TalkTalk – Gespräche über Gespräche

TalkTalk – Gespräche über Gespräche

Episoden

#10 mit David Hugendick: Wenn Worte im Mund feststecken
29.01.2026
1 Stunde 2 Minuten
Diesmal spreche ich mit David Hugendick, Journalist bei Die Zeit und Autor von „Jetzt sag doch endlich was. Über das Stottern“. David erzählt von Situationen, in denen das Nennen des eigenen Namens im Café zur Hürde wird, und von bevormundenden Ratschlägen wie „Ganz ruhig“, die ganz und gar nicht helfen. Wir reden darüber, wie sehr stockendes Sprechen Ungeduld, Befangenheit und Ohnmacht auslösen kann, warum flüssige Rede oft überschätzt wird und was ihm half, ein entspannteres Verhältnis zum eigenen Stottern zu entwickeln. Ein Gespräch über Worte, Warten, unfreiwillige Komik und die Ungeduld einer Gesellschaft, die das Wie der Kommunikation oft höher bewertet als das Was. „Jetzt sag doch endlich was“ ist bei Ullstein erschienen: https://www.ullstein.de/werke/jetzt-sag-doch-endlich-was/hardcover/9783550204302 Das von uns im Podcast angesprochene Interview mit dem Fußballer Ken Sema: https://www.youtube.com/watch?v=0UOfczPIDZg Die Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe ist ein gemeinnütziger Verein, der über das Stottern informiert und Menschen berät: https://www.bvss.de/ TalkTalk ist eine Idee und Produktion von Peter Gaide, https://www.linkedin.com/in/petergaide/ Artwork vom famosen Christoph Kienzle, https://rosepistola.de/
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#9 mit Semra Altınışık: Wie spricht man mit einem Menschen, der an Demenz erkrankt ist?
14.12.2025
47 Minuten
In unserem Gespräch beschreibt die Gerontologin von der Alzheimer-Gesellschaft München, wie sich bei Menschen mit Demenz die Wahrnehmung verändert, während ihre Gefühlswelt oft erstaunlich intakt bleibt. „Das Herz wird nicht dement“ – ein Satz, der gut erklärt, warum Verständigung besser gelingt, wenn man diese andere Wirklichkeit versucht zu akzeptieren. Widerspruch hilft selten weiter. Sinnvoller ist es, das Gefühl hinter einer Aussage zu erspüren, statt am vordergründigen Wortlaut festzuhalten. Sätze wie „Du besuchst mich nie“ benennen meist keine Tatsache, sondern drücken ein Bedürfnis aus, zum Beispiel das nach Nähe. Genau deshalb ist es so wichtig, nicht defizitorientiert zu kommunizieren, sondern ruhig, klar und zugewandt. Auch wenn das im Alltag oft viel leichter gesagt als getan ist. Weitere Infos zum Thema: Niemand konnte Validation besser erklären als die Gerontologin Naomi Feil selbst: https://www.youtube.com/watch?v=ESqfW_kyZq8 Zwei empfehlenswerte Bücher: "Das Herz wird nicht dement" von Udo Baer und Gabi Schotte-Lange, Beltz, 2019. "Alzheimer und andere Demenzen" von Sabine Engel, Trias, 2020. DER deutschsprachige Podcast zum Thema Demenz von Christine Schön: https://open.spotify.com/show/0sx9A6opH0psSrE7cS0bXA?si=b22aaceec94b4849 Erster Teil von Eckart von Hirschhausens zweiteiliger ARD-Doku zum Thema Demenz: https://www.ardmediathek.de/serie/hirschhausen-und-das-grosse-vergessen/staffel-1/Y3JpZDovL3dkci5kZS9oaXJzY2hoYXVzZW51bmRkYXNncm9zc2V2ZXJnZXNzZW4/1 Webseite der Alzheimer-Gesellschaft mit vielen Infos und Verweisen: https://www.deutsche-alzheimer.de/ Idee & Produktion: Peter Gaide, https://www.linkedin.com/in/petergaide/ Artwork: Christoph Kienzle, https://rosepistola.de/
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#8 mit Heiner Brunner: Was es bedeutet, in Katastrophen Halt zu geben
26.10.2025
49 Minuten
Heiner Brunner leitet das Kriseninterventionsteam des Deutschen Alpenvereins. Es wird gerufen, wenn am Berg Schlimmes passiert: jemand stürzt ab oder wird von einer Lawine verschüttet, ein Seilbahnunglück, Menschen werden vermisst, ein Kind ist schwer verletzt. Dann stehen er und seine Kolleginnen und Kollegen Betroffenen und Augenzeugen bei. Oder sie überbringen Angehörigen die Nachricht, dass jemand vermisst wird. Wir sprechen darüber, wie man Menschen in Ausnahmesituationen Stabilität gibt. Wie man mit akuten Belastungen, Sprachlosigkeit und Verzweiflung umgeht, Angehörige begleitet, die plötzlich mit Unfassbarem konfrontiert sind, und warum Kinder Katastrophen oft ganz anders erleben als Erwachsene. Auch die emotionale Wucht solcher Einsätze, die Fürsorge im Team und die Frage, wie Helfende selbst Halt finden, kommen zur Sprache. Wer mehr über die Krisenintervention erfahren möchte: Hier haben Heiner Brunner und sein Co-Autor Stefan Winter Informationen für Betroffene und Angehörige nach Berg-Unglücken zusammengestellt: https://www.alpenverein.de/artikel/krisenintervention-im-bergsport_90141b0e-6ff0-46ae-a7c7-fdb9ea2e74d1 Die erwähnte Bergretter-Dokuserie „In höchster Not" in der ARD-Mediathek: https://www.ardmediathek.de/serie/in-hoechster-not-bergretter-im-einsatz/staffel-1/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdFNlcmllcy9GMjAyNFdPMDA0MjM3QTA/1 Last but not least vielen Dank an Andrea Mertes, ohne die ich nie auf Heiner Brunner aufmerksam geworden wäre. :) Konzept & Produktion: Peter Gaide, https://www.linkedin.com/in/petergaide/ Artwork: Christoph Kienzle, https://rosepistola.de/
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#7 mit Ulrich Bensel: Was bleibt nach so vielen Trennungen und Kündigungen?
28.09.2025
48 Minuten
Wie sagt man einem Menschen, dass er seinen Job verliert? Klar, angemessen, aber auch menschlich. Darüber spreche ich mit Ulrich Bensel. Er hat in 25 Jahren Personalwesen rund 1.500 Kündigungs- und Trennungsgespräche geführt und dabei eine Haltung entwickelt, die weit über den Moment hinausgeht. Es geht um Vertrauen, Zuhören und Respekt in schweren beruflichen Situationen. Und auch um ein paar größere Fragen: Was zeigt sich bei Restrukturierungen? Welche Rolle spielt HR im Vorstand? Und warum ist „Ich weiß es nicht“ manchmal die ehrlichste Antwort als Führungskraft? Idee & Produktion: Peter Gaide, https://www.linkedin.com/in/petergaide/ Artwork: Christoph Kienzle, https://rosepistola.de/
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#6 mit Timo Frasch: Warum wir im Interview alles geben sollten, ohne uns aufzublasen
03.08.2025
48 Minuten
Timo Frasch ist politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Bayern. Ich schätze ihn nicht zuletzt wegen seiner Interviews, in denen er hemmungslos neugierig und schlau nachfragt. Außerdem schreibt er richtig gut. Vor kurzem ist sein Buch mit 20 Gesprächen mit Frauen erschienen: darunter Elke Heidenreich, Gloria von Thurn und Taxis, Janine Wissler, Sophia Thomalla – und seine Mutter Theresia Frasch. Wir sprechen über die Kunst des guten Castings, über die richtige Gesprächsvorbereitung, über Vertrauen und Tuchfühlung. Und darüber, dass wir nicht zuviel im Kopf vorsortieren sollten, bevor wir mit jemandem sprechen. Timos Interview-Bücher: https://fazbuch.de/produkt/eigentlich-muessten-mir-die-feministinnen-die-fuesse-kuessen/ https://fazbuch.de/produkt/sie-stellen-mir-fragen-die-ich-mir-die-ich-mir-nie-gestellt-habe-maennergespraeche/ TalkTalk ist eine Produktion von Peter Gaide: https://www.linkedin.com/in/petergaide/ Artwork von Christoph Kienzle, https://rosepistola.de/
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Über diesen Podcast

Was passiert eigentlich in und zwischen uns, wenn wir miteinander sprechen? In TalkTalk erkundet Peter Gaide mit seinen Gästen die oft unsichtbaren Ebenen der menschlichen Begegnung. Es geht um Gespräche, die etwas verändern, und um jene Momente, in denen uns die Worte fehlen. Hier erzählen Menschen von den kleinen und großen Momenten, die davor, dabei und danach passieren, und die oft im Verborgenen bleiben. Vom Reden in Extremsituationen bis zur Stille in der Krise: Ein Podcast über die Kunst und das Scheitern der Kommunikation, über das, was uns beflügelt, blockiert und manchmal sogar rettet.

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