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Psychiatrie im Alltag Archiv

75 Episoden
39 Minuten
„Ich bin froh, dass ich Betroffene bin und nicht meine Eltern." Mit diesem Satz bringt unser heutiger Gast Laura Thole auf den Punkt, was diese Folge von Psychiatrie im Alltag so besonders macht.

Laura ist 34 Jahre alt, arbeitet seit vier Jahren als Genesungsbegleiterin – und lebt selbst mit einer bipolaren Störung. Offen und mit bemerkenswerter Klarheit erzählt sie, wie sich Manie wirklich anfühlt: erst euphorisch, mitreißend, grenzenlos – und dann außer Kontrolle. Sie berichtet von vier Zwangseinweisungen, einer abgebrochenen Masterarbeit im Lehramt, psychotischem Wahnerleben und davon, wie sie nach der manischen Phase immer wieder in tiefe, manchmal suizidale Depressionen fiel.

Besonders eindrücklich beschreibt Laura ihre Frühwarnzeichen – ihr Bild von der „Dampflok", die schon Gas gibt, obwohl vorne noch ein Hindernis liegt – und wie sie es schafft, rechtzeitig gegenzusteuern, bevor die Erkrankung wieder „das Steuer übernimmt". Auch das Thema Medikamente kommt unbeschönigt zur Sprache: Lithiumvergiftung, Gewichtszunahme, der lange Weg zur richtigen Einstellung – und warum ein offener, reflektierter Umgang mit Wirkung und Nebenwirkungen so wichtig ist.

Diese Folge zeigt eindrücklich: Eine bipolare Störung bedeutet nicht das Ende eines normalen Lebens. Sie zeigt, dass Stabilität möglich ist – mit Selbstfürsorge, guter Behandlung und dem Mut, offen darüber zu sprechen. Genau das wollen wir mit Psychiatrie im Alltag erreichen: psychische Erkrankungen entstigmatisieren, ihre Alltäglichkeit zeigen – und die Hoffnung, dass sie behandelbar sind.

Eine Folge für Angehörige, Betroffene, Fachkräfte und alle, die verstehen wollen, was hinter der Diagnose „bipolare Störung" wirklich steckt.

Bipolare Störung

Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e. V. (DGBS) – https://dgbs.de/

Universitätsklinikums Bonn (UKB)

https://www.ukbonn.de/psychiatrie-und-psychotherapie/klinisches-spektrum/bipolare-stoerungen/

Thema EX-IN & Genesungsbegleitung

EX-IN Deutschland – Genesungsbegleitung – https://ex-in.de/ex-in-kurse/ex-in-genesungsbegleitung/

Folgen unseres Podcasts zu verwandten Themen:

Empowerment: Folge 71

Psychosen: Folge 58

Recovery: Folge 7 und 52

Schizophrenie: Folgen 39 und 41

Genesungsbegleitung: Folge 9

Hilfsangebote

Telefonseelsorge (kostenlos, anonym, 24/7) – https://www.telefonseelsorge.de
34 Minuten
Wie zufrieden bin ich mit dem, was ich Tag für Tag tue? Diese Frage taucht in kaum einem psychiatrischen Befund auf – und ist für das Wohlbefinden von Menschen mit psychischen Erkrankungen doch entscheidend.

In dieser Folge sprechen Werner Höhl und Andreas Pfeiffer mit dem Ergotherapeuten Julius Reckert, der in einer Duisburger Praxis im Fachbereich Psychiatrie und Psychosomatik arbeitet. Es geht darum, wie ein Alltag kippt – leere Tage, verschobene Rhythmen, verlorene Rollen – und was Menschen hilft, wieder zu einem Tag zu finden, der sich für sie gut anfühlt.

Ein wiederkehrender Gedanke dabei: Zufriedenheit ist keine Frage der Menge. Manche Menschen tun sehr viel und sind unzufrieden, andere tun wenig und leben gut damit. Genau diese Lücke macht ein Instrument sichtbar, das Julius in seiner Praxis erprobt hat: das SDO – Satisfaction with Daily Occupations, entwickelt von Mona Eklund an der Universität Lund und seit 2026 auch auf Deutsch erhältlich.

Ein Gespräch über kleine Schritte, realistische Ziele, den Umgang mit Rückschlägen – und darüber, wem der Maßstab für ein gelungenes Leben eigentlich gehört.

Transparenzhinweis: Werner Höhl und Andreas Pfeiffer sind selbst an der deutschsprachigen Fassung des SDO beteiligt. Diese Folge ist keine Werbung, sondern ein Gespräch über Praxiserfahrungen.

Zum Gast

Praxis für Ergotherapie und Handrehabilitation Ina Beyer, Duisburg, Team

http://ergotherapie-duisburg.com/Team/

Das SDO auf Deutsch

Satisfaction with Daily Occupations (SDO) – Interviewbasiertes Screening zur Zufriedenheit mit täglichen Betätigungen. Mona Eklund, deutsche Übersetzung und Adaption von Leonie Esenwein und Caroline Züger, 1. Auflage 2026

https://www.skvshop.de/ergotherapie/satisfaction-with-daily-occupations-sdo-978-3-8248-1379-7.html

Kostenlose Leseprobe inkl. Inhaltsverzeichnis: https://www.skvshop.de/shop/images/files/editor/file/Leseproben/Leseprobe_SDO.pdf

Forschung zum SDO (international)

Vidaña-Moya, L. et al. (2020): Cross-Cultural Adaptation, Validation and Reliability of the Spanish SDO-OB. International Journal of Environmental Research and Public Health, 17(23), 8906 (Open Access): https://www.mdpi.com/1660-4601/17/23/8906/pdf

Test-Retest-Reliabilität und Konstruktvalidität einer japanischen Version des SDO-OB für Menschen mit psychischen Erkrankungen (2025):

https://www.researchgate.net/publication/393334561_Test-retest_reliability_and_construct_validity_of_a_Japanese_version_of_the_Satisfaction_with_Daily_Occupations_and_Occupational_Balance_for_people_with_mental_illness

Eklund, M. (2004): Satisfaction with Daily Occupations – A Tool for Client Evaluation in Mental Health Care (die Originalpublikation, Abstract): https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/11038120410020700
42 Minuten
Wann gilt eine an Magersucht erkrankte Person eigentlich als geheilt? Diese Frage beschäftigt unseren Gast Maren Pruss seit vielen Jahren – als Psychologin, systemische Therapeutin und Inhaberin einer Praxis mit Schwerpunkt Essstörungen in Düsseldorf. Die häufigste Antwort, die sie in Vorträgen für Eltern hört, lautet: „wenn sie wieder normal isst“. Genau daran zeigt sich, wie wenig über diese Erkrankung oft bekannt ist.

Wir sprechen darüber, was bei einer Anorexia nervosa psychisch geschieht, was systemische Therapie dabei leisten kann und was Angehörige wissen sollten – zwischen Sorge, Unsicherheit und gut gemeinten, aber nicht immer hilfreichen Reaktionen.

Und diese Folge hat eine besondere Seite: Maren Pruss spricht zum ersten Mal öffentlich über ihre eigene, über 35 Jahre zurückreichende Erfahrung mit Magersucht. Eine Perspektive, die im öffentlichen Gespräch – das oft von jüngeren Betroffenen geprägt ist – selten zu hören ist.

Aufgenommen haben wir diese Folge vor Ort in Düsseldorf. Nach Folge 27 mit Maja Schelewsky ist das unsere zweite Folge zum Thema Magersucht – diesmal aus der therapeutischen Perspektive. Und diese folge ich auch ein schönes Beispiel für persönliches Recovery.

Wichtiger Nachtrag von Maren Pruss:

Im Podcast habe ich mich missverständlich ausgedrückt: Kinder unter 14 Jahren haben grundsätzlich eine ebenso gute Heilungsprognose wie ältere Jugendliche. Meine Aussage bezog sich ausschließlich auf die Prävention, da jüngere Kinder durch soziale Medien besonders beeinflussbar sein können. Für die Heilungsprognose sind vor allem eine frühe Diagnose und ein rascher Therapiebeginn entscheidend.

Shownotes

Unser Gast

Praxis Pruss, Düsseldorf – Website (dort auch alle Kontaktdaten): https://www.praxis-pruss.de/

Schwerpunkt „Special Ess-Störung“: https://www.praxis-pruss.de/specialessstörungen

Hilfe und Beratung

Infotelefon zu Essstörungen des BIÖG (früher BZgA) – anonym und kostenlos, Mo–Do 10–22 Uhr, Fr–So 10–18 Uhr, Tel. 0221 892031: https://essstoerungen.bioeg.de/hilfe-finden/welche-beratung-gibt-es/telefonberatung/

Beratungsstellen-Suche des BIÖG – Angebote in Wohnortnähe finden: https://essstoerungen.bioeg.de/hilfe-finden/wie-finde-ich-beratung/datenbank-essstoerungen/

Weiterführende fachliche Informationen

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen (DGESS) – Informationen für Betroffene und Angehörige, mit Selbsttest und Adressen: https://www.dgess.de/hilfe/fuer-betroffene-und-angehoerige

S3-Leitlinie und Patientenleitlinie „Diagnostik und Therapie der Essstörungen“ (AWMF-Register 051-026): https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/051-026

Passend dazu aus unserem Podcast

Unsere Folge 27 „Anorexie“ – mit Maja Schelewsky, aus der Betroffenenperspektive: https://open.spotify.com/episode/6QE768gi5kxcUWk4tgUPpN

https://podcasts.apple.com/de/podcast/anorexie/id1507379225?i=1000586713869
1 minute
Forschung in der Psychiatrie – das klingt nach Medikamentenstudien und Hirnscans. Doch was ist mit den Berufen, die im Alltag psychisch erkrankter Menschen oft am nächsten dran sind: Pflege, Soziale Arbeit, Ergotherapie und die vielen psychosozialen Therapien? Sie leisten enorm viel – haben aber, anders als Medizin und Psychotherapie, keine lange Forschungstradition. Und genau das wird zum Problem: Was nicht erforscht ist, verliert mit der Zeit an Anerkennung und an Finanzierung.

In dieser Folge sprechen Andreas und Werner mit Dr. Sebastian Voigt-Radloff – gelernter Ergotherapeut und heute Forscher am Universitätsklinikum Freiburg. Als langjähriger Mitarbeiter von Cochrane und heutiger Versorgungsforscher ist er ein Pionier für wissenschaftliches Arbeiten in den Therapieberufen. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, warum Forschung gerade in diesen Bereichen so wichtig ist, was es heißt, die eigene Arbeit an Evidenz auszurichten, welche Rolle Leitlinien und die Evidenz-Datenbank des Deutschen Verbandes Ergotherapie spielen – und warum sich die psychosozialen Berufe unbedingt aktiv in die Leitlinienarbeit einbringen sollten.

Ein Gespräch über Erfahrung und Evidenz, über Legitimation und Finanzierung – und über die Zukunft einer ganzen Berufsgruppe.

Unser Gast

Forschungsprofil Dr. Sebastian Voigt-Radloff (ResearchGate): https://www.researchgate.net/profile/Sebastian-Voigt-Radloff

Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung (SEVERA), Uniklinik Freiburg: https://www.uniklinik-freiburg.de/imbi/severa.html

E-Mail:sebastian.voigt@uniklinik-freiburg.de

Erwähnte Projekte

PrioPEG – Projektseite: https://priopeg.de/

PrioPEG bei der Uniklinik Freiburg: https://www.uniklinik-freiburg.de/imbi/severa/priopeg.html

Evidenz & Forschung in den Gesundheitsfachberufen

Cochrane Deutschland: https://www.cochrane.de/

Cochrane Deutschland – Seite speziell zu den Gesundheitsfachberufen (mit Forschungsleitfaden): https://www.cochrane.de/gesundheitsfachberufe

Cochrane Kompakt – verständliche Evidenz für alle: https://www.cochrane.org/de/evidence

Deutscher Verband Ergotherapie (DVE)

DVE – Startseite: https://www.dve.info/

DVE – Datenbank für evidenzbasierte Praxis (EBP-Datenbank): https://ebp.dve.info/

Leitlinien

AWMF – Portal der medizinisch-wissenschaftlichen Leitlinien in Deutschland: https://www.awmf.org/
1 minute
Andreas und Werner sprechen zum dritten Mal mit Jens Jüttner – und das aus gutem Grund: Seine beiden bisherigen Folgen (39 und 41) gehören zu den meistgehörten des Podcasts. Nach Krankheitsbeginn, akuten Phasen und Genesung geht es diesmal um eine entscheidende Frage: Wie übernimmt man nach einer schweren psychischen Erkrankung wieder selbst das Steuer?

Jens ist bei diesem Thema Fachmann in mehrfacher Hinsicht: Er ist selbst betroffen gewesen und kennt die Erkrankung aus eigener Erfahrung. Gleichzeitig ist er Jurist, Betriebswirt, Autor und heute als EX-IN-Genesungsbegleiter – als Experte aus Erfahrung – in der Psychiatrie tätig. So erlebt er Empowerment aus einer doppelten Perspektive: in der Begleitung von Klientinnen und Klienten und immer wieder bei sich selbst.

Gemeinsam füllen die drei den oft abstrakten Begriff „Empowerment“ mit konkretem Leben: vom Weg aus dem Kontrollverlust zurück zur Selbstbestimmung, über das Verstehen der eigenen Frühwarnzeichen und das Mitentscheiden bei der Behandlung bis hin zum Umgang mit Stigma und Selbststigma. Es geht um Selbstwirksamkeit, Hoffnung und Sinn – aber auch ehrlich um die Grenzen von Empowerment, das niemals zum neuen Druck werden darf. Und um einen befreienden Gedanken von Jens: dass Recovery ein nie abgeschlossener Prozess sein darf – und das vollkommen in Ordnung ist. Eine Mut machende Folge für Betroffene, Angehörige und Fachleute.

Unser Gast

Jens Jüttner (Autor & Referent): https://www.jensjuettner.com/

Buch: „Als ich aus der Zeit fiel – Mein Weg durch die paranoide Schizophrenie“ (pinguletta Verlag, ISBN 978-3-948063-11-5).

pinguletta Verlag: https://www.pinguletta-verlag.de/

Empowerment, Recovery & Peer-Arbeit

EX-IN Deutschland (Genesungsbegleitung / Experten aus Erfahrung): https://ex-in.de/

Andreas Knuf: „Empowerment und Recovery“ (Psychiatrie Verlag): https://psychiatrie-verlag.de/product/recovery-und-empowerment/

Hintergrund zum Krankheitsbild

psychenet.de – Was ist eine Psychose?: https://www.psychenet.de/de/entscheidungshilfen/entscheidungshilfe-psychose/was-ist-eine-psychose/was-ist-eine-psychose-2.html

Unsere früheren Folgen mit Jens Jüttner

Folge 39 – Schizophrenie Teil 1: Krankheitsbeginn und akute Phasen

Folge 41 – Schizophrenie Teil 2: Krankheitsbewältigung, Genesung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft
1 minute
Psychische Erkrankungen betreffen nie nur eine Person – sie verändern das Leben aller, die nah dabei sind. In dieser Folge sprechen Werner und Andreas mit Andrea, die als Angehörige hautnah erlebt hat, was es bedeutet, wenn ein geliebter Mensch psychisch erkrankt. Andrea erzählt offen über Sorge, Erschöpfung, Schuldgefühle und die Suche nach Hilfe – aber auch darüber, was Kraft gegeben hat. Eine Folge, die zeigt: Angehörige brauchen nicht nur starke Nerven, sondern auch starke Unterstützung.

Angebote für Angehörige

EX-IN Hamburg: Die von Andrea gemachte Aus-/Fortbildung https://ex-in-hamburg.net/angehoerigenbegleitung

und Angehörigenbegleitung in der Praxis EX-IN Hamburg: https://ex-in-hamburg.net/angehoerigenbegleitung-2

Fragen direkt an Andrea: Andrea.Roosch@web.de

BApK – Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V. Der wichtigste Bundesverband für Angehörige – mit Beratung, Selbsthilfe-Vermittlung und der telefonischen Beratungshotline „SeeleFon". https://www.bapk.de  SeeleFon: 0228 71002424

NAKOS – Nationale Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe Bundesweite Vermittlung lokaler Selbsthilfegruppen und -kontaktstellen. https://www.nakos.de

psychenet – Selbsthilfe, Trialog und Hilfe für Angehörige https://psychenet.de/de/hilfe-finden/hilfesystem-im-ueberblick/selbsthilfe-und-trialog.html

Telefonseelsorge (kostenlos, 24/7, anonym) 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222

Hintergrund: MUT-TOUR (über die wir Andrea kennengelernt haben)

https://www.mut-tour.de Unsere frühere Folge zur MUT-TOUR: https://open.spotify.com/episode/41fKbLTGE2tcPaMUj8DSUx

Podcast „Psychiatrie im Alltag" https://andreas-pfeiffer.de/?page_id=1033
1 minute
In unserer ersten KI-Folge im Januar 2026 haben wir mit ChatGPT selbst über die Möglichkeiten und Grenzen von Künstlicher Intelligenz in der Psychiatrie gesprochen. Die positive Resonanz und der Wunsch vieler Hörerinnen und Hörer nach mehr Praxisbezug haben uns motiviert, das Thema zu vertiefen.

Diesmal haben wir Theodor Schöwitz zu Gast – Sozialarbeiter, Masterstudent im Bereich „Digitalisierung in der Sozialen Arbeit" und Mitgründer des Start-ups Sozial KI. Gemeinsam mit seinen Kollegen Philipp Engelsberg und Niclas Höhl hat er SoKI entwickelt: ein KI-basiertes Assistenzsystem, das speziell für die Sozialwirtschaft und psychiatrische Einrichtungen konzipiert wurde.

Im Gespräch erfahren wir, was SoKI konkret leisten kann – von der automatisierten Dokumentation über Schreibassistenz bei Sozialberichten bis hin zur Sprachtranskription von Klientengesprächen mit CaseVoice. Theo erklärt, warum ein europäischer Serverstandort allein nicht ausreicht, um Datenschutz wirklich zu gewährleisten, was der US Cloud Act für psychiatrische Einrichtungen bedeutet und wie SoKI mit Open-Source-Technologie und rein europäischen Partnern echte Datensouveränität sicherstellt.

Besonders spannend: die Erfahrungen aus der Praxis – wie Fachkräfte auf KI reagieren, wo die größten Vorbehalte liegen und wo KI tatsächlich mehr Zeit für die direkte Arbeit mit Menschen schafft. Theo macht dabei deutlich, wo die Grenzen liegen und warum KI die menschliche Beziehungsarbeit unterstützen, aber niemals ersetzen kann.

Eine praxisnahe Folge für alle, die wissen möchten, wie KI schon heute sicher und sinnvoll in der psychiatrischen Versorgung eingesetzt werden kann – und was dabei zu beachten ist.

Gast dieser Folge: Theodor Schöwitz – B.A. Soziale Arbeit, Student im M.A. Digitalisierung in der Sozialen Arbeit (DHBW CAS), Mitgründer und technischer Leiter von Sozial KI

Sozial KI – KI für die Soziale Arbeit: https://www.sozial-ki.de/ SoKI – KI-basiertes Assistenzsystem für Schreiben und Dokumentieren in der Sozialwirtschaft, DSGVO- und KI-VO-konform

SoKI CaseVoice – Audiotranskription für das Sozialwesen: https://www.sozial-ki.de/casevoice Sichere Sprach- und Audiotranskription für Klientengespräche, Teamsitzungen und Fallbesprechungen

EU-KI-Verordnung (AI Act) – Überblick: https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/policies/regulatory-framework-ai Informationen der EU-Kommission zum regulatorischen Rahmen für Künstliche Intelligenz

Bundesbeauftragte für den Datenschutz – KI und Datenschutz: https://www.bfdi.bund.de/ Informationen zum Datenschutz beim Einsatz von KI-Systemen in Deutschland

DHBW CAS – Master Digitalisierung in der Sozialen Arbeit: https://www.cas.dhbw.de/sozialwesen/ Informationen zum Masterstudiengang, in dem die Gründer von Sozial KI studieren

Unsere erste KI-Folge: Im Januar 2026, Folge 65, haben wir ChatGPT als Gesprächspartnerin in unseren Podcast eingeladen – ein Experiment, das den Anstoß für die heutige Folge gab.
1 minute
Charity-Folge im Rahmen des Podcasthon 2026

Stell dir vor, du sitzt auf einem Tandem und fährst mit einem fremden Menschen durch die deutsche Landschaft. Ihr teilt euch nicht nur den Tritt, sondern auch Geschichten – über das Leben, über Krisen, über Mut. Genau das passiert jeden Sommer auf der MUT-TOUR.

In dieser besonderen Folge – unserer Charity-Folge im Rahmen des Podcasthon, dem größten Charity-Event der Podcast-Welt – sprechen wir mit Franziska Radczun aus der Projektleitung der MUT-TOUR. Seit 2012 fahren Menschen mit und ohne Depressionserfahrung gemeinsam auf Tandems quer durch Deutschland. Sie zelten zusammen, kochen zusammen und leisten täglich Öffentlichkeitsarbeit für einen offeneren Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Franzi erklärt, wie ein typischer Tour-Tag aussieht, wer mitmachen kann, wie die Teams zusammengestellt werden und warum ausgerechnet Tandemfahren und Zelten Menschen dabei helfen, über Depression ins Gespräch zu kommen. Außerdem erfahren wir, was hinter dem MUT-ATLAS und den MUT-GRUPPEN steckt und warum die MUT-TOUR 2015 den DGPPN-Antistigmapreis gewonnen hat.

Eine Folge, die Lust macht, selbst aktiv zu werden – ob auf dem Tandem, zu Fuß oder einfach, indem man anfängt, offen über psychische Gesundheit zu sprechen.

Gästin dieser Folge:

Franziska Radczun, Projektleitung MUT-TOUR / Mut fördern e.V.

Charity-Event:

Podcasthon 2026 – Das größte Charity-Event der Podcast-Welt: www.podcasthon.org

MUT-TOUR – Mitmachen und Informieren:

MUT-TOUR Hauptseite: www.mut-tour.de

Die MUT-TOUR 2026 – Termine und Strecke: www.mut-tour.de/die-mut-tour/die-aktuelle-mut-tour

Tandemteam – 7 Tage mitfahren: www.mut-tour.de/7-tage-mitmachen/tandem-team

MIT-MACH-Wochenenden 2026 (Voraussetzung für Etappenteilnahme): www.mut-tour.de/7-tage-mitmachen/mit-mach-wochenende

Aktionstage & Mitfahr-Aktionen (1 Tag mitmachen): www.mut-tour.de/einfach-dabei-sein

Spenden für die MUT-TOUR: www.mut-tour.de/spenden

Mut fördern e.V. – Weitere Angebote:

Mut fördern e.V. (Trägerverein): www.mut-foerdern.de

MUT-ATLAS – Psychosozialer Online-Wegweiser: www.mut-atlas.de

MUT-GRUPPEN – Selbsthilfegruppen mit Bewegung: www.mut-gruppen.de

Hilfsangebote:

Telefonseelsorge: 0800-1110111 oder 0800-1110222 (24/7, kostenlos, anonym)

Krisenlinks der MUT-TOUR: www.mut-tour.de/krisenlinks

Deutsche Depressionshilfe: www.deutsche-depressionshilfe.de

Unser Podcast:

Psychiatrie im Alltag: https://andreas-pfeiffer.de/?page_id=1033
1 minute
Von der Antike bis heute gilt Arbeit als eines der wichtigsten Mittel in der Versorgung psychisch kranker Menschen. Aber was genau steckt hinter diesem Ansatz? Und wie sieht das heute, im 21. Jahrhundert, konkret aus?

In dieser Folge sprechen wir mit der Ergotherapeutin und Jobcoach Stefanie Esser über den therapeutischen Einsatz von Arbeit in der Psychiatrie – und Steffi hat etwas Besonderes mitgebracht: einen ihrer programmierbaren Roboterbaukästen. Sie zeigt uns direkt im Podcast, wie sie mit diesen kleinen Robotern arbeitet und warum gerade diese moderne, technische Herangehensweise so wirksam sein kann.

Wir erfahren, wie das Prinzip „Learning by doing" oder „Therapy bei doing“ funktioniert – einen Ansatz, der den Fokus von problembezogenen Inhalten auf konstruktives Handeln lenkt. Ob jemand einen Roboter programmiert, an der Werkbank schraubt oder in der Küche arbeitet: Es geht darum, wieder handlungsfähig zu werden. Und dabei werden ganz nebenbei wichtige Fähigkeiten für Alltag und Beruf trainiert.

Eine Folge über Roboter und psychiatrische Arbeitsrehabilitation, über die Kraft des praktischen Tuns und darüber, warum Programmieren manchmal heilsamer ist...

Weiterführende Informationen:

Fachausschuss Arbeit und Rehabilitation des Deutschen Verbands Ergotherapie e.V. (DVE):

https://www.dve.info/verband/fachausschuesse/arbeit-und-rehabiliation

Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR):

https://www.bar-frankfurt.de/

Informationen zu Rehabilitation und Teilhabe, einschließlich beruflicher Rehabilitation

Bundesagentur für Arbeit – Reha und Teilhabe:

https://www.arbeitsagentur.de/menschen-mit-behinderungen

Informationen zu Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation

Deutsche Rentenversicherung – Berufliche Rehabilitation:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Reha/Berufliche-Reha/berufliche-reha.html

Informationen zu beruflicher Rehabilitation

LVR (Beispiel NRW):

https://www.lvr.de/de/navmain/soziales1/menschenmitbehinderung/arbeitundausbildung/arbeitundausbildung.jsp

Informationen zur Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderungen

Fachbuch zu Thema:

https://www.skvshop.de/ergotherapie/produktivitaet-und-teilhabe-am-arbeitsleben-978-3-8248-1193-9.html

Der in der Folge erwähnte Arbeitsfähigkeitenkreis (auf der Folie14):

https://www.apk-ev.de/fileadmin/downloads/Jahrestagung2020/Trosch.pdf
39 Minuten
In dieser besonderen Folge nehmen wir euch mit an einen Ort, den die meisten von uns nur aus Filmen kennen: in den Maßregelvollzug. Genauer gesagt: in die forensische Psychiatrie der LVR-Klinik Viersen, wo Andrea Weirauch als Ergotherapeutin mit psychisch kranken jugendlichen Straftätern arbeitet.

Jugend-Maßregelvollzug - das bedeutet: Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren, die aufgrund einer psychischen Erkrankung eine Straftat begangen haben und als "nicht schuldfähig" oder "vermindert schuldfähig" gelten, werden hier untergebracht. Nicht zur Bestrafung, sondern zur Behandlung. Das Ziel: Besserung der Erkrankung, Herabsetzung der Gefährlichkeit und Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

Andrea Weirauch gibt uns einen ungeschönten Einblick in ihren Arbeitsalltag. Sie erzählt, wie das Leben hinter Gittern, Zäunen und verschlossenen Türen aussieht. Sie erklärt, warum die Verweigerung von Therapie manchmal die einzige Möglichkeit ist, Autonomie auszudrücken. Und sie zeigt, wie sie trotz aller Reglementierungen ein betätigungsorientiertes Konzept entwickelt hat, das auf Eigenverantwortung und selbstbestimmte Entscheidungen setzt.

Wir sprechen über:

Die Unterschiede zwischen Strafvollzug und Maßregelvollzug

Das Leben im hochgesicherten Setting: Regeln, Grenzen, Zeit

Ergotherapeutische Angebote: von Holzwerkstatt bis Frustrationstoleranzgruppe

Den Spagat zwischen Sicherheit und Selbstbestimmung

Erfolgsgeschichten und die Frage: Wie realistisch ist die Wiedereingliederung?

Andrea's persönlichen Umgang mit herausforderndem Verhalten

Eine Folge, die nachdenklich macht, Vorurteile hinterfragt und zeigt: Hinter jedem dieser jungen Menschen steckt Potenzial - wenn man nur genau hinschaut.

Weiterführende Links

Andrea Weirauch's Fachartikel: "Mit zeitgemäßen Angeboten eigenverantwortliche Entscheidungen ermöglichen - Ergotherapie im Jugendmaßregelvollzug" Zeitschrift: Ergotherapie und Rehabilitation, 63. Jg., 2024, Nr. 6, S. 24-29 https://doi.org/10.2443/skv-s-2024-51020240603

Pressemitteilung DVE: "Maßregelvollzug: so sieht der Alltag psychisch kranker Straftäter:innen aus https://www.presseportal.de/pm/106910/5566115

LVR - Landschaftsverband Rheinland: Was ist Maßregelvollzug?https://www.lvr.de/de/nav_main/kliniken/maregelvollzug/wasistmaregelvollzug/wasistmaregelvollzug_1.jsp

 Offizielle Informationen des LVR zu den Einrichtungen des Maßregelvollzugs im Rheinland, inklusive der LVR-Klinik Viersen.

BApK - Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen https://www.bapk.de/massregelvollzug.html

Zentrale Anlaufstelle für Angehörige mit umfangreichen Informationen, Wegweisern und Unterstützungsangeboten.

forensik.de - Zentrales Informationsportal für den Maßregelvollzug

https://www.forensik.de

Das umfassendste deutschsprachige Informationsportal zum Maßregelvollzug. Bietet Informationen für Betroffene, Angehörige, Fachkräfte und Interessierte. Mit Gesetzen, Verordnungen, Adressen und Fachinformationen.
21 Minuten
In dieser außergewöhnlichen Folge wagen Andreas und Werner ein einzigartiges Experiment: Sie führen ein Live-Gespräch mit ChatGPT, einer künstlichen Intelligenz von OpenAI. Thema: Die Rolle von KI in der Psychiatrie – und wer könnte besser darüber sprechen als eine KI selbst?

Statt nur ÜBER künstliche Intelligenz zu reden, sprechen wir MIT einer KI und erleben dabei direkt, was diese Technologie kann – und wo ihre Grenzen liegen. ChatGPT stellt sich vor, erklärt ihre Funktionsweise und beantwortet kritische Fragen: Kann sie Menschen mit psychischen Problemen wirklich helfen? Wo wird es gefährlich? Was ist mit Datenschutz? Und wie fühlt es sich an, mit einem Algorithmus zu sprechen?

Die Fragen werden nicht geschönt: Andreas und Werner konfrontieren die KI mit den Risiken – Fehlberatung, mangelnder Empathie, Datenschutzproblemen. Und sie erleben in Echtzeit, wie ChatGPT reagiert, ausweicht oder auch transparent ihre Grenzen benennt.

Ergänzt wird das Gespräch durch fundierte Vorbereitung von Claude, einer anderen KI, die Themen einordnet, wenn ChatGPT zu oberflächlich bleibt. So entsteht eine faszinierende Mehrschichtigkeit: Live-Dialog trifft auf reflektierte Analyse.

Themen der Episode sind unter anderem: Wie KI bei der nächtlichen Krise helfen – oder gefährlich werden – kann. Ob Menschen die Grenze zwischen Mensch und Maschine verlieren könnten. Wie KI Fachkräfte entlasten könnte. Welche ethischen Leitplanken wir dringend brauchen. Und wie die Zukunft der Psychiatrie mit KI aussehen könnte.

Am Ende steht eine klare Botschaft: KI ist ein mächtiges Werkzeug, das in der Psychiatrie helfen kann – bei Information, bei Verwaltung und auch als Brücke zur professionellen Hilfe. Aber sie ist und bleibt ein Werkzeug. Die heilsamste Komponente in der Psychiatrie – die therapeutische Beziehung – kann und sollte nie durch Algorithmen ersetzt werden.

Eine Folge voller Überraschungen, Meta-Reflexionen und der Frage: Wie menschlich kann eine Maschine klingen? Und sollte sie das überhaupt?

Ein Podcast-Experiment für alle, die wissen wollen, was KI in der Psychiatrie wirklich bedeutet – mit allen Chancen und Risiken.

SHOWNOTES - WICHTIGE LINKS

ChatGPT von OpenAI: https://chat.openai.com/ Die KI, mit der wir in dieser Folge gesprochen haben. Kostenlos nutzbar, aber Vorsicht: Keine medizinische Beratung, Datenschutz beachten!

Claude von Anthropic: https://claude.ai/ Die KI, die uns bei der Vorbereitung unterstützt hat. Ebenfalls frei zugänglich.

Europäische Leitlinien zu KI im Gesundheitswesen: https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/policies/regulatory-framework-ai EU AI Act - Regulierung von KI-Systemen, besonders wichtig für Hochrisiko-Anwendungen wie Gesundheit.

Bundesärztekammer - Stellungnahme zu KI in der Medizin: https://www.bundesaerztekammer.de/ (Suchbegriff: "Künstliche Intelligenz") - Ethische und praktische Überlegungen aus ärztlicher Sicht.

Deutsches Ärzteblatt - KI in der Psychiatrie (Fachartikel): https://www.aerzteblatt.de/ (Suchbegriff: "Künstliche Intelligenz Psychiatrie") - Wissenschaftliche Artikel zu aktuellen Entwicklungen.
34 Minuten
In dieser Folge widmen sich Andreas und Werner einem Thema, das sie bereits in ihrer früheren Episode "Tabu Suizid" behandelt haben – doch diesmal mit einer ganz besonderen Perspektive: Sie sprechen mit Prof. Dr. Ute Lewitzka, seit November 2024 Inhaberin der deutschlandweit ersten Professur für Suizidologie und Suizidprävention an der Goethe-Universität Frankfurt.

Die Zahlen sind alarmierend: Über 10.000 Menschen nahmen sich 2023 in Deutschland das Leben – mehr als dreimal so viele wie durch Verkehrsunfälle starben. Die Zahl der Suizidversuche liegt noch deutlich höher. Dennoch wird kaum öffentlich darüber gesprochen. Prof. Lewitzka hat sich dieser Aufgabe verschrieben und forscht seit über 25 Jahren zu den Ursachen suizidalen Verhaltens und zu wirksamen Präventionsstrategien.

Im Gespräch erklärt sie, warum es diese wichtige Professur erst jetzt gibt und welche Bedeutung sie für die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen hat. Sie erläutert die drei Säulen wirksamer Suizidprävention: Methodenrestriktion (wie das Sichern von Hotspots und kleinere Medikamentenpackungen), die oft unterschätzte anti-suizidale Wirkung von Lithium und schulische Prävention durch das evaluierte HEYLiFE-Programm.

Besonders eindrucksvoll ist Prof. Lewitzkas Arbeit mit "Heatmaps" – durch die systematische Erfassung von Suizidversuchen in ihrer Kliniksuiziddatenbank mit 135 beteiligten Kliniken können gefährliche Orte identifiziert und gesichert werden.

Im Gespräch gibt es konkrete Handlungsempfehlungen für Angehörige, Fachkräfte und Betroffene. Sie beschreibt ihre Vision für das geplante Deutsche Zentrum für Suizidprävention und erklärt, warum Forschung und Datenerfassung so entscheidend sind, um bessere Präventionsmaßnahmen entwickeln zu können.

Eine bewegende und gleichzeitig hoffnungsvolle Folge über ein schweres Thema – mit einer Expertin, die seit Jahrzehnten dafür kämpft, dass mehr Menschen die Hilfe bekommen, die sie brauchen, und die uns allen zeigt: Über Suizid zu sprechen, rettet Leben.

Gast dieser Folge: Prof. Dr. Ute Lewitzka Professorin für Suizidologie und Suizidprävention Goethe-Universität Frankfurt Website Werner-Felber-Institut: https://www.felberinstitut.de/

Hilfsangebote - Wenn du Hilfe brauchst:

Telefonseelsorge: 0800-1110111 oder 0800-1110222 (24/7, kostenlos, anonym) Online-Beratung: https://www.telefonseelsorge.de

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: https://www.suizidprophylaxe.de Informationen, Adressen von Beratungsstellen und Krisendiensten

U25 - Suizidprävention für junge Menschen: https://www.u25-deutschland.de Online-Beratung durch gleichaltrige Peers für suizidgefährdete Jugendliche unter 25 Jahren

MANO - Suizidprävention für Erwachsene: https://mano-beratung.de/ Mail-basierte anonyme Online-Beratung für Menschen ab 26 Jahren mit Suizidgedanken

Krisenchat - Für Menschen unter 25: https://krisenchat.de Chat-Beratung per WhatsApp und SMS, rund um die Uhr

AGUS - Angehörige um Suizid e.V.: https://www.agus-selbsthilfe.de Bundesweite Selbsthilfeorganisation für Menschen, die einen nahen Menschen durch Suizid verloren haben

DGS – Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention https://www.suizidprophylaxe.de

Frühere Folge 22 zum Thema: "Tabu Suizid - Wie kann die Sprachlosigkeit überwunden werden?"
32 Minuten
In ihrer 63. Folge widmen sich Andreas und Werner einem innovativen und lebensrettenden Projekt: Krisenchat, der kostenlose psychosoziale Beratungsdienst per WhatsApp, SMS, Signal, Reddit, Twitch und  Discord für junge Menschen bis 25 Jahre.

Ihr Gast Melanie Eckert von Krisenchat gibt faszinierende Einblicke in eine Organisation, die seit ihrer Gründung im Mai 2020 bereits über 200.000 Beratungen durchgeführt hat und damit zum meistgenutzten Online-Beratungsangebot für junge Menschen in Deutschland geworden ist. Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, sind über 350 ehrenamtliche Fachkräfte aus Psychologie, Psychotherapie und Sozialpädagogik im Chat-Einsatz.

Melanie erklärt, warum der Chat als Medium so erfolgreich ist: Er holt junge Menschen dort ab, wo sie ohnehin kommunizieren – niedrigschwellig, anonym und ohne die Angst vor Stigmatisierung. Die Hemmschwelle ist deutlich niedriger als beim klassischen Telefonat, und mehr als die Hälfte der Hilfesuchenden hat vorher noch mit niemandem über ihre Probleme gesprochen.

Die drei diskutieren die häufigsten Themen in den Beratungen – von Liebeskummer über familiären Konflikte bis hin zu Suizidgedanken. Melanie schildert, wie das Team mit akuten Notfällen umgeht und wie die Qualität der Beratung durch Schulungen, Peer Groups und eine 24/7-Rufbereitschaft für schwierige Fälle gesichert wird.

Besonders bewegend ist die Entstehungsgeschichte: Drei der Gründer waren gerade einmal 18 Jahre alt, als sie im ersten Corona-Lockdown erkannten, dass junge Menschen dringend niedrigschwellige Hilfsangebote brauchen. Innerhalb kürzester Zeit schufen sie ein Angebot, das bis heute wächst – inzwischen auch mit einem ukrainisch- und russischsprachigen Beratungsangebot.

Ehrlich wird auch über die Herausforderungen gesprochen: Etwa 40% der Anfragen können derzeit nicht bearbeitet werden, weil die Kapazitäten fehlen. Als gemeinnütziges, spendenfinanziertes Unternehmen ist Krisenchat auf kontinuierliche Förderung angewiesen, um allen jungen Menschen in Not helfen zu können.

Eine inspirierende Folge über digitale Innovation in der Krisenintervention, die Kraft des Ehrenamts und die dringende Notwendigkeit, mentale Gesundheit junger Menschen ernst zu nehmen – mit praktischen Informationen für Fachkräfte, Eltern und Betroffene.

SHOWNOTES - WICHTIGE LINKS

Krisenchat - Die Hauptseite: https://www.krisenchat.de/ Die offizielle Website mit direktem Zugang zum Chat-Angebot. Rund um die Uhr erreichbar für alle unter 25 Jahren – kostenlos, anonym und professionell.

Weitere hilfreiche Links:

Nummer gegen Kummer - Kinder- und Jugendtelefon: https://www.nummergegenkummer.de/ Etabliertes, kostenfreies Beratungsangebot per Telefon für Kinder, Jugendliche und Eltern – als Ergänzung zu digitalen Angeboten.

Youth-Life-Line - Online-Beratung für suizidgefährdete Jugendliche: https://www.youth-life-line.de/ Spezialisierte Online-Beratung durch Peers für junge Menschen in suizidalen Krisen.

[U]25 Deutschland - Suizidprävention für junge Menschen: https://www.u25-deutschland.de Spezialisiertes Online-Beratungsangebot von jungen Menschen für junge Menschen bis 25 Jahre in suizidalen Krisen.

BetaNet - Kostenlose Notfall- und Beratungsnummern: https://www.betanet.de/notfall-und-beratungsnummern.html Umfassende Übersicht über bundesweite Hilfstelefone - von der Nummer gegen Kummer bis zu spezialisierten Angeboten bei verschiedenen Problemlagen.
38 Minuten
In ihrer 62. Folge widmen sich Andreas und Werner einem Kernthema der psychiatrischen Praxis: der fundamentalen Bedeutung von Bindungen für die psychische Gesundheit. Erneut zu Gast ist der erfahrene Psychologe und Psychotherapeut Andreas Knuf, der bereits in den vorangegangenen Folgen zu "Trauma" (Folge 61), "Bedürfnisse und Werte" (Folge 45) und "Gefühle" (Folge 31) wertvolle Einblicke geteilt hat.

Diese Folge entstand als natürliche Ergänzung zur Trauma-Episode, denn beide Themen sind eng miteinander verwoben: Bindungsstörungen können traumatisierend wirken, während Traumata ihrerseits Bindungsfähigkeit beeinträchtigen können.

Aus ihrer langjährigen psychiatrischen Praxis wissen Andreas und Werner: Viele ihrer Klientinnen und Klienten haben sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart instabile, unsichere und unzuverlässige Bindungen erlebt - sei es in der Kindheit zu den Eltern oder aktuell in Partnerschaften. Diese Erfahrungen hinterlassen tiefe Spuren und beeinflussen maßgeblich die Entwicklung psychischer Erkrankungen.

Andreas Knuf erklärt, was Bindungsstörungen charakterisiert, wie und wann sie entstehen. Er erklärt wie bindungssensibles Arbeiten in der Praxis aussehen kann. Konkrete Beispiele, wie sich frühe Bindungsverletzungen im aktuellen Beziehungsverhalten zeigen und wie Fachkräfte sensibel darauf eingehen können, sollen helfen - auch der Hinweis den eigenen Bindungsstil zu reflektieren.

Die drei diskutieren, wie sich Fachpersonen mit bindungssensibler Arbeit auseinandersetzen sollten und wie Teams entsprechende Kompetenzen entwickeln können. Eine aufschlussreiche Folge, die zeigt: Sichere Bindungen sind nicht nur in der Kindheit, sondern lebenslang ein Schutzfaktor für die psychische Gesundheit - und professionelle Beziehungsarbeit kann heilsame Erfahrungen ermöglichen.

weiterführende Links:

Mindemy (Institut von Andreas Knuf):

https://www.mindemy.de

Bindungsstile verstehen und hilfreich mit ihnen umgehen:

https://www.mindemy.de/courses/pk-bindungsstile

Mit dem Code ALLTAG30 erhalten alle Hörer*innen 30% Rabatt auf alle MINDEMY-Onlinekurse.

Fachartikel zum Thema von Andreas Knuf:

https://www.seeminar.de/app/download/8294470764/PSU2025-02Trauma.pdf?t=1754287814

Überblick Bindungstheorie

https://de.wikipedia.org/wiki/Bindungstheorie

Fachbuch über Bindungstheorie

https://www.klett-cotta.de/produkt/bindung-und-menschliche-entwicklung-9783608949360-t-4307

Überblick Bindungsstörungen

https://www.therapie.de/psyche/info/index/diagnose/bindung/artikel/

Fachbuch über Bindungsstörungen

https://www.klett-cotta.de/produkt/karl-heinz-brisch-bindungsstoerungen-9783608205992-t-2050
36 Minuten
In ihrer 61. Folge widmen sich Andreas und Werner einem Thema, das in der psychiatrischen Praxis allgegenwärtig, aber oft noch zu wenig beachtet wird: dem traumasensiblen Arbeiten. Zu Gast ist erneut der erfahrene Psychologe und Psychotherapeut Andreas Knuf, der bereits in den Folgen über "Bedürfnisse und Werte" (Folge 45) und "Gefühle" (Folge 31) wertvolle Einblicke geteilt hat.

Aus ihrer langjährigen psychiatrischen Praxis wissen Andreas und Werner: Ein Großteil ihrer Klientinnen und Klienten hat schwerwiegende Traumatisierungen und instabile Bindungserfahrungen in der Kindheit erlebt. Diese frühen Belastungen wirken oft als Katalysator für andere psychische Erkrankungen wie Süchte, Angststörungen oder Depressionen und erschweren Genesungsprozesse erheblich.

Andreas Knuf erklärt, warum diese Problematik früher oft übersehen wurde und was sich inzwischen verbessert hat. Besonders wertvoll sind seine konkreten Praxisbeispiele, die zeigen, wie sich Traumata und Bindungsstörungen im Versorgungsalltag auswirken und wie professionell darauf eingegangen werden kann.

Die drei diskutieren die Herausforderungen in der traumatherapeutischen Versorgung und stellen Hilfsmöglichkeiten vor. Andreas Knuf gibt konkrete Anleitungen, wie trauma- und bindungssensibles Arbeiten in verschiedenen Berufsgruppen und Hilfeformen aussehen sollte und wie sich Teams und Einzelpersonen entsprechend schulen lassen können.

Shownotes:

Mindemy (Institut von Andreas Knuf):

https://www.mindemy.de

Fortbildung „Trauma- und bindungssensibel arbeiten“

Mit dem Code ALLTAG30 erhalten alle Hörer*innen 30% Rabatt auf alle MINDEMY-Onlinekurse. 

Fachartikel zum Thema von Andreas Knuf:

https://www.seeminar.de/app/download/8294470764/PSU_2025-02_Trauma.pdf?t=1754287814

DeGPT - Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie e.V.

https://www.degpt.de/

institut berlin - Traumasensible Weiterbildungen

https://institut-berlin.de/

https://www.be-here-now.eu/

Trauma-und-Sucht.de - Traumasensible Behandlung

http://www.trauma-und-sucht.de/informationen-fuer-therapeuten/traumasensible-behandlung/

ZPTN - Zentrum für Psychotraumatologie und Traumatherapie Niedersachsen

https://www.zptn.de/

Fachverband Traumapädagogik e.V. (FVTP)

https://fachverband-traumapaedagogik.org/
Psychiatrie im Alltag

Psychiatrie im Alltag

aktuelle Informationen zur seelischen Gesundheit