Herausforderungen begegnen jedem Menschen. Das Leben selbst ist
eine Herausforderung! Wie wir darauf reagieren, das ist sehr
individuell. Viele Menschen denken nach dem Muster, wenn etwas
passiert, dann handle ich auf jeden Fall so oder so. Wenn ich eine
Prüfung bestehe, dann werde ich feiern; wenn ich einen Sportwagen
habe, dann werde ich die Liebe finden und wenn ich im Lotto
gewinne, dann wird sowieso alles gut. Wer so denkt, kann
leicht in Zaudern, Angst und Passivität geraten. Entscheidungen
werden verschoben, Möglichkeiten ungenutzt. Man versteckt die
eigene Furcht oft hinter solchen "Wenn-dann"-Formeln. Das
Evangelium lädt uns ein, anders zu handeln. Jesus sagt: "Geht, ich
sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen
Geldbeutel mit, keine Vorratstasche keine Schuhe. Grüßt niemanden
auf dem Weg und wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt: "Friede diesem
Haus". Jesus ruft dazu auf, sich auf sich selbst und auf Gott zu
verlassen, nicht auf Netze, Pläne oder doppelte Sicherheiten. Die
Angst, etwas unzulänglich zu tun, soll uns nicht lähmen. Fehler
oder Ablehnung sind Teil des Weges, wir werden gesendet mit dem,
was wir sind, mitten in die Welt, in die Städte, in die Dörfer, in
die Lebensräume, zu den Menschen, zu denen Gott selbst gehen
will. Natürlich werden manche Anstrengungen erfolglos bleiben.
Manche Botschaft pralllt ab wie Wasser an einem imprägnierten
Schuh. Das liegt nicht nur an uns, sondern auch daran, dass nicht
jeder bereit ist, auf Gottes Wort zu hören. Manchmal stößt das
Evangelium auf Lebensräume, auf Zeiten und Orte, die verschlossen
sind.Das Kreuz zeigt uns: Gott handelt auf seine eigene Weise, auch
wenn sie Schwäche, Unzulänglichkeit und Widerstand
beinhaltet. Das Kreuz, so könnte man das sagen, das ist das
"Wie Gottes"; ein Zeichen für unser eigenes Handeln und die
Herausforderung des Lebens. Gott geht voran, wagt das Unmögliche,
vertraut auf uns und lädt uns ein, mitzuwirken, mutig, trotz Angst,
trotz Unzulänglichkeit. Gott war nicht sicher, dass sein Plan
vom Kreuz aufgeht, aber er hat es gewagt, für dich und für mich.
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