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Episoden
10.06.2026
16 Minuten
In der vierten und letzten Folge meiner Biennale-Reihe ziehe ich eine persönliche Bilanz der Biennale Venedig 2026. Nach mehreren Tagen zwischen Giardini, Arsenale und nationalen Pavillons stellt sich die Frage: Welche Kunstwerke bleiben tatsächlich in Erinnerung – und welche leben vor allem von Theorie, Moral und Aufmerksamkeit?
Ich spreche über den deutschen Pavillon mit seiner intensiven Selbstreflexion über Ostdeutschland, Erinnerung und Identität, den österreichischen Pavillon zwischen Performance, Spektakel und Voyeurismus sowie über Beiträge aus Irland, Guatemala und Japan. Dabei geht es auch um die Frage, welche Formen von Leid und gesellschaftlicher Ungerechtigkeit in der Gegenwartskunst sichtbar gemacht werden – und welche oft unsichtbar bleiben.
Gleichzeitig stelle ich zwei meiner persönlichen Entdeckungen der Biennale vor: Nick Cave und Lee Ufan. Ihre Arbeiten wirkten auf mich gerade deshalb so stark, weil sie nicht ständig erklären, moralisieren oder provozieren, sondern zunächst eine unmittelbare emotionale Erfahrung ermöglichen.
Diese Episode ist keine kunsthistorische Analyse, sondern der persönliche Blick eines Besuchers auf eine Biennale zwischen politischem Anspruch, kultureller Selbstvergewisserung und echter künstlerischer Wirkung. Was sagt die Biennale 2026 über unsere Gegenwart aus? Wo überzeugt die Kunst? Wo verliert sie sich in Theorie und Eventcharakter? Und warum bleiben manchmal ausgerechnet die leisesten Arbeiten am längsten im Gedächtnis?
Eine kritische Abschlussbetrachtung zur Biennale Venedig 2026 und zur Frage, welche Rolle Kunst in einer zunehmend polarisierten und reizüberfluteten Welt noch spielen kann.
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Ich spreche über den deutschen Pavillon mit seiner intensiven Selbstreflexion über Ostdeutschland, Erinnerung und Identität, den österreichischen Pavillon zwischen Performance, Spektakel und Voyeurismus sowie über Beiträge aus Irland, Guatemala und Japan. Dabei geht es auch um die Frage, welche Formen von Leid und gesellschaftlicher Ungerechtigkeit in der Gegenwartskunst sichtbar gemacht werden – und welche oft unsichtbar bleiben.
Gleichzeitig stelle ich zwei meiner persönlichen Entdeckungen der Biennale vor: Nick Cave und Lee Ufan. Ihre Arbeiten wirkten auf mich gerade deshalb so stark, weil sie nicht ständig erklären, moralisieren oder provozieren, sondern zunächst eine unmittelbare emotionale Erfahrung ermöglichen.
Diese Episode ist keine kunsthistorische Analyse, sondern der persönliche Blick eines Besuchers auf eine Biennale zwischen politischem Anspruch, kultureller Selbstvergewisserung und echter künstlerischer Wirkung. Was sagt die Biennale 2026 über unsere Gegenwart aus? Wo überzeugt die Kunst? Wo verliert sie sich in Theorie und Eventcharakter? Und warum bleiben manchmal ausgerechnet die leisesten Arbeiten am längsten im Gedächtnis?
Eine kritische Abschlussbetrachtung zur Biennale Venedig 2026 und zur Frage, welche Rolle Kunst in einer zunehmend polarisierten und reizüberfluteten Welt noch spielen kann.
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03.06.2026
14 Minuten
Das Organisationsprinzip der Biennale Venedig stammt aus dem 19. Jahrhundert: Staaten repräsentieren sich über Kunst, in eigenen Pavillons, unter eigener Flagge. In dieser dritten Folge der Serie steht genau dieses Modell unter Beobachtung — nicht als Anklage, sondern als Strukturfrage.
Denn die Künstler auf dieser Biennale arbeiten mehrheitlich länderübergreifend, leben zwischen Kontinenten, beschäftigen sich mit Diaspora, Grenzverschiebungen und kulturellen Identitäten, die sich nie sauber in Nationalstaaten haben einordnen lassen. Belarus zeigt den Extremfall: kein offizieller Pavillon, stattdessen eine Exil-Ausstellung über staatliche Kontrolle und Überwachung. Pakistan und Punjab zeigen, dass historische Kulturräume nationale Grenzen grundsätzlich überschreiten. Moldawien, der ukrainische Hirsch auf der Flucht, Boettis gestrickte Weltkarten mit Staaten, die längst nicht mehr existieren — überall taucht dieselbe Frage auf: Wie stabil sind politische Ordnungen überhaupt?
Laurie Anderson bringt es auf den Punkt: Die eigentliche Krise ist keine Faktenkrise, sondern eine Geschichtenkrise. Gesellschaften leben in konkurrierenden Erzählungen über Nation, Zukunft und Identität. Die Biennale macht das sichtbar — ob sie will oder nicht.
Themen dieser Folge: Biennale Venedig 2026 · nationale Pavillons · Belarus · Ukraine · Moldawien · Punjab · Alighiero Boetti · Laurie Anderson · Geopolitik · kulturelle Identität · Kunstpodcast · Gegenwartskunst
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Denn die Künstler auf dieser Biennale arbeiten mehrheitlich länderübergreifend, leben zwischen Kontinenten, beschäftigen sich mit Diaspora, Grenzverschiebungen und kulturellen Identitäten, die sich nie sauber in Nationalstaaten haben einordnen lassen. Belarus zeigt den Extremfall: kein offizieller Pavillon, stattdessen eine Exil-Ausstellung über staatliche Kontrolle und Überwachung. Pakistan und Punjab zeigen, dass historische Kulturräume nationale Grenzen grundsätzlich überschreiten. Moldawien, der ukrainische Hirsch auf der Flucht, Boettis gestrickte Weltkarten mit Staaten, die längst nicht mehr existieren — überall taucht dieselbe Frage auf: Wie stabil sind politische Ordnungen überhaupt?
Laurie Anderson bringt es auf den Punkt: Die eigentliche Krise ist keine Faktenkrise, sondern eine Geschichtenkrise. Gesellschaften leben in konkurrierenden Erzählungen über Nation, Zukunft und Identität. Die Biennale macht das sichtbar — ob sie will oder nicht.
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27.05.2026
17 Minuten
Die Biennale Venedig 2026 ist zu groß für eine Folge – deshalb beginne ich mit der Hauptausstellung. Kuratorin Koyo Kouoh hat eine Ausstellung hinterlassen, die Europa konsequent von außen betrachtet: Kolonialgeschichte, Rohstoffausbeutung, Migration und kulturelle Macht werden überwiegend von Künstlern aus Afrika, der Karibik, Südamerika und Indonesien erzählt. Das Ergebnis ist weniger eine Kunstschau als eine geopolitische Bestandsaufnahme – in vergleichsweise ruhigem Tonfall, mit Themen, die alles andere als ruhig sind. In dieser Folge: Johannes Phokela zu Kolonialismus und niederländischer Handelsmacht, der Kongo-Pavillon zu Kupfer und digitaler Lieferkette, Michael Armitage, Ayrson Heráclito und die Frage, ob Kouohs Konzept der „Minor Keys" aufgeht.
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17.05.2026
12 Minuten
Die Biennale Venedig ist keine normale Kunstausstellung – sie ist ein logistisches Experiment. Wer unvorbereitet hinfährt, verliert schnell Zeit, Geld und Nerven. In dieser Folge geht es deshalb nicht um Kunst, sondern ums Überleben: Wann ist der richtige Zeitpunkt? Lido oder Venedig? Nachtzug oder Flieger? Wie funktioniert das Vaporetto-System, wo umgeht man die Warteschlangen, und warum sollte man mindestens die Hälfte der Zeit außerhalb von Giardini und Arsenale einplanen? Meine persönlichen Insider-Tipps für alle, die 2026 zur Biennale fahren – oder es ernsthaft vorhaben.
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17.05.2026
11 Minuten
Kaum ein Märchen beschreibt die Gegenwart so präzise wie Wilhelm Hauffs „Das kalte Herz“. Nicht mehr nur als Geschichte über Gier, sondern als Parabel über Selbstoptimierung, emotionale Verhärtung und die Ökonomisierung des Menschen.
In dieser ersten Episode von KUNST UND GEGENWART analysiert Harald Schmidt die Ausstellung „Das kalte Herz“ im Kunstmuseum Stuttgart — und erklärt, warum sie aus seiner Sicht das philosophische und gesellschaftliche Potential des Stoffes weitgehend verfehlt.
Es geht um soziale Medien, Plattformlogik, technologische Entfremdung, algorithmische Sichtbarkeit und die Frage, was vom Menschen übrig bleibt, wenn Effizienz wichtiger wird als Verletzlichkeit.
KUNST UND GEGENWART versteht Kunst nicht primär als Dekoration oder Kunstbetrieb, sondern als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen.
Weitere Informationen: haraldschmidt.online
In dieser ersten Episode von KUNST UND GEGENWART analysiert Harald Schmidt die Ausstellung „Das kalte Herz“ im Kunstmuseum Stuttgart — und erklärt, warum sie aus seiner Sicht das philosophische und gesellschaftliche Potential des Stoffes weitgehend verfehlt.
Es geht um soziale Medien, Plattformlogik, technologische Entfremdung, algorithmische Sichtbarkeit und die Frage, was vom Menschen übrig bleibt, wenn Effizienz wichtiger wird als Verletzlichkeit.
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Über diesen Podcast
KUNST UND GEGENWART ist ein unregelmäßiger Podcast über
Ausstellungen, Kunst und kulturelle Zeitdiagnosen. Prof. Dr. Harald
Schmidt spricht über Biennalen, documenta, Museen, politische Kunst
und kuratorische Trends — nicht aus der Perspektive des klassischen
Kunstbetriebs, sondern als interessierter Besucher, politischer
Künstler und Beobachter gesellschaftlicher Entwicklungen.
Essayistisch, direkt und bewusst ohne Kultursprech. Kontakt:
podcast@haraldschmidt.online
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