Sommerzeit ist Urlaubszeit und so darf ich euch heute alle begrüßen
beim DOMRADIO-Morgenimpuls. Ich darf euch in den nächsten Wochen
ein bisschen intensiver begleiten, denn Schwester Katharina hat
sich in ihren wohlverdienten Sommerurlaub aufgemacht und so grüßen
wir sie ganz, ganz herzlich hier aus dem DOMRADIO in Köln und wir
sagen auf Wiedersehen, bis sie zum nächsten Mal wieder hier bei uns
sein wird (24. August). Auf Wiedersehen, für Gott, tschüss,
adieu – Worte, die wir jeden Tag verwenden, fast
automatisch.Verabschiedungen sind mehr als Floskeln. Sie tragen
immer auch eine Botschaft, einen Wunsch, eine Zusage, manchmal
sogar eine Erwartung. Sie zeigen, wir nehmen den anderen in unsere
Gedankenwelt mit, auch wenn wir gerade auseinandergehen.In der
Liturgie der Kirche werden wir am Ende der Messe mit den Worten
verabschiedet: „Gehet hin in Frieden!“ Frieden? Ein Auftrag
oder eine Hoffnung? Vielleicht beides. Es ist nicht einfach, ein
leises Tschüss, sondern ein Aussenden, ein Gesendetsein.Wir sind
aufgerufen, den Frieden weiterzutragen, Hoffnung sichtbar zu
machen, anderen Menschen ein Zeichen von Vertrauen, Geborgenheit
und Zuversicht zu schenken. Hoffnung ist dabei aber nicht nur ein
schönes Gefühl, sie ist eine Tugend, eine innere Haltung, aus der
wir handeln. Tugenden prägen unser Leben, sie formen unseren
Blick auf die Welt, sie lenken unsere Entscheidungen, sie wirken in
unseren Handlungen.Hoffnung zeigt uns, dass es über das Hier und
Jetzt etwas gibt, das uns trägt, dass das Leben nicht nur ein
Immer-Weiter-So ist, sondern Sinn hat, dass Gott uns hält und dass
das Ewige Leben eine reale Perspektive ist. „Gehet hin in Frieden“
- diese Verabschiedung ist nicht nur für uns selbst.Wir werden
gesendet, wir dürfen hinausgehen in die Welt, in unsere Familien,
in unsere Nachbarschaft, an unsere Arbeitsplätze und ein Stück
Hoffnung weitertragen. Wir dürfen Menschen zeigen, dass es
mehr gibt als Sorgen, Konflikte und Hektik, dass Vertrauen, Frieden
und Geborgenheit möglich sind. Jede Verabschiedung kann so ein
kleiner Anfang sein, ein Zeichen dafür, dass wir Hoffnung haben,
dass wir aus Frieden handeln und dass wir ausgesandt sind.Und so
verabschieden wir uns nicht nur im Alltag, sondern im Leben mit
Hoffnung, mit Frieden und mit der Gewissheit, dass wir gesendet
sind, um Zeichen des Lebens und der Liebe in diese Welt zu
bringen. Info der Redaktion: Montag bis Freitag erzählt die
Olper Franziskanerin Schwester Katharina außerhalb ihres
Sommerurlaubs von ihren Gedanken zu Gott und die Welt. Samstag und
Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac
und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag
miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als
Podcast.
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