Podcaster
Episoden
21.02.2026
25 Minuten
In dieser Kurzfolge von RaDiHum20 setzen wir unsere Reihe zur
DHd2026 in Wien fort und sprechen mit Axel Pichler von der
Universität Wien.
Axel gibt uns Einblicke in mehrere aktuelle Projekte, die
sich mit generativer KI und literaturwissenschaftlicher Methodik
beschäftigen. Gemeinsam mit Kolleg*innen untersucht er, inwiefern
sich das Outputverhalten großer Sprachmodelle mit
literaturwissenschaftlichen Interpretationsstandards vergleichen
lässt. Daneben arbeitet er an einem Workflow zur Evaluation
generierter Gedichtinterpretationen sowie an einer Studie zur
literaturgeschichtlichen Textpraxis im Kontext von LLMs. Im
Gespräch wird schnell deutlich: Eine pauschale Bilanz zur Eignung
von KI in der Literaturwissenschaft gibt es nicht. Ob Large
Language Models sinnvoll einsetzbar sind, hängt stark von
Datensatz, Fragestellung und methodischem Design ab. Wir sind der
Meinung, dass die Modelle momentan als Coding-Assistenten
besonders hilfreich sind. Gleichzeitig betont Axel die
Verpflichtung zur sorgfältigen Validierung: Auch KI-generierte
Ergebnisse müssen kritisch geprüft und methodisch reflektiert
werden.
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20.02.2026
18 Minuten
English Version below
In dieser Kurzfolge von RaDiHum20 setzen wir unsere
Interviewreihe zur DHd2026 in Wien fort und sprechen mit Beatrice
Nava, die im Bereich Digital Philology an der Universität Wien
forscht und lehrt.
Im Gespräch gibt Beatrice uns Einblicke in ihre Arbeit an
digitalen wissenschaftlichen Editionen. Ein aktuelles Projekt
widmet sich einer genetischen digitalen Edition von Giacomo
Leopardis Idilli und der Frage, wie sich Schreib- und
Überarbeitungsprozesse eines Autors über unterschiedliche
Manuskripte und Drucke hinweg digital modellieren lassen. Dabei
geht es nicht nur um TEI/XML-Kodierung, sondern auch um
Visualisierungen, die literarische Produktionsprozesse
nachvollziehbar machen. Ergänzt wird diese Arbeit durch die
Beteiligung an der internationalen Arbeitsgruppe VIDIT, die sich
mit der Visualisierung textueller Varianz beschäftigt und an
gemeinsamen Begrifflichkeiten und Best Practices für
interoperable Werkzeuge arbeitet.
English:
In this short episode of RaDiHum20, we continue our interview
series ahead of DHd2026 in Vienna, talking to Beatrice Nava.
Beatrice is a lecturer and researcher in Digital Philology at the
University of Vienna.
During the interview, Beatrice shares insights into her work on
digital scholarly editions. One of her current projects is a
genetic digital edition of Giacomo Leopardi’s Idilli, which
explores how an author's writing and revision processes can be
modelled digitally across different manuscripts and printed
editions. This involves TEI/XML encoding and visualizations that
make literary production processes tangible. Beatrice's work is
also enriched by her participation in the international VIDIT
working group, dedicated to visualising textual variation and
developing shared terminology and best practices for
interoperable tools.
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19.02.2026
1 Minute
English Version below
In dieser Kurzfolge setzen wir unsere Reise durch die Wiener
Digital Humanities im Vorfeld der DHd2026 fort. Zu Gast ist
diesmal erneut Tara Andrews, die ein Teil des zentralen
Organisationsteams der kommenden Konferenz ist.
Zu Beginn der Folge erzählt Tara von ihrem ungewöhnlichen
akademischen Werdegang, der sie in die Digital Humanities
gebracht hat. In Wien arbeitet sie schwerpunktmäßig an digitaler
Text- und Editionsphilologie, an computergestützter Stemmatologie
sowie an nachhaltigen Forschungsinfrastrukturen. Mit STEMMAweb
hat sie bereits früh ein Werkzeug zur Analyse komplexer
Überlieferungszusammenhänge entwickelt, das bis heute aus „reiner
Hartnäckigkeit“ weiterlebt. Ihr zentrales aktuelles Projekt ist
das RELEVEN, das sich mit Unsicherheit in historischen Daten
beschäftigt. Tara und ihr Team fragen darin, wie Zeit-, Raum- und
Personendaten für vormoderne Kontexte modelliert werden können,
ohne eine trügerische Eindeutigkeit vorzugeben. Gerade für
mittelalterliche Geschichte, so Tara, ist es entscheidend,
digitale Datenstrukturen zu entwickeln, die historiographische
Zweifel und Mehrdeutigkeiten sichtbar machen. Daneben gibt sie
Einblicke in die große thematische Bandbreite ihrer Wiener
Arbeitsgruppe, die von mittelalterlicher Materialkultur über
Prosopographie bis hin zu Fragen kultureller Identitätsbildung
reicht.
English:
In this short episode, we continue our journey through Vienna’s
Digital Humanities landscape in the run-up to DHd2026. Our guest
is Tara Andrews, once again, who is part of the core organising
team for the upcoming conference.
At the beginning of the episode, Tara reflects on her
unconventional academic journey and how it led her to the field
of Digital Humanities. In Vienna, she works in the areas of
digital textual scholarship and scholarly editing, computational
stemmatology, and sustainable research infrastructures. She
developed STEMMAweb early on as a tool for analysing complex
textual transmission histories, and it is still in use today,
largely thanks to her tenacity. Her current main project is
RELEVEN, which addresses uncertainty in historical data. In this
project, Tara and her team are exploring how temporal, spatial,
and personal data in premodern contexts can be modelled without
creating a false sense of certainty. Tara argues that, especially
for medieval history, it is crucial to design digital data
structures that make historiographical doubt and ambiguity
visible. She also provides insight into the wide thematic range
of her Vienna-based research group, which spans medieval material
culture, prosopography, and questions of cultural identity
formation.
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18.02.2026
16 Minuten
In dieser Kurzfolge von RaDiHum20 geht es weiter mit
den Vorbereitungen für die DHd2026. Dafür ist Gabriel
Viehhauser erneut bei uns im Podcaststudio zu
Gast.
Im Interview erzählt Gabriel, woran in Wien gerade geforscht
wird. Ein wichtiges Projekt heißt „Scalable Reading“
und beschäftigt sich mit Gesamtausgaben aus dem 18. Jahrhundert.
Ziel ist es, diesen besonderen Buchtyp genauer zu
untersuchen: Wie entwickeln sich Gesamtausgaben, welche Bedeutung
haben sie für Autorinnen und Autoren sowie für Verlage, und kann
man literaturwissenschaftliche Annahmen direkt am Material
überprüfen? Besonders herausfordernd sind dabei digitale Aspekte
wie komplexe Layouts mit mehreren Ebenen von Fußnoten und
Apparaten sowie Methoden, um Unterschiede zwischen verschiedenen
Ausgaben sichtbar zu machen.
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17.02.2026
25 Minuten
In dieser Kurzfolge von RaDiHum20 führen wir unsere Reihe zur
DHd2026 in Wien fort und sprechen mit Maria Vargha, die an der
Universität Wien an der Schnittstelle von Digital Humanities,
Mediävistik und Spatial Humanities forscht und lehrt.
Im Interview erzählt Maria von ihrer aktuellen Forschung, die
sich besonders auf die Spatial Humanities konzentriert. Ein
wichtiges Projekt ist das ERC-Projekt RELIG, das sie gemeinsam
mit Kolleg*innen an der Universität Wien und am Naturhistorischen
Museum Wien durchführt. Dabei geht es darum, wie die
Christianisierung und Staatsbildung im frühmittelalterlichen
Mitteleuropa (vor allem in Böhmen, im mittelalterlichen Ungarn
und im heutigen Österreich) das Leben der "normalen"
Alltags-Bevölkerung beeinflusst haben. Im Gegensatz zu vielen
anderen historischen Studien, die sich auf Eliten konzentrieren,
richtet dieses Projekt den Fokus bewusst auf lokale
Gemeinschaften, Begräbnislandschaften, kirchliche Netzwerke und
materielle Überlieferungen.
In this short episode of RaDiHum20, we continue our series on
DHd2026 in Vienna by talking to Maria Vargha. Maria is a
researcher and teaches at the intersection of Digital Humanities,
Medieval Studies, and Spatial Humanities at the University of
Vienna.
In the interview, Maria discusses her current research, which
focuses particularly on Spatial Humanities. One of the key
projects is the ERC project RELIG, which she is conducting with
colleagues from the University of Vienna and the Natural History
Museum Vienna. This project examines the impact of
Christianisation and state formation in early medieval Central
Europe (particularly Bohemia, medieval Hungary, and present-day
Austria) on the lives of ordinary people. Unlike many historical
studies that focus on elites, this project deliberately shifts
attention to local communities, burial landscapes, ecclesiastical
networks, and material remains.
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Über diesen Podcast
Das neue Radio für Digital Humanities bringt dir jeden Monat eine
Interview-Folge mit interessanten Vertreter*innen der digitalen
Geisteswissenschaften auf die Ohren. Hier sprechen wir mit
Kolleg*innen aus den digitalen Geisteswissenschaften über digitale
Geisteswissenschaften. Also merk Dir die 20, denn immer am 20.
eines Monats wird es von nun an heißen: “Hallo und herzlich
willkommen zu RaDiHum20!“
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