aktive und vielreisende Personen sind, werden wir unsere Debatten nicht nur im Studio aufzeichnen, sondern regelmäßig als Schaltgespräch (wie es Radio-Kollegen nennen) oder auch on-location im Umfeld von Kongressen und Events.

In der Pilot-Episode haben wir nach einer kleinen Vorstellungsrunde direkt los debattiert und hätten bei dem spontanen Thema "Mähren- statt Mohren-Apotheke?" natürlich noch lange weiter sprechen können. Aber nach 20 Minuten ist Schluss. Wir freuen uns auf die erste reguläre Episode und wenn wir Ihr Interesse wecken konnten!