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Citymaking – So wollen wir in Städten leben Archiv

75 Episoden
50 Minuten
Bauen ist kein Selbstzweck, kein Steine-aufeinander-Stapeln. Es geht darum, dem Leben der Menschen Raum zu geben – und die Stadt als Zusammenspiel aller zu sehen. Davon ist Aygül Özkan überzeugt. Für die studierte Juristin und ehemalige niedersächsische Sozialministerin geht es vor allem um die Multifunktionalität von Räumen. Darum, dass Projektentwickler, Kommunen und Immobilieneigentümer den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie durchplanen: von der Idee über die Vermietung bis zu Umnutzung oder Recycling.

Als Geschäftsführerin des ZIA Zentralen Immobilien Ausschusses e.V., dem Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, beschäftigt sie sich intensiv mit den Anforderungen an Bauen und Wohnen der Zukunft. Diese werden bestimmt vom Wandel in Demographie, Arbeitswelt und Mobilität sowie der Frage, wie öffentliche Orte gestaltet werden müssen. „Das Leben findet zwischen den Räumen statt“, prognostiziert Aygül Özkan und bezieht sich auf die Reduzierung des persönlichen Rückzugsraums und den Bedeutungsgewinn flexibler, gemeinschaftlich genutzter Flächen zum Wohnen, Arbeiten – Leben. Denn: „Wir haben gemerkt, dass wir nicht unendlich weiter versiegeln können.“

Aygül Özkan fordert: Um zukunftsfähig Lebensräume zu gestalten, müssen Genehmigungsprozesse verschlankt werden. („22.000 Regelungen im Baurecht, damit ist Deutschland Weltmeister!“) Außerdem sieht die gebürtige Hamburgerin die Kommunen genauso wie Projektentwickler und Eigentümer in der Verantwortung, attraktive – also sichere, saubere und grüne – Orte zu schaffen, die altersgerechtes Wohnen genauso mitdenken wie New Work, Digitalisierung, Handel, Kultur und Soziales.

Aygül Özkan ist sich sicher: In Städten, Quartieren, Nachbarschaften steigt die Bedeutung von und der Wunsch nach Kooperation, Partizipation und Mitsprache aller Akteure.

Weitere Links zur Folge:

Mehr Informationen zum Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ des Innenministeriums.

Mein Gast Aygül Özkan auf LinkedIn.

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CITYMAKING – So wollen wir in Städten leben wird präsentiert von Die Stadtmanufaktur.
43 Minuten
Idee, Planung und Umsetzung: Birgit Detig will in Projekten alle Stufen mitgestalten. Deshalb agiert die studierte Architektin seit Jahrzehnten weit über bauliche Planungsprozesse hinaus – und stellt sich den großen Themen der Zeit. Anhand von Megatrends wie Urbanisierung, New Work, Mobilität oder Digitalisierung sowie den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen [Link to: https://sdgs.un.org/goals] hinterfragt sie Ideen, Konzepte, Projekte konsequent auf ihre Sinnhaftigkeit. „Für mich geht es immer darum zu prüfen: Macht man etwas dem Trend wegen – oder ist es für die Menschen wirklich nützlich?“

Und nicht nur das: Vor allem in Städten geht es um den Schutz von Menschen; eine der großen Herausforderungen für Ballungszentren weltweit: Wie werden Städte resilient gegen Extremwettersituation wie Starkregen und Hitze, fragt sich Birgit Detig, und berichtet von Beispielen aus New York und Bangkok, die zeigen, dass es um multifunktionale Lösungen geht. Um Lösungen, die im Ernstfall schützen und im Normalfall für mehr Lebensqualität sorgen.

Resilienz, Mobilität und Places: So fasst Birgit Detig die Zukunftsfragen von Stadt zusammen. In ihrer Rolle als Cities Director Berlin, Hamburg, München beim internationalen Planungs- und Beratungsunternehmen Arcadis vertritt sie die großen deutschen Städte, analysiert Trends – und sucht individuelle Konzepte: „Man muss ein feines Gespür entwickeln, wie eine Stadt in Zukunft aussieht. Welche Themen sind es, an die wir uns jetzt heranwagen müssen? Auch die Projektentwickler und Investoren müssen sich dazu einen Kopf machen.“

Alle an einen Tisch zu bekommen – das sei ohnehin die „Herkules-Aufgabe“ im Handlungsfeld Stadt. Aber nur so geht nachhaltiges Placemaking, das den Menschen wirklich dient, sagt Birgit Detig in der Folge #28 von „#CITYMAKING – So wollen wir in Städten leben“.
32 Minuten
Wie kann eine Stadt beim Navigieren durch die Herausforderungen der Zukunft nachhaltig handlungsfähig sein? – Dieser Frage stellt sich Michael Metzler, Geschäftsführer der Esslinger Stadtmarketing & Tourismus GmbH und Dozent am Institut für City- und Regionalmanagement Ingolstadt.

Antworten darauf gibt der leidenschaftliche Stadtmarketing-Experte im Podcast: Er berichtet vom intensiven Prozess „Selbstvergewisserung der Stadtgesellschaft“, den er in Esslingen initiiert und gegen alle Widerstände durchgesetzt hat. Und der erneut beweist: Politische Rückendeckung ist eine Grundvoraussetzung, um im Stadtmarketing erfolgreich arbeiten zu können.

Das „Virus Stadtmarketing“ hat Michael Metzler schon im Studium erwischt – und nie mehr losgelassen. Was ihn daran fasziniert: „Stadtmarketing ist Teil der VUKA-Welt – volatil, unsicher, komplex, ambig.“ Eine Disziplin ohne Patentrezepte, voller Zukunftsfragen und essentieller Teil der Stadtstrategie. Es ist das Management von Netzwerken und Ausdruck des Beziehungsreichtums der Stadtgesellschaft.

Genau hier liegt für den Strategen auch die Lösung für DIE akute Herausforderung von Stadt: Das Geschäftsmodell der Innenstadt, das über 60 Jahre gut funktioniert hat, kommt an seine Grenzen. Ein seit Jahren sichtbarer, schleichender Prozess von neuer Dringlichkeit – dank Corona. Was die Innenstädte jetzt brauchen, sind Konzepte der Multifunktionalität; Wege aus der Monogamie mit dem Einzelhandel. Immobilienbesitzer und andere Stakeholder müssen aktiviert, der Prozess moderiert und kuratiert werden. 

„Es braucht eine Aufbruchsstimmung“, fordert Michal Metzler in der Folge 27 von „#CITYMAKING – So wollen wir in Städten leben“, und weiß zugleich: Dieses Transformationsmanagement wird ein langfristiger Prozess – und es wird die zentrale Zukunftsaufgabe des Stadtmarketings.
39 Minuten
Podcast mit Zukunftsforscher Andreas Reiter. Mit seinem ZTB Zukunftsbüro in Wien berät er seit 1996 Unternehmen, Kommunen, Destinationen und Öffentliche Institutionen im deutschsprachigen Raum bei strategischen Zukunftsfragen, Positionierung und kundenzentrierter Produktentwicklung.

Basierend auf einem Soziologie-Studium beschäftigte er sich in einer Versicherung mit Fragen der Absicherung und möglichen Veränderungen, die es zu berücksichtigen galt. Das weckte seine Faszination für den Blick nach vorn: „Wie kommt das Neue in die Welt und was kann mein Beitrag sein, um dieses Neue zu beschleunigen, wo ich es gut finde?“ In seinem Vorgehen fokussiert er stets auf soziale und gesellschaftliche Belange und die Bedürfnisse der Nutzergruppen.

Für den Zukunftsforscher stehen Städte vor großen Herausforderungen der digitalen Transformation, dem Wandel hin zur „Green City“ sowie dem sozialen Wandel hin zu einer „Arrival City“. Städte waren und sind nach Meinung von Andreas Reiter Sehnsuchtsorte mit komplexen Gefügen.

Dabei überschätzen Menschen  die Technologie, viel wichtiger sind die menschlichen und sozialen Veränderungen, denn der Mensch hinkt immer der Technologie hinterher. Er sieht  die globalen Herausforderungen für kleine wie große Städte gleichermaßen, wobei die kulturellen Besonderheiten die Unterschiede in den Lösungsansätzen ausmachen. Die Lebensqualität ist ein entscheidender Faktor im Wettbewerb der Städte. Für ihn sind Themen wie „leistbares Wohnen“, „Bildung“ und Freizeit“ sowie stadtspezifischen Aspekte, die auf der jeweiligen DNA basieren, von entscheidender Bedeutung. Draußen ist das neue drinnen, somit erhalten auch die Micro-Labs der Quartiere eine höhere Relevanz in der Wahrnehmung der Lebensqualität.

Zukunftsforscher Andreas Reiter zeigt an konkreten Beispielen auf, wo Technologie Probleme der Menschen lösen können und das Leben lebenswerter machen. Seine Breite und gleichzeitige Tiefe in der Auseinandersetzung mit der Zukunft der Städte zeichnet in der Folge 26 von „#CITYMAKING – So wollen wir in Städten leben“ bietet viele Anregungen und lädt zum Reflektieren über zu erwartende Entwicklungen in Städten ein.
27 Minuten
Podcast mit Jens Wille zum Thema Daten und deren Rolle für die Lebensqualität. Er ist geschäftsführender Gesellschafter von Ubilabs, das sich als Software-Unternehmen auf interaktive Kartenanwendungen und deren Nutzen für Endverbraucher spezialisiert hat.

Seine Liebe zur Karte und die Faszination für räumliche Zusammenhänge sind die Grundlage seines Denkens. Ihm geht es dabei um Interaktivität und ein Ermöglichen von Dienstleistungen durch Daten, ausgehend von dem Car2Go-Ansatz, als einem der ersten Anbieter solcher Services. Daher hat Big Data für ihn viele Potenziale, um die Lebensqualität von Menschen zu verbessern. Dabei sieht er viele Herausforderungen für Städte im Zusammenhang mit Corona und gleichzeitig schnelle positive Veränderungen am Beispiel der Mobilität und der Errichtung von PopUp-Radwegen.

„Digitalisierung findet auf unterschiedlichsten Ebenen statt“, so der Experte, wobei es aus seiner Sicht wichtig ist, Ableitungen für konkretes Handeln zu schaffen, neue Erkenntnisse zu gewinnen, um daraus weitere Services zu entwickeln. Potenzial sieht er zum Beispiel in der Anbindung von Stadt und Land und der Optimierung der Auslastung des Individualverkehrs. Auch bieten sich ihm noch deutliche Verbesserungsmöglichkeiten bei der Nutzung integrierter Systeme. Aus der Nutzerperspektive zu denken und im Bereich der Mobilität die verschiedenen Leistungsträger zusammenzuführen, sieht er als weitere Entwicklungsnotwendigkeiten.

Jens Wille zeigt an konkreten Beispielen auf, wie die Datennutzung und das damit verbundene Mapping eine Chance bietet, das Leben der Bürger*innen in Städten zu verbessern. Seine Projektorientierung zeichnet in der Folge 23 von „#CITYMAKING – So wollen wir in Städten leben“ ein vielschichtiges Bild über zu erwartende Entwicklungen in Städten.
40 Minuten
Dr. Matthias Rauch ist ein ausgewiesener Kenner für kulturelle Stadtentwicklung, hat das Cluster Musikwirtschaft in Mannheim und Region über Jahre entwickelt und ist aktuell Cultural Innovation Officer bei NEXT Mannheim, der Mannheimer Gründerzentren GmbH.

Für ihn sind Kultur-/Kreativwirtschaft und Stadtentwicklung keine Widersprüche, sondern bedingen sich beidseitig. Dabei motiviert ihn täglich, mit ganz unterschiedlichen Menschen im Austausch zu sein, auch wenn es sehr herausfordernd ist. Als Grundlage hilft ihm sein Studium der Kultur- und Wirtschaftswissenschaft, in dem er einen Fokus auf das kaufmännische Verständnis gelegt hatte.

Für ihn ist Kultur alles von Menschen Erschaffene. Somit sind Kunstformen, Kulturangebote aber auch Kulinarik und Gastronomie zentrale Treiber der Stadtentwicklung. Es ist ein Querschnittsthema, das viele Bereiche der Menschen betrifft. Dabei ist ihm wichtig, dass die Schaffensseite von Kunst und Kultur stets frei sein muss, hingegen es auf der Seite des Empfängers um die Funktionalität der Kunst geht.

Der Begriff „Stadtplanung“ ist aus seiner Perspektive kein Widerspruch, wenn es darum geht, Kunst und Kultur Freiräume zu geben, da sich Kreativität nicht planen lässt. Die Begegnungsflächen und Gestaltungsräumen sind existenziell, nicht „nice to have“. Aus diesem Grund ist es für ihn unerlässlich, Kultur von Anfang an in Prozesse der Stadtentwicklung zu integrieren, sie mitzudenken und Kreative- bzw. Kulturschaffende zu involvieren. „Sie wissen am besten, was die Räume brauchen und von wem die Räume genutzt werden,“ so der Experte. Dieses Wissen hat nach seiner Auffassung auch in der aktuellen Diskussion über die Reaktivierung der Innenstädte eine große Bedeutung. Er plädiert auch hier für eine frühzeitige Mitnahme der kreativen Potenziale einer Stadt.

Dr. Rauch zeichnet ein umfassendes Bild von dem Potenzial, wenn sich Kultur und Stadtentwicklung auf Augenhöhe begegnen. Mit Mannheim liegt ein erfolgreicher Case zu Grunde, der durch ihn nachvollziehbar wird und Anknüpfungspunkte für andere ermöglicht. In der Folge 24 von „#CITYMAKING – So wollen wir in Städten leben“ bieten sich viele Anknüpfungspunkte für die Zukunft der Städte.Folgentext
31 Minuten
Podcast mit Dr. Astrid Könönen, Direktorin für Politikberatung und Evaluation bei Ramboll Management Consulting. Seit über 20 Jahren beschäftigt sich die studierte Stadt- und Regionalplanerin mit Zusammenwirken und Kooperationen von lokalen Akteuren.

Veränderungsprozesse zu planen und zu realisieren, hat sie stets fasziniert. Für sie steht der Mensch und seine Umwelt im Mittelpunkt ihres Handelns. Und hierfür sind die Rahmenbedingungen, vor allem die infrastrukturellen, von besonderer Bedeutung, wobei sie die interdisziplinäre Ausrichtung von Stadt und Land in besonderem Maße reizt.

Covid-19 ist für sie ein Katalysator für Veränderungen, die bereits liefen, nun jedoch mit aller Konsequenz wirken. Speziell der Klimawandel sowie die Digitalisierung, die für sie Mittel zum Zweck ist, stehen dabei im Mittelpunkt.

Städte haben nach ihrer Wahrnehmung ein vielschichtiges System zu bewegen, dessen Komplexität von der Größe abhängt. Sie sieht die mittleren Städte als „Impulsgeber und Vordenker von Lösungen, um diese auch ins Leben zu bringen“, weil die Umsetzungsprozesse einfacher zu gestalten sind.

Mobilität hat eine besondere Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit einer Stadt; vor allem weg vom Individualverkehr hin zu einer Klimaneutralität zu gelangen. Es gilt für Sie und Ihr Unternehmen, lebenswerte Orte zu kreieren, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Digitalisierung ist dabei ein möglicher Beschleuniger, der dem Menschen Dinge einfacher ermöglicht, sofern die Prozesse nicht aus der reinen technischen Perspektive aufgesetzt werden.

Dr. Astrid Könönen schafft einen ganzheitlichen Überblick über die Potenziale der Städte und geht dabei auf konkrete Schwerpunkte wie Mobilität und Partizipation ein. Ihre fachkundigen Einblicke in die Überlegungen in Städten zeichnen in Folge 23 von „#CITYMAKING – So wollen wir in Städten leben“ ein reizvolles Bild über die zu erwartende  verbesserte Lebensqualität für die Menschen.
38 Minuten
Podcast mit Jost de Jager, Geschäftsführer von GeWos, einem Institut für Stadt-, Regional- und Wohnungsforschung und ehemaliger Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein. In dieser Schnittstelle bewegt er Städte und schafft Lebensräume.

Seine Faszination liegt in der Arbeit am konkreten Projekt, an der Moderation von Prozessen. Die Verknüpfung von ländlichen mit städtischen Räumen nimmt an Bedeutung zu und führt zu veränderten Bedarfen in Form von flexiblen Arbeitsplätzen, Wohnungsangeboten und Mobilitätslösungen. Durch Corona wurde der Wunsch der Menschen nach mehr Freiraum, größeren Wohnungen und mehr Sicherheit in der Grundversorgung sichtbar, und wird aus der Sicht von Jost de Jager auch zukünftig bleiben.

Für ihn lässt sich das am Trend erkennen, wonach Klein- und Mittelstädte vor allem von Menschen aus dem ländlichen Raum intensiver nachgefragt werden, weil sie dort die für sie wichtige Grundversorgung vorfinden. Wichtig wird dabei sein, wie sich das dortige Wohnungsangebot entwickelt, um solchen Zielgruppen auch die Möglichkeiten zu bieten, sich niederzulassen. Ein Lösungsansatz ist dabei die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft, um Kommunen wieder mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu geben. Vor allem für touristisch stark frequentierte Städte kann ein solcher Schritt den Fachkräften eine Wohnungsperspektive bieten.

Jost de Jager sieht die Notwendigkeit, die Nutzungskonflikte in Städten klar zu benennen und sie zu moderieren. Vor allem beim Thema Nachverdichtung in Innenstädten – bei der es aus seiner Sicht keine Alternative geben wird – ist dies zwingend erforderlich. Seine fachkundige Perspektiven zeichnen in der Folge 22 von „#CITYMAKING – So wollen wir in Städten leben“ ein spannendes Bild über das Zusammenspiel von städtischen und ländlichen Räumen.
36 Minuten
Prof. Dr. Julian Petrin ist ein überzeugter Kreator von Städten. Als diplomierter Ingenieur im Bereich Städtebau und Stadtplanung ist er mit seinem Unternehmen „Urbanista“ seit über 20 Jahren in vielen Städten ein gefragter Experte. Als Lehrbeauftragter und Professor an der Hochschule für Technik in Stuttgart setzt er sich mit dem Forschungslabor „Raum“ und Smart City Solutions und will mit der Planung ins „Agieren“ kommen.

Für ihn gilt es Zukunft auszuloten, Modelle zu entwickeln und zu schauen, welche Optionen ein Raum hat. Wie kann man einen Standort weiterentwickeln, wie können soziale, kulturelle, aber auch wirtschaftliche Probleme dabei gelöst werden? Dies sind Fragen, die ihn bis heute motivieren. „Gleichzeitig verunsichert die wahrgenommene Entwicklungsdynamik viele Akteure in den Städten, die Handwerkzeuge scheinen nicht mehr zu passen und müssen überdacht werden, so seine Auffassung.

Für ihn ist es notwendig, Städte neu zu denken und damit den Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und sozio-kulturelle und ökonomischen Bedürfnisse zu begegnen. Er sieht die Gefahr, dass Corona die Städte nachhaltig verändern wird, und damit Quartiere und Umlandgemeinden die Chance haben, von diesen Veränderungen zu profitieren. „Innenstädte müssen in Zukunft wieder Mitte der Städte werden, ein Mittelpunkt mit verschiedenen Funktionen wie Wohnen, Arbeiten, Einkaufen/Shoppen, Stadtkultur sowie dem politischen Diskurs,“ so der Experte.

Prof. Petrin ermöglicht einen umfassenden Einblick in die Zukunft der Innenstädte und der Bedeutung der Stadt als Löser von gesellschaftlichen Herausforderungen. In der Folge 21 von „#CITYMAKING – So wollen wir in Städten leben“ lenkt er den Blick auf die erforderlichen Veränderungen, vor denen Städte stehen.
35 Minuten
Podcast mit Klaus Peter Hesse, dem langjährigen Sprecher der Geschäftsführung des Zentralen Immobilien Ausschusses e.V. (ZIA) und heutigen Direktor City Development & Akquisition bei der ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG. Als Kommunal- und Landespolitiker setzte er sich intensiv mit den Themen Stadtentwicklung und Verkehr auseinander.

Seine berufliche Ausrichtung auf die Wohnungswirtschaft und sein politisches Wirken eröffneten ihm frühzeitig den Zugang zum Thema „Wie wollen wir in Städten leben“. Dabei faszinierte ihn die Bedeutung der Immobilien mit allen Wirkungsmechanismen und städtischen Bezügen.

Er sieht eine rasante Veränderung durch den Wunsch der Menschen, Leben und Arbeiten zu verbinden, und in urbanen Quartieren mit hoher Lebensqualität zu wohnen. Für ihn stellen sich die Herausforderungen in kleinen und großen Städten gleichermaßen, wenn individuell unterschiedlich. Soziale, verkehrliche und digitale Infrastruktur stehen in allen Städten auf der Agenda und müssen gelöst werden, um den Menschen ein attraktives Lebensumfeld zu bieten.

„Wachstum ist irgendwann endlich, daher sollten wir Innen- vor Außenentwicklung in den großen Städten realisieren“, so seine Einschätzung zu den Handlungsnotwendigkeiten in Städten.

Klaus Peter Hesse skizziert die komplexen Anforderungen an die Politik, die Bürger mitzunehmen und einzubinden und sie zu GestalterInnen der eigenen Umgebung zu machen. Seine fachkundige Perspektiven zeichnen in der Folge 20 von „#CITYMAKING – So wollen wir in Städten leben“ ein spannendes Bild über die Einfüsse auf ein Leben und Bewegen in Städten.gentext
30 Minuten
Prof. Dr. Ulrich Reinhardt ist Zukunftswissenschaftler und wissenschaftlicher Leiter der „Stiftung für Zukunftsfragen“ – Eine Initiative von Britisch American Tabacco. Dort forscht er nach dem Freizeitverhalten, der Sicht der jungen Generation auf Zukunftsfragen und nach den Konsequenzen für die Arbeitswelt.

Prägend für ihn war seine langjährige Zeit beim anerkannten Zukunftsforscher Professor Horst Opaschowski. Ihn reizt die Frage: „Wie wollen wir in Zukunft leben“ und daran zu forschen, wie das Leben in 5-10 Jahren aussehen wird. Während Zeit wird für ihn die kostbarste Ressource der Zukunft sein wird, macht Digitalisierung vielen Menschen aus seiner Sicht Angst. Er sieht in der Digitalisierung hingegen viele Chancen und die Möglichkeit für jeden einzelnen, das Leben mit wichtigeren Dingen als mit der Arbeit zu verbringen.

„Flexibles Arbeiten wird bleiben und zu weitreichenden Konsequenzen für Unternehmen führen“, so der Experte. Die Arbeitnehmer haben die Vorteile – auch durch den verordneten Lock-Down – zu schätzen gelernt und werden dies auch in Zukunft nutzen wollen. Für Städte sieht er die spannende Herausforderung, wie diese mit den Anforderungen der entstehenden Freiräume umgehen und eine Reaktivierung der Innenstädte umsetzen werden. Die Attraktivität, die Anbindung und das soziale Umfeld werden nach seiner Auffassung entscheidend für junge Menschen bei der eigenen Ortswahl sein, eine Chance für kleinere Städte und Räume.

Prof. Reinhardt schafft einen umfassenden Überblick über die Chancen der Zukunft und die Anforderungen für das Leben in Städten. In der Folge 19 von „#CITYMAKING – So wollen wir in Städten leben“ lenkt er den Blick auf die verschiedenen Ansprüche der unterschiedlichen Altersgruppen und die Konsequenzen für die Entwicklung von Städten.
47 Minuten
Uwe Seidel ist geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Lademann & Partner GmbH. Das Unternehmen beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Entwicklung von Städten, speziell des Handels. Sie analysiert mit Hilfe von Daten, bewertet die Ergebnisse und gibt daraus abgeleitet richtungsweisende Bewertungen ab.

Handel hat ihn von Anfang an, bereits im Studium begeistert. Die mit der deutschen Wiedervereinigung einsetzenden Nachholbedarfe und großen Veränderungen im Handel in Ostdeutschland gaben ihm die Möglichkeit, seiner Leidenschaft nachzugehen. Ähnliche Veränderungsprozesse wie damals sieht er auch heute in den Städten:

Umwertung von Standorten, die bereits vor Corona, zu sehen waren, erhalten nun mehr Dynamik. Den Grund sieht er vor allem in der Veränderung der Kunden und Verbraucher und die nicht gegebenen Konzepten, die darauf eingehen.

Nach seiner Einschätzung bietet die einsetzende Normalisierung des Mietniveaus Nahversorgern und anderen die Chance, sich wieder oder erstmals in Innenstädten niederzulassen. „Schaufenster zur Marke“ wie Flagshipstores werden in den Big-Seven-Zentren und Oberzentren weiter zunehmen, für Klein- und Mittelstädte wird das nicht der Pfad der Zukunft sein. Ergänzt wird dies durch eine neue Durchmischung der Nutzungen in Innenstadtlagen kommen.

Uwe Seidel hat klare Vorstellungen für das Zusammenspiel am Standort, ausgehend von den einzelnen Immobiliennutzungen. Es geht in Zukunft darum, die Marke zu entdecken, sie zu inszenieren und Cross-Over-Konzepte mit Kultur und Gastronomie umzusetzen.

In der Folge 18 von „#CITYMAKING – So wollen wir in Städten leben“ sieht er große Veränderungen in Innenstädten.Folgentext
38 Minuten
Bernadette Spinnen ist Leiterin des Stadtmarktings der Stadt Münster und langjährige Vorsitzende des Bundesverbandes City- und Stadtmarketing e.V., dem mehr als 350 Städte angehören. Sie ist seit 21 Jahren in der Vermarktung von Städten aktiv und ihre Stimme findet besonderes Gehör, wenn aktuell über die Auswirkungen von Corona für die Innenstädte und deren Wiederbelebung gesprochen wird.

Für die Aufgabenstellungen im Stadtmarketing hat ihr ihr Germanistik- und Theologie-Studium durch die Auseinandersetzung mit Sprache in besonderer Weise geholfen. „Die Rolle ist eine, die mit Gesprächen zu tun hat. Es geht um dauernde Dialoge mit Bürgerinnen und Bürgern, mit Gästen, um Themen zu entwickeln und weiterzubringen,“ so Bernadette Spinnen. Es braucht eine Idee, an die man glaubt, so ihre feste Überzeugung. Ihre Herkunft ist die Kultur, die sie als Herstellung von Beziehungsreichtum definiert. „Es ist der Klebstoff in einer Stadt, die Art und Weise, wie wir zusammenleben. Sie wird nicht durch Pläne gemacht, sondern durch Interaktionen zwischen den Häusern.“ Aus dieser Überzeugung heraus hat sie die Schnittstellen zu anderen Aufgabenstellungen einer Stadt gesucht und stets die Persönlichkeit bzw. die Seele der Stadt in Gänze betrachtet.

Zur Veränderung der Innenstädte hat sie klare Vorstellungen. „Das was uns bevorsteht ist ein Transformationsprozess. Die Weiterentwicklung der Stadt funktioniert nur dann, wenn die Tunnel überwunden werden und ein Zusammendenken sowie Handeln einsetzt,“ so ihre feste Überzeugung. Sie sieht die Eigentümer von Immobilien in Innenstadt-Lagen in der Verantwortung, sich über die eigenen Immobiliengrenzen hinweg für die Stadt einzubringen und damit dem einsetzenden Down-Trading-Prozessen entgegen zu wirken. Dabei geht es um die Entwicklung von Orten mit Aufenthaltsqualitäten und nicht-kommerziellen Nutzungen. Diese helfen der Innenstadt auf Sicht ihre Qualitäten und Anziehungskräfte aufrechtzuerhalten. „Wir müssen Innenstädte anders denken, konkret sich aus der Perspektive eines Bürgernutzens dem Thema anzunehmen. Die Frage muss lauten: Was sind die menschlichen Bedürfnisse, die wir aktuell bedienen wollen?“ Für sie sind es die Themen der „Selbstinszenierung“, „Gesundheit“ als Wohlfühlfaktor“ sowie „Wissenstransfer“, die die Menschen zukünftig in Städte ziehen werden.

Bernadette Spinnen hat klare Vorstellungen, welche Aufgaben anstehen und welche Prozesse notwendig sind, um die Innenstädte auch zukünftig als relevante Anziehungsorte zu entwickeln. Sie sieht Chancen für das Stadtmarketing, in dem ist nicht um die Vermarktung von Stadt geht, sondern um die Kommunikation einer Stadt nach innen und außen, speziell im Zusammenhang mit der Stadtentwicklung. In der Folge 17 von „#CITYMAKING – So wollen wir in Städten leben“ sieht sie die Zukunft in einem ganzheitlichen Stadtmanagement.
41 Minuten
Prof. Dr. Thomas Krüger ist Professor für Projektentwicklung und Projektmanagement in der Stadtplanung an der anerkannten HafenCity Universität Hamburg (HCU) und seit über 30 Jahren in verschiedenen Rollen mit dem Thema Stadt und deren Entwicklung betraut. Derzeit ist er ein gefragter Experte zur Zukunft der Innenstädte.

„Man muss sehr zwischen den Innenstädten der Klein- und Mittelstädte und denen der Großstädte unterscheiden. In letzteren sind wir am Ende einer Entwicklung, wonach diese Städte nach Funktionen und ökonomischen Prinzipien gegliedert wurden und im Ergebnis zu monofunktionalen Innenstädten führten.“ Dies wird sich nach seiner Auffassung entscheidend wandeln. Der Grund liegt in dem hohen Veränderungsdruck, der auf dem Einzelhandel und bei den Büroflächen existiert. So erwartet er einen starken Einbruch im klassischen Innenstadthandel, der auch nach Covid19 nicht zurückgedreht werden kann.

Die Innenstädte müssen eine Vielfalt und gleichzeitige Einzigartigkeit erreichen. Dazu gehören Anlässe für Begegnungen und neue Konzepte, die die Flächen (indoor wie outdoor, online- und offline) neu aktivieren. Hierfür ist es wichtig, dass sich die Eigentümer, Betreiber und die Politik zusammensetzen, um die Ausrichtung zu definieren. Das kann nach seiner Auffassung bis zur Reduzierung von ausgewiesenen Einzelhandelsflächen führen. „Innenstädte werden an Dominanz verlieren und das ist auch gut so.“ Gleichzeitig geht er davon aus, dass sich die Menschen verstärkt auf den Nahbereich fokussieren werden. Hier ist die Versorgungssituation eine wichtige Aufgabe und führt zu einer Funktionsverlagerung von den Innenstädten hin zu Quartieren und Mittel- und Kleinstädten.

Prof. Krüger schafft ein klares Bild von den zukünftigen Anforderungen an Innenstädte und den damit verbundenen Konsequenzen. Er sieht Chancen für die Quartiere und Klein- bzw. Mittelstädte und benennt Lösungsansätze für die Innenstädte. In der Folge 16 von „#CITYMAKING – So wollen wir in Städten leben“ setzt sie kritisch mit einem ganzheitlichen Stadtmanagement auseinander.
47 Minuten
Covertext #15

Podcast mit Dr. Jens Jeep. Er ist Notar in Hamburg, promovierte in Erb- und Familienrecht und engagiert sich leidenschaftlich für den gesellschaftlichen Diskurs in der Stadt und im Land. Für ihn heißt das, einen Austausch über Themen zu führen und dazu die Auseinandersetzung mit anderen zu suchen.

„Nur wenn ich etwas verstanden habe, dann kann ich es auch akzeptieren. Wenn Dinge stören bzw. nicht passen und ich sie daher nicht verstehen kann, will ich sie ändern.“ Ergänzt um seine Ablehnung von destruktivem Denken und Handeln, begibt er sich in die Auseinandersetzung. Als „Wortfanatiker“ ist er ein Verfechter, die richtige Bedeutung der Worte zu kennen und sie passend einzusetzen, um Differenzierungen auch bewusst zu schaffen.

Für ihn ist das „geschrieben-gesprochene-Wort“ die Herausforderung der Zeit. Durch Social Media ist das alles anders. Er fordert, wie beim gesprochenen Wort, sich auch bei „tweets“ oder „posts“ korrigieren zu dürfen, es löschen zu können, ohne – wie beim geschriebenen Wort eines Briefes – darauf über Jahre hinweg festgelegt zu werden. „Wenn wir alle nur noch Angst haben, uns zu äußern und zu diskutieren, und nur noch so tun, als wenn wir in geschriebener Sprache miteinander reden, dann reden wir gar nicht mehr miteinander!“

Er hat mit einem Vorschlag, das größte weltweite Bismarck-Denkmal in Hamburg mit einem leuchtenden Lichtschwert zu versehen, deutschlandweite Aufmerksamkeit erzielt. Damit führt er die Auseinandersetzung über Kulturdenkmäler fort, die durch die Bewegung „Black lives matters“ in den USA in vollem Gange war und ist. Für ihn ist es wichtig, jedem seine eigene Sichtweise und Lesart zu ermöglichen, ohne „die eine“ vorzugeben. Dies steht im Einklang mit seinem Kulturverständnis: Kultur ist der Dialog der Menschen, der über das hinaus geht, was beide Seiten für den Lebensunterhalt benötigen, kurz, was das Miteinander der Menschen bereichert.

Dr. Jeep setzt sich als Jurist und bekennender Normverfechter kritisch mit selbigen und deren Einhaltung – auch speziell in Corona-Zeiten – auseinander.  Der Drang nach Freiheit ist für das Miteinander einer Gesellschaft von großer Bedeutung, die Kultur bietet stets die Möglichkeit, dies einzufordern. In der Folge #15 von „#CITYMAKING – So wollen wir in Städten leben“ zeichnet er ein vielschichtiges Bild über die Auseinandersetzungen der Gesellschaft und deren Konsequenzen für das Miteinander.