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Von Bonifatius lernen - Begabungen einsetzen Herzlich willkommen am Freitagmorgen zum gemeinsamen Beten.Tja, so ist das schon mal. Gestern hatte ich morgens erzählt, dass es wegen der so schlechten Wetterprognose keine Prozession in unserer Stadt geben wird. Aber ich hatte nicht mit dem Engagement der vielen Gemeindemitglieder gerechnet, die morgens um 6.00 Uhr im Regen beschlossen hatten: Die Prozession findet doch statt und alles aufgebaut und vorbereitet haben.Und es wurde so. Eine Statio in der einen Kirche, Prozession zu einer Wiese in der Innenstadt, dort Heilige Messe und dann weiterer Prozessionsweg mit einem Segensaltar und mit dem Abschluss in der Pfarrkirche mit allem Drum und Dran. Und danach Frühschoppen auf dem Kirchplatz mit Gegrilltem und Getränken und viel Freude mit vielen Menschen.Besser kann man, glaube ich, Gemeinschaft und Gemeinde nicht beschreiben. Sich vorfreuen auf den Gottesdienst, der bei Regen in der Kirche gefeiert worden wäre, der Beschluss von einer kleinen Gruppe, die Lust und Mut hatte zu sagen: Wir machen das, und dann die große Festfreude beim gemeinsamen Singen, Beten und Feiern.Ich glaube, dem Heiligen Bonifatius, dem großen Apostel der Deutschen, hat das sehr gefallen. Er predigte im achten Jahrhundert mit großem Erfolg in Hessen und Thüringen, gründete sechs große Klöster und machte sich dann ans Werk, die Kirche zu ordnen und die Bistümer Salzburg, Regensburg, Passau, Würzburg und Erfurt zu gründen.Er wurde dann Bischof in Mainz und war sich nicht zu schade, nochmals eine Missionsreise zu unternehmen, bei der er am 5. Juni 754 den Martertod erlitt.Bonifatius war kein bedeutender Theologe, aber er verband missionarischen Eifer mit einer seltenen Begabung für Organisation und Administration. Und er ist nicht sitzen geblieben auf seiner ersten Berufung, sondern hat sich von Gott immer neu herausrufen lassen zu neuen Aufgaben.Vielleicht ist es das: Er hat die Begabungen, die er von Gott geschenkt bekommen hat, geschult, entwickelt und immer neu eingesetzt.Was sind so Deine Begabungen, die Du heute einsetzen kannst? Welche Fähigkeiten, die Du als Gabe bekommen hast, hast Du noch gar nicht richtig wahrgenommen und ausprobiert?Die Organisatoren und Engagierten gestern haben alle ihre Fähigkeiten und Begabungen eingesetzt und ein wunderschönes Fest möglich gemacht.Das ist eine Überlegung heute wert am Tag des heiligen Bonifatius, des Apostels der Deutschen.
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Es ist und bleibt ein GeheimnisHerzlich willkommen am Morgen des Fronleichnamsfestes.Es wird heute bei uns keine Prozession geben, tatsächlich wegen der unglaublich schlechten Wetterprognose: Dauerregen, Gewitter mittendrin und Starkregen.Also erinnern wir uns an die letzten Jahre und die Prozessionen. Und Erinnern ist auch ein Anlass für dieses so schwer zu erklärende Fest. Erinnern daran, dass dieser Gott nicht in der Ferne geblieben ist, sondern nahegekommen, so nahe, dass er umgebracht werden konnte und trotzdem bleibt.Und dann ein Phänomen.Zum Abschluss der Prozession wird immer der sakramentale Segen gespendet. Vorher kommt das dafür typische Lied, das der Organist auch mit der Nr. 495 angeschlagen hatte: "Sakrament der Liebe Gottes, Leib des Herrn sei hoch verehrt!“ Aber das hat die vielen Menschen überhaupt nicht beeindruckt. Sie haben voller Inbrunst und vollem Herzen die lateinische Version gesungen: "Tantum ergo sacramentum, veneremur cernui“.Zunächst musste ich schmunzeln. Und eine junge Frau neben mir, die schon sehr weitgereist ist, bemerkte ganz trocken: „Es ist sehr beruhigend, dass es auf der ganzen Welt so ist: Wenn diese Melodie kommt, wird lateinisch gesungen“.Für meine Begriffe gibt es dafür eine sehr gute und einleuchtende Erklärung. Wie kann ich dieses Geheimnis, dass Gott Mensch geworden ist, unter uns gelebt hat, gestorben ist und auferstanden, in den Himmel aufgefahren ist und trotzdem unter uns, in dieser kleinen Scheibe Brot gegenwärtig ist, denn plausibel erklären? Ich kann es nicht. Und viele Theologen, die sich in komplizierter Sprache daran wagen, eigentlich auch nicht.Es ist und bleibt ein Geheimnis. Und die Gläubigen spüren das sehr genau und belassen das Geheimnis auch, indem sie selbst die erklärenden deutschen Lieder lieber lateinisch singen. Latein kann kaum noch jemand, aber der Klang dieser Worte ist vertraut und trotzdem geheimnisvoll.Heute, an Fronleichnam, feiern wir dieses Geheimnis und auch ich kann es nicht erklären. Und so bete ich mit Dir ein altes Gebet zu diesem Fest:Vermächtnis des Herrn, ernähre mich. Tod Christi präge mich, Auferstehung Christi berge mich, Sendung Christi sende mich, Geheimnis Christi öffne Dich, in Deine Nähe ziehe mich, vor allem Bösen schütze mich, aus Deiner Fülle speise mich, damit ich lebe ewiglich. Amen.
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Wenn dir was in die Quere kommtHerzlich willkommen am Mittwoch.Ich stehe am Zebrastreifen an der Straße und kann nicht rüber, weil ein überlanger LKW sehr langsam zirkeln muss, dass er vom Kreisel aus in die Straße einbiegen kann. Wir wollten in Assisi in die Basilika, aber wir mussten anstehen und warten, bis die Besucher des Vorgottesdienstes draußen waren und die Absperrungen aufgehoben worden sind, die den Zugang versperrt haben.Ich konnte die Tage nicht die Treppe neben der Kirche benutzen, weil ein Rudel Jugendlicher die ganze Treppe besetzt hatte und mir keinen Platz machen wollte.Aber den witzigsten Hinweis, dass einem etwas querkommt, habe ich dieser Tage an der Tür zum Garten unseres Altenheims gelesen. Da stand: „Achtung und Vorsicht: Rasenmähroboter queren die Wege.“Ich habe herzlich gelacht. Mir ist schon klar, dass es für die Altenheimbewohner wichtig ist. Wenn sie mit Gehhilfe oder Rollator gemütlich spazieren gehen und plötzlich so ein Roboter quer vor ihnen über den Weg fährt, kann man sich schon erschrecken und vielleicht stolpern und fallen.Wann ist Dir schon mal etwas richtig quergekommen, hat Dich richtig ausgebremst, hat Dich aufgehalten und Deine Zeit, Deine Nerven oder sogar Deine Courage gekostet?Heute denken wir mit der Kirche an Karl Lwanga und seine Gefährten aus Uganda. Nach einer Zeit der Christianisierung Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts kamen dem neuen König die vielen christlichen Pagen an seinem Hof quer. Er ließ sie bekennen, dass sie nur ihn und sein Königreich anerkennen, und bedrohte die, die zum König Christus beteten, mit dem Tod. Mehr als hundert junge Leute bekannten sich zu Christus und wurden um dieses Bekenntnisses willen getötet.Manchmal ist es auch heute noch so, dass Christen mit ihren Bekenntnissen zu Gott und zur Würde seiner Menschen anderen böse querkommen und ihnen mehr als Stolperfallen aufgestellt werden.
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Licht im DunkelHerzlich willkommen am Dienstag.Offiziell ist der Sommer jetzt da. Es ist der meteorologische Sommeranfang am 1. Juni gewesen.Aber wir hatten ja schon ganz viel Sommer: Hitze, Trockenheit, Gewitter, Starkregen und so weiter. Während die einen über die Hitze stöhnen, freuen sich die anderen über den Besuch im Freibad oder am Badesee.Wenn ich morgens aus dem Fenster schaue, dann ist die Sonne in diesen Tagen meist schon da. An manchen Tagen aber ist es noch sehr trüb und sie muss sich erst einmal durch die Wolken kämpfen und schafft das nur mühsam.Die Kirche deutet in vielen Bildern die Sonne auch als ein Symbol für Jesus Christus, das Licht, das uns den Tag hell macht. Und so lese ich im Hymnus des heutigen Morgengebets:"Nacht und Gewölk und Finsternis, verworrnes Chaos dieser Welt, entweicht und flieht! Das Licht erscheint, der Tag erhebt sich: Christus naht.“Ist das nicht ein schöner Text? Jesus Christus bringt Licht ins Dunkel.Es ist aber nicht nur die Dunkelheit um uns herum, die hell erleuchtet wird. Manch einer trägt auch in sich Dunkelheit und Traurigkeit. Und darauf spricht dann die dritte Strophe an:"So soll, was in uns dunkel ist, was schwer uns auf dem Herzen liegt, aufbrechen unter deinem Licht und dir sich öffnen, Herr und Gott.“Hast Du schon einmal frühmorgens in aller Ruhe einen Sonnenaufgang beobachtet? Gerade jetzt, wenn die Natur langsam aus dem Schlaf erwacht, dann bereitet das einem viel Freude.Und ich merke dann auch, dass die Traurigkeit, die ich manchmal in meinem Herzen trage, oder die Sorgen und Nöte, die ich so mit mir herumschleppe, dann hell erleuchtet werden und so etwas wie Freude und Dankbarkeit in mir aufkommt, weil ich weiß, dass Gott mich kennt und in mein Herz schaut:"Blick tief in unser Herz hinein, sieh unser ganzes Leben an: noch manches Arge liegt in uns, was nur dein Licht erhellen kann“,heißt es dann in der nächsten Strophe des Morgen-Hymnus'.Lassen wir uns also an diesem Morgen, aber auch an den anderen Tagen vom Licht Gottes, von Jesus Christus hell erleuchten und geben dieses Licht auch an unsere Mitmenschen weiter.
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In jedem von uns steckt der WolfHerzlich willkommen am Montag.Während unserer Assisireise mit DOMRADIO-Hörern waren wir unter anderem in Gubbio.Da war ich echt auch zum ersten Mal und ich war begeistert von dieser uralten Stadt mit ihren reichen Traditionen und mit ihrer so ganz anderen Architektur. Jedes Stadtviertel hat seine Kirche und seinen Patron und heißt auch dann nach ihm oder ihr.Berühmt ist diese Stadt durch eine sehr populäre Legende mit dem Heiligen Franziskus.Die Stadt war von einem sehr bösartigen Wolf bedrängt und niemand hat sich mehr aus dem Stadttor getraut. Der Heilige Franziskus war zu Hilfe gerufen worden, weil man irgendwie gehört hatte, dass er mit Tieren kann. Er kam und hatte mit ihm, dem Bösen, gesprochen, ihm seine Vergehen vorgehalten, aber auch Verständnis für seinen Hunger gezeigt und mit ihm dann einen Vertrag ausgehandelt.Mit dem Bösen, dem Wolf, zusammen ging er in die Stadt und besiegelte mit den Einwohnern den Vertrag: Die Einwohner würden ihm sein tägliches Futter geben und er würde nie mehr Menschen anfallen. So geschah es und der alte Wolf lebte noch einige Jahre friedlich unter ihnen. So die Legende.Überall in der Stadt sieht man Statuen und Gemälde, Fenster und Bilder von diesem Geschehen. Aber eigentlich ist diese Geschichte eine Mahnung und Aufforderung an jeden von uns selbst. In jeder und jedem von uns gibt es neben dem Guten auch das Böse und das muss beherrscht und bewusst bearbeitet werden, damit es uns nicht beherrscht.Und die so nette Legende zeigt auch die Schritte dazu: sich des Bösen und Unguten bewusst werden, die Dinge, die das Böse durch mich angerichtet hat, benennen und nicht fromm überdecken, Schritte zur Wiedergutmachung oder zum Ändern des Verhaltens benennen und mit einem Vertrauten besprechen.Ich bin mir sicher, dass der Wolf, der noch einige Jahre durch die Stadt gelaufen ist, die Einwohner erinnert hat, den Vertrag zu halten, aber auch sich an die eigene Nase zu fassen und immer zu schauen, wo es Dinge bei jedem gibt, die aggressiv und bösartig sein können, wenn ich sie nicht bearbeite und klein halte.Eine sehr alltagstaugliche und nutzbare Legende, die zunächst so lieblich und fromm daherkommt.
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Heute ist künstliche Intelligenz für viele ganz normal geworden. Sie ist einfach da. In unseren Handys, auf unseren Laptops, in unserer Hosentasche. Und ich muss zugeben: Ich nutze ChatGPT tatsächlich oft. Gerade dann, wenn ich einen Rat brauche. Denn ich bin eine echte Grübelmeisterin. Vielleicht kennst du das auch. Dann drehen sich meine Gedanken im Kreis. Von schwierig zu schlimmer, zu ganz schlimm. Und irgendwann scheint natürlich nur noch das schlimmste aller Szenarien möglich zu sein. Für andere Ideen oder Lösungen ist dann kaum noch Platz im Kopf. Und genau da hilft mir die KI manchmal wirklich. Ich schreibe meine Gedanken auf, lasse mir Möglichkeiten zeigen, sortiere, was in mir so durcheinanderfliegt. Und das tut gut. Es beruhigt mich. Es macht manches klarer. Aber ist das dann nicht so ein bisschen wie Beten in Besser? Nein!  Denn bei der KI geht es am Ende doch sehr stark um mich. Um meine Fragen. Meine Gedanken. Meine Sicht auf die Dinge. Beim Beten ist das anders. Da ist für mich ein echtes Gegenüber. Gott ist nicht einfach eine Resonanzfläche für mein Grübeln. Gott ist nicht nur Bestärkung für das, was ich sowieso schon denke. Beten heißt für mich deshalb auch: Platz machen. Nicht nur noch mehr Gedanken produzieren. Nicht nur Lösungen suchen. Sondern offen werden. Hinhören. Aushalten, dass Gottes Antwort vielleicht ganz anders ist als das, was ich mir gerade wünsche. Die KI hilft mir manchmal, meinen Kopf zu sortieren. Aber Gott spricht für mich tiefer. Nicht nur in meine Gedanken hinein, sondern in mein Herz. Und vielleicht ist genau das der Unterschied: Ich brauche beides. Klarheit im Kopf. Und Weite im Herzen.
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Da hängt sie. Fett und schwarz am Garagentor. Ich habe echt Angst oder eher großen Ekel vor Spinnen. Vielleicht kennst du das? Es schüttelt einen. Irgendwie reicht der bloße Anblick sich zu schaudern.  Eine Freundin hat diese dicke fette schwarze Spinne entdeckt. Die da wohl schon seit ein paar Wochen am Garagentor hängt. Sie hat einen schrecklich schwarzen, fast glänzenden Körper. Ich kann sie kaum beschreiben, weil ich, seitdem ich weiß, dass sie da ist, einen riesigen Bogen um sie jeden Tag mache.  Ist das so, wenn man das Eklige im Leben entdeckt hat, dann macht man einen Bogen darum? Die Freundin ging mit der Spinne ganz anders um, als sie sie entdeckte und ging sogar näher ran. Ich kreischte schon fast aus dem Hintergrund, dass sie sich von dem Vieh besser fernhält. Die Freundin schaute nur über ihre Schulte, der Spinne zugewandt und grinste mich an.  Ist meine Angst doch kindisch. Unangebracht.  Angst ist nie unangebracht. Sie ist ein Warnsignal.  Aber statt die Spinne zu ignorieren, fand ich sie immer spannender und so stellten sich plötzlich Fragen. Sind Spinnenkinder eigentlich direkt auf sich allein gestellt? Haben sie sofort ihr eigenes Netz? Ist jede Spinne immer allein?  Spinnenkinder fliegen mit einem Faden aus dem Brut-Netz mit einem Windhauch fort und bauen dann ihr eigens. Da starten sie ihr Netz mit dem elterlichen Faden.  Ich glaube, wir haben auch so etwas. Der Faden, der uns in die Welt hinausgetragen hat und an dem wir anknüpfen, ist für mich die Tatsache, dass wir Abbild Gottes sind. Und da passt auch der Windhauch.  Der Atem Gottes. Etwas von Gott selbst hat uns den Startschuss ins Leben ermöglicht. Wir fangen nie bei null an. Ganz am Anfang nicht. Und auch jetzt nicht.  Wir sind immer getragen. Unser Flugfaden ins Leben ist von Gott. Unser Windhauch, der uns in die Welt trägt, ist Gottes Geist. 
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Die Gelegenheiten nutzenHerzlich willkommen zum Impuls am Freitag in der Pfingstwoche.Der Alltag hat uns wieder! Die Osterzeit mit Pfingsten ist endgültig vorbei, diese Pfingstwoche endet heute auch und wir sind wieder im Jahreskreis. Was für kirchlich geprägte Menschen total sinnvoll klingt, dürfte für die meisten eher merkwürdig daherkommen. Ostern, das ist doch schon so lange her. Und Pfingsten ist doch das lange Wochenende, an dem alle Kölner nach Holland ans Meer fahren.Ja, man könnte jetzt jammern, dass viele Menschen nur noch wenig vom Glauben wissen. Ich frage mich da immer: Woher kommt das? Zumindest in Westdeutschland gab und gibt es flächendeckenden Religionsunterricht in der Schule, es gab starke volkskirchliche Strukturen mit Gruppenstunde, Kommunionunterricht und vielem mehr. Trotzdem scheint über Jahrzehnte das Glaubenswissen dramatisch weniger geworden zu sein und vieles, wie eben das besagte Kirchenjahr, ist überhaupt nicht mehr selbstverständlich.Ich erlebe es regelmäßig, dass Katholikinnen und Katholiken viel von früher sprechen – früher war das Pfarrfest riesengroß, es gab drei Kapläne und über 100 Kommunionkinder. "Wat fott es, es fott“ – was weg ist, ist weg, sagt der Kölner und die Kölnerin. Und da hilft Jammern nun gar nicht. Sondern schauen wir lieber auf das, was möglich ist.Und da ist ein ganz wichtiger Schritt, dass man mit Menschen ins Gespräch kommt. Wenn jemand interessiert nach unserem Glauben fragt, dann ist das gar nicht so wenig, wie es scheint. Wir können dann erzählen, warum uns der Glaube wichtig ist, wie uns Gott erfüllt, was Christsein für uns bedeutet.Mir ist das bei unserer DOMRADIO-Reise nach Assisi wieder aufgefallen. Abends auf der wunderschönen Terrasse mit einem Traumblick ins umbrische Land waren die Gespräche über Gott und die Welt nochmal anders. Man hat Zeit, die Führungen und Erfahrungen des Tages haben den Körper angestrengt, aber Geist und Herz und Seele weit aufgemacht.Das ist, glaube ich, ein wichtiger Punkt: die Gelegenheiten nutzen, die sich im Zusammensein ergeben, und dann auch Rede und Antwort stehen und im Dialog bleiben. An solchen Orten, wo man tatsächlich jeden Tag tausende Menschen aus vielen Ländern erlebt, stärkt es sehr, dass Ministrantengruppen aus Bayern, eine Familienwallfahrt von der Mosel, große Jugendgruppen aus Italien, Pilgergruppen aus den USA und England kommen und wir spüren, dass wir uns gegenseitig im Christsein stärken und Mut machen. Und das geht jeden Tag.
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Heute Nacht sind wir aus Assisi zurückgekommen und ich gebe gerne zu, dass ich dann immer noch Tage brauche, um all das Erlebte im Herzen zu sortieren und in den Seelenspeicher abzulegen. Aber auch sonst war ja in den letzten Wochen ziemlich viel. Die Männerwallfahrt im Bistum Erfurt, verschiedene Ordensjubiläen in den vielfältigen Gemeinschaften in Deutschland, der Katholikentag in Würzburg und noch vieles mehr. Manchmal geht es so schnell, dass man nicht mehr hinterherkommt. Von Jörg Zink gibt es einen sehr passenden Text, den ich mitgebracht habe, um ihn mit Dir zu lesen:Herr meiner Stunden und meiner Jahre, du hast mir viel Zeit gegeben.Sie liegt hinter mir und sie liegt vor mir.Sie war mein und wird mein, und ich habe sie von dir. Ich danke dir für jeden Schlag der Uhr undfür jeden Morgen, den ich sehe.Ich bitte dich nicht, mir mehr Zeit zugeben. Ich bitte dich aber um vielGelassenheit, jede Stunde zu füllen.Ich bitte dich, dass ich ein wenigZeit freihalten darf von Befehl und Pflicht,ein wenig für Stille, ein wenig für dasSpiel, ein wenig für die Menschen amRand meines Lebens, die einen Tröster brauchen.Ich bitte dich um Sorgfalt, dass ich meineZeit nicht töte, nicht vertreibe, nichtverderbe. Jede Stunde ist wie ein Streifen Land.Ich möchte ihn aufreißen mit dem Pflug,ich möchte Liebe hineinwerfen, Gedanken und Gespräche,damit Frucht wächst. Segne du meinen Tag. 
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Heute ist unser letzter Reisetag mit den Hörerinnen und Hörern des Domradio. Und da es keinen organisierten Punkt mehr gibt, haben wir geplant, mit denen, die Lust haben, hoch zur Rocca Maggiore zu steigen und uns dort oben außen und innen umzuschauen.Die Burg wirkt noch heute riesig, obwohl sie immer wieder von den Stadtbewohnern geschleift und ihre Steine zum Bau der eigenen Häuser genutzt haben. Es ist wahrscheinlich, dass es bereits in der Antike, vom IV. bis III. Jahrhundert v. Chr., umbrische Siedlungen gab, doch die ersten sicheren Informationen über die Existenz einer militärischen Befestigung stammen aus dem Jahr 1174, als die Stadt von der schwäbischen Dynastie im Auftrag von Kaiser Friedrich I. Barbarossa besetzt wurde.Es wird auch berichtet, dass ein junger Friedrich II. dort von Konrad Lützen betreut wurde, der damals Graf der Stadt war. Nach dem blutigen Aufstand der Assisianer im Jahr 1198, an dem auch der junge Franziskus teilnahm, wurde die Festung als Symbol der kaiserlichen Unterdrückung der Stadt dem Erdboden gleichgemacht.Das außergewöhnliche Denkmal, das wir heute noch sehen werden, ist daher das Ergebnis eines Wiederaufbaus im vierzehnten Jahrhundert, der von einem Kardinal und päpstlichen Legaten entworfen wurde, der im Auftrag von Papst Innozenz IV. zahlreiche Militärfestungen errichten ließ, um jene Gebiete zurückzuerobern, die der Kontrolle der Kirche entgangen waren.Für uns Heutige klingt das eher befremdlich, aber im Laufe der Kirchengeschichte gab es immer Dinge, die im Nachhinein erklärungsbedürftig waren.Aber es gibt noch eine andere Facette dieser Burg: Oben vom Turm kann man die gesamte Stadt überblicken und sie wirkt vor hier oben, als seien alle Häuser unter einem Dach. Da die Formation der Dächer von oben nach unten geht und Straßen und Wege überdeckt. Lediglich die großen Kirchen ragen heraus.Alle unter einem Dach, ob arm oder reich oder fromm oder eher nicht so, ob glücklich oder traurig, ob gesund oder krank, jung oder alt.Dieser Blick macht nachdenklich und zugleich hoffnungsfroh.
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Herzlich willkommen zum Impuls am Dienstag in der Pfingstwoche.Wir sind immer noch auf unserer DOMRADIO-Reise in Assisi und fahren heute nach Gubbio. Ich war noch nie in Gubbio und freue mich auf den Ort, die Kirche und das ganze Umfeld.Was hat es mit diesem Ort auf sich?Frieden und Versöhnung in einer von Gewalt geprägten Gesellschaft waren eines der zentralen Anliegen des heiligen Franziskus. Das Wesen franziskanischer Gewaltlosigkeit und Friedensarbeit zeigt sich beispielhaft in der Legende vom Wolf von Gubbio.In dieser sehr weit verbreiteten Legende geht es um einen Wolf, der außerhalb der Stadtmauern von Gubbio sein Unwesen treibt. Immer wieder fällt er Menschen an, die sich aus der Stadt wagen, greift sie an und tötet sie. Niemand traut sich mehr vor die Tore der Stadt, und der Hilferuf geht an Franziskus, doch zu kommen und zu helfen.Und Franziskus kommt. Er nimmt die Not wahr und geht ohne Angst und ohne Waffen auf den Wolf zu. Er begegnet ihm – wie wir heute sagen würden – auf Augenhöhe, beginnt das Gespräch und klagt den Wolf wegen dessen Verbrechen an, weil Verschweigen nichts bringt. Er zeigt aber auch Verständnis für den Hunger des Wolfes. Er macht den Vorschlag, dass der Wolf keine Menschen mehr angreift und die Einwohner der Stadt ihn mit Essen versorgen. Franziskus begleitet den Wolf in die Stadt, handelt mit den Bewohnern den Vertrag aus und bürgt mit seinem Versprechen für die Ehrlichkeit des Wolfes.Die Legende sagt dann, dass der Wolf noch einige Jahre in Gubbio gelebt hat und bis zu seinem Tod friedlich versorgt wurde.Franziskanische Friedensarbeit setzt Geduld und persönlichen Einsatz voraus. Wer sich einmal in einem Konflikt engagiert hat, hat eine Verantwortung übernommen, die ihn in eine Gemeinschaft mit den Konfliktparteien einbindet. Am Ende steht nicht der Stolz, etwas Besonderes geleistet zu haben, sondern das Bewusstsein, dass Gott es ist, der Versöhnung, Frieden und Gemeinschaft möglich macht.Und im Evangelium bei Matthäus sagt Jesus: „Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.“Ich bin gespannt auf diesen Tag und den Ort und habe dir vielleicht ein paar Gedanken in deinen Tag hineingelegt. 
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Aus Assisi grüße ich Dich herzlich und wünsche Dir ein gesegnetes Pfingstfest und alle notwendigen Gaben des Heiligen Geistes. Heute steht auf dem Programmplan die schöne Formulierung: Der heutige Tag steht zur freien Verfügung. Ist das nicht herrlich? Ein Tag, da uns zugesprochen wird, damit wir frei über Zeit und Inhalt verfügen können. Da der Pfingstmontag ja bei uns in Deutschland ein Feiertag ist, werden wir ihn auch hier in Italien feiertäglich beginnen und um 8.00 Uhr die Heilige Messe in der Krypta von San Francesco am Grab des heiligen Franziskus mitfeiern. Und dann, nach dem Frühstück im Hotel, mit allen, die dazu Lust haben, über San Damiano nach Rivotorto zu wandern, das unten im Tal liegt. Dort liegt ein sehr altes Kloster der Franziskaner-Minoriten und eine sehr schöne Kirche mit wunderbaren bunten Glasfenstern, die Szenen aus dem Leben des Heiligen Franziskus zeigen.Ein bisschen beeindruckend sind die Nachbauten von zwei Stallungen mitten in der Kirche, die dort gestanden haben. Dort im leeren Stall haben die Brüder einige Zeit miteinander gelebt und alle Höhen und Tiefen eines einfachen Lebens in Armut geteilt. In der Nachbarschaft war ein Leprosenhospital und die Brüder haben dort bei der Pflege und Betreuung der schwerkranken, an Geschwüren leidenden, schrecklich entstellten und stinkenden Kranken geholfen. Eine Skulptur draußen zeigt das ziemlich eindrücklich: Franziskus kniet vor einem der Kranken, der sich schämt und die Augen bedeckt und wäscht ihn. Er schaut zu ihm auf und zeigt ihm all seine Liebe und Fürsorge, nicht von oben herab, sondern von unten, zu seinen Füßen knieend.Das ist ein sehr entscheidender Perspektivwechsel für den Kranken. Die anderen Brüder konnten sein Geschimpfe und das Fluchen dieses Mannes nicht mehr ertragen und haben Franziskus davon erzählt. Und Franz hat sofort Krug und Schüssel genommen und ist zu ihm gegangen. Und der hat plötzlich gespürt, dass dieser Dienst an ihm aus Liebe und vollem Herzen geschah. Und so konnte er nach und nach sein Schicksal annehmen und geduldiger und friedlicher mit seinen Pflegern und den anderen Kranken sein und auch mit sich selbst.Ach, und übrigens, irgendwann kam der Bauer, dem die Stallungen gehört haben, und hat sie für seine Esel wieder beansprucht. Und die Brüder haben den Stall singend und lachend den Brüdern Esel zur Verfügung gestellt und sind weitergezogen. Das nenne ich pfingstliche Begeisterung und die Freiheit der Kinder Gottes.
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Man kann nicht nicht kommunizieren. Kein Satz hat Paul Watzlawick so berühmt gemacht wie dieser. Auch ohne Worte stehen wir ständig im Austausch mit anderen, ob wir wollen oder nicht. Watzlawick hat unser Verständnis von Kommunikation nachhaltig verändert. Kommunikation ist nicht nur das, was wir sagen, sie ist Haltung, Beziehung und Präsenz. Sie ist lebensnotwendig. Alleine können wir nicht überleben. Kommunikation lässt uns leben, und das Wort selbst verrät viel: communicare heißt übersetzt "verbinden". Menschen stehen in Verbindung, wenn sie kommunizieren. Kommunikation prägt unsere Identität, unser Bewusstsein, unser Menschsein.Und da kommt der Heilige Geist ins Spiel. Er ist die Kommunikation Gottes, die Kommunikation Gottes in sich selbst, aber auch sein Weg in diese Welt hinein. Er ist es, der Maria dazu bringt, Gott in die Welt zu tragen, und er ist heute noch präsent in jedem einzelnen von uns. Gott teilt sich mit in der Schöpfung, in der Erlösung und bleibend in seinem guten Heiligen Geist. Gott ist Kommunikation, und vollkommene Kommunikation ist vollkommene Liebe.Antoine de Saint-Exupéry hat einmal geschrieben: "Vollkommenheit entsteht nicht dann, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann." Auf Gott, auf den Heiligen Geist bezogen heißt das: Seine Vollkommenheit verliert nichts, wenn er teilt. Er wird nicht kleiner, wenn er sich dem Menschen zuwendet. Im Gegenteil: Liebe wächst, wenn sie sich verschenkt.Heute mal noch ein zweites Zitat vom seligen Johannes Duns Scotus, der nur ein paar Meter hier vom Studio des Domradios entfernt liegt: "Gott will Mitliebende." Er bringt es auf den Punkt. Der Heilige Geist befähigt uns, er befähigt immer wieder neu die Menschen dazu, mit Gott zu lieben. Es ist ein Aufruf, sich einzuklinken in Gottes Kommunikation, zu hören, zu bedenken, zu wahren, weiterzugeben und zu leben.Und doch erleben wir heute eine merkwürdige Spannung. Nie war Kommunikation so allgegenwärtig und selten war echtes Verstehen so schwierig. Wir senden ständig, aber offenbaren wir uns? Oder zeigen wir als Menschen manches Mal nur Bilder? Diese Krise der Kommunikation zeigt sich auch im Reden von Gott. Uns fehlen oft Worte, Gesten und Formen. Das ist kein neues Problem, aber wir dürfen uns diesem Problem stellen -  mit dem guten Paul Watzlawick: Man kann nicht nicht kommunizieren. In dieser Zusage liegt auch ein Kern unseres Glaubens. Gott lässt uns in unserer Kommunikation nicht allein. Dafür hat er in sich seinen Heiligen Geist, und dieser ruft uns immer wieder in seine Kommunikation hinein: in das Leben, in die Beziehung, in die Liebe.
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"Jede Nacht um 12:30 Uhr, wenn das Fernsehen rauscht, lege ich mich aufs Bett und male mir aus, wie es wäre, wenn ich nicht der wäre, der ich bin, sondern Kanzler, Kaiser, König oder Königin." Rio Reiser hat diese Worte gesungen in seinem berühmten Lied "König von Deutschland". Eine satirische Fantasie, ein Spiel mit dem: Was wäre, wenn. "Das alles und noch viel mehr würde ich machen, wenn ich König von Deutschland wär".Solche Gedankenspiele kennen wir manchmal: Was wäre, wenn wir mehr Möglichkeiten hätten, mehr Einfluss, mehr Freiheit oder einfach ein ganz anderes Leben. Solche Bilder nennt man Utopien – Entwürfe einer besseren, oft fiktiven Welt. Schon Thomas Morus hat vor über fünfhundert Jahren mit seinem Buch Utopia einen idealen Staat beschrieben, nicht weil er glaubte, dass es ihn wirklich gibt, sondern um der eigenen Gegenwart einen Spiegel vorzuhalten.Ist das Evangelium auch so eine Utopie – eine schöne Idee, aber letztlich weltfremd? Jesus spricht immer wieder vom Reich Gottes, und er meint damit nicht nur eine ferne Zukunft, nicht ein Irgendwann, sondern eine Gegenwart, die schon begonnen hat. Das Reich Gottes ist kein Wunschtraum, sondern eine Wirklichkeit, die dort aufscheint, wo Menschen anders handeln: nicht Utopie, sondern Realität; nicht Zukunft, sondern jetzt; nicht Wunsch, sondern Verantwortung.Jesus beschreibt ein Reich, das keine Alleinherrschaft ist. Es braucht keine Untertanen, sondern Menschen, die mitwirken, Menschen, die Anteil bekommen an Würde, Freiheit und Verantwortung. "Von Gottes Gnaden", so nannten sich früher die Könige. Das konnte gefährlich werden, wenn menschliches Verhalten einfach auf Gott abgeschoben wurde.Heute gilt dieser Satz ganz anders. Wir alle, jeder von uns, lebt aus Gottes Gnade, und genau deshalb tragen wir Verantwortung. Verantwortung für mein Handeln übernehmen, Gnade vor Recht, verzeihen können, wo es möglich ist, und sorgsam umgehen mit dem, was mir an Fähigkeiten, Begabungen und Möglichkeiten anvertraut ist.Das Reich Gottes entsteht nicht im "Was wäre, wenn", sondern dort, wo Menschen jetzt handeln. Gott traut uns das zu. Du bist König deines Lebens.
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Ganz herzlich grüße ich Dich heute aus Assisi, wo wir gestern sehr spät am Abend angekommen sind. Nach gutem und ergiebigem Schlaf und gutem Frühstück ist heute Vormittag die erste Erkundung der Stadt und einiger Stätten geplant, die mit den frühen Jahren des Franziskus zu tun haben: der Dom und das Elternhaus mit der Chiesa Nuova, die Piazza del Comune mit der Erinnerung an das Leben in der kleinen Stadt im Mittelalter und der dortigen Kirche im ehemaligen Tempel der Minerva.Und ganz am Anfang unseres Stadtspazierganges im Dom San Rufino, der mit seiner prachtvollen Fassade begeistert, steht rechts in einer Ecke ganz unspektakulär der Taufstein. Er ist der originale Taufstein, an dem tatsächlich Franziskus und Klara und ein Kaiser getauft worden sind. Dort werden wir mit der Gruppe eine kurze Tauferinnerungsfeier halten. Die Tauferinnerung wird ja am eindrücklichsten immer in der Osternacht gefeiert mit den Fragen nach dem Widersagen an das Böse und dem Glauben an den einen Gott. Und manchmal habe ich das Gefühl, dass wir sehr wenig bedenken, wie groß dieser so einfache Ritus ist, der durch übergießen mit Wasser jeden Täufling in die Gemeinschaft der Christen und in das Volk Gottes aufnimmt.Ein Text, den ich in einem frühen Reisebegleitheft gefunden habe, gebe ich Dir und uns heute mit in den Tag."Ich bin getauft. Sie haben mir einen Namen gegeben.Ich bin keine Nummer, kein ES und kein Fall. Ich bin von Ewigkeit gewollt. Bezeichnet mit dem Siegel des Lebens.Ich bin getauft. Sie haben mir Wasser über den Kopf gegossen.Sie haben mir den Heiligen Geist zugesagt. Ich bin nicht haltlos hinausgetrieben in eine Welt, in der Hass und Geistlosigkeit den Ton angeben.Ich bin getauft. Sie haben mir keine Lehre aufgeschwätzt, kein Vorbild präsentiert, nicht mit Argumenten vor die Entscheidung gestellt.Lange bevor ich mich entscheiden konnte, hat sich EINER für mich entschieden. Jetzt ist es an mir, ob ich seine Entscheidung annehme.Ich bin getauft. Sie haben mir eine Heimat angeboten: die Kirche.Sie haben mir einen Auftrag gegeben: die Kirche.Ich kann weghören wenn Christus mich ruft.Ich kann weglaufen, wenn er mich braucht.Ich kann auch warten und schweigen, hören und aufbrechen, eine Spur suchen und mein Leben finden."
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