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44 Minuten
Was geschieht, wenn ein Autor bereits in jungen Jahren beginnt, seine eigenen Jugendtexte nachzuerzählen? In der ersten Folge seit fast fünf Jahren versuchen wir, Clemens J. Setz’s auf die Schliche zu kommen, der in "Glücklich wie Blei im Getreide" von einem Sohn erzählt, der – ohne Arme und Beine – in einer Schubkarre durch die Landschaft spazieren fährt. Das ist ebenso irritierend wie anregend.

Clemens J. Setz: Sorge um das Satyrspiel im Winter. In: Glücklich wie Blei im Getreide. Nacherzählungen. Suhrkamp 2015.
50 Minuten
Hugo Balls »Karawane« ist eines der bekanntesten Lautgedichte des Dadaismus. Seine rätselhaften Worte – jolifanto bambla ô falli bambla – sind mit Absicht unverständlich. Sie rücken den Klang der Worte ins Zentrum. Der Cyberdadaist Samuel Eberenz macht sich den Spass, diesem Text durch den »strategischen Einsatz von Online Tools der statistischen Maschinenübersetzung« so etwas wie eine Bedeutung abzuringen. Die Karawane wird dabei zum Leichenwagen. Verrückt? Ja, aber auch ein großer Spaß.

Samuel Eberenz: Karawane Leichenwagen, in: eXperimenta 11/2015, 32, https://experimenta.de/archiv/2015/experimenta-11_15_November_ES.pdf
50 Minuten
Wie ist Sexualität nach dem zweiten Weltkrieg zu denken, nachdem die jungen männlichen Körper der Deutschen hart und soldatisch zu sein hatten? –– Als sexuelle Idylle am Badesee, die sich in den 50er Jahren dem Vorwurf der Pornographie aussetzte? Über Sexualität und Gewalt, über Körperbilder nachdenkend, nehmen wir Klaus Theweleits wildes und aufregendes Buch, um uns damit Arno Schmidts ›Seelandschaft mit Pocahontas‹ zu nähern.

Arno Schmidt: Seelandschaft mit Pocahontas, in: Alfred Andersch (Hg.): Texte und Zeichen 1,1 (1955), S. 9–53.

Klaus Theweleit: »you give me fever«. Arno Schmidt. Seelandschaft mit Pocahontas. Frankfurt a.  M./Basel: Stroemfeld/Roter Stern.
51 Minuten
Nach einem längeren Unterbruch zeigen sich auch bei uns die Auswirkungen der Nach-Corona-Zeit: die freien Abende werden weniger, die Terminkalender voller, so dass dies die erste Folge ist, die nicht gänzlich in unseren Wohnzimmern entstanden ist. Umso mehr haben wir die gemeinsame Lektüre vermisst. Wir lesen ein Langgedicht von Durs Grünbein und reflektieren über den den Blick des Satirikers und den des Flaneurs, über die Ähnlichkeiten und Differenzen zwischen der alten Metropolis Rom und der modernen Großstadt und ganz besonders über die Ästhetik des Hässlichen.

Durs Grünbein: Nach den Satiren. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1999.
51 Minuten
„Ein wunderbarer Stoff“ – Roland Barthes beschreibt die Substanz der Substanzen, und wir, lavierend zwischen Aristoteles und dem 3D-Drucker, lassen uns von der mythischen Faszinationskraft des Plastik ebenso anstecken wie vom Signifikantenfieber seiner semiotischen Alltagsanalyse.
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Über diesen Podcast

Sina Dell'Anno und Jodok Trösch lesen einander vor. Wir lassen uns von den Texten anregen und kommen darüber ins Gespräch.
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„Nachlese“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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