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Episoden

58 Minuten
In der Schweiz sollte für jede Einwohnerin und jeden Einwohner ein Platz im Schutzraum bereitstehen. Wie kam es zu diesem riesigen Bauprojekt unter der Erde?

In dieser Zeitreise «dr Schutzruum» erzählen wir, wie die Angst vor dem Atomkrieg den Ausbau der Bunker vorantrieb. Wir schauen uns an, wie die Räume funktionieren sollten und welche Vorstellungen von Familie, Ordnung und Sicherheit in ihnen steckten.

Nach dem Kalten Krieg wurden viele Schutzräume anders genutzt: als Probelokale, Lager oder Weinkeller, aber auch als Unterkünfte für Geflüchtete. Und heute wächst das Interesse an Bunkern und privater Krisenvorsorge erneut massiv an.

Was erzählt der Luftschutzkeller über die Schweiz? Wen sollte er schützen, wer nutzt ihn heute – und wie viel Sicherheit kann oder konnte er jemals bieten?

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1 Stunde 1 Minute
Wie wurde Rauchen zum Symbol der Freiheit, obwohl es abhängig macht? In dieser Folge erzählen wir die wechselvolle Geschichte des Tabaks: von seinen rituellen Verwendungen in indigenen Gesellschaften Amerikas über koloniale Ausbeutung bis zum weltweiten Milliardengeschäft.

Tabak galt als Heilmittel und als Teufelswerk. Später stand die Zigarette für Abenteuer, Rebellion und weibliche Unabhängigkeit. Die Tabakindustrie verkaufte dabei immer auch ein Lebensgefühl – mit Cowboys, Filmstars und dem Versprechen, durch Rauchen jemand zu sein.

Doch was geschah, als die gesundheitlichen Folgen immer deutlicher wurden? Wir sprechen darüber, wie die Industrie gezielt Zweifel an wissenschaftlichen Erkenntnissen säte und warum es so lange dauerte, bis die Politik handelte. Und wir zeigen, wie das Passivrauchen die Debatte veränderte: Nun ging es auch um die Freiheit jener, die den Rauch anderer einatmen mussten.

Eine Geschichte über Verführung, Macht und die Frage, wie aus dem Wunsch nach Freiheit ein Geschäft mit der Abhängigkeit wurde.

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Hier gehts zum Film „Der Duft der grossen weiten Welt“ im SRF Archiv.
1 Stunde 11 Minuten
Der Fall der Mauer gilt als Moment der Freiheit, die deutsche Wiedervereinigung als historische Erfolgsgeschichte. Doch was geschah nach den jubelnden Bildern vom November 1989?

In dieser Folge blicken wir auf die tiefgreifende Transformation Ostdeutschlands: auf die schnelle politische Einheit, die Arbeit der Treuhand, den Verlust von Millionen Arbeitsplätzen, den Austausch gesellschaftlicher Eliten und Erfahrungen von Abwertung und fehlender Mitgestaltung. Wir fragen, wie diese Umbrüche bis heute nachwirken – und welche Rolle sie beim Erstarken der extremen Rechten spielen.

Dabei geht es auch um Rassismus in der DDR, rechtsextreme Netzwerke in Ost und West, die Gewalt der 1990er-Jahre und stereotype Erzählungen über «den Osten». Denn wirtschaftlicher Abstieg, biografische Brüche und mangelnde Anerkennung können politische Frustration verstärken. Sie erklären aber nicht automatisch, warum Menschen rechtsextreme Angebote unterstützen.

Eine Folge über Einheit und Ungleichheit, Erklärung und Verantwortung – und darüber, warum die Geschichte nach 1990 keine einfachen Antworten liefert.

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Hier geht's zum Kurzfilm „Deine Strasse“ oder „Your Street“ von Güzin Kar.
54 Minuten
Die Neutralität gilt als eine der ältesten und wichtigsten Traditionen der Schweiz. Doch war das Land tatsächlich schon immer neutral? Und hat die Neutralität die Schweiz wirklich vor Kriegen bewahrt?

Wir nehmen die Geschichte dieses nationalen Glaubenssatzes genauer unter die Lupe und erzählen, weshalb sich die kriegerische Eidgenossenschaft allmählich aus den europäischen Konflikten zurückzog, wie die Neutralität im 20. Jahrhundert zum identitätsstiftenden Mythos wurde und warum sie immer wieder neu ausgelegt werden musste. Dabei geht es auch um ihre weniger ruhmreichen Seiten: um Geschäfte mit kriegführenden Staaten, koloniale Verflechtungen und die sogenannte Neutralitätsdividende.

Der Vergleich mit Belgien zeigt zudem, dass Neutralität allein keinen Schutz vor Krieg garantiert. Und so stellt sich bis heute die entscheidende Frage: Ist sie Friedenspolitik, Überlebensstrategie oder vor allem ein flexibles Instrument schweizerischer Interessen?

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Wer noch mehr hören möchte zur Geschichte der Schweizer Neutralität, insbesondere zur Zeit vor dem 20. Jahrhundert, unbedingt in die Folge von «Überall Geschichte» reinhören!

 

 
54 Minuten
Die Weltkarte bildet nicht einfach Raum ab, sondern verleiht ihm Bedeutung. Die berühmte Mercator-Projektion, die wir seit der Schule kennen, prägt seit Jahrhunderten, wie Menschen die Erde sehen. Ursprünglich für die Navigation auf See entwickelt, verzerrt sie jedoch die Grössenverhältnisse massiv: Grönland wirkt zum Beispiel beinahe so gross wie Afrika – obwohl Afrika rund 14-mal grösser ist. Und Europa, Russland und Nordamerika erhalten dadurch visuell mehr Gewicht.

Eine von Togo und der Afrikanischen Union angestossene UNO-Resolution fordert nun, flächentreue Alternativen wie Equal Earth stärker zu nutzen. 164 Staaten stimmten dafür. Die Debatte führt weit über die Frage nach der passenden Projektion hinaus.

Warum liegt Europa häufig im Zentrum? Wie wurden Karten zu Werkzeugen kolonialer Expansion und territorialer Kontrolle? Was verraten Grenzen, Namen und weisse Flecken darüber, wessen Wissen sichtbar gemacht wurde – und wessen nicht?

Die Spur führt von Mercator und dem Nullmeridian von Greenwich über die koloniale Vermessung Afrikas bis zu Google Maps, OpenStreetMap und dekolonialen Gegenentwürfen.

Denn Karten sind unverzichtbar, aber niemals neutral. Sie bilden die Welt nicht einfach ab: Sie wählen aus, ordnen, vergrössern und verschweigen – und prägen damit, was wir für selbstverständlich halten.

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Hier geht es zur "Colonial Frontier Massacres Map":

https://c21ch.newcastle.edu.au/colonialmassacres/map.php

Oder schaut auch gerne mal in die spannenden Projekte des “Decolonial Atlas” rein:

https://decolonialatlas.wordpress.com
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Über diesen Podcast

Geschichte, die vermeintlich jenseits des Spektakulären liegt. Drei Historikerinnen reisen durchs 20. Jahrhundert und blicken insbesondere auf Unerzähltes und  Stimmen, die sonst oft überhört werden. Gerade in diesen Geschichten steckt das Potenzial, unser Verständnis der Gegenwart zu verändern und neue Sichtweisen zu eröffnen. 
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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