In diesen Tagen jährt sich zum fünften Mal die Flut an Lenne, Erft
und Ahr.Und es kommen wieder die schrecklichen Bilder hoch von
unglaublichen Wassermassen, die durch stärksten Dauerregen die
kleinen Flüsse rasend schnell steigen ließen. Es gab vorher immer
wieder Warnungen durch die Wetterdienste, aber viele Menschen haben
später gesagt, dass sie sich einfach nicht vorstellen konnten, dass
es noch viel schlimmer werden würde als bei den letzten Hochwassern
ein paar Jahre vorher. Und dann kam sehr schnell die Frage nach den
Verantwortlichen, oder damals nach den Schuldigen für die vielen
Toten, wegen der ausgebliebenen Warnungen. Wenn es nicht so schlimm
wäre, könnte man meinen, wir Menschen lernen einfach nichts aus den
Fehlern unserer Geschichte. Die Beispielerzählung aus der
Bibel, wo Adam die Schuld auf Eva schiebt und Eva die Schlange
verantwortlich macht, zeigt unser Dilemma. Sehr schnell suchen wir
einen Schuldigen für unser Problem, damit wir von unserem eigenen
Versagen ablenken. Verantwortung für unser eigenen Tun zu
übernehmen ist auch wirklich nicht leicht. Und da neigen wir
schnell dazu. in einer ersten Reaktion anderen die Schuld zu
geben. Ein kluger Mensch hat mal gesagt: „Dumme Menschen
suchen nach Schuldigen und kluge Menschen nach Lösungen“ Beispiele
dafür kennst Du selbst bei Dir und Deinem Umfeld garantiert auch.
In einer Laudeslesung geht es genau darum. Es heißt darin: „Ihr
alle seid Kinder des Lichts und Kinder des Tages. Wir gehören nicht
der Nacht und nicht der Finsternis“. Nicht im Dunkeln unserer
Schuld, unserer Fehler, unseres Versagens hängen zu bleiben,
sondern daran zu denken, dass wir von Gott als Kinder des Lichtes
geschaffen worden sind und im Licht leben sollen, ist Zusage Gottes
und gleichzeitig Auftrag an uns selbst.Eine Schuld, einen Fehler,
ein Versagen zuzugeben ist der erste Schritt, um wieder ins Licht
zu kommen. Um Vergebung zu bitten, ist der nächste Schritt. Und
geschehenes Unrecht wieder gut zu machen, ist ein
weiterer. Meist erkennen wir das Problem bei Politikern, bei
anderen Größen in Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft ziemlich
schnell und eindeutig. Aber ändern können wir es zunächst leichter
bei uns selbst. Und das ist die Schwierigkeit und die Chance. Der
Volksmund nennt es: immer zuerst vor der eigenen Haustür kehren. Da
ist etwas dran.
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