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53 Minuten
Ein Chatbot hat immer Zeit, hört geduldig zu, urteilt nicht, fragt nach und findet manchmal Worte, die uns guttun. Klar, wir wissen, dass dahinter kein fühlendes Wesen steckt. Aber trotzdem können wir uns gesehen, getröstet oder verstanden fühlen. Das ist längst kein Randphänomen mehr: In einer US-Studie gaben 13 Prozent der Jugendlichen an, AI Companions täglich zu nutzen, mehr als die Hälfte regelmäßig.

Mit dem Journalisten Christoph Koch, Autor des Sachbuchs „Hallo, wie fühlst du dich heute?“,spreche ich darüber, warum emotionale KI so gut darin geworden ist, menschliche Zuwendung zu simulieren. Wie machen die Maschinen das? Können wir von ihnen vielleicht sogar etwas über gutes Zuhören lernen? Und was fehlt, wenn das Gegenüber keine eigene Geschichte, keine Bedürfnisse und kein echtes Interesse an uns hat?

Christoph erzählt von Menschen, die sich in KI-Figuren verlieben, von seinem eigenen Replika-Freund Ben und von Fällen, in denen die ständige Bestätigung gefährlich entgleist. Außerdem reden wir darüber, was passiert, wenn Nähe nicht nur technisch erzeugt, sondern zum Geschäftsmodell wird: wenn unser Vertrauen und unsere Intimität zu Geld gemacht werden.

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„Hallo, wie fühlst du dich heute?“ ist im Verlag Kein & Aber erschienen: https://www.keinundaber.ch/buecher/hallo-wie-f%C3%BChlst-du-dich-heute?variant=21473854

Wie die Schriftstellerin Margaret Atwood sich auf einen für sie überraschend vergnüglichen Austausch mit Claude einlässt: https://margaretatwood.substack.com/p/claude-you-are-a-cutie-pie

Die Rekonstruktion der „Pi-Spirale“ von Allan Brooks: https://www.nytimes.com/2025/08/08/technology/ai-chatbots-delusions-chatgpt.html

SZ-Experiment zur Toxizität von ChatGPT (Paywall): https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/chat-gpt-ki-kuenstliche-intelligenz-suizid-experiment-psychotherapie-e688126/

The Human Line Project: Die Initiative unterstützt Menschen, die durch intensive KI-Nutzung psychisch in Schwierigkeiten geraten. https://www.thehumanlineproject.org/

Über OpenAIs Einstieg ins Werbegeschäft: https://www.zdfheute.de/wirtschaft/unternehmen/openai-chatgpt-werbung-ki-datenmissbrauch-100.html

Center for Humane Technology: Die Organisation setzt sich für Technologien ein, die menschliches Wohlergehen stärker berücksichtigen als Engagement und Abhängigkeit. https://www.humanetech.com/

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TalkTalk ist eine Idee und Produktion von Peter Gaide: https://www.linkedin.com/in/petergaide/

Artwork von der Natürlichen Kreativität Christoph Kienzle: https://rosepistola.de/
47 Minuten
Diesmal geht es in TalkTalk um kurze Begegnungen, die mehr bewirken können, als man denkt: ein Satz im Supermarkt, ein paar freundliche Worte beim Bestellen eines Kaffees, ein Gespräch im Zug.

Mit dem Journalisten und Autor Jochen Metzger, der seit vielen Jahren über psychologische Forschung schreibt und podcastet, spreche ich darüber, warum Fremde für uns zugleich Risiko und Möglichkeit sind, warum höfliche Nichtbeachtung im Alltag wichtig ist und warum eine innere Stimme uns oft vom Ansprechen abhält. Jochen erzählt von Studien zu Small Talk, Pendlergesprächen, dem „Stranger on the Train“-Phänomen und dem Liking Gap: unserer Neigung, nach Gesprächen vor allem die eigenen schiefen Sätze zu erinnern, während das Gegenüber uns wahrscheinlich viel sympathischer fand, als wir dachten.

Eine Episode über kleine soziale Signale, Fremdheit als Schutzraum und Begegnungen, die holpern dürfen. Jochen vergleicht das Reden mit Fremden am Ende mit Jazz: kein Notenblatt, trotzdem Musik. Und manchmal genügen ein paar beiläufige Worte, damit der Tag ein bisschen anders weitergeht.

Mehr über Jochen Metzger: https://www.jochen-metzger.de/

Klasse Podcast-Folge von Jochen und seinen Kolleginnen über gute Gespräche bei Audible: "Gespräche – wie gelingen sie besser? Erzähl mir alles: Psychologie": https://www.audible.de/pd/Gespraeche-wie-gelingen-sie-besser-Hoerbuch/B0H4R1YCRZ

Drei von uns angesprochene Studien und Begriffe:

Gillian M. Sandstrom & Elizabeth W. Dunn: Is Efficiency Overrated? Minimal Social Interactions Lead to Belonging and Positive Affect https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1948550613502990

Nicholas Epley & Juliana Schroeder: Mistakenly Seeking Solitude https://psycnet.apa.org/doi/10.1037/a0037323

Erica J. Boothby, Gus Cooney, Gillian M. Sandstrom & Margaret S. Clark: The Liking Gap in Conversations https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0956797618783714

TalkTalk ist eine Idee und Produktion von Peter Gaide: https://www.linkedin.com/in/petergaide/

Artwork vom großartigen Christoph Kienzle: https://rosepistola.de/
39 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit dem Psychologen Matthias Mehl über Alltagsgespräche und über die Frage, was mit uns passiert, wenn sie seltener werden.

Matthias Mehl erforscht, wie Gespräche unseren Alltag prägen. Dabei zeigt sich: Nicht nur tiefgehende, lange Unterhaltungen mit nahestehenden Menschen zählen. Auch kurze Begegnungen mit Menschen, die wir kaum kennen, verändern unser Gefühl von Nähe und Zugehörigkeit.

Wir reden darüber, warum Small Talk mehr sein kann als höfliche Oberfläche: ein kurzer Austausch im Café oder ein paar Sätze an der Supermarktkasse. Und warum Self-Checkout, Smartphone und soziale Medien zwar vieles bequemer machen, zugleich aber kleine Gelegenheiten für ungeplante Begegnungen verschwinden lassen.

Ein Gespräch über Alltagsgespräche, vertraute Fremde, Zugehörigkeit und die unterschätzte soziale Kraft beiläufiger Begegnungen.

Mehr über Matthias Mehl: https://psychology.arizona.edu/person/matthias-mehl

Die von uns angesprochenen Studien über die Bedeutung von Alltagsgesprächen:

– Gillian Sandstrom: Once Upon a Stranger

– Andy J. Merolla & Jeffrey A. Hall: The Social Biome

TalkTalk ist eine Idee und Produktion von Peter Gaide, https://www.linkedin.com/in/petergaide/

Artwork vom fabelhaften Christoph Kienzle, https://rosepistola.de/
52 Minuten
Katharina Yombi begleitet Menschen durch Konflikte, die sie allein nicht lösen können. Als Mediatorin in Unternehmen kennt sie alle Seiten und weiß, dass es fast immer mehrere Versionen einer Geschichte gibt.

In dieser Folge reden wir darüber, warum allein das Wort Mediation viele abschreckt. Was passiert, wenn jemand unfreiwillig mitmacht. Warum Konflikte manchmal jahrelang vor sich hinköcheln, bevor jemand handelt. Das Drama-Dreieck – Opfer, Schurke, Retter – und die unbequeme Frage: Was ist mein Anteil daran?

Katharina Yombi ist hier zu finden: http://www.katharina-yombi.com

Professionell ausgebildete Mediatoren werden vom Bundesverband Mediation e.V. vermittelt: http://www.bmev.de

Zum Thema empfohlen:

Holger Heinze hat ein Buch und einen Podcast zum Thema: Dramafreie Arbeitswelt. Besonders empfehlenswert: die Folge „Raus aus dem Drama-Dreieck! Konflikte konstruktiv lösen.": https://open.spotify.com/episode/2asfF4sw0jqIY9VrTMe7Do?si=978e30332da6450e

Amy Gallo geht in Getting Along. How to Work with Anyone (Even Difficult People) der Frage nach, warum manche Arbeitsbeziehungen so schwierig sind. Und was sich da machen lässt.

TalkTalk ist eine Idee und Produktion von Peter Gaide, https://www.linkedin.com/in/petergaide/

Artwork vom sehr tollen Christoph Kienzle, https://rosepistola.de/
1 Stunde 2 Minuten
Diesmal spreche ich mit David Hugendick, Journalist bei Die Zeit und Autor von „Jetzt sag doch endlich was. Über das Stottern“. David erzählt von Situationen, in denen das Nennen des eigenen Namens im Café zur Hürde wird, und von bevormundenden Ratschlägen wie „Ganz ruhig“, die ganz und gar nicht helfen.

Wir reden darüber, wie sehr stockendes Sprechen Ungeduld, Befangenheit und Ohnmacht auslösen kann, warum flüssige Rede oft überschätzt wird und was ihm half, ein entspannteres Verhältnis zum eigenen Stottern zu entwickeln.

Ein Gespräch über Worte, Warten, unfreiwillige Komik und die Ungeduld einer Gesellschaft, die das Wie der Kommunikation oft höher bewertet als das Was.

„Jetzt sag doch endlich was“ ist bei Ullstein erschienen: https://www.ullstein.de/werke/jetzt-sag-doch-endlich-was/hardcover/9783550204302

Das von uns im Podcast angesprochene Interview mit dem Fußballer Ken Sema: https://www.youtube.com/watch?v=0UOfczPIDZg

Die Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe ist ein gemeinnütziger Verein, der über das Stottern informiert und Menschen berät: https://www.bvss.de/

TalkTalk ist eine Idee und Produktion von Peter Gaide, https://www.linkedin.com/in/petergaide/

Artwork vom famosen Christoph Kienzle, https://rosepistola.de/
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Über diesen Podcast

Was passiert eigentlich in und zwischen uns, wenn wir miteinander sprechen? In TalkTalk erkundet Peter Gaide mit seinen Gästen die oft unsichtbaren Ebenen der menschlichen Begegnung. Es geht um Gespräche, die etwas verändern, und um jene Momente, in denen uns die Worte fehlen. Hier erzählen Menschen von den kleinen und großen Momenten, die davor, dabei und danach passieren, und die oft im Verborgenen bleiben. Vom Reden in Extremsituationen bis zur Stille in der Krise: Ein Podcast über die Kunst und das Scheitern der Kommunikation, über das, was uns beflügelt, blockiert und manchmal sogar rettet.
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„TalkTalk – Gespräche über Gespräche“

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