Morgenimpuls Archiv
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Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Manch einer von euch wird heute Morgen schon mit diesen Worten innerlich oder äußerlich gesprochen das Kreuzzeichen über seinen Körper gemacht haben. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, das soll mehr als eine Gewohnheit sein. Es ist ein Bekenntnis. Gott ist Beziehung kein ferner Einzelgott, sondern ein Gott in drei Personen Vater Sohn und Heiliger Geist vereint in Liebe. Wenn wir das Kreuzzeichen machen, sagen wir nicht, ich bete zu drei Göttern. Wir sagen, ich bete zu dem einen Gott, der Gemeinschaft ist und uns in diese Gemeinschaft hineinruft.Viele Studierende, denen ich tagtäglich als Hochschulpfarrer begegne, fühlen sich in dieser Welt wie Einzelkämpfer und manches Mal denkt man, sie wollen sich jeden Tag wirklich selbst optimieren. Aber ist das wirklich gut? Glauben heißt nicht nur, an Gott zu glauben, sondern mit Gott zu leben. Deswegen machen wir dieses Zeichen, das Kreuzzeichen über unseren ganzen Leib. Die Dreifaltigkeit Gottes ist sein wahres Wesen, Liebe in Bewegung. Der Vater liebt den Sohn. Der Sohn lebt aus dem Vater. Der Geist ist die verbindende Kraft und alles, was lebt, entsteht aus dieser göttlichen Dynamik. Gott ist keine abstrakte Theorie, sondern gelebte Beziehung. Am Ende stellt sich eine ganz einfache Frage: Wie bleibe ich in Gott und wie bleibt Gott in mir?Die Antwort der Bibel aus dem Johannesbrief ist: Wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. Der Heilige Geist befähigt uns dazu, nicht nur als Kraft, sondern als Gegenwart Gottes in jedem ehrlichen Gespräch, in jeder offenen Frage, in jedem Moment echter Verbundenheit. Gerade im Studium, wo so viele Studierende vieles rational und leistungsorientiert angehen, erinnert uns der Heilige Geist: Es geht nicht nur um Wissen, sondern um Weisheit. Es geht um Liebe und Wahrheit im Kreuzzeichen und im Alltag dürfen wir uns vom Geist leiten lassen. Denn dort, wo die Liebe ist, da ist auch Gott gegenwärtig. So wird Liebe lebendig nicht nur gedacht, sondern gelebt.Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
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Morgen bin ich zu einem Einkehrtag in einer Sauerlandgemeinde eingeladen. In der Anfrage einer Verantwortlichen stand: Im Mittelpunkt soll das diesjährige Leitwort der Pfarrei stehen: "Mit Mut und Vertrauen gemeinsam in die Zukunft". Was die Menschen hier besonders suchen, sind konkrete Anregungen für ihren Glauben. Daher vielleicht thematisch in diese Richtung. Glauben wagen – Zukunft gestalten, Vertrauen wächst im Miteinander und oder Gemeinsam unterwegs – Berufung als Christ heute leben.Als ich das gelesen habe, dachte ich: Oh, das ist ein Programm für eine ganze Woche und andererseits sind es handfeste Programmpunkte: Glauben wagen, Zukunft gestalten, Vertrauen im Miteinander wachsen lassen und gemeinsam unterwegs sein und darin Berufung als Christ heute leben. Damit das nicht nur gut klingende Schlagworte bleiben, ist es eine gute Idee, sich einen ganzen Nachmittag Zeit zu nehmen, statt nur einen Vortrag zu hören und wieder zu gehen.Da die Gemeinde auch auf den 800. Todestag des heiligen Franziskus hinweist, werde ich Franziskus und Klara von Assisi in die thematische Arbeit einbeziehen und auf die verschiedenen Aspekte der damaligen Zeit- und Kirchengeschichte eingehen und darauf, wie die Entscheidungen von zwei Menschen damals für viele bis heute die Arbeit und das Leben vor Gott und für die Menschen geprägt haben. Was mir spontan einfällt, ist natürlich die Friedenssehnsucht jener Zeit, die bis heute dieselbe geblieben ist, die Ehrfurcht vor Gott und seiner Schöpfung und das Engagement für die Bewahrung der Erde heute, der Mut der Klara, sich nur auf Gott vertrauend einem feindlichen Heer entgegenzustellen und das völlig Neue der damaligen Zeit: Leben in Gemeinschaft und Gemeinde auf Augenhöhe zu wagen.Das Schöne an solchen gemeinsamen Zeiten mit engagierten Leuten in einer Gemeinde ist es dann, dass sich Themen und Ideen und Schlagzeilen ganz anders entwickeln als man das vorher planen kann, weil wir alle auch auf das Wirken des Heiligen Geistes vertrauen und Wagnisse eingehen, die den Einzelnen und der Gemeinde guttun.
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In vielen Hallen- und Freibädern gibt es so Strömungskanäle. Da wird aus seitlichen Düsen in der Wand, Wasser unter hohem Druck in den Kanal gepresst und es entsteht eine starke, wilde Strömung. Ich liebe dieses Spiel mit den starken Strömungen und lasse mich gern umherwirbeln und immer wieder in diese Kreiselbahn drücken. Aber hast Du schon mal probiert, in so einem wilden Wirbel gegen die Strömung zu schwimmen? Ich habe es im letzten Urlaub mehrfach probiert, aber es ist mir einfach nicht gelungen. Es hat mich von den Beinen geholt und ich kam auch unter Wasser oder dicht an der Wand entlang nicht dagegen an.Meine Mitschwimmer waren ob meiner Experimente ein bisschen verwundert, aber das hat mich nicht gestört. Ich wollte es probieren. Mitschwimmen im allgemeinen Strudel ist ja meistens nicht das Problem, wenn alle in dieselbe Richtung gedrückt sind und es problemlos mit sich machen lassen. Mitschwimmen im allgemeinen Alltagsleben auch nicht. Wenn alle alles in gleicherweise tun, fällt man nicht auf und eckt nicht an.Aber Christen haben da eigentlich von Natur aus von ihrem Gründer her keine Chance, mit allen alles gleich zu tun. Jesus war schon nicht Mainstream, nicht der, der im Hauptstrom mitgeschwommen wäre. Er ist angeeckt, hat die Schriften des Alten Bundes anders ausgelegt, hat von seinem barmherzigen Vater erzählt, hat nicht die Erfüllung von hunderten Geboten und Gesetzen verlangt, sondern das Hauptgebot der Liebe betont, das eigentlich schon immer das erste und wichtigste war.Ein Lied, das ich sehr mag, erinnert mich immer daran: Da heißt es: "Gott ist nur Liebe, wagt für die Liebe alles zu geben, Gott ist nur Liebe, gebt euch ohne Furcht." Das klingt nicht nach Friede, Freude, Eierkuchen, sondern nach Wagnis und Einsatz und Hingabe an das, was mir wichtig ist im Glauben und im Leben.Und eine Dame, hat nach meinen Gegenstromversuchen im Schwimmbad gemeint: "Ja, gegen den Strom zu schwimmen ist nicht leicht, aber es ist immer jeden Versuch wert." – Sie hatte mich und meine Versuche durchschaut. Das hat mit gefallen.
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Am vergangenen Sonntag im Gottesdienst hat der Priester in der Predigt einen Schlussgedanken formuliert, der mir sehr gefallen hat. Also habe ich ein bisschen recherchiert und nachgeforscht und den Hintergrund gefunden. In einem Buch über das Charakterbild des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer wird davon erzählt, dass der weltberühmte Baptistenprediger und Evangelist Billy Graham bei Adenauer zu Besuch war.Graham war in den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts weltberühmt. Er füllte große Kirchen, Säle und ganze Stadien, wenn er kam, um zu predigen und den Menschen Gottes Wort zu erklären.Die beiden haben sich ausführlich und gut unterhalten und Adenauer war beeindruckt davon, dass Billy Graham auf alle Fragen des Glaubens eine fundierte Antwort hatte und in allem sicher Auskunft geben konnte. Aber zum Ende des Gesprächs kommt diese kurze Bemerkung Adenauers, der ein gläubiger Katholik ist. Er sagt zu Billy Graham: "Ich freue mich über alle, die Menschen zu Gott führen, aber nehmen sie mir bitte eine Bemerkung nicht übel: Wenn ich sehe, wie sicher Sie im Glauben sind, bin ich froh, dass ich katholisch bin. Wissen Sie, als Katholik muss man nicht so sicher sein: Da genügt es, wenn man den aufrichtigen Wunsch hat glauben zu können. Glauben ist eine Gnade, die man nicht erzwingen kann.""Isset nit härrlich", würde jetzt ein Kölner sagen und damit sein Gefallen ausdrücken. In den Texten der Bibel findet man dazu viele verschiedene Aussagen. "Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin", heißt es da oder auch: "Meine Gnade genügt Dir, denn meine Kraft wird in den Schwachen vollkommen." Es ist eine sehr befreiende Kraft im Alltag und eine Stärkung im täglichen Leben. Das Wissen um die Gnade Gottes befreit uns davon, uns immer wieder vor Gott und den Menschen beweisen zu müssen.Also kommt das Wort in den Tag für Dich heute von Konrad Adenauer: "Wissen sie, als Katholik muss man nicht so sicher sein: Da genügt es, wenn man den aufrichtigen Wunsch hat glauben zu können. Glauben ist eine Gnade, die man nicht erzwingen kann." – Sehr tröstlich.
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Ein kleiner Spielerkreis am Rande des Spielfelds, einige aus Curacao und zwei Deutsche. Der Reporter fragt Felix Nmecha, ob er sagen könne, was da war. Und der Spieler erklärt es freundlich und einfach: "Im Spiel sind wir Gegner aber sonst sind wir Christen und Brüder. Und wir haben mit diesem Spiel Jesus verherrlicht und ein kurzes Gebet gesprochen."Das ist ja mal eine Aussage die mich beeindruckt hat! "Und wir haben mit diesem Spiel Jesus verherrlicht." Er hat ganz einfach gesagt, was Christsein ausmacht: in allem was ich tue Gott verherrlichen. Und da ist es ganz gleich, ob ich den Haushalt mache, mich um die Kinder und Angehörige kümmere, ob ich meiner täglichen Arbeit nachgehe, Zeitung lese, im Netz scrolle, mich mit Freunden treffe, ob ich liebe, leide, mich freue oder traurig bin.Von manchen Großen früherer Tage in der Kirche kennen wir solche Worte auch. Teresa von Ávila sagt unter anderem: Gott findest Du auch zwischen den Kochtöpfen. Oder Ignatius von Loyola merkt an: Alles zur größeren Ehre Gottes. Wenn ich das in meinen Alltag hineinkriege, dann habe ich gewonnen: an Vertrauen, an Trost, an Gewissheit. Und es haben beim Gebet nach dem Spiel auch die mitgebetet, die eins zu sieben verloren haben. Also auch in Niederlagen, Blamagen, Traurigkeiten oder sogar Verzweiflung gilt es, in allem Gott zu verherrlichen.Na klar hat mir der Sieg der deutschen Mannschaft gefallen und die Angst vor dem frühen Ausscheiden etwas nach hinten verbannt. Aber diese schönen Worte aus dem Mund eines Spielers beflügeln mich und tun mir gut und helfen mir, daran zu denken, was auch ein Motto unserer Gemeinschaft ist: vor Gott und für die Menschen. Dafür musst Du nicht im Kloster leben oder bei der Kirche angestellt sein. Ganz einfach Christ sein und Jesus verherrlichen geht für jeden und immer. Heute auch.
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Eigentlich war alles ganz einfach am Donnerstag. Weil unser Internet plötzlich schwach und das Telefon immer nur schlecht funktioniert hat, gab es eine neue Fritzbox mit der Anleitung zum Aufbau und die Installation ist ja nicht so schwierig. Aber das war es wohl doch. Nach einigem Hin und Her und vielen Versuchen funktionierte plötzlich gar nichts mehr. Kein Fernseher für den geliebten Fußball, kein Telefon und so weiter. Erst war ich ein bisschen ärgerlich, weil ich dachte, wenn das jemand übernimmt und glaubt, es zu können, dann sollte das auch gehen. Aber dann haben wir gelacht und gemerkt, dass es auch ohne Internet im Haus geht. Vorläufig. Bis es dann am nächsten Morgen repariert worden ist. Für viele Menschen ist das Internet mittlerweile so extrem wichtig, dass es Krisen und Katastrophen gibt, wenn es mal ausfällt. An dieser Stelle fällt mir dann die Geschichte mit dem Spinnennetz ein. Die Spinne hatte ihr wunderschönes Netz gewoben, Runde um Runde gesponnen und gut verklebt. Von den Fliegen, die sich darin verfangen haben, konnte sie gut leben. Aber eines Tages fiel ihr der Faden nach oben auf, an dem sie das Netz vor langer Zeit aufgehangen hatte, von dem sie aber jetzt nicht mehr wusste, wofür er da sein sollte. Also hat sie den Faden durchgebissen und das Netz schlägt über ihr zusammen und stürzt ab. Geht bei mir alles den Bach runter, wenn das Internet nicht geht oder habe ich sogar vergessen, wozu die Verbindung nach viel weiter oben, als zur Cloud, funktioniert?Meine Verbindung zu dem, der alles menschliche Denken, Fühlen und Verstehen übersteigt, der mein Lebensgrund und meine Hoffnung ist und den wir Gott nennen, muss ebenso gepflegt und aufrechterhalten werden wie die Internetverbindung und der Faden der Spinne - als Beispiel. Zeit zum Beten, Zeit zum Lesen in der Bibel, Zeit zum Sein vor Gott stärkt die Verbindung und lässt sie nicht schwach werden oder sogar reißen. Und selbst wenn das passiert, kann ich immer neu anfangen, diese Verbindung wieder herzustellen.
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Nächste Woche starten bei uns die ersten Abschlussfeiern. Ein wunderschöner Tag. Die Absolventinnen und Absolventen tragen schicke Anzüge oder schöne Kleider. Aufwendige Frisuren. Und das Schönste, was alle tragen, sind ihre Gesichter. Da ist so viel zu sehen: Freude. Erleichterung. Ausgelassenheit. Und gleichzeitig ist da auch etwas anderes. Vielleicht Enttäuschung über eine Note. Vielleicht Tränen, die irgendwann kommen. Weil dieser Tag eben auch Abschied bedeutet. Für mich steckt genau darin etwas ganz Besonderes: Dass beides gleichzeitig da sein darf. Das Ende. Und der Anfang. Das, was geschafft ist. Und das, was noch kommt. Und ich glaube: Gott ist genau in diesem Dazwischen. Wie jemand, der seine Hand auf meine Schulter legt und leise sagt: „Es geht zu Ende – und es geht weiter.“ „Du hast es geschafft – und dein Weg geht weiter.“ Gott geht mit. Nicht nur am Anfang. Nicht nur am Ziel. Sondern genau in diesen Momenten dazwischen. Vielleicht sind das die kleinen Auferstehungen in unserem Leben. Wenn etwas zu Ende geht – und gleichzeitig etwas Neues beginnt.
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Ich stand neulich in der Gemüseabteilung im Supermarkt und wollte meinen Mann rufen, um zu fragen, was wir die nächsten Tage essen wollen. Ich rufe also seinen Namen – und ein Mitarbeiter dreht sich völlig irritiert zu mir um. Ich schaue auf sein Namensschild… und merke: Ich habe einfach ihn beim Namen gerufen. Wir mussten beide lachen. Mit meinem eigenen Namen ist das übrigens anders. Mein Nachname wird fast immer falsch ausgesprochen. Ich bin das gewohnt und nehme es niemandem übel. Manchmal sage ich ihn einmal richtig – einfach so. Aber meistens lasse ich es auch gut sein. Und trotzdem: Es macht einen Unterschied, ob jemand meinen Namen richtig sagt. Weil ein Name mehr ist als ein Wort. Er gehört zu mir. Zu dem, wer ich bin. Und ich glaube: Gott kennt meinen Namen. Nicht nur so, wie er irgendwo steht. Sondern wirklich. Gott kennt mich – so wie ich bin. Und vielleicht sogar noch besser, als ich mich selbst kenne. Mit allem, was ich zeige. Und auch mit dem, was ich manchmal selbst noch gar nicht sehe. Und manchmal frage ich mich: Höre ich eigentlich, wenn Gott mich ruft? Zwischen all den Stimmen im Alltag, zwischen Gesprächen, Gedanken und Geräuschen. Vielleicht geht es gar nicht darum, alles sofort zu verstehen. Sondern darum, immer wieder kurz stehenzubleiben und hinzuhören. Weil da einer ist, der mich wirklich kennt. Und der mich beim Namen ruft.
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Gestern Abend hat sie endlich begonnen, die Fußballweltmeisterschaft. Ich gebe gerne zu, dass ich ein unrettbarer Fußballfan bin und mich auch von Skandalen, Niederlagen, frühem Ausscheiden und schrecklichem Millionenwucher nicht davon abbringen lasse. Bis jetzt noch nicht, obwohl die Herren der Fifa scheinbar alles darauf anlegen. Fußball wird auf der ganzen Welt gespielt, in riesigen Stadien und am Strand, in ärmsten Favelas und im Busch, mit modernen Hightechbällen und mit Lumpenbündeln, in Spezialschuhen und barfuß, mit überteuerten Trikots und mit nacktem Oberkörper und die Begeisterung ist überall gleich. Jubel und Tränen, überschäumende Freude und tiefe Trauer sind in jedem Spiel zu finden. Und viele Menschen hängen mit ganzem Herzen an diesem Spiel und strahlen dabei eine unbändige Freude aus.Und heute feiern Christen auf der ganzen Welt das Herz Jesu Fest. Wieso sollte ich ein Herz verehren, ist wahrscheinlich hier eine treffende Frage. Aber in der Herz-Jesu-Verehrung wird Jesus Christus unter dem Symbol seines Herzens als die personifizierte Liebe verehrt. Wir verorten die Liebe eines Menschen am Herzen, weil wir kein treffenderes Bild dafür haben. Und wenn wir sagen, dass jemand ein gutes Herz hat, ist genau das gemeint. „Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heils", heißt es in der Eröffnung zur heiligen Messe.In der Lesung des heutigen Morgenlobes aus dem Buch Jeremia gibt es einen wunderbaren Satz, der über die Jahrhunderte für alle Israeliten und über zwei Jahrtausende für alle Menschen gilt, die an Gott glauben und Christus nachfolgen wollen. Da heißt es, dass Gott sagt: „Ich lege mein Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz“. Gott gibt uns nicht eine ausformulierte schriftliche Handlungsanweisung, die genau sagt, was zu tun ist. Er macht es viel eindringlicher und schreibt es uns Menschen auf unser Herz.Denn Glauben heißt nicht, im Nachhinein Dinge für wahr halten, sondern Glauben heißt: für die Zukunft und ein gelingendes Leben mein ganzes Herz auf Gott setzen. Es ist ein guter Tipp für uns heute, für unser Leben als Christen mit unserer Begeisterung für den weltumspannenden Fußball.
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Heute denken wir beim Beten und im Gottesdienst an einen der Apostel, also einen, den sich Jesus selbst in seinen engeren Mitarbeiterkreis genommen hat. Die vielen Geschichten, die wir über den Apostel Barnabas so lesen können, klingen echt spannend und er war viel unterwegs im Auftrag seiner Mitapostel. Der Gemeinde im Jerusalem kommt zu Ohren, dass es in Antiochien viele Bekehrungen und Taufen gibt. Und so schicken sie ihn dorthin, um zu schauen, was da abgeht, wie man heute sagt. Und dann kommt ein wunderbarer Satz in der Apostelgeschichte, wo es heißt: Als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, dem Herrn treu zu bleiben, wie sie es sich im Herzen vorgenommen hatten. Ist das nicht ein wunderbarer Satz: Als er die Gnade Gottes sah, freute er sich. Wie geht es Dir damit? Sehen wir noch die Gnade Gottes, also sein Dasein mit uns in unserem Christsein im Alltag? Und was erfüllt uns dabei mit Freude und stärkt und ermutigt uns?Gestern gab es für mich und viele andere eine wunderbare Gelegenheit dazu, gestärkt und ermutigt zu werden. Es gab ein Gebetsfrühstück, ausgerichtet vom SKF, dem Sozialdienst katholischer Frauen. Ein Gebetsfrühstück ist eine ziemlich gute Erfindung und beinhaltet einen Gebetsteil in einer Kapelle mit Musik und Gesang, einem geistlichen Impuls, einem Interview, diesmal mit einer sehr kompetenten Kriminalhauptkommissarin, einem Bericht zur Lage des SKF und Begrüßungen neuer Mitarbeitenden und Verabschiedungen. Viele Blumen, viel und herzlichen Beifall und zwischendurch ein paar Tränen der Rührung ob der Ehre. Nach Segen und Schlusslied gibt es im Garten Kaffee und Brötchen und einen herzlich frohen und tiefen Austausch zu den vielfältigen Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft. Es war beeindruckend die vielen Menschen zu sehen, die beruflich oder ehrenamtlich sich für Menschen einsetzen, die oft nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen und ihnen mit Würde und Respekt zu begegnen und Hilfe anzubieten, wenn sie es annehmen können.
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Gestern bin ich für eine Heimfahrt in den ICE gestiegen, habe es mit auf einem Fensterplatz gemütlich gemacht und hatte mehr als zwei Stunden Zeit bis zum nächsten Umstieg. Also habe ich mein Strickzeug aus der Tasche genommen und fröhlich drauflos gestrickt. Und dann habe ich so nach und nach Gespräche ringsum mitbekommen. Links hinter mir hat eine junge Frau ihrer Freundin, die ihr gegenübersaß, den weiteren Verlauf ihres Studiums erklärt und welche Module sie noch machen muss für den Bachelorabschluss. Und als die Freundin gefragt hat, wozu das denn gut sein soll hat die geantwortet: Das weiß ich auch nicht so genau, aber es wird für schon für irgendetwas gut sein. Naja, habe ich gedacht, dass ist ja mal ein Vertrauen ins Nichtwissen. Und dann begann der Herr vor mir mit einer Videokonferenz zur Vorbereitung eines Meetings, das in drei Stunden stattfinden sollte, und für das irgendwie die Abläufe noch nicht so klar waren. Und von all dem, was er da erzählt hat, habe ich echt nichts verstanden. Ich habe zwar die Worte verstanden, aber nicht den Inhalt. Es ging um betriebswirtschaftliche Vorgaben und Anweisungen und es fielen so viele Fremdworte, dass mir Hören und Sehen vergangen ist. Und dann habe ich gedacht, dass das garantiert auch Menschen so geht, die mit unserem normalen katholischen Kirchenvokabular in Kontakt kommen und zwar Worte hören, aber nicht verstehen, worum es da echt geht. Also, zum Beispiel: Absolution oder Epistel, Pontifikat oder Offizium, Gnade oder Eucharistie. Ich denke schon, dass wir schon ein bisschen schauen können, welche Binnenkirchensprache heute noch Leute außerhalb unserer katholischen Babbel anspricht und wie wir einfacher und in heutiger Wortwahl agieren können. Und dann hat der Meetingvorbereiter vor mir mit einem Kunden telefoniert und mit ihm geklärt, dass sie die Gestaltung der Kücheninsel und der Sitzgruppe für seine Küche seinen Wünschen anpassen werden und ihm noch heute einen geänderten Plan schicken wird. Ah ja, dachte ich, da kann ich wieder verstehen, worum es geht.
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Ich habe eine meiner Mitschwestern im Krankenhaus besucht und dort auch eine andere Schwester angetroffen. So haben wir eine schöne Dreierplauderei gehabt und irgendwann zwischendurch hat sie kurz erwähnt, dass sie mich schon vermisst habe. Automatisch rechtfertigt man sich und ich habe auf die Domradio-Assisifahrt verwiesen und wir hatten rasch ein schönes Thema. Aber sie hat natürlich recht. Wenn Mitschwestern, wenn Angehörige krank und sogar im Krankenhaus sind, ist es eines der wichtigsten Werke der Barmherzigkeit. „Ich war krank und ihr habt mich besucht“ ist eine der zentralen Stellen aus dem Matthäusevangelium, wo es um Nächstenliebe und Barmherzigkeit geht und den Hinweis, dass alles, was wir unserem Nächsten Tun, an IHM – Jesus Christus getan ist. Ich denke, Du und ich und viele andere kennen das auch. Man hat gehört, dass jemand krank ist und nimmt sich echt vor, einen Besuch zu machen. Und dann kommen all die tausend Sachen dazwischen, die den Alltag hektisch und voll machen, und schon hat man es vergessen. Es ist nie böse, es ist aber schade. Eine Möglichkeit ist es, sich den Besuch echt im Kalender einzutragen und die Erinnerungsfunktion einzuschalten, damit man es nicht vergisst. Die klassischen Werke der Barmherzigkeit: Hungrige speisen, Durstige tränken,Fremde beherbergen, Nackte kleiden, Kranke besuchen, Gefangene besuchen und Tote bestatten werden tatsächlich nie unmodern und sind konkrete physische Hilfe in Notlagen also praktische Nächstenliebe und Mitgefühl gegenüber Menschen. Und es geht dabei immer auch um die Förderung sozialer Verantwortung des Einzelnen in der Gesellschaft.Heute werden die Werke der Barmherzigkeit auch in zeitgemäßer Form interpretiert, z. B. durch Zuhören, Anerkennung und positive Kommunikation, um soziale Isolation und emotionale Not zu lindern. Papst Franziskus hat im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit (2016) die Bedeutung die Herzen füreinander zu öffnen und Barmherzigkeit aktiv zu leben betont, und das gefällt mir gut: die Herzen füreinander öffnen.
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Herzlich willkommen zum Gebet am Montag.Auf unserer Internetseite Franziskanerinnen.de gibt es eine Funktion "Gebetsanliegen".Da heißt es: "Die Schwestern im Mutterhaus lösen sich während des Tages zur Anbetung in der Sakramentskapelle ab. Die Anbetung Gottes und das Gebet für die vielfältigen Nöte und Anliegen der Menschen sind der verantwortungsvolle Inhalt unseres Betens. Lassen Sie uns bitte wissen, wenn Sie ein besonderes Gebetsanliegen haben. Wir nehmen alle ernst gemeinten Bitten und Anliegen in unsere täglichen Gebete auf. Wenn Sie möchten, veröffentlichen wir Ihr Anliegen auch anonym auf dieser Seite".Und so kommen seit Jahren immer Anliegen der Menschen, die dem Gebet der Schwestern vertrauen, per Mail bei mir an und wir beten dafür im Konvent und im Mutterhaus. Sehr oft sind es die Nöte in den Familien um Krankheit, Arbeitslosigkeit, Trennung und viele solcher Sorgen. Aber es gibt auch Anliegen, wo Menschen von schweren inneren Problemen berichten und von Schwierigkeiten, die sehr ins Pathologische abgleiten und bei denen wir sehr hoffen, dass sie außer unserem Gebet auch medizinische und psychologische Hilfe bekommen. Die Zusicherung unseres Gebets bleibt. Aber ich hoffe immer sehr, dass sich Menschen auch solche Hilfe holen und der Medizin ebenso vertrauen wie unserem Beten.Gestern haben wir im Sonntagsgottesdienst dieses Evangelium gehört in dem Jesus sagt: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.“ Und an anderer Stelle sagt er: „Ich will das sie das Leben haben und es in Fülle haben“ Ich denke, dass Beides zusammen wichtig und notwendig ist: die Zusicherung Gottes, dass er will, dass wir das Leben in Lebendigkeit und Fülle haben, aber auch, dass wir uns an Ärzte wenden, die der Not an Leib und Seele abhelfen können.
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Freundschaft leben In diesen Tagen gehen Kinder wahrscheinlich besonders gerne zum Kiosk oder zur Eisdiele, um sich ein Eis zu holen. Die Auswahl ist oft erstaunlich: so viele Sorten, dass einem das Wasser im Mund zusammenläuft.Wahrscheinlich war es bei euch ähnlich wie bei mir als Kind: Man hat sich endlich entschieden – „Dieses Eis möchte ich haben!“ – und dann kam die große Enttäuschung: „Haben wir nicht“, „Gibt es nicht mehr“, „Ist heute nicht da.“ Was draufstand, war nicht drin.Eine Erfahrung, die wir aus unserem Leben kennen: Enttäuschung, weil etwas nicht erfüllt, was versprochen schien. Manchmal passiert es auch umgekehrt: Wir glauben, etwas sei versprochen, obwohl es gar nicht auf der Karte steht.Bei Enttäuschungen ärgert man sich schnell. Aber wer Teil des Angebots ist, kann sich nicht einfach herausreden. Authentizität zählt: Was drin ist, muss auch draufstehen.Das lässt sich auf unser Leben übertragen – besonders auf Freundschaft. Verwandtschaft hat man, Freunde findet man. Und doch sollen wir als Gemeinschaft, als Christen, Freunde sein. Aber was haben wir eigentlich zu bieten? Wirkliche Freundschaft? Ehrliche Geschwisterlichkeit?Ein mittelalterlicher Wahlspruch kann uns vielleicht ein Leitbild geben:Im Notwendigen herrsche Einmut, im Zweifelhaften Freiheit, in allem aber die Nächstenliebe.Das ist ein Grundgesetz des Zusammenlebens und zugleich ein Modell christlicher Freundschaft: klar in den wesentlichen Dingen, tolerant in den Zweifelsfällen und immer geprägt von Liebe.Wir können nicht wie ein isoliertes Dorf existieren, abgeschottet und nur für uns selbst. Aber wir können hinausgehen, Freundschaft zeigen, uns einbringen und für andere da sein.Authentische Freundschaft bedeutet: Man streitet, man hadert, aber man bleibt verbunden. Und dann geht man gemeinsam hinaus in die Welt, um Gutes zu tun. Ein bisschen wie Asterix und Obelix in ihrem kleinen Dorf in Gallien: Drinnen haben sie manches Mal gestritten, aber draußen haben sie zusammengehalten.Vielleicht ist genau das das Geheimnis: Freundschaft leben heißt, sich wirklich einzubringen, verlässlich zu sein und die Verbindung nicht aufzugeben – damit drin ist, was auch draufsteht.
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Sich wandeln lassenIn diesen Tagen kommen viele Menschen in Köln zusammen zur Eucharistischen Konferenz ”Kommt und seht“. Eine tolle Möglichkeit, sich diesem großen Geheimnis der Liebe Gottes neu zu stellen. Und wir wollen uns vorbereiten auf das große Jubiläum ”750 Jahre Fronleichnam in Köln“.Aber was ist das eigentlich für ein Zeichen, das da geschieht? Vielleicht hilft der Blick auf andere Zeichen, um es tiefer zu verstehen. Manchmal begegnen mir Studentinnen und Studenten in der Hochschulgemeinde, die dann auf einmal ein zerbrochenes Herz um den Hals tragen: der junge Mann auf der einen, die junge Frau der anderen.In der Antike, im römischen und griechischen Raum, waren solche Zeichen – zerbrochene Herzen, Ringe oder auch zerbrochene Stäbe – Zeichen, die die Gegenwart, das Zusammensein und die Verbindung repräsentierten. Sie hatten sogar einen rechtlichen Charakter.Das lateinische Wort "Sacramentum" bezeichnet ein Pfand, das verloren ging, wenn ein Eid gebrochen wurde. Es setzte eine Gemeinschaft voraus, die sich durch das Zusammenfügen wieder verlebendigte.Auch die Eucharistie, die heilige Kommunion, ist ein Zeichen der Nähe – und sie schafft Nähe. In der Feier der Eucharistie drückt sich das geheimnisvolle Zusammenwirken von Gott und Mensch aus. Ein "Mysterion" bezeichnet das Geheimnis, das sich hier vollzieht. Worin liegt es heute für uns?Es ist zunächst eine Danksagung. Beim Abendmahl feierte Jesus diese Danksagung ”für euch und für die vielen“. Er stiftet Versöhnung, schenkt Vergebung und ermöglicht Wandlung, Neuschöpfung und Neubeginn.Die heilige Mutter Teresa hat einmal gesagt: ”Keiner darf aus der Kirche hinausgehen, wie er hineingegangen ist.“ Durch den Heiligen Geist geschieht die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. Und doch geht es nicht nur um das, was auf dem Altar geschieht – es geht um uns, es geht um dich und mich.Wie lassen wir uns hineinnehmen? Nehmen wir Jesus einfach nur auf, oder lassen wir zu, dass er uns wandelt? Die Eucharistie lädt uns ein, selbst gewandelt zu werden. Das Gebrochene, wir Menschen, wird zusammengefügt – wie die zerbrochenen Zeichen der Verbundenheit in der Antike.Wandlung bedeutet aber auch, anders in der Welt zu wandeln: anders miteinander umzugehen, anders zu leben. Jesus gibt uns die Möglichkeit, diese Nähe zu feiern, Dankbarkeit zu spüren und Veränderung zuzulassen.Das Geheimnis der Eucharistie, dem wir in diesen Tagen in Köln mehr nachgehen, zeigt uns, dass wir sind als Gemeinschaft miteinander verbunden sind, dass wir werden gewandelt werden, und dass wir diese Wandlung in die Welt hinaustragen.Erinnert euch noch einmal, was Mutter Teresa gesagt hat: ”Keiner darf aus der Kirche hinausgehen, wie er hineingegangen ist.“ Lassen wir uns auf diese Wandlung ein.