Priester-, Ordens- und Ehejubiläen sind eine wunderbare
Gelegenheit, sich mit vielen Menschen zu treffen, einen festlichen
Gottesdienst zu feiern und bei einem Glas Sekt oder feinem Essen
sich zu erinnern und Anekdoten und Geschichten aus langen Jahren zu
erzählen.Ein sechzigjähriges Priesterjubiläum konnten wir am
Wochenende hier in Olpe mitfeiern. Diamantenes Jubiläum nennt man
das auch. Und wenn man nach Bedeutung eines Diamanten nachforscht,
erhält man zur Antwort: der Diamant als Symbol steht für Härte,
Stärke und Unzerbrechlichkeit und soll bedeuten, dass nach so
vielen Jahren eine Beziehung ein Dienst so wertvoll und stark wie
ein Diamant geworden ist.Hart, stark und unzerbrechlich wirkte der
Jubilar gar nicht, aber ich war schon erstaunt über seine klare
Stimme und die noch sichere Art den Gottesdienst zu feiern.In der
Predigt habe ich dann Erklärungen gehört, die mir sehr viel besser
zu diesem alten Priester und seinem jahrzehntelangen Beten,
Arbeiten und Leben zu passen schienen.Da hieß es: „Du bist und
warst da zum Heilen. Wenn heilen nicht mehr ging, zum Lindern, wenn
lindern nicht mehr ging, zum Trösten und wenn auch trösten nicht
mehr ging und geht, warst und bist Du immer da.“ Treu da sein war
und ist das, was zählt. Da sein im Dienst und vielfältigen
Aufgaben, da sein in schwierigen eigenen Lebenslagen, da sein, wenn
Ansprüche und Aufgaben von außen zu groß scheinen, da sein, wenn es
bleibt, bei und mit denen zu sein, die in Alter, Schwachheit und
Krankheit aushalten und da sein, wenn einstige Weggefährten
sterben. Von Detlef Jöcker gibt es ein Lied, dass genau diese
Eigenschaften Gottes besingt:1. Du bist da, wo Menschen leben, du
bist da, wo Leben ist.2. Du bist da, wo Menschen lieben, du bist
da, wo Liebe ist. 3. Du bist da, wo Menschen hoffen, du bist
da, wo Hoffnung ist.Und wenn man von einem Menschen nahezu dasselbe
sagen kann, was man in diesem Lied von Gott singt, kann man wohl
ins Staunen geraten und für ein gelungenes Leben danken.
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