Zeitreise. Der Podcast

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d'Stolpersteine: Erinnern an NS-Opfer und Schweizer Verantwortung
19.08.2026
54 Minuten
Was darf nicht vergessen gehen?


Stolpersteine bringen die Erinnerung an Menschen, die vom NS-Regime verfolgt und ermordet wurden, mitten in den Alltag zurück – an jene Orte, an denen sie einst lebten. Seit einigen Jahren werden solche Steine auch in der Schweiz verlegt.


In dieser Folge erzählen wir die Geschichten von Menschen aus der Schweiz und von Menschen, deren Schicksal eng mit ihr verbunden war. Dabei geht es auch um die Verantwortung Schweizer Behörden: Schutzsuchende wurden an der Grenze abgewiesen, Menschen ausgeschafft oder ihnen wurde die Rückkehr verweigert. Eine Heirat, Armut, eine Behinderung, Homosexualität oder der falsche Pass konnten dazu führen, dass sie ihren Schutz verloren und dem NS-Regime ausgeliefert wurden.


Wir ordnen diese Schicksale in die Schweizer Erinnerungskultur ein, blicken auf die Debatten um den Bergier-Bericht und zeigen, was Stolpersteine leisten können: Sie geben den Opfern ihre Namen zurück und machen historische Verantwortung im öffentlichen Raum sichtbar.


Hinweis: Diese Folge thematisiert nationalsozialistische Verfolgung und Ermordung, Antisemitismus, Diskriminierung, Suizidversuche, Zwangssterilisation und staatliche Gewalt.


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d'Mieti: Grundbedürfnis und Geschäft
12.08.2026
54 Minuten
Über 60 Prozent der Menschen in der Schweiz wohnen zur Miete. Monat für Monat fliesst ein beträchtlicher Teil unseres Einkommens in die Wohnung – doch wie wurde das Wohnen überhaupt zur Ware?


Unsere Zeitreise beginnt mit der Industrialisierung, als Tausende Menschen in die Städte zogen und bezahlbarer Wohnraum fehlte. Familien lebten in dunklen, überfüllten Wohnungen, private Betten wurden stundenweise an sogenannte Schlafgänger vermietet und selbst dieser prekäre Wohnraum war teilweise erstaunlich teuer.


Wir fragen, wie die prekäre Wohnsituation zum politischen Konflikt wurde und welche Antworten darauf entstanden: staatliche Mietpreiskontrollen, kommunaler Wohnungsbau, Arbeitersiedlungen und Genossenschaften. Dabei besuchen wir auch eine Schweizer Siedlung mit eigener Währung und verfolgen die Entwicklung weiter bis zu Hausbesetzungen, Wohngemeinschaften und dem heutigen Mietrecht.


Warum waren ausgerechnet die schlechtesten Wohnungen teilweise am teuersten? Weshalb müssen Mietende eine Senkung bis heute selbst einfordern? Und was verrät die Geschichte der Miete über Macht, Abhängigkeit und unser Verständnis von Wohnen?


Eine Folge über Wohnungsnot und soziale Utopien, über Mietkämpfe, Marktlogik und die Geschichte unseres grössten monatlichen Fixpostens.


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dr Rave: Wie aus Beats eine Bewegung wurde
05.08.2026
51 Minuten
In dieser Folge von „Zeitreise“ schauen wir auf die Geschichte des Rave – und darauf, warum sie von weit mehr handelt als von Bass, Tanz und langen Nächten. Es geht um leer stehende Industriegebäude, neue Freiräume, gesellschaftliche Ausgrenzung, politische Konflikte und die Frage, wem die Stadt eigentlich gehört.


Unsere Reise beginnt bei Schwarzen und queeren Clubkulturen in Detroit, Chicago und New York. Von dort folgen wir den Spuren des Rave nach Großbritannien und weiter nach Berlin und Zürich. Wie wurde aus einer Subkultur ein weltweites Phänomen? Welche Freiheiten entstanden auf den Dancefloors – und warum rief die neue Bewegung auch Ängste, Widerstand und strengere Regeln hervor?


Eine Folge über Musik, Städte, Gemeinschaft und Gegenkultur.


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ds Aromat: Mehr als nur ein Gewürz
29.07.2026
56 Minuten
Aromat gilt als fast schon selbstverständlicher Teil der Schweizer Alltagsküche. Was heute nach Kindheit, Kantine oder Frühstücksei schmeckt, begann als Antwort der Lebensmittelindustrie auf eine Gesellschaft im Umbau: Kochen sollte schneller, Vorratshaltung einfacher und Hausarbeit effizienter werden. Die Streuwürze führt uns mitten in eine Lebensmittelrevolution. Vorangetrieben wurde sie nicht nur in Fabriken und Küchen, sondern auch durch Inserate, Rezeptbroschüren und Kochvorführungen – dort, wo neue Bedürfnisse, Kochgewohnheiten und Vorstellungen vom modernen Leben geschaffen wurden.


Wir verfolgen die Geschichte des Produkts bis zur Entdeckung von Umami in Japan und fragen, weshalb Glutamat wissenschaftlich als unbedenklich gilt, aber weiterhin misstrauisch betrachtet wird. Eine andere Spur führt zu schwacher Forschung, Medienhypes und antichinesischen Vorurteilen in den USA. Und schliesslich gehen wir auch der Karriere von Aromat in Südafrika nach, wo das gelbe Gewürz ebenfalls zum kulinarischen Alltag gehört – allerdings mit einer eigenen Geschichte und Bedeutung, die viele so wahrscheinlich nicht erwarten würden.


So wird aus einer Streudose eine Folge über Lebensmittelindustrie, Geschmacksforschung und globale Warenwege – und darüber, wie Marketing aus einem Fabrikprodukt ein Stück Heimat machen kann.


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d'Summerferie: Erfindung der Erholung
01.07.2026
1 Stunde 4 Minuten
Sommerferien: Sonne, Baden, Reisen, Erholung. Klingt selbstverständlich – ist es aber nicht.


In dieser Folge zeigen wir, wie Erholung erst erfunden, wissenschaftlich begründet und politisch legitimiert werden musste. Wir sprechen über Arbeitskämpfe und Menschenrechte, über Kurorte und Massentourismus, über Hotelplan, Nationalsozialismus und die DDR – und darüber, weshalb Staaten und Unternehmen ein grosses Interesse daran entwickelten, wie Menschen ihre freie Zeit verbringen.


Eine Folge über die politische Geschichte der Sommerferien – und darüber, warum hinter den schönsten Wochen des Jahres weit mehr steckt als Sonne, Strand und Dolce Vita.


Die erwähnte Quelle "Ferien auf Balkonien" des Schweizer Fernsehens aus dem Jahr 1967 könnt ihr hier nachschauen.


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Über diesen Podcast

Geschichte, die vermeintlich jenseits des Spektakulären liegt. Drei Historikerinnen reisen durchs 20. Jahrhundert und blicken insbesondere auf Unerzähltes und  Stimmen, die sonst oft überhört werden. Gerade in diesen Geschichten steckt das Potenzial, unser Verständnis der Gegenwart zu verändern und neue Sichtweisen zu eröffnen. 
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d'Summerferie: Erfindung der Erholung
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