Psychiatrie im Alltag

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Im Gespräch mit einer KI - Kann künstliche Intelligenz die Psychiatrie revolutionieren?
02.01.2026
21 Minuten
In dieser außergewöhnlichen Folge wagen Andreas und Werner ein einzigartiges Experiment: Sie führen ein Live-Gespräch mit ChatGPT, einer künstlichen Intelligenz von OpenAI. Thema: Die Rolle von KI in der Psychiatrie – und wer könnte besser darüber sprechen als eine KI selbst? Statt nur ÜBER künstliche Intelligenz zu reden, sprechen wir MIT einer KI und erleben dabei direkt, was diese Technologie kann – und wo ihre Grenzen liegen. ChatGPT stellt sich vor, erklärt ihre Funktionsweise und beantwortet kritische Fragen: Kann sie Menschen mit psychischen Problemen wirklich helfen? Wo wird es gefährlich? Was ist mit Datenschutz? Und wie fühlt es sich an, mit einem Algorithmus zu sprechen? Die Fragen werden nicht geschönt: Andreas und Werner konfrontieren die KI mit den Risiken – Fehlberatung, mangelnder Empathie, Datenschutzproblemen. Und sie erleben in Echtzeit, wie ChatGPT reagiert, ausweicht oder auch transparent ihre Grenzen benennt. Ergänzt wird das Gespräch durch fundierte Vorbereitung von Claude, einer anderen KI, die Themen einordnet, wenn ChatGPT zu oberflächlich bleibt. So entsteht eine faszinierende Mehrschichtigkeit: Live-Dialog trifft auf reflektierte Analyse. Themen der Episode sind unter anderem: Wie KI bei der nächtlichen Krise helfen – oder gefährlich werden – kann. Ob Menschen die Grenze zwischen Mensch und Maschine verlieren könnten. Wie KI Fachkräfte entlasten könnte. Welche ethischen Leitplanken wir dringend brauchen. Und wie die Zukunft der Psychiatrie mit KI aussehen könnte. Am Ende steht eine klare Botschaft: KI ist ein mächtiges Werkzeug, das in der Psychiatrie helfen kann – bei Information, bei Verwaltung und auch als Brücke zur professionellen Hilfe. Aber sie ist und bleibt ein Werkzeug. Die heilsamste Komponente in der Psychiatrie – die therapeutische Beziehung – kann und sollte nie durch Algorithmen ersetzt werden. Eine Folge voller Überraschungen, Meta-Reflexionen und der Frage: Wie menschlich kann eine Maschine klingen? Und sollte sie das überhaupt? Ein Podcast-Experiment für alle, die wissen wollen, was KI in der Psychiatrie wirklich bedeutet – mit allen Chancen und Risiken. SHOWNOTES - WICHTIGE LINKS ChatGPT von OpenAI: https://chat.openai.com/ Die KI, mit der wir in dieser Folge gesprochen haben. Kostenlos nutzbar, aber Vorsicht: Keine medizinische Beratung, Datenschutz beachten! Claude von Anthropic: https://claude.ai/ Die KI, die uns bei der Vorbereitung unterstützt hat. Ebenfalls frei zugänglich. Europäische Leitlinien zu KI im Gesundheitswesen: https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/policies/regulatory-framework-ai EU AI Act - Regulierung von KI-Systemen, besonders wichtig für Hochrisiko-Anwendungen wie Gesundheit. Bundesärztekammer - Stellungnahme zu KI in der Medizin: https://www.bundesaerztekammer.de/ (Suchbegriff: "Künstliche Intelligenz") - Ethische und praktische Überlegungen aus ärztlicher Sicht. Deutsches Ärzteblatt - KI in der Psychiatrie (Fachartikel): https://www.aerzteblatt.de/ (Suchbegriff: "Künstliche Intelligenz Psychiatrie") - Wissenschaftliche Artikel zu aktuellen Entwicklungen.
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Über Suizid sprechen rettet Leben - Deutschlands erste Suizidprofessorin
05.12.2025
34 Minuten
In dieser Folge widmen sich Andreas und Werner einem Thema, das sie bereits in ihrer früheren Episode "Tabu Suizid" behandelt haben – doch diesmal mit einer ganz besonderen Perspektive: Sie sprechen mit Prof. Dr. Ute Lewitzka, seit November 2024 Inhaberin der deutschlandweit ersten Professur für Suizidologie und Suizidprävention an der Goethe-Universität Frankfurt. Die Zahlen sind alarmierend: Über 10.000 Menschen nahmen sich 2023 in Deutschland das Leben – mehr als dreimal so viele wie durch Verkehrsunfälle starben. Die Zahl der Suizidversuche liegt noch deutlich höher. Dennoch wird kaum öffentlich darüber gesprochen. Prof. Lewitzka hat sich dieser Aufgabe verschrieben und forscht seit über 25 Jahren zu den Ursachen suizidalen Verhaltens und zu wirksamen Präventionsstrategien. Im Gespräch erklärt sie, warum es diese wichtige Professur erst jetzt gibt und welche Bedeutung sie für die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen hat. Sie erläutert die drei Säulen wirksamer Suizidprävention: Methodenrestriktion (wie das Sichern von Hotspots und kleinere Medikamentenpackungen), die oft unterschätzte anti-suizidale Wirkung von Lithium und schulische Prävention durch das evaluierte HEYLiFE-Programm. Besonders eindrucksvoll ist Prof. Lewitzkas Arbeit mit "Heatmaps" – durch die systematische Erfassung von Suizidversuchen in ihrer Kliniksuiziddatenbank mit 135 beteiligten Kliniken können gefährliche Orte identifiziert und gesichert werden. Im Gespräch gibt es konkrete Handlungsempfehlungen für Angehörige, Fachkräfte und Betroffene. Sie beschreibt ihre Vision für das geplante Deutsche Zentrum für Suizidprävention und erklärt, warum Forschung und Datenerfassung so entscheidend sind, um bessere Präventionsmaßnahmen entwickeln zu können. Eine bewegende und gleichzeitig hoffnungsvolle Folge über ein schweres Thema – mit einer Expertin, die seit Jahrzehnten dafür kämpft, dass mehr Menschen die Hilfe bekommen, die sie brauchen, und die uns allen zeigt: Über Suizid zu sprechen, rettet Leben. Gast dieser Folge: Prof. Dr. Ute Lewitzka Professorin für Suizidologie und Suizidprävention Goethe-Universität Frankfurt Website Werner-Felber-Institut: https://www.felberinstitut.de/ Hilfsangebote - Wenn du Hilfe brauchst: Telefonseelsorge: 0800-1110111 oder 0800-1110222 (24/7, kostenlos, anonym) Online-Beratung: https://www.telefonseelsorge.de Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: https://www.suizidprophylaxe.de Informationen, Adressen von Beratungsstellen und Krisendiensten U25 - Suizidprävention für junge Menschen: https://www.u25-deutschland.de Online-Beratung durch gleichaltrige Peers für suizidgefährdete Jugendliche unter 25 Jahren MANO - Suizidprävention für Erwachsene: https://mano-beratung.de/ Mail-basierte anonyme Online-Beratung für Menschen ab 26 Jahren mit Suizidgedanken Krisenchat - Für Menschen unter 25: https://krisenchat.de Chat-Beratung per WhatsApp und SMS, rund um die Uhr AGUS - Angehörige um Suizid e.V.: https://www.agus-selbsthilfe.de Bundesweite Selbsthilfeorganisation für Menschen, die einen nahen Menschen durch Suizid verloren haben DGS – Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention https://www.suizidprophylaxe.de Frühere Folge 22 zum Thema: "Tabu Suizid - Wie kann die Sprachlosigkeit überwunden werden?"
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Wenn Reden schwerfällt - Krisenchat als digitaler Rettungsanker für junge Menschen
07.11.2025
32 Minuten
In ihrer 63. Folge widmen sich Andreas und Werner einem innovativen und lebensrettenden Projekt: Krisenchat, der kostenlose psychosoziale Beratungsdienst per WhatsApp, SMS, Signal, Reddit, Twitch und  Discord für junge Menschen bis 25 Jahre. Ihr Gast Melanie Eckert von Krisenchat gibt faszinierende Einblicke in eine Organisation, die seit ihrer Gründung im Mai 2020 bereits über 200.000 Beratungen durchgeführt hat und damit zum meistgenutzten Online-Beratungsangebot für junge Menschen in Deutschland geworden ist. Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, sind über 350 ehrenamtliche Fachkräfte aus Psychologie, Psychotherapie und Sozialpädagogik im Chat-Einsatz. Melanie erklärt, warum der Chat als Medium so erfolgreich ist: Er holt junge Menschen dort ab, wo sie ohnehin kommunizieren – niedrigschwellig, anonym und ohne die Angst vor Stigmatisierung. Die Hemmschwelle ist deutlich niedriger als beim klassischen Telefonat, und mehr als die Hälfte der Hilfesuchenden hat vorher noch mit niemandem über ihre Probleme gesprochen. Die drei diskutieren die häufigsten Themen in den Beratungen – von Liebeskummer über familiären Konflikte bis hin zu Suizidgedanken. Melanie schildert, wie das Team mit akuten Notfällen umgeht und wie die Qualität der Beratung durch Schulungen, Peer Groups und eine 24/7-Rufbereitschaft für schwierige Fälle gesichert wird. Besonders bewegend ist die Entstehungsgeschichte: Drei der Gründer waren gerade einmal 18 Jahre alt, als sie im ersten Corona-Lockdown erkannten, dass junge Menschen dringend niedrigschwellige Hilfsangebote brauchen. Innerhalb kürzester Zeit schufen sie ein Angebot, das bis heute wächst – inzwischen auch mit einem ukrainisch- und russischsprachigen Beratungsangebot. Ehrlich wird auch über die Herausforderungen gesprochen: Etwa 40% der Anfragen können derzeit nicht bearbeitet werden, weil die Kapazitäten fehlen. Als gemeinnütziges, spendenfinanziertes Unternehmen ist Krisenchat auf kontinuierliche Förderung angewiesen, um allen jungen Menschen in Not helfen zu können. Eine inspirierende Folge über digitale Innovation in der Krisenintervention, die Kraft des Ehrenamts und die dringende Notwendigkeit, mentale Gesundheit junger Menschen ernst zu nehmen – mit praktischen Informationen für Fachkräfte, Eltern und Betroffene. SHOWNOTES - WICHTIGE LINKS Krisenchat - Die Hauptseite: https://www.krisenchat.de/ Die offizielle Website mit direktem Zugang zum Chat-Angebot. Rund um die Uhr erreichbar für alle unter 25 Jahren – kostenlos, anonym und professionell. Weitere hilfreiche Links: Nummer gegen Kummer - Kinder- und Jugendtelefon: https://www.nummergegenkummer.de/ Etabliertes, kostenfreies Beratungsangebot per Telefon für Kinder, Jugendliche und Eltern – als Ergänzung zu digitalen Angeboten. Youth-Life-Line - Online-Beratung für suizidgefährdete Jugendliche: https://www.youth-life-line.de/ Spezialisierte Online-Beratung durch Peers für junge Menschen in suizidalen Krisen. [U]25 Deutschland - Suizidprävention für junge Menschen: https://www.u25-deutschland.de Spezialisiertes Online-Beratungsangebot von jungen Menschen für junge Menschen bis 25 Jahre in suizidalen Krisen. BetaNet - Kostenlose Notfall- und Beratungsnummern: https://www.betanet.de/notfall-und-beratungsnummern.html Umfassende Übersicht über bundesweite Hilfstelefone - von der Nummer gegen Kummer bis zu spezialisierten Angeboten bei verschiedenen Problemlagen.
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Bindung - über die Rolle wichtiger Bezugspersonen bei psychischen Erkrankungen
10.10.2025
38 Minuten
In ihrer 62. Folge widmen sich Andreas und Werner einem Kernthema der psychiatrischen Praxis: der fundamentalen Bedeutung von Bindungen für die psychische Gesundheit. Erneut zu Gast ist der erfahrene Psychologe und Psychotherapeut Andreas Knuf, der bereits in den vorangegangenen Folgen zu "Trauma" (Folge 61), "Bedürfnisse und Werte" (Folge 45) und "Gefühle" (Folge 31) wertvolle Einblicke geteilt hat. Diese Folge entstand als natürliche Ergänzung zur Trauma-Episode, denn beide Themen sind eng miteinander verwoben: Bindungsstörungen können traumatisierend wirken, während Traumata ihrerseits Bindungsfähigkeit beeinträchtigen können. Aus ihrer langjährigen psychiatrischen Praxis wissen Andreas und Werner: Viele ihrer Klientinnen und Klienten haben sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart instabile, unsichere und unzuverlässige Bindungen erlebt - sei es in der Kindheit zu den Eltern oder aktuell in Partnerschaften. Diese Erfahrungen hinterlassen tiefe Spuren und beeinflussen maßgeblich die Entwicklung psychischer Erkrankungen. Andreas Knuf erklärt, was Bindungsstörungen charakterisiert, wie und wann sie entstehen. Er erklärt wie bindungssensibles Arbeiten in der Praxis aussehen kann. Konkrete Beispiele, wie sich frühe Bindungsverletzungen im aktuellen Beziehungsverhalten zeigen und wie Fachkräfte sensibel darauf eingehen können, sollen helfen - auch der Hinweis den eigenen Bindungsstil zu reflektieren. Die drei diskutieren, wie sich Fachpersonen mit bindungssensibler Arbeit auseinandersetzen sollten und wie Teams entsprechende Kompetenzen entwickeln können. Eine aufschlussreiche Folge, die zeigt: Sichere Bindungen sind nicht nur in der Kindheit, sondern lebenslang ein Schutzfaktor für die psychische Gesundheit - und professionelle Beziehungsarbeit kann heilsame Erfahrungen ermöglichen. weiterführende Links: Mindemy (Institut von Andreas Knuf): https://www.mindemy.de Bindungsstile verstehen und hilfreich mit ihnen umgehen: https://www.mindemy.de/courses/pk-bindungsstile Mit dem Code ALLTAG30 erhalten alle Hörer*innen 30% Rabatt auf alle MINDEMY-Onlinekurse. Fachartikel zum Thema von Andreas Knuf: https://www.seeminar.de/app/download/8294470764/PSU2025-02Trauma.pdf?t=1754287814 Überblick Bindungstheorie https://de.wikipedia.org/wiki/Bindungstheorie Fachbuch über Bindungstheorie https://www.klett-cotta.de/produkt/bindung-und-menschliche-entwicklung-9783608949360-t-4307 Überblick Bindungsstörungen https://www.therapie.de/psyche/info/index/diagnose/bindung/artikel/ Fachbuch über Bindungsstörungen https://www.klett-cotta.de/produkt/karl-heinz-brisch-bindungsstoerungen-9783608205992-t-2050
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Traumasensibles Arbeiten in der Psychiatrie
12.09.2025
36 Minuten
In ihrer 61. Folge widmen sich Andreas und Werner einem Thema, das in der psychiatrischen Praxis allgegenwärtig, aber oft noch zu wenig beachtet wird: dem traumasensiblen Arbeiten. Zu Gast ist erneut der erfahrene Psychologe und Psychotherapeut Andreas Knuf, der bereits in den Folgen über "Bedürfnisse und Werte" (Folge 45) und "Gefühle" (Folge 31) wertvolle Einblicke geteilt hat. Aus ihrer langjährigen psychiatrischen Praxis wissen Andreas und Werner: Ein Großteil ihrer Klientinnen und Klienten hat schwerwiegende Traumatisierungen und instabile Bindungserfahrungen in der Kindheit erlebt. Diese frühen Belastungen wirken oft als Katalysator für andere psychische Erkrankungen wie Süchte, Angststörungen oder Depressionen und erschweren Genesungsprozesse erheblich. Andreas Knuf erklärt, warum diese Problematik früher oft übersehen wurde und was sich inzwischen verbessert hat. Besonders wertvoll sind seine konkreten Praxisbeispiele, die zeigen, wie sich Traumata und Bindungsstörungen im Versorgungsalltag auswirken und wie professionell darauf eingegangen werden kann. Die drei diskutieren die Herausforderungen in der traumatherapeutischen Versorgung und stellen Hilfsmöglichkeiten vor. Andreas Knuf gibt konkrete Anleitungen, wie trauma- und bindungssensibles Arbeiten in verschiedenen Berufsgruppen und Hilfeformen aussehen sollte und wie sich Teams und Einzelpersonen entsprechend schulen lassen können. Shownotes: Mindemy (Institut von Andreas Knuf): https://www.mindemy.de Fortbildung „Trauma- und bindungssensibel arbeiten“ Mit dem Code ALLTAG30 erhalten alle Hörer*innen 30% Rabatt auf alle MINDEMY-Onlinekurse.  Fachartikel zum Thema von Andreas Knuf: https://www.seeminar.de/app/download/8294470764/PSU_2025-02_Trauma.pdf?t=1754287814 DeGPT - Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie e.V. https://www.degpt.de/ institut berlin - Traumasensible Weiterbildungen https://institut-berlin.de/ https://www.be-here-now.eu/ Trauma-und-Sucht.de - Traumasensible Behandlung http://www.trauma-und-sucht.de/informationen-fuer-therapeuten/traumasensible-behandlung/ ZPTN - Zentrum für Psychotraumatologie und Traumatherapie Niedersachsen https://www.zptn.de/ Fachverband Traumapädagogik e.V. (FVTP) https://fachverband-traumapaedagogik.org/
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Über diesen Podcast

Psychiatrische Krisen sind alltäglich… über ein Drittel aller EU Bürger sind im Laufe des Lebens von einer behandlungsbedürftigen psychiatrischen Erkrankung betroffen. Andersherum wirken sich seelische Erkrankungen stark auf den Alltag der Menschen aus, die davon betroffenen sind. Andreas Pfeiffer (Ergotherapeut) und Werner Höhl (Psychologe) wollen durch Gespräche mit Experten über die Auswirkungen auf den Alltag, Herausforderungen und Chancen informieren.

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