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Morgenimpuls Archiv

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Als eine der Aufgaben von Weihnachten, von denen ich gestern erzählt habe, hatte ich die erste mit Dir bedacht, wo es darum geht die Verlorenen zu finden. Und heute ist es die letzte der sieben Aufgaben, die ich mit Dir bedenken möchte. Ich gebe ehrlich zu, dass sie mich sehr verwundert. Die ersten sechs sind sehr ähnlich den Werken der Barmherzigkeit und Daueraufträge für alle, die Jesus in ihrem Leben Raum geben wollen. Aber diese siebte, Musik im Herzen anzustimmen, finde ich echt erstaunlich. Ich kenne Leute, die summen oder singen bei der Arbeit und man hat das Gefühl, dass sie mit sich, ihrem Tun und Leben im Einklang sind.Das ist, glaube ich, so ein Punkt. Das heißt nicht, dass die Arbeit oder das alltägliche Tun nicht anstrengend oder nervig oder lästig sein kann. Diese Leute schaffen es zu akzeptieren, was sie tun müssen und daraus trotzdem Mut und Zuversicht zu bekommen. Oder Kinder, die in unbeobachteten Momenten beim Spielen stillvergnügt singen und nachahmen, was andere ihnen vorgesungen haben. Unsere indische Mitschwester singt immer, wenn sie ihre Räume putzt und ist sich ja sicher, dass niemand ihre indischen Lieder versteht und sie vergewissert sich ihrer Herkunft und Heimat.Ein anderer Punkt ist das Tröstliche und Ermutigende im Inneren singen, wenn die Schwierigkeiten scheinbar überhandnehmen. Ein spanischer Tenor hat einmal erzählt, dass er während der Bestrahlungen wegen der Leukämie immer im Inneren Arien gesungen hat, die einfach aus ihm herausbrachen, ohne das geplant zu haben. Und viele von uns kennen auch das Singen und Summen unter der Dusche und spüren dabei, dass es einfach guttut für Leib und Seele und dieser Zusammenklang zum äußeren hörbaren Klang werden will. Musik im Herzen anstimmen kann auch aus Dankbarkeit und Liebe als ein stilles tiefes Empfinden da sein und mir selbst deutlich machen, was der Verstand noch gar nicht fassen kann.Genauso geht es mit dem Lob Gottes, das manchmal wie ein Ohrwurm im Inneren immer weiter singt, obwohl ich ein Lied, ein Musikstück oder Psalm heute noch gar nicht gehört, gesungen oder gespielt habe. Stimmen wir heute oder am Wochenende immer mal wieder Musik im Herzen an.
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Beim amerikanischen Autor, Menschenrechtler und Theologen Howard Thurmann, der 1981 gestorben ist, habe ich einen sehr interessanten Text gefunden, der noch einmal ganz anders mein derzeitiges Lieblingswort von der Weihnachtsnachfreude beschreibt. Der Text geht so:DIE AUFGABE VON WEIHNACHTENWenn das Lied der Engel ausklingt und der Stern im Himmel erloschen ist,die Könige und Weisen zu Hause und die Hirten wieder bei ihren Schafen sind,beginnt die Arbeit von Weihnachten:die Verlorenen zu finden, die Zerbrochenen zu heilen, die Hungrigen zu speisen,die Gefangenen zu befreien, die Nationen wiederherzustellen, den Frieden zu bringen,Musik im Herzen anzustimmen.Diese Aufzählung von Aufgaben von Weihnachten ist sehr konkret und ist nicht zu verwechseln mit Weihnachtsbaum abbauen, Deko verpacken, Sterne von den Fenstern abmachen und einmal durchsaugen. Die Aufgaben von Weihnachten sind all die Dinge, die Jesus getan hat und zu denen er uns, seine Jünger, Follower, Christen ebenso aufruft. Die Verlorenen finden hat vielerlei Aspekte: es können die sein, die sich irgendwann zurückgezogen haben und keinen Kontakt mehr wollten und jetzt den Neuanfang nicht mehr hinbekommen. Es können die sein, die durch Krankheiten, Süchte und Schicksalsschläge einsam und versteckt in der Anonymität der Masse mehr existieren als leben. Und es können die sein, die für sich keinen Sinn und keine Perspektive im Leben mehr sehen und nur noch einen Schritt vor dem drohenden Abgrund stehen.Um die Verlorenen zu finden braucht es offene Augen und Ohren im normalen Alltag. Nicht verschämt vorbeigehen an offensichtlicher Not und nicht die Straßenseite wechseln, um den Bettelnden auszuweichen. Die Aktion Glücklichter hier im Bistum Paderborn hat vielen Menschen, die sonst kaum gesehen und beachtet werden, Zuwendung, notwendige Lebensmittel und Alltagsnotwendigkeiten geschenkt und hat scheinbar Verlorene aufgespürt und ihnen aufgeholfen.Die Aufgaben von Weihnachten sind nicht so lieblich, gemütlich und heimelig wie die Krippe im Wohnzimmer unterm leuchtenden Tannenbaum. Die Aufgabe von Weihnachten ist es, wie dieses zu uns gekommene Gotteskind, Gottes Menschen zu suchen und zu finden und ihnen leben zu helfen.
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In diesen Tagen nach dem Fest der Taufe Jesu, ist die Weihnachtszeit liturgisch zu Ende. Aber dieses schöne Wort von der Weihnachtsnachfreude beschäftigt mich noch. Vorgestern haben wir uns mit einigen Frauen zum Bibelgespräch getroffen. In dem Raum hinter der Kapelle habe ich alles hergerichtet und dann die Heizung hochgedreht. Aber ein Heizkörper ließ sich auch mit allen Tricks und Kniffen nicht dazu bringen zu arbeiten. Und der eine verbliebene Heizkörper hat es nicht geschafft, den Raum benutzbar zu wärmen. Also sind wir zum Gespräch in die gut temperierte Kapelle gegangen, wo noch das hölzerne Krippenkind mit den ausgebreiteten Armen liegt, wo seit dem 24. Dezember ein Sträußchen Christrosen unentwegt blüht, wo der große grüne Tannenstrauß mit kleinen warmen Lichtern glänzt und wo tatsächlich seit einigen Tagen ein großer Strauß mit Barbarazweigen in üppiger Blüte steht.Und im Evangelium vom kommenden Sonntag geht es um das Zeugnis des Johannes der zunächst sagt: "Auch ich kannte ihn nicht." Und dieses Wort hat mich sehr angesprochen. Seit 45 Jahren bin ich im Orden und beschäftige mich mit der Bibel, mit dem Alten und Neuen Testament, lese und bewege jeden Tag die Worte, die uns täglich vorgelegt werden von und über Gott und Jesus Christus. Und trotzdem habe ich manchmal das nicht so tolle Gefühl, "auch ich kenne ihn nicht". Und manche von euch haben das auch schon erlebt.Jetzt gibt es die Möglichkeit zu denken, okay, das wars, wenn das alles so schwierig ist, lasse ich das. Und es gibt auch die andere Möglichkeit: trotzdem immer weiter neugierig zu bleiben auf diesen Gott, der nicht zu begreifen ist, den unser Verstand nicht fassen kann, den wir aber immer neu bitten können, unser Herz, unseren Verstand und unsere Seele zu füllen mit seiner Größe und Nähe und seiner Gegenwart. Und der Täufer Johannes, der von seinem Erleben mit Jesus bei der Taufe am Jordan berichtet, sagt einige Zeilen später, dass ihm gesagt worden ist, dass jener, auf den er den Geist herabkommen sieht, der Erwählte Gottes ist. Und dann wird er sagen: "Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes." Von seinem jahrelangen Suchen und Fragen nach dem, der nach ihm kommen soll und den er nicht kennt, kommt er, durch das Wirken des Geistes zur großen Erkenntnis: Dieser ist der Sohn Gottes. Und so haben auch wir an diesem Abend neue Hoffnung geschöpft.
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Am Samstag sind hier und in weiten Teilen unseres Landes nochmals die Sternsinger durch die Städte und Dörfer gezogen, um die Botschaft vom guten Stern, der uns auf unseren Wegen leuchtet, weiterzutragen, den Segen über die Türen zu schreiben oder zu kleben und für Projekte weltweit Geld zu sammeln. Es geht in diesem Jahr darum, Kindern zu ermöglichen, statt in der Fabrik zu arbeiten, in die Schule gehen zu können und eine bessere Chance auf Zukunft zu haben.Vor unserer Haustür war die Riesengruppe versammelt, die aus der Kirche kommend sich dann in der Stadt verteilt. Aber eben nicht nur die Kinder, sondern auch die großen Geschwister, Eltern und Engagierte aus den Gemeinden, die den Taxidienst übernehmen, die die Beutel und Dosen leeren, die warme Getränke bereithalten und Schals und warme Jacken, da dieser Tag besonders kalt und schneereich war. Die Begeisterung von Kindern und Jugendlichen ist dann ungebrochen, wenn sie merken, dass sie gebraucht werden, dass ihr Tun Sinn macht und für andere da ist.Am Sonntag war dann der Abschlussgottesdienst der Sternsingeraktion dieses Jahres. Mit dem Einzug der vielen Sternsingerkinder und Jugendlichen, den goldenen Sternen und den vielen schönen Gewändern war es eine Pracht. Kyriegebete und Fürbitten aus dem Mund von Kindern klingen anders, nicht so alltäglich routiniert, sondern irgendwie ernsthafter und gehen ins Herz. Auf die Frage bei der Predigt, was denn ein Kronzeuge ist, hatte niemand zunächst eine Idee. Aber Kinder sind kreativ und so gab es witzige Vorschläge: einer, der eine Krönung beobachtet; einer, der bei der Geburt eines Königskindes dabei ist oder eine, die Kronen bewacht.Die versammelte Gemeinde hatte Spaß und die Kinder waren verblüfft als sie dann hörten, dass sie als Botschafter:innen des Segens Gottes Kronzeugen für diesen Gott sind, der als Kind in die Welt gekommen ist. Eine ziemlich coole Idee fanden das viele Kinder und haben begeistert mit allen in der großen Kirche eine richtig laute Segensrakete gestartet, die mir neu war und die ich wie die ganze Sternsingeraktion einfach göttlich schön finde.
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Wir haben seit Jahren ein interessantes Phänomen in der täglichen Debatte: eine Empörungskultur gegen alles und jedes und jede und jeden. Die Wetterkapriolen am Wochenende haben das nochmal deutlich gezeigt.Die einen empören sich gegen die übertriebenen Vorwarnungen vor dem Wetterchaos, die anderen empören sich, dass viel zu wenig gewarnt wurde in ihrem Bereich, wo es viel schlimmer war, als im ganzen übrigen Land.Die einen empören sich, dass in ihrer Straße wieder nicht geräumt worden ist und die anderen empören sich, dass viel zu viel Salz gestreut wird und die Straßen damit wieder kaputt gehen. Die ein empören sich, dass Kitas und Schulen wegen der Wettervorhersagen geschlossen wurden und die anderen empören sich, dass die Wege und Straßen gerade für Kinder doch viel zu glatt und gefährlich sind.Die einen empören sich über die störanfällige Infrastruktur in Berlin und die anderen nutzen das genüsslich aus um gegen Staat und Politik zu hetzen. Und dann passiert etwas ganz Wunderbares: in vielen Berliner Pfarreien und Gemeinden, den Hilfsorganisationen von Caritas über Diakonie, von Rotem Kreuz und Maltesern, legen die Leute los und organisieren Hilfe für die, die einige Tage weder Strom noch Heizung haben. Sie organisieren Unterkünfte, warme Mahlzeiten, Nachbarschaftshilfe und Handyladestationen, klopfen und rufen nach denen, die vielleicht Hilfe brauchen und sich nicht trauen, sammeln Lebensmittel und verteilen sie und so weiter und so fort. Sich empören ist oft gut und notwendig, damit auf Fehler aufmerksam gemacht wird. Aber Dauerempörung ist nicht das, was uns, den im Moment Hilfsbedürftigen und unserer Gesellschaft hilft. Nicht empören ist angesagt, sondern hören, verstehen, einschätzen und dann handeln. "Was ihr von den anderen erwartet, dass tut ebenso für sie", ist die goldene Regel jeder Religion und jedes menschlichen Zusammenlebens. 
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Am Sonntag endet sie offiziell, die diesjährige Weihnachtszeit. Das Fest der Taufe Jesu ist quasi Ende und Anfang für das Feiern dieser göttlichen Geheimnisse rund um die Menschwerdung Gottes. Weihnachten als Gedenken an die Geburt Christi, Epiphanie als die Deutung der Erscheinung der Herrlichkeit Gottes vor aller Welt, die Taufe im Jordan als Startpunkt des öffentlichen Erscheinens Jesu und mit der Ablösung Johannes des Täufers und die Hochzeit in Kanaan als Wunder der Zuwendung Gottes zu seinen Menschen. Dieser Tage habe ich ein schönes Wort gelesen. Es ging um die Nachfreude des Weihnachtsfestes. Vorfreude können schon die Kinder gut und wir fangen schon früh an mit dem Feiern. Aber die Nachfreude? Also die Freude über all diese schönen Zeichen, die wir in den letzten 19 Tagen erlebt haben. Bedenkenswert!In unserer Mutterhauskirche ist nach alter franziskanischer Tradition Krippe, Altar und Kreuz auf einer Linie angelegt: die Krippe vor dem Altar und dahinter das Kreuz. Einen Gottesdienst vor einer schönen Krippe zu feiern, wo auch drei prächtig gekleidete Sterndeuter zu sehen sind, hat etwas sehr Berührendes. Das Kind in der Krippe ist nicht nur lieblich und freundlich und herzig, es ist auch das Versprechen dieses Gottes: ich gehe alle Eure Wege mit. Die Wege derer, die sich und ihr Leben ihm weihen, die Wege derer, denen das völlig egal ist, und auch die Wege derer, die zwar sein Wort im Mund führen und sich mit der Bibel in der Hand fotografieren lassen, denen Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Respekt und Liebe aber völlig unwichtig sind. Das ist das große Wagnis dieses Gottes. Er hat uns die Freiheit der Kinder Gottes gegeben und die Zusage, bei uns zu bleiben in allen unseren Haupt- und Neben- und Irrwegen. Ein ziemlich guter Grund für noch viel Nachfreude in diesen Tagen. 
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Vorgestern haben wir das Fest der Erscheinung des Herrn, Heilige drei Könige, gefeiert und der Dom in Köln ist zu ihrer Verehrung gebaut worden. Um den größten goldenen Schrein der Geschichte herum wurde diese Kathedrale gebaut. Um Pilgerscharen aus aller Welt anzulocken und die Stadt und die Kirche von Köln noch bekannter zu machen und Handel und Verkehr zu beleben. Die Stadt wurde im späten Mittelalter zum drittgrößten Pilgerort der Christen und Reichtum und Pracht kamen in die Stadt. Den Festgottesdienst in diesem Jahr über die Medien mit zu feiern, war einfach wunderbar, das Evangelium von der Anbetung der Sterndeuter zu hören und wie sie dem Herodes ein Schnippchen geschlagen haben und auf einem anderen Weg nachhause zurückgekehrt sind.Vom verstorbenen Aachener Bischof Klaus Hemmerle habe ich einen Text zu diesem Fest, der auch in eine ganz andere Richtung geht und der mir sehr gefällt. Diese Zeilen möchte ich Dir mit in diesen Tag geben. Sie lauten: „Der Stern hat sich nicht geirrt, als er die Fernsten rief, aufzubrechen zum nahen Gott.Der Stern hat sich nicht geirrt, als er den Wüstenweg wies, den untersten, den härtesten Weg. Der Stern hat sich nicht geirrt, als er stehen blieb über dem Haus der kleinen Leute:Dort ist die große Zukunft geboren.Dein Herz hat sich nicht geirrt, als es sich aufmachte, den Unbekannten zu suchen. Dein Herz hat sich nicht geirrt, als es nicht aufgab in der sichtlosen Ungeduld. Dein Herz hat sich nicht geirrt, als es sich beugte vor dem Kind.“Manche Menschen haben ihr Leben lang nach Gott und dem Sinn ihres Lebens gesucht und ihn dann in einem Weihnachtsgottesdienst gefunden, den sie nur wegen der Stimmung besucht haben. Sich aufmachen um den unbekannten Gott zu suchen, geht immer und das Herz, das immer unruhig bleibt, bis es Ruhe findet in Gott, irrt nie. Und sich beugen vor dem Kind, in der Krippe oder unter den Nachbarskindern, im Flüchtlingslager oder im Kinderhospiz, dazu ist unser Herz geschaffen, vom Schöpfer aller Dinge, dem kleinen großen Gott.Beugen wir also heute und in den kommenden Tagen unsere Knie und unser Herz vor diesem Kind, dass sich nicht gescheut hat, unter den kleinen Leuten auf die Welt zu kommen, damit die kleinen Leute groß werden vor aller Welt.
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Manchmal frage ich mich, ob die Verfasser der Bibel Humor hatten. Wir wissen ja, dass die Heilige Schrift nicht vom Himmel gefallen ist, sondern die Texte - göttlich inspiriert – nach und nach entstanden sind, erst mündlich weitergegeben und dann irgendwann in schriftliche Form gebracht. Gotteswort in Menschenwort – so nennt das die Bibelwissenschaft. Und bei der heutigen Lesung aus dem Buch Jesaja ist mir aufgefallen: Viel größer können die Gegensätze innerhalb eines kurzen Textabschnittes nicht sein. Da heißt es:  Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt – ja klar, wir sind ja noch in der Weihnachtszeit. Aber auf das kleine Kind folgen geradezu hymnische Worte: Starker Gott, Friedensfürst, Vater in Ewigkeit – all das soll ein Baby sein, das irgendwo in einem Stall geboren wurde? Wie war das mit dem Humor in der Bibel? Das Faszinierende für mich an unserem Glauben ist, dass die markigen Sprüche über das Kind und das tatsächliche Leben von Jesus Christus nur scheinbar nicht zusammenpassen. Nach weltlichen Maßstäben ist Jesus am Kreuz gescheitert.  Aber Gott hat ihn gerettet, der Tod hat seinen Schrecken verloren. Jesus steht in der Tat für Stärke, aber eben für Glaubensstärke und Frieden. Und seine Auferstehung lässt auch uns hoffen – aber nicht nur auf Ewiges Leben, sondern auch darauf, dass unser persönliches Leben in Gott immer einen Sinn hat. Egal, ob wir nach weltlichen Maßstäben scheitern oder prima vor unseren Mitmenschen dastehen – wir können darauf vertrauen, dass Gott uns immer liebt – weil bei ihm alles möglich ist und alles einen Wert hat.  Und so passt auf einmal alles zusammen: ein kleines Kind, das zum Friedensfürsten wird, ein Baby, das Gottes Sohn ist. Jetzt weiß ich zwar immer noch nicht, ob die Männer und Frauen der Bibel Humor hatten – aber die Botschaft vom Kind im Stall, die kann uns auf jeden Fall froh machen – jeden Tag, nicht nur an Weihnachten! 
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Heute feiert die Kirche das (Hoch-)Fest "Epiphani". "Epiphanias" kommt aus dem Griechischen und bedeutet Erscheinung, Offenbarwerdung. An diesem Tag wird die Offenbarwerdung der Göttlichkeit Jesu vor aller Welt gefeiert. Erst ab dem 4. Jahrhundert wurde der Tag auch "Dreikönigstag" bzw. "Heilige Drei Könige" genannt.Neben der hohen Theologie, die sich dahinter verbirgt, hat mich immer am meisten daran fasziniert, dass sich um diesen 6. Januar herum zigtausende Kinder in ganz Deutschland auf den Weg machen – so wie damals die drei Sterndeuter. Sie ziehen von Haustür zu Haustür für die gute Sache. Sie sammeln Geld für Kinder, denen es nicht so gut geht, die dringend unsere Hilfe brauchen. Ihre Geschenke sind also nicht Gold, Weihrauch und Myrre, die sie dem Kind von Bethlehem geben. Ihr Geschenk ist das „auf den Weg machen“ und damit die Botschaft dieses göttlichen Kindes lebendig halten! Denn das spätere Leben dieses Jesuskindes hat so deutlich gemacht, dass auch darum geht: sich für den Nächsten einsetzen, seine materielle und seelische Not wahrnehmen und sich auf den Weg machen, um diesem Nächsten wirklich liebend zu begegnen. Wer das tut, kommt dem Kind von Bethlehem automatisch ganz nah – so nah wie damals die drei Sterndeuter. Wer das tut, kommt dem göttlichen Licht ganz nah und macht unsere Welt dadurch ein Stück heller. Also nehmen wir uns doch an Sternsingern ein Beispiel, die trotz der herausfordernden Zeiten munter und mutig losgehen.Herausfordernde Zeiten gab es in den letzten zwei Jahrtausenden immer und auch wir Christen müssen immer wieder neu schauen, dass wir dem richtigen Stern und nicht irgendwelchen Herrschern, Königen oder Präsidenten folgen, statt nach dem göttlichen Kind zu suchen, das zu uns in die reale Welt gekommen ist um unser Leben hell zu machen und die göttlichen Gaben an alle Menschen weiter zu geben.
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In den letzten Tagen habe ich mich manchmal dabei erlebt, ganz lange am Fenster zu stehen und dem Schnee zuzuschauen und dem wie verzaubert wirkenden Städtchen.Eine dicke weiße Decke liegt über dem Land und macht alles heller, weicher und sehr viel leiser. Hier in Nordrheinwestfalen sind noch zwei Tage Ferien und das verstärkt dieses wunderbare Gefühl noch einmal. Nur die Ski- und Rodelhänge sind voll und laut und trubelig und voller sehr vergnügter Kinder, Jugendlicher und Familien, die den Schnee und seine Schönheiten genießen. Und dann sind da die Mitarbeiter des Winterdienstes der Städte und Kreise, die unentwegt unterwegs sind und die Straßen vom Schnee und Eis räumen und versuchen, dass die Einwohner sicher zur Arbeit kommen und unterwegs sein können. Und wir denken manchmal: Ach, die Armen, müssen ganze Nächte durcharbeiten, damit die Straßen frei sein können. Seit einem Interview mit einem jungen Mitarbeiter denke ich das nicht mehr. Er hat mit einer solchen Begeisterung von seiner Arbeit erzählt und dass es genau sein Ding ist, das zu tun und anderen quasi die Wege freizumachen. Da denke ich dann, dass das vielleicht eine gute Idee für dieses neue und noch ganz junge Jahr ist: zu schauen, was ist denn an dem, was ich so jeden Tag zu tun habe, genau mein Ding und was kann ich mit Begeisterung tun. An jeder Arbeitsstelle und in jedem Tagewerk außerhalb oder zuhause gibt es Dinge, die man mag und Dinge, die man nicht mag. Dann ist es eine gute Idee, dass was man mag mit Begeisterung zu tun und dann gehen die anderen Dinge tatsächlich auch leichter. Und dann, wie ich in den letzten Tagen, immer mal am Fenster stehenbleiben und rausschauen und durchatmen und mich freuen und die Stille draußen genießen, die auch der Stille in meinem Inneren guttut. Religion heißt Unterbrechung, hat ein kluger Mensch mal gesagt. Das Rennen unterbrechen und die Arbeit und das geschäftige Tun, nur für einen Augenblich. Damit sich ein Fenster öffnet innen und außen für den, der diese Welt und mich erschaffen hat und der will, dass wir in seiner Gegenwart leben. Glücklich leben. 

Mutschwester

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Wahrscheinlich kennst du das auch. Man tippt eine WhatsApp-Nachricht ein und das System ist schnell und schreibt aus meinen ersten Buchstaben schon einmal seine Vorschläge. Und wenn man nicht aufpasst, hat man Unfug geschrieben und merkt es nicht einmal. So ist es mir vorhin ergangen.Bei uns in der Ordensgemeinschaft benennen wir uns mit "Schwester" und dem Vornamen. Und wenn wir über unsere Schwestern reden oder schreiben, dann sagen wir Mitschwester, also Schwestern, die mit mir zur Gemeinschaft gehören und mit mir leben. Als ich vorhin etwas schreiben wollte, hat das System nicht Mitschwester geschrieben, sondern Mutschwester. Erst war ich verwirrt, aber dann habe ich laut gelacht und finde diese Bezeichnung einfach herrlich.Mutschwester. Eine Schwester, die mir Mut macht in all dem, was nicht so einfach, nicht so leicht, nicht so fix und auch mal danebengeht. Und so wünsche ich dir für heute und für das begonnene neue Jahr immer wieder Mutschwestern und Mutbrüder, Muteltern und Mutkollegen, Mutkinder und Mutlehrer, Mutengel und Mutheilige und irgendeinen davon möglichst immer zur rechten Zeit.Eines meiner Weihnachtsgeschenke, die ich bekommen habe, ist ein Heiligen-Wochenkalender der etwas anderen Art. Es werden jede Woche heilige oder selige Menschen vorgestellt, die nicht so bekannt sind und eher regionale Bezüge haben. Ich habe erstaunt Blatt um Blatt gewendet und schon manches gelesen und war begeistert von den Notizen über diese Leute, die in ihrer Zeit Mutmacher waren vor Gott und für die Menschen gelebt haben.Einige von ihnen werde ich dir im Laufe dieses Jahres sicher vorstellen und davon erzählen, weil es immer guttut Beispiele zu haben und Geschichten zu hören von Menschen, die es versucht haben wie du und ich in diesem neuen Jahr auch.
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Eigentlich ist es nur eine Sekunde, die das Alte vom Neuen getrennt hat.Eigentlich ist es nur eine Zahl, die am Ende von 5 auf 6 springt.Eigentlich ist es nur eine neue Bezeichnung, die von Dezember auf Januar geschrieben wird.Eigentlich ist es nur eine menschengemachte Zählung, die unsere Tage ordnet.Eigentlich ist es nur ein neuer Morgen, so wie viele Millionen vorher und hoffentlich auch nachher.Es sind auch in dieser Nacht Menschen gestorben, eigentlich wie sonst immer auch.Es sind auch in dieser Nacht Menschen geboren, eigentlich wie sonst immer auch.Aber wir Menschen sind nicht Menschen des EIGENTLICH – sondern Menschen des Jetzt und Menschen der Zukunft, ob wir leben oder ob wir sterben.Im Buch Numeri steht der schöne Text, der im neuen Jahr als Lesungstext in der Eucharistiefeier gelesen wird: "Der HERR sprach zu Mose: Sag zu Aaron und seinen Söhnen: So sollt ihr die Israeliten segnen; sprecht zu ihnen: Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der HERR wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden. So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich werde sie segnen."Vertrauen wir im neuen Jahr auf diesen Segen Gottes mit der Bitte, dass er gebe, dass es gut wird, was wir beginnen und mit Tatendrang anfangen und auch das gut wird, was uns nicht gelingt, was in die Brüche geht und was wir einander schuldig bleiben, obwohl wir es eigentlich gut machen wollten. Aber wir sind nicht Menschen des EIGENTLICH, sondern Menschen des Jetzt und der Zukunft mit dem Vertrauen auf diesen Gott, der mit uns geht und unter dessen gutem Segen wir stehen.
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In der Lesung für die Heilige Messe heute Abend aus dem ersten Johannesbrief heißt es sehr eindrücklich: "Meine Kinder, die letzte Stunde ist da." Mir war gar nicht bewusst, dass es solch einen Vers im neuen Testament gibt, den wir am letzten Tag des Jahres nochmal irgendwie anders hören. Und dann ermahnt Johannes die Christen, dass sie nicht erstaunt sein sollen, dass es so viele Antichristen gibt, die jetzt am Ende der Zeiten vermehrt auftreten. Diese Mahnung ist 2000 Jahre alt und daran hat sich nichts geändert. Es gab und gibt immer Menschen, die sich vom Christsein abgewandt haben und sich nun gegen die Christen wenden mit Lügen und Kämpfen gegen die göttliche Wahrheit, die sie selbst von Jesus Christus empfangen haben.Was mich andererseits zurzeit echt erschüttert, ist die so missbräuchliche Nutzung des christlichen Glaubens durch Präsidenten verschiedenster Ausprägungen. Wenn Christus immer wieder zur Nächstenliebe aufruft und ein Präsident mit viel religiösem Tamtam seine Amtszeit bebeten und segnen lässt, dann aber alles andere als christlich Jagd auf Menschen machen lässt, die nur irgendwie ausländisch aussehen, dann ist das antichristlich. Und wenn ein anderer mit dem Segen seines hörigen Patriarchen Krieg gegen das Nachbarland führt und betont, dass er aber ein gläubiger Christ sei, dann wird mir übel.Und wenn unser Kanzler betont "mit christlicher Nächstenliebe können wir nicht jedes politische Problem lösen" ist das genauso falsch. Nächstenliebe besteht aus den Elementen Liebe, Wahrheit und Gerechtigkeit und der Kapuziner Bruder Paulus macht in seiner Gegenrede sehr deutlich, dass Nächstenliebe bedeutet die Augen zu öffnen, Grenzen erkennen und Verantwortung übernehmen und niemandem mehr aufbürden, als er tragen kann – weder einem Land, noch einer Person und auch nicht sich selbst.Vielleicht findest Du ja heute zwischen letzten Einkäufen und Vorbereitungen für die Silvesterparty ein bisschen Zeit, auf Dein eigenes Jahr zurück zu schauen, weil Dein ganz persönliches Jahr das Jahr ist, das Gott mit Dir gegangen ist. Und ich und Du können fest darauf vertrauen, dass Gott auch im neuen Jahr mit uns geht, durch alle Höhen und Tiefen, Rennstrecken und Slalomläufe, Abstürze und Comebacks, von denen wir heute noch nichts ahnen. Und dass wir Christen bleiben.
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Die Weihnachtstage und die Tage zwischen den Jahren sind immer ein bisschen ruhiger und entspannter. Und so konnte ich auch mal wieder in Ruhe um den Obersee hier in Olpe laufen und meinem verheilten Fuß zumuten, dass das doch gar nicht so schlimm ist. Viele Leute hatten die gleiche gute Idee und so waren wir mit vielen Leuten unterwegs und ich habe Grüße und Gespräche in vielen Sprachen vernommen. Tobende Kinder mit ihren Laufrädchen oder Rollern, größere Kinder mit dem wohl neuen Fahrrad und ganz kleine im Kinderwagen dick eingepackt mit staunenden Augen.Der See war zugefroren, was nicht allzu oft in den letzten Jahren der Fall war und viele Steine und Stöcke und Äste liegen auf dem Eis, weil viele versucht haben zu testen, ob das Eis bricht oder tatsächlich stabil ist. Und dann bin ich wie immer auf dem Rundweg, zur Valentinskapelle gekommen. Und ich habe mich sehr gewundert, wieso da plötzlich ein Kommen und Gehen in der kleinen Kapelle war.Und dann habe ich den Grund gesehen: Am Zaun auf beiden Seiten war ein laminiertes Blatt angebracht mit lediglich zwei Worten und einem Pfeil. ZUR KRIPPE heißt es da. Und ganz viele Leute, die sonst gemächlich weiterspaziert wären, ließen sich verlocken und zur Kapelle gehen und die kleine, schöne Krippe anschauen und bewundern. Drin war nur ein Meter Platz bis zum sichernden Gitter und so gab es ein Gedränge, um einen kurzen Blick auf die Szene zu werfen, um die es an Weihnachten immer geht: der Krippenstall mit Ochs und Esel, die Schafe und die Hirten und Maria und Josef mit dem Kind, dem Gotteskind, das zur Erde gekommen war, um uns Erdlinge wieder mit dem göttlichen Funken zu beseelen. Und alle konnten es sehen, weil zwei einfache Worte sie verlockt hatten, von ihrem gemütlichen Weg abzubiegen, sich ins enge Gedränge zu begeben und zu staunen und sich an der Schönheit der Szene zu erfreuen.Da wurde mir wieder einmal klar, wie Gott in die Welt kommt. Er verlockt einen Menschen, einen Zettel mit zwei Worten zu beschriften und mit einem Pfeil die Richtung anzugeben. Und schon kommen viele und schauen und staunen. Vielleicht können Du und ich auch im kommenden Jahr diese Zettelschreiber sein, die auf etwas hinweisen, dass uns selbst wichtig und wertvoll ist und das mit einem einfachen Pfeil die Richtung angibt.
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Im Wohnzimmer meiner Tante hing ein großes Bild mit dickem, goldenem Rahmen. Und auf dem Bild war die Gottesmutter Maria zu sehen, die den kleinen Jesus auf dem Schoß hatte und der von der Arbeit nach Hause kommenden Nährvater Josef mit der Axt über der Schulter, der dem Kind einen Teller mit wunderbaren Früchten hinhält: Weintrauben, Pfirsiche, Äpfel. Es war ein typisches Bild der Heiligen Familie von Nazareth.Dieses Fest wurde von der Kirche schon im 17. Jahrhundert eingeführt und im 19. Jahrhundert nochmals stärker betont, weil man gespürt hat, dass die Menschen ein Vorbild brauchten, wie man christliches Familienleben in den damaligen Problemen leben könnte. Und wie ist das heute bei unseren vielfältigen Familienkonstellationen? Eigentlich brauchen wir nur in die Bibel zu schauen und das schmückende, später dazu gedachte Beiwerk weglassen. Da ist eine junge Frau, die nicht verheiratet, aber schwanger ist. Da ist der Verlobte, der nicht der Vater des Kindes ist, seine Partnerin aber nicht wegschickt und sie somit vor dem sicheren Tod rettet. Da ist der Kaiser, der mehr Steuern eintreiben will und somit alle Leute im Reich quer durchs Land schickt, damit seine Steuerlisten perfekt sind. Da sind die überfüllten Herbergen und die geldgierigen Vermieter, die das Pärchen in den Stall abschieben.Dann wird das Kind nach der Tradition in den Tempel gebracht und der armen Mutter verheißen, dass ihr ein Schwert durch die Seele dringen wird. Da ist ein König, der vom neugeborenen König hört und in Panik alle Neugeborenen in der Umgebung töten lässt. Da ist der Josef, der durch dubiose Träume rechtzeitig gewarnt wird und auf die Flucht muss. Da ist die Familie als Flüchtlinge im fremden Land und muss sich so durchschlagen. Da stirbt der alte König endlich und sie können nach Hause, müssen aber völlig neu anfangen. Da nehmen sie den Sohn mit auf Wallfahrt und müssen ihn drei Tage lang suchen, weil er einen eigenen Kopf hat und neue Wege geht und völlig unverständliche Dinge erzählt. Und immer so weiter.Ich denke, wenn Familien spüren können: diese Familie von Nazareth hat so viel Trabbel und Chaos und Katastrophen im Leben gehabt und sie haben es trotzdem geschafft auf Gott zu vertrauen und ihr Leben auf ihn zu setzen, dann kann es tatsächlich Vorbild für uns und unser heutiges Leben in all seinem Chaos und Durcheinander sein. Denn nicht die scheinbar heile Welt auf dem Gemälde mit dem goldenen Rahmen und den köstlichen Früchten stellt die heilige Familie dar, sondern ihr Vertrauen in Gott trotz aller Katastrophen.
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