Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche
  1. Startseite
  2. Podcasts
  3. So sind wir: zwischen Bognergasse und Ballhausplatz Podcast

Episoden

39 Minuten
Liebe Hörerinnen und Hörer,

diesmal bin ich nicht im ersten Bezirk, sondern im Büro von Conda. Dort habe ich mit Michael Maier von iteratec gesprochen. Er beschäftigt sich seit rund fünfzehn Jahren mit Transformation und Innovation und ist bei iteratec für Österreich und für das Thema Human Agent Collaboration verantwortlich.

Ich wollte von ihm wissen, was KI in Unternehmen wirklich verändert. Es geht weniger um die Technik als um die Frage, wie Menschen, Organisationen und Abhängigkeiten damit umgehen.

Drei Punkte sind mir besonders geblieben. Erstens beschreibt Michael, wie sich das Berufsbild von Entwicklern verschiebt: weg vom Code schreiben, hin zu Architektur, Entscheidungen und kritischem Prüfen. Zweitens erzählt er ein Beispiel aus dem eigenen Haus, einen KI-Agenten im Finance-Team, der gemeinsam mit den Kolleginnen gebaut wurde und heute die Ausgangsrechnungen schreibt. Drittens sprechen wir über digitale Souveränität. Ich habe ihn gefragt, was passiert, wenn ein US-Konzern einem europäischen Unternehmen den Zugang abdreht. Seine Antwort ist erfrischend nüchtern: Es geht nicht um Autarkie, sondern darum, Handlungsspielraum zu behalten.

Dazu kommt die unbequeme Frage nach den Jobs. Er erklärt, wie Unternehmen damit umgehen können. Er zeigt sehr gut auf, was Unternehmen in Österreich und Europa morgen konkret anders machen können.

Kapitel

00:00:00 Intro und Begrüßung bei Conda

00:00:37 Vom Grazer Wahlwiener zum Transformationsberater

00:04:08 Warum der klassische Tech-Job gerade bröckelt

00:07:58 Human Agent Collaboration: So arbeiten Mensch und KI zusammen

00:09:51 KI-native Unternehmen und die Wette auf das Ein-Mann-Unicorn

00:11:50 Praxisbeispiel: Der KI-Agent im Finance-Team

00:14:28 Angst um den Job: Wie Unternehmen mit Widerstand umgehen

00:18:36 Welche Branchen bei KI vorne liegen

00:24:34 Digitale Souveränität: Was der US Cloud Act für Europa bedeutet

00:32:38 Rahmenbedingungen und erste Schritte für Unternehmen
37 Minuten
Liebe Hörerinnen und Hörer,

diese Folge beginnt vor Felix’ Haustür. Groß-Enzersdorf kommt normalerweise nur dann in die Zeitung, wenn etwas schiefgeht, und diesmal geht es um das Ardo-Werk, aus dem ein großer Teil des Tiefkühlgemüses im Supermarkt stammt.

Der belgische Eigentümer will schließen, hat ein Rettungspaket von Bund und Land abgelehnt und will das Gelände offenbar auch nicht an einen möglichen Konkurrenten verkaufen. Künftig kommt das Gemüse aus Belgien, und Hunderte Bauern im Marchfeld, die ihre Produktion genau auf dieses Werk ausgerichtet haben, bleiben zurück.

Was dieser Fall über den Wirtschaftsstandort Österreich sagt?

Hier zieht kein Betrieb in ein Billiglohnland, sondern ein Unternehmen verlagert die Produktion in ein hochentwickeltes EU-Land und beliefert uns künftig von dort. Wir spielen durch, was passiert, wenn sich mittelständische Betriebe und Hidden Champions dieselbe Frage stellen.

Danach schwenken wir auf das Gesundheitssystem. Wir schauen auf den Herbst der Ergebnisse, auf Unibudgets und Arztstellen, auf Kassenplätze und den (Fach-)Ärztemangel. Dabei zeigt sich, wie direkt beides zusammenhängt, denn die Betriebe finanzieren mit ihren Steuern und Löhnen das System, das wir am Ende brauchen.

Ich bin gespannt, wie ihr das seht, und freue mich auf eure Kommentare.

Euer Niko

Kapitel:

00:00:00 Intro

00:01:29 Groß-Enzersdorf und die Geschichte des Werks

00:05:16 Warum Ardo schließt und was an 500 Betrieben hängt

00:06:28 Petition, Rettungspaket und das Nein von Ardo

00:12:50 Wifo gegen Subventionen

00:14:55 Vom Marchfeld nach Belgien: Warnsignal für den Standort

00:22:03 Deindustrialisierung

00:25:10 Herbst der Ergebnisse: Paketsteuer, Insolvenzfonds, Unibudget

00:30:36 Ärztemangel, Kassenplätze und wer das System finanziert

00:34:45 Zeiler gegen Marterbauer: Kuh füttern oder melken wichtiger?
49 Minuten
Liebe Hörerinnen und Hörer,

nach der Sommerpause hat Bundeskanzler Christian Stocker den Herbst der Ergebnisse ausgerufen. Wenige Wochen später steckt die SPÖ in einer Führungskrise, und von den angekündigten Ergebnissen ist bisher wenig zu sehen. Ich wollte wissen, was davon noch realistisch ist, und habe dafür Michael Hammerl vom Kurier eingeladen. Er beobachtet die Regierung mit Schwerpunkt auf Budget und Finanzen und kennt die Zahlen ebenso wie die Menschen, die sie verhandeln.

Wie viel Spielraum hat diese Koalition überhaupt noch? Michael geht die offenen Baustellen durch, von der Wehrdienstreform über die Bundesstaatsanwaltschaft bis zur Sozialhilfe, und sortiert, was bis Jahresende kommen muss und worauf eigentlich niemand wartet.

Drei Punkte sind mir besonders hängen geblieben. Erstens die Paketabgabe: ÖVP und Neos rücken öffentlich von einer Maßnahme ab, die sie selbst mitbeschlossen haben, und Michael hat eine These, warum das ausgerechnet jetzt passiert.

Zweitens die Machtfrage in der SPÖ: Wer verhandelt nach dem angekündigten Rückzug von Andreas Babler, welche Rolle spielen Wien und die Gewerkschaft, und was ändert sich, wenn Markus Marterbauer Vizekanzler wird?

Drittens die kommenden Landtagswahlen: In Oberösterreich zeichnet sich ein Zweikampf zwischen ÖVP und FPÖ ab, und wir reden darüber, ob die Brandmauer zur FPÖ in der SPÖ überall gleich hoch ist.

Michaels Bilanz fällt nüchtern aus. Mit einer einzelnen Reform kommt diese Regierung nicht aus dem Umfragetief. Helfen würden besseres kommunikatives Handwerk und eine Wirtschaftslage, die sich endlich beruhigt.

Wir haben an diesem Nachmittag ordentlich Kaffeesud gelesen. Genau das mag ich an solchen Gesprächen: offen spekulieren, aber mit jemandem, der weiß, wovon er spricht.

Euer Niko

Kapitel

00:00:00 Intro und der versprochene Herbst der Ergebnisse

00:00:51 Wehrdienst, Bundesstaatsanwaltschaft, Sozialhilfe, die offenen Baustellen

00:04:18 Wer in der SPÖ nach Babler das Sagen hat

00:07:10 Paketabgabe und Spritpreisbremse, warum sich die Koalition selbst widerspricht

00:11:53 Was die Regierung bis Jahresende noch liefern muss

00:17:17 Wien, Gewerkschaft und Länder, wo in der SPÖ die Macht liegt

00:24:06 Welche Regierungsmitglieder der SPÖ wackeln

00:29:09 FPÖ und Grüne im Umfragehoch, warum die Opposition nur abwarten muss

00:33:02 Budget, Krisen, Kommunikation, kann die Regierung die Stimmung noch drehen

00:39:11 Landtagswahlen und Brandmauer, müssen die Landeshauptleute zittern
22 Minuten
Liebe Hörerinnen und Hörer,

eine weitere Folge mit Video, ich teste aktuell ein paar Setups durch. Freue mich über Feedback dazu.

An Stoff hat es uns nicht gemangelt. Die SPÖ hat ihre Führung neu sortiert: Andreas Babler bleibt vorerst Vorsitzender, an seine Seite treten Philip Kucher und Eva-Maria Holzleitner als geschäftsführende Parteichefs, und Markus Marterbauer soll Anfang 2027 Vizekanzler werden. Eine Partei mit drei Köpfen und keinem echtem Chef (oder Chefin).

Was es für eine Regierung bedeutet, wenn ein Partner im Umbau steckt und niemand genau weiß, wer verhandelt und wer entscheidet? Das haben wir uns im Details angesehen. Drei Dinge sind aufgefallen:

Erstens auf den APA/OGM-Vertrauensindex, in dem Marterbauer seit Monaten zu den Politikern mit den besten Werten zählt, und darauf, was das über das Verhältnis der Österreicherinnen und Österreicher zum Sparen und zum Kapitalmarkt sagt. Da waren Felix und ich nicht ganz einer Meinung.

Zweitens auf die NEOS, deren Parteichefin die gerade erst eingeführte Paketsteuer schon wieder in Frage stellt, und auf unsere These, wer von solchen Rückziehern am Ende profitiert.

Drittens auf eine Umfrage, in der die Grünen vor der SPÖ liegen, und darauf, warum der Parteiapparat dabei eine größere Rolle spielt, als man denkt.

Zum Schluss wagen wir einen Ausblick auf den Herbst: Hilft eine sich erholende Weltwirtschaft der Regierung, oder nimmt sie ihr den letzten Reformdruck?

Euer Niko

Kapitel:

00:00:00 Cold Open und Intro

00:01:19 Bablers Rückzug auf Raten: Das neue SPÖ-Führungstrio

00:04:10 Parteitag im Frühling: Wer übernimmt die SPÖ?

00:05:16 Vertrauensindex: Warum der Finanzminister punktet

00:06:12 Sparen als Volkssport und die Angst vor dem Kapitalmarkt

00:10:59 NEOS in Linz: Kehrtwende bei der Paketsteuer

00:12:51 Koalition ohne Ansprechpartner: ÖVP, NEOS und die SPÖ

00:15:18 Babler, der Koalitionspoker und wem er nützt

00:17:04 Umfragen: Warum die Grünen an der SPÖ vorbeiziehen

00:20:02 Ausblick: Weltwirtschaft, Reformdruck und GTA 6
48 Minuten
Liebe Hörerinnen und Hörer,

mein heutiger Gast ist Nikolaus Hutter. Also Buchstabe für Buchstabe der gleich Name wie ich. Kennengelernt haben wir uns über eine Verwechslung auf LinkedIn, vor ungefähr drei Jahren. Seitdem wollte ich wissen, was dieser andere Nikolaus Hutter eigentlich den ganzen Tag macht.

Die kurze Antwort: Venture-Investor in Wien. Die lange: Er hilft mit Relevant Ventures Unternehmen dort auf, wo Kapital normalerweise nicht hinkommt. Mehr als die Hälfte seines Teams sitzt in Uganda.

Bei dem was in antreibt orientiert er sich an Peter Thiel: Was weißt du, das sonst niemand glaubt? Seine Antwort lautet, dass wirtschaftlicher Wert künftig dort entsteht, wo die dringendsten Probleme gelöst werden. Und dass das ein Geschäft ist, kein Idealismus.

Er macht das an zwei Beispielen fest: Erstens: Solaranlagen auf Schuldächern in Uganda: Ins Netz einspeisen darf man dort nicht, also verkauft man nicht Strom, sondern Brot aus einer Bäckerei, die mit diesem Strom läuft. Nicht die üblichen Fonds, sondern Stiftungen, Unternehmerfamilien und in Uganda ausgerechnet die Banken der Kirchen.

Und zweitens Display Europe, eine Medienkooperative mit über siebzig Mitgliedern in ganz Europa, vom Umweltjournalismus im Baltikum bis zu kleinen Community-Radios. Was sie für die entwickeln, da wusste ich während der Aufnahme selbst nicht, ob ich sie großartig oder bedenklich finden soll: In New York gibt es ein Medienunternehmen namens Hunterbrook, das ein Investigativportal mit einem Hedgefonds verbindet: Man recherchiert, wo ein Konzern etwas zu verbergen hat, setzt vor der Veröffentlichung auf den fallenden Kurs und finanziert mit dem Gewinn auch die Redaktion. Er rechnet vor, dass ein einziger solcher Trade mehr Geld für Medien mobilisieren könnte als die gesamte EU-Medienförderung eines Jahres. Ob das in Europa rechtlich und publizistisch geht, ist offen. Interessant ist es jedenfalls.

Was ich mitgenommen habe: Ich habe selten jemanden getroffen, der so nüchtern über Dinge spricht, die auf den ersten Blick nach Weltverbesserung klingen.

Euer Niko

Kapitel:

00:00:00 Intro und zwei Mal Nikolaus Hutter

00:01:07 Purpose Venture Capital: was Relevant Ventures macht

00:04:50 Vom LSE-Absolventen ohne Job zum Venture-Investor

00:15:16 Dekarbonisierung als Exportschlager nach Osteuropa

00:19:38 Solaranlagen auf Schuldaechern in Uganda

00:26:56 Wer so etwas finanziert: Stiftungen, Familien, Kirchenbanken

00:31:03 Display Europe: was siebzig Medien gemeinsam billiger koennen

00:35:10 Investigativportal plus Hedgefonds: das Modell Hunterbrook

00:38:29 Die vier D: Dekarbonisierung, Devolution, Displacement, Diskriminierung

00:45:33 Die Purpose Revolution als groesste Investmentchance
In Podcasts werben
Schalte jetzt Werbung in Podcasts.

Über diesen Podcast

Österreich ist klein. Die Kreise, die Entscheidungen treffen, sind noch kleiner. "So sind wir - zwischen Bognergasse und Ballhausplatz" ist der Podcast über Politik, Wirtschaft und Macht in Österreich. Jede Woche eine neue Folge: In einer Woche spricht Niko Hutter mit Unternehmern, Ökonomen, Journalisten und politischen Insidern. In der nächsten analysieren Niko und Felix ein aktuelles Thema und ordnen die Hintergründe ein. Direkt, unabhängig und mit Einblicken hinter die Kulissen.
Podcast melden

„So sind wir: zwischen Bognergasse und Ballhausplatz“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

Abonnenten

Teilen

Mein Archiv

Deine Privatkopie der Folgen, die du nicht verlieren willst.

Podcast-Folgen verschwinden. Feeds werden auf die letzten Episoden gekürzt, Hoster räumen alte Dateien ab, Formate wechseln den Anbieter und lassen ihr Archiv zurück. Mit „Mein Archiv“ sichert podcast.de die Folgen deiner Podcasts für dich — angefangen bei den ältesten, denn die sind zuerst weg.

  • Deine gesicherten Folgen bleiben hörbar, auch wenn das Original offline geht.
  • Auch Folgen, die im heutigen Feed gar nicht mehr stehen — podcast.de kennt sie noch.
  • Herunterladen bleibt möglich, solange die Folge beim Podcaster liegt. Der zählt seine Abrufe wie bisher.
Startet bald

Sei beim Start von Mein Archiv dabei

Mein Archiv ist fast fertig. Trag dich ein, dann bekommst du eine E-Mail, sobald es losgeht – und bist von Anfang an dabei. Wir schreiben dir nur zum Start, keine Werbung, keine Weitergabe deiner Daten.

Du bekommst zuerst eine Bestätigungsmail. Abmelden geht jederzeit. Datenschutz