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  3. "So sind wir – zwischen Bognergasse und Ballhausplatz" Podcast

Episoden

35 Minuten
Liebe Freundinnen und Freunde,

wenn die Interessenvertretung der Banken sagt, sie sei vom digitalen Euro nicht überzeugt, lohnt es sich, genau hinzuhören.

In dieser Folge spreche ich mit Eva Landrichtinger, Geschäftsführerin der Bundessparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer. Sie war davor sieben Jahre in der Politik, zuletzt Kabinettschefin und Generalsekretärin bei Martin Kocher, dem heutigen Gouverneur der Nationalbank. Heute sitzt sie auf der anderen Seite des Tisches und nennt sich selbst Übersetzerin zwischen beiden Welten.

Wir reden über den digitalen Euro, der gerade in Brüssel im Trilog verhandelt wird: was er erreichen soll, wer ihn eigentlich will und warum die Banken skeptisch sind. Es geht um Haltelimits und die Frage, wie viel digitales Zentralbankgeld ein Mensch überhaupt besitzen darf und was passiert, wenn dieses Limit in einer Krise über Nacht angehoben wird.

Es geht um die Abhängigkeit von Visa und Mastercard, die Eva ausdrücklich als Problem sieht, nur eben nicht mit diesem Instrument gelöst. Und es geht um Österreichs liebstes Zahlungsmittel: das Bargeld, die Angst vor Überwachung und die Frage, warum die Zustimmung zum Bargeld steigt, während wir immer seltener damit zahlen.

Wartet irgendwer auf den digitalen Euro? Schreibt mir, wie ihr zahlt.

00:00:00 Intro

00:00:55 Eva's Werdegang

00:05:57 Die Bundessparte Bank und Versicherung

00:15:00 Digitaler Euro: Ziel und Stand der Verhandlungen

00:20:49 Haltelimits und Finanzmarktstabilität

00:26:00 Bargeld, Datenschutz und die Angst vor Überwachung

00:30:22 Warum sie der digitale Euro nicht überzeugt
17 Minuten
Liebe Hörerinnen und Hörer,

Steuern sind nach Sterben ungefähr das, womit sich die Leute am wenigsten beschäftigen wollen. Felix nennt die Einkommensteuer trotzdem sein Lieblingsthema, und nach dieser Folge versteht ihr vielleicht warum.

Wir haben uns angeschaut, was passiert wäre, hätte man die Tarifstufen aus den 1970ern einfach mit der Kaufkraft mitwachsen lassen.

Das Ergebnis: Die Steuerfreigrenze läge heute bei rund 60.000 Euro. Das österreichische Medianeinkommen wäre komplett einkommenssteuerbefreit. Konkret hieße das rund 600 Euro mehr im Monat für den Medianverdiener, 1.200 Euro für einen Haushalt mit zwei arbeitenden Eltern.

Felix postuliert, dass genau diese jahrzehntelang nicht abgegoltene kalte Progression der Grund ist, warum sich viele Österreicherinnen und Österreicher keine Rücklagen mehr aufbauen können.

Ich führe aus: Wer diese Einnahmen streicht, reißt ein kaum füllbares Loch von fast 90 Prozent der Einkommensteuereinnahmen ins Budget. Und dann reden wir über das, was man in Österreich angeblich nicht ansprechen darf: Vermögenssteuern, Grundsteuer, Erbschaftssteuer.

Am Ende steht Felix' These: Ein Defizitverfahren und die stärkste Partei in Opposition, eine bessere Ausgangslage für unpopuläre, aber notwendige Reformen gibt es nicht.

Was sagt ihr dazu? Ich freue mich auf eure Rückmeldungen.

Euer Niko

Kapitel:

00:00:00 "Kein Einnahmenproblem, sondern ein Ausgabenproblem"

00:01:25 "Steuern, das ist nach Sterben so circa das, womit sich die Leute am wenigsten beschäftigen wollen"

00:03:03 "Die heutigen 13.308 Euro wären kaufkraftbereinigt circa 60.000 Euro"

00:03:47 "Das Medianeinkommen wäre damit einkommenssteuerbefreit"

00:05:33 "600 Euro mehr im Monat"

00:07:25 "Was finanziert denn der Staat damit?"

00:08:52 "Damit mache ich mich bei links und rechts unbeliebt": Erbschaftssteuer als Tausch

00:10:02 "Es gibt drei Vermögenssteuern": Vermögen, Erbschaft, Grundsteuer

00:13:15 "Zuerst den Faktor Arbeit entlasten": Österreich vs. Schweden im OECD-Vergleich

00:14:37 "Straffrei Entscheidungen treffen, die kurzfristig wehtun"

00:15:25 "Die Wahrheit ist den Leuten zumutbar"

00:16:38 "Packen wir die Kettensäge aus"
44 Minuten
Liebe Hörerinnen und Hörer,

mein heutiger Gast war einmal mein Chef. Gernot Blümel war Finanzminister, davor Kanzleramtsminister für Europa, Kunst, Kultur und Medien. Heute baut er im Lido von Venedig einen Forschungspark für künstliche Intelligenz in der Medizin auf. Und er hat ursprünglich Philosophie studiert, was diese Folge in eine Richtung schickt, mit der ich so nicht gerechnet hatte.

Wir starten bei Kant. Blümel geht von einer Star-Trek-Folge aus, in der vor Gericht verhandelt wird, ob ein Androide sich selbst gehört oder der Sternenflotte. Von dort landet er bei Artikel eins der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und bei einer unbequemen Feststellung. Unsere Würde ruht auf der Vernunftbegabtheit. Nicht auf unserem Körper, nicht auf unseren Gefühlen, nicht darauf, dass wir empfindsam sind. All das haben die Gründerväter der Menschenrechte als nicht relevant angesehen. Was heißt das dann, wenn wir einer Maschine nach unseren eigenen Definitionen Intelligenz und Verstehen nicht mehr absprechen können?

Dann wird es politisch, und das ist der Teil, über den ich seither am meisten nachdenke. Blümel sagt, die große Welle, die gerade über die westlichen Demokratien hinwegrollt, sei die Überzeugung eines Großteils der Bevölkerung, dass das Heil am rechten Rand zu suchen ist. Er nennt drei Gründe. Erstens Migration, wo man spätestens 2015 erlebt habe, dass Masse den Rechtsstaat schlägt. Zweitens Überregulierung, wo der Staat im Kleinen als übergriffig empfunden wird und im Großen als machtlos. Und drittens das, was er postmoderne Wertevernichtung nennt.

Dazu zwei Sätze, die von einem ehemaligen ÖVP-Minister bemerkenswert sind. Die klassisch Konservativen hätten ideologisch die besseren Antworten, aber ihnen traue niemand mehr die Erneuerung zu. Und auch die Rechten könnten dieses Problem nicht lösen, sie hätten nur den Vorteil, nicht verantwortlich gemacht werden zu können.

Und schließlich die künstliche Intelligenz. Blümel sagt, Europa sei abgehängt, endgültig, und nennt einen Punkt, den ich so noch nicht gehört hatte: dass jene, die in Brüssel regulieren, die neuesten Modelle beruflich gar nicht verwenden dürfen. Zum ersten Mal in der Technikgeschichte habe unser Kontinent keinen Zugang zur modernsten Technologie des Planeten.

Hört rein.

Euer Niko

00:00:00 Von der Philosophie über Politik zur KI

00:05:44 Gehört Commander Data sich selbst?

00:09:01 Müssen wir Maschinen Menschenrechte zugestehen?

00:13:36 Nach unseren eigenen Definitionen

00:17:59 Da ist Europa abgehängt, fertig

00:22:05 Die institutionelle Sklerose

00:26:21 Die große Welle über die westlichen Demokratien

00:28:29 Masse schlägt Rechtsstaat

00:29:47 Die postmoderne Wertevernichtung
21 Minuten
Liebe Freundinnen und Freunde,

diesmal gibt es einen Schlagabtausch: Felix vom Land gegen mich aus der Stadt. Es beginnt bei Klimaanlagen, Gärten und der Frage, ob die Straßenbahn wirklich "zum Vergessen" ist, und landet schnell bei der eigentlich spannenden Frage: Warum wählt die Stadt links und das Land schwarz?

Wir reden über Gemeinden, in denen jeder einzelne Einwohner die ÖVP gewählt hat, über die Eigentumsquote als politischen Faktor, über Vereinsstrukturen vom Bauernbund bis zu den Roten Falken und darüber, warum die SPÖ Wien seit über hundert Jahren nicht aus der Stadt zu bekommen ist und die ÖVP nicht aus den Gemeinden.

Am Ende bleibt die Frage: Ist das System oder einfach ein Wettbewerb der besten Ideen?

Und eine Frage an euch: Welche Gemeinde hat das beste Zeltfest, den besten Feuerwehrball oder das beste Blasmusik-Event? Schreibt uns!

Hör rein.

Euer Niko

Kapitel

00:00 "Ich bin vom Land. Du bist aus der Stadt"

01:58 "Bei vierzig Grad halte ich es in der Stadt nicht aus"

03:32 "Alles, was überirdisch fahrt, ist zum Vergessen"

05:02 "Dann kommen sie als Grüne wieder zu uns"

07:57 "Fünfundfünfzig Prozent Eigentumsquote"

10:19 "Am Land kennt jeder jeden"

12:50 "In der Stadt gibt es keinen relevanten Bauernbund"

15:13 "Die SPÖ Wien hat das über hundert Jahre aufgebaut"

20:08 "Ein Wettbewerb der besten Ideen"
22 Minuten
Liebe Freunde,

„Danke Donald Trump für diesen Weckruf." Mit diesem Satz hat mich Andreas Wagner in dieser Folge überrascht. Der Geschäftsführer von SAP Österreich meint erst der Blick nach Washington hat Europa aufgeweckt. 75 Prozent der weltweiten KI-Rechenleistung stehen heute in den USA, 20 Prozent in China. Für den Rest der Welt bleibt fast nichts.

Wir reden darüber, was digitale Souveränität wirklich bedeutet und was sie kostet. Warum ein Rechenzentrum in Österreich allein noch keine Souveränität bringt. Wie viele Kunden tatsächlich bereit sind, für Datensicherheit mehr zu zahlen. Und warum Andreas überzeugt ist: Wer versucht, alles zu schützen, der schützt gar nichts.

Beim Thema KI wird er konkret. SAP will das autonome Unternehmen bauen, in dem Agenten ganze Prozesse übernehmen und der Mensch entscheidet. Was heißt das für Jobs? Andreas sagt offen: Gewisse Standard-Jobs werden wegfallen. Und zur Regulierung hat er eine klare Forderung mitgebracht.

Ein Gespräch über Abhängigkeit und Aufbruch, über Tempo statt Perfektion und darüber, warum Österreich trotz allem eine echte Chance hat.

Hört rein, folgt dem Podcast und schreibt mir, wie ihr das seht: Hat uns Trump wirklich einen Gefallen getan?

Euer Niko

Kapitel

00:00:00 „Ungeschminkt und ungekürzt"

00:01:06 „Danke Donald Trump für diesen Weckruf"

00:03:49 „Wer versucht, alles zu schützen, der schützt gar nichts"

00:05:21 „80 Prozent unserer Kunden sind im Mittelstand"

00:07:29 „Ein Drittel entscheidet sich dafür"

00:08:07 „Der Mensch bleibt in der Entscheidung"

00:11:37 „Gewisse Standard-Jobs werden wegfallen"

00:13:55 „The future belongs to the curious"

00:14:59 „Den AI Act kurzfristig aussetzen"

00:18:40 „Wir brauchen die KI"

00:20:23 „Wir müssen schneller werden und mutiger sein"
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Über diesen Podcast

Österreich ist klein. Die Kreise, die Entscheidungen treffen, sind noch kleiner. "So sind wir - zwischen Bognergasse und Ballhausplatz" ist der Podcast über Politik, Wirtschaft und Macht in Österreich. Jede Woche eine neue Folge: In einer Woche spricht Niko Hutter mit Unternehmern, Ökonomen, Journalisten und politischen Insidern. In der nächsten analysieren Niko und Felix ein aktuelles Thema und ordnen die Hintergründe ein. Direkt, unabhängig und mit Einblicken hinter die Kulissen.
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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