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Episoden

31 Minuten
Unser Gehirn ist ein großzügiger Leser. Es korrigiert Fehler, bevor wir sie überhaupt sehen. Wer beruflich Fehler findet, muss ihm also misstrauen.

Was macht das mit dem Blick auf Schönheit, wenn man den ganzen Tag nach dem sucht, was nicht stimmt? Und was passiert mit uns, wenn Sprache immer gleicher klingt?

Isabelle Romann ist freie Lektorin und nennt sich die Fehlerfinderin. Sie begleitet Manuskripte meist in drei Durchgängen bis zur Veröffentlichung. Mit mir spricht sie darüber, woran sie die Seele eines Textes erkennt, warum sie nach drei Büchern mit KI-Anteil zwischendurch einen Roman lesen musste und wie es sich im Körper anfühlt, wenn ein Satz endlich stimmt.

Falsch oder eigen: wann ein Fehler ein Stilmittel sein darf

Die Seele eines Textes und warum Lektorat sich einfügen muss

KI-Sprech im Lektorat: gehäufte Satzmuster und was sie mit dem Lesen machen

Wer hat unsere Sprache vereinheitlicht, lange bevor es KI gab?

Goethe, Christiane Vulpius und ihre Sorge um die Rechtschreibung

Kann man schön schreiben lernen?

Und am Ende erzählt Isabelle, warum ein Buch zu schreiben für viele mehr verändert als nur das Regal.

Über Isabelle

Isabelle Romann ist seit 2012 Lektorin für Fach- und Sachbücher und begleitet als Mentorin für Autorinnen vorwiegend Trainerinnen, Coaches und Beraterinnen auf ihrer Reise zum eigenen Expertenbuch. Manuskripte profitieren von ihrem professionellen und zugleich behutsamen Feinschliff, (angehende) Autorinnen finden in ihr eine Textexpertin, Strukturgeberin, Mutmacherin und Sparringspartnerin auf Augenhöhe.

Website und Blog: www.isabelle-romann.de

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/isabelle-romann

Instagram: https://www.instagram.com/lektorisa/

Mehr über Christiane von Goethe: https://de.wikipedia.org/wiki/Christiane_von_Goethe

Zum Weiterhören:

»KI ist nicht schön. Oder doch?« #11: https://ist-das-schoen.de/ki-ist-nicht-schoen-oder-doch-11/

Isabelle hat erlebt, was KI-Sprech mit dem Lesen macht. In #11 geht es um die Frage dahinter: Kann KI überhaupt schön sein?

»Darf ich mein Leben schönschreiben?« #23: https://ist-das-schoen.de/darf-ich-mein-leben-schoenschreiben-23/

Isabelle sagt, ein Buch zu schreiben sei Persönlichkeitsentwicklung. Anja Kuhn weiß, was passiert, wenn das Buch vom eigenen Leben handelt.

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11 Minuten
Ein schöner Gedanke: Über meinen Garten als Vorwurf, das Unkraut als Erleichterung und eine Linie, die nie da bleibt, wo ich sie gezogen habe.

Ich sitze im Eingang vom schönen Haus am Meer und schaue in den Garten. Es hat drei Tage gestürmt, die Schwalben sind am Donnerstag fortgezogen und was ich draußen sehe, ist keine Landschaft. Es ist eine Liste. Der gefällte Lebensbaum, die leeren Fensterbänke, an allen Ecken Arbeit. Und mittendrin ertappe ich mich bei einem Gedanken, der da eigentlich nicht hingehört: Der Rasen wird von anderer Hand gemäht, unregelmäßig. Zum Glück.

Zum Glück? An dieser Stelle müsste doch Ärger stehen. Ärger über das wieder zu hoch gewachsene Gras, den Eindruck von Ungepflegtheit. Doch ein paar Schritte weiter wächst genau dasselbe. Dieselben Gräser, dieselben Brennnesseln, derselbe Boden. Nur nenne ich es dort Landschaft und hier Verwahrlosung.

Der französische Gärtner Gilles Clément fände meinen ungemähten Rasen ausgesprochen schön und ich erzähle dir, warum er damit recht hat und ich trotzdem durchaus auch zur Heckenschere greife.

Was ich dabei herausgefunden habe, und was nicht:

Warum die Natur nicht misslingen kann und mein Beet sehr wohl

Was Clément über vergessene Ecken weiß, das meinen ganzen Vorwurf umdreht

Warum verwahrlost kein Zustand ist, sondern ein Urteil, und wer es fällt

Welche unsichtbare Linie durch meinen Blick und den Garten läuft

Und ich frage dich, wo bei dir diese Linie verläuft

Mehr über Gilles Clément und seine „Dritte Landschaft": https://de.wikipedia.org/wiki/Gilles_Clément

Zum Weiterhören:

„Muss es schwer sein, um schön zu sein?" (#20) fragt von der anderen Seite dasselbe: Da ging es um das Loslassen des Anspruchs, hier um das Loslassen einer Fläche.

„Verändert sich der Blick oder verändert sich die Welt?" (#10) passt zum Kern dieser Folge: Der Garten hat sich kaum verändert. Mein Urteil über ihn schon.

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42 Minuten
Anja Kuhn über das Freilegen von Geschichten, das Umschreiben des eigenen Lebens und den Nachruf, der ein Leben erzählt, wenn es erloschen ist.

Erlebt hat jeder etwas. Eine Geschichte wird daraus noch lange nicht. Und trotzdem erzählen wir ständig, wer wir sind, an der Kaffeemaschine, beim Kennenlernen, am Grab. Die Frage ist nur, ob wir dabei etwas erfinden oder etwas freilegen, das längst da war.

Was, wenn das Aufschreiben der eigenen Lebensgeschichte den Blick verändert? Nicht schönfärbt, sondern schärft. Was, wenn ein Leben schöner wird, weil man es erzählt, oder einfach nur sichtbarer?

Darüber spreche ich mit Anja Kuhn. Sie schreibt Biografien, hat vor einem Jahr den Lebensgeschichten-Verlag gegründet und führt seit sechs Jahren ihren eigenen Podcast. Kennengelernt haben wir uns in einer Runde von zehn Frauen, die ihr ungeschminktes Gesicht gezeigt haben. Beruflich macht Anja genau das, nur mit dem ganzen Leben. Sie sagt einen Satz, der mich nicht loslässt: Es ist immer alles da. Sie erfindet nichts. Sie holt hervor, was schon in einem Menschen liegt. Und ganz nebenbei erzählt sie Leben auch dann, wenn sie vorbei sind, als Rednerin am Grab.

In dieser Folge geht es um:

Aus einem Leben eine Geschichte machen: freilegen, nicht erfinden

Ungeschminkt, verletzlich, nahbar. Und warum Anja das Wort selbst nie benutzt

Seine Geschichte neu erzählen: Muster erkennen und loslassen

Nicht schönreden. Wo die Linie zwischen ehrlich und schöngemacht verläuft

Der Nachruf als Lebensgeschichte, erzählt, wenn ein Leben erloschen ist

Vom Tal zum Gipfelkreuz: eine Insolvenz, ein neuer Verlag und ein Berg namens Großglockner

Und ein Moment, eine Stunde vor der Aufnahme entstanden, der zeigt, was ein Buch mit einer Familie machen kann.

Über Anja

Anja Kuhn ist Storytellerin, Biografin, Podcasterin und Autorin. Seit 2020 spricht sie im Podcast »Lebensgeschichten« mit Menschen über prägende Wendepunkte.

2025 gründete sie den Lebensgeschichten-Verlag, um Geschichten ein Zuhause zu geben – überzeugt, dass jede Geschichte berührt, verbindet und verändert.

Website https://www.anjakuhn.com und Lebensgeschichten-Verlag https://www.lebensgeschichten-verlag.de/

LinkedIn https://www.linkedin.com/in/anja-kuhn-story-queen/

Instagram https://www.instagram.com/anja_kuhn_official/

Instagram https://www.instagram.com/lebensgeschichten_verlag/
48 Minuten
Simone Naumann über die Kamera als Wand zwischen uns und dem Moment, das Sehen als Handwerk und das schönste Bild, das sie nie gemacht hat.

Wir fotografieren alles. Den Sonnenuntergang, das Essen, das Kind, den perfekten Moment, den wir nicht ziehen lassen wollen. Festhalten, damit bloß nichts verloren geht. Klar. Nur: Wo bin ich eigentlich, während ich das Foto mache? Am Strand? Oder schon im Display?

Was, wenn das Festhalten uns genau den Moment kostet, den wir festhalten wollen? Schult die Kamera unseren Blick, oder schiebt sie sich zwischen uns und das, was da gerade schön ist?

Darüber spreche ich mit Simone Naumann. Sie ist Fotografin, Expertin für visuelle Kommunikation und Gründerin der SMARTphotoschule. Ausgerechnet sie hat sich eine Frage zur Gewohnheit gemacht, die ich mir viel zu selten stelle: Brauche ich dieses Bild wirklich? Sie erzählt vom Weglassen und vom Löschen, vom Sehen als Handwerk, das man lernen kann, und von einem Bild, das sie nie gemacht hat und über das sie bis heute froh ist.

In dieser Folge geht es um:

– Den Moment leben oder ihn festhalten: die feine Grenze

– »Brauche ich dieses Bild?« Weniger fotografieren, bewusster sehen

– Sehen als Handwerk: rote Tage, S-Kurven und der geschulte Blick

– Können Bilder lügen? Ausschnitt, Brennweite und jetzt die KI

– KI als Werkzeug: ja, aber keine Porträts. Über Kennzeichnung und Vertrauen

– Das schönste Bild, das nie entstand

Über Simone

Simone Naumann ist Profifotografin, Autorin und Gründerin der SMARTphotoschule. Seit über 20 Jahren beschäftigt sie sich mit visueller Kommunikation, mit Schwerpunkt auf Business-Porträt, Architektur, Inszenierung und Event, heute auch mit KI-Bildgenerierung. Sie hat mehrere Sachbücher über Smartphone-Fotografie veröffentlicht, zuletzt über Bildsprache. Simone arbeitet mit Kund:innen im gesamten DACH-Raum, virtuell oder im eigenen Atelier in München, lebt privat in Norwegen.

Website: https://die-smartphotoschule.com/

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/simonenaumannfotografie/

Instagram: https://www.instagram.com/simone_naumann_visual/

Instgram: https://www.instagram.com/smartphotokreativ/

Mehr von »Ist das schön?!«

Wenn dich diese Folge berührt hat, hör auch hier hinein:

Dieter Düvelmeyer, #19, über den geschulten Blick, das Spiegelbild als Täuschung und den Makel, der uns schön macht. https://ist-das-schoen.de/sind-menschen-schoen-19/

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Hören, wo du magst

»Ist das schön?!« gibt es überall, wo es Podcasts gibt: auf Spotify, Apple Podcasts und YouTube. Die ganze Episode mit vollständigem Transkript findest du auf ist-das-schoen.de.

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31 Minuten
Über fremde Hände, ein Stück Holz und die Frage, warum das Nichtkönnen so frei macht.

Shownotes

Acht Menschen, die meisten einander fremd, stehen im Freien und klopfen auf Holz. Es pickert, es hämmert, ab und zu lacht jemand. Ich bin eine von ihnen. Zum ersten Mal in meinem Leben mit dem Werkzeug in der Hand, vor einem Stück Stamm, von dem ich noch nicht weiß, was es werden soll.

Diesmal erzähle ich nicht allein. Ich habe das Mikrofon herumgereicht und alle acht gefragt, warum sie hier ein Stück Holz bearbeiten. Eine Physiotherapeutin, ein Elektroingenieur, eine Zahntechnikerin, ein Wiederholungstäter aus Darmstadt. So verschieden sie sind, sie landen alle am selben Punkt. Es geht nie um das fertige Werk. Es geht um die Hände, um den Vorgang, um den runden Tisch am Abend. Und um die Frage, ob etwas gerade dann schön wird, wenn man es zum ersten Mal tut und noch gar nicht kann.

Was du mitnimmst:

Warum die Hände und der Vorgang am Ende mehr zählen als die fertige Figur

Warum ein Teilnehmer diese Woche »Kinderferienlager für Erwachsene« nennt

Wie aus Werkzeug, Spänen und gemeinsamem Kochen schnell Gemeinschaft wird.

Die Frage, was es mit einem macht, sich ohne Plan auf eine neue Arbeit und eine fremde Gruppe einzulassen

Wenn du wissen willst, warum ich überhaupt ohne Plan, ohne Skizze und ohne Ziel in diesen Workshop gefahren bin, hör in »Muss es schwer sein, um schön zu sein? … #20« rein. Dort nehme ich mir genau das vor, was hier passiert.

–> Muss es schwer sein, um schön zu sein? … #20 – https://ist-das-schoen.de/muss-es-schwer-sein-um-schoen-zu-sein-20/

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Über diesen Podcast

Schönheit ist kein Luxus. Sie ist ein Lebensmittel und sie ist eine gesellschaftliche Kraft. Sie macht uns wacher, großzügiger und friedlicher. Wir müssen nur den Blick wechseln. In „Ist das schön?!“ spreche ich mit Menschen aus den unterschiedlichsten Berufen über die Schönheit in ihrer Arbeit. Mit einer Bestatterin über schönes Sterben. Mit einer Fotografin über die Schönheit des Unretuschierten. Mit einem Mathematiker über die Eleganz einer Formel. Die Frage ist immer dieselbe: Was ist das Schöne an dem, was du tust? Dazwischen teile ich meine eigenen Gedanken – als jemand, die seit Jahren im Dialog mit der Schönheit ist. Ein Podcast von Jana Schlosser – Kommunikationsdesignerin aus Berlin und selbsternannte Pressesprecherin der Schönheit.
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„Ist das schön?!“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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