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30 Minuten
Warum bleibt die diabetische Polyneuropathie trotz einer Prävalenz von bis zu 30 % so häufig unerkannt – und welche einfachen Untersuchungen können dabei helfen, die Diagnose sicher und frühzeitig zu stellen? Fachredakteurin Birgit Schulze spricht mit Dr. Gidon Bönhof, Leiter der Arbeitsgruppe Neuropathie am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) Düsseldorf und seit über zehn Jahren in der klinischen und translationalen Neuropathie-Forschung tätig, über die Herausforderungen des Neuropathie-Screenings im Praxisalltag, neue altersabhängige Referenzwerte und die diagnostische Bedeutung von Stimmgabel- und Pin-Prick-Test. Warum wird die diabetische Polyneuropathie so systematisch unterdiagnostiziert? Was ist beim Screening asymptomatischer Patientinnen und Patienten wirklich notwendig? Und weshalb können bereits zwei einfache Untersuchungen eine diagnostische Genauigkeit von über 80 % erreichen? Dr. Bönhof erläutert, welchen Stellenwert die Rydel-Seiffer-Stimmgabel, der Pin-Prick-Test und der Achillessehnenreflex in der praktischen Diagnostik haben und welche neuen Erkenntnisse aus einer zehnjährigen Longitudinalstudie zum Verlauf der Nervenfunktion bei Typ-2-Diabetes gewonnen werden konnten. Darüber hinaus geht es um Unterschiede zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes, die Indikation für eine Hautbiopsie, Entzündungsbiomarker und immunmodulatorische Prozesse sowie die Chancen und aktuellen Grenzen von KI-gestützten und digitalen Screening-Tools. Im Mittelpunkt steht dabei eine zentrale Botschaft für die Praxis: Nicht fehlende Zeit oder Geräte sind das größte Hindernis, sondern die fehlende Standardisierung. Wer das Screening strukturiert einführt und delegiert, kann diagnostische Sicherheit gewinnen, ohne den Praxisablauf wesentlich zu belasten. Freuen Sie sich auf ein Gespräch, das die diabetische Polyneuropathie verständlich einordnet und konkrete Impulse für eine frühere, standardisierte Diagnostik gibt. Für alle, die besser verstehen möchten, wie sich Nervenfunktionsstörungen bei Diabetes frühzeitig erkennen lassen und welche Bedeutung dies für Prävention, Verlaufskontrolle und Therapie hat. Sie möchten auf dem neuesten Stand bleiben? Auf mgb-medizin.de finden Sie aktuelle News, Fachartikel, zertifizierte CME-Fortbildungen, praxisrelevante Studien, Videos, Podcasts und vieles mehr. Jetzt registrieren und entdecken!
6 Minuten
Wie viel früher lässt sich Multiple Sklerose heute diagnostizieren – und braucht es dafür tatsächlich hochspezialisierte neue Bildgebungsverfahren? In dieser Folge von „KurzGefasst“ stellen wir eine aktuelle Studie aus eClinicalMedicine vor, die zeigt: Die 2024 überarbeiteten McDonald-Kriterien ermöglichen deutlich häufiger eine MS-Diagnose bereits beim ersten demyelinisierenden Ereignis – und das auch mit den konventionellen diagnostischen Verfahren der klinischen Routine. Grundlage der Untersuchung ist eine prospektiv erhobene, monozentrische Kohorte mit 215 Erwachsenen, die zwischen Oktober 2020 und Juni 2025 mit einem ersten demyelinisierenden Ereignis oder einem radiologisch isolierten Syndrom an der Medizinischen Hochschule Hannover vorgestellt wurden. Alle Patientinnen und Patienten erhielten eine standardisierte Diagnostik mit kontrastverstärktem MRT von Gehirn und Rückenmark, visuell evozierten Potenzialen und Liquoranalyse. Die Daten wurden anschließend retrospektiv sowohl nach den McDonald-Kriterien von 2017 als auch nach der revidierten Fassung von 2024 ausgewertet. Neu eingeführte MRT-Marker wie das zentrale Venenzeichen oder paramagnetische Randläsionen sowie die optische Kohärenztomographie waren in der Kohorte nicht systematisch verfügbar. Die Ergebnisse sind klinisch relevant: Nach den Kriterien von 2017 erfüllten 181 von 215 Personen – also 84 Prozent – bereits bei der Erstvorstellung die Voraussetzungen für eine MS-Diagnose. Unter Anwendung der 2024 revidierten Kriterien waren es 201 Personen beziehungsweise 93,5 Prozent. Die 20 zusätzlichen Diagnosen gingen vor allem auf die Einbeziehung des Nervus opticus als weitere neuroanatomische Topografie sowie auf die Möglichkeit zurück, bestimmte Fälle eines radiologisch isolierten Syndroms als MS zu klassifizieren. Der diagnostische Zugewinn war dabei hochsignifikant. Für die Praxis besonders wichtig: Die neuen Kriterien entfalten ihren Nutzen bereits mit den heute verfügbaren Standardmethoden. Ein hypothetischer Verzicht auf visuell evozierte Potenziale hätte den Großteil der Diagnosen weiterhin ermöglicht. Ohne Liquordiagnostik wären dagegen etwa 25 Prozent der Diagnosen nicht möglich gewesen. Die Liquoranalyse bleibt damit ein zentraler Bestandteil der Diagnostik. Zugleich zeigen die Daten, dass der Sehnerv bei vielen Betroffenen Hinweise auf eine Beteiligung liefert, die klinisch nicht immer als manifeste Optikusneuritis in Erscheinung getreten ist. Wir besprechen, warum eine frühere MS-Diagnose den Beginn einer krankheitsmodifizierenden Therapie beschleunigen kann, welche Rolle der Sehnerv und die Liquoranalyse in den neuen Kriterien spielen und weshalb moderne MRT-Marker trotz ihres wissenschaftlichen Potenzials in der klinischen Routine derzeit nicht immer entscheidend sind. Außerdem geht es um die Grenzen der Studie: das monozentrische Design, die kurze Nachbeobachtungszeit, die fehlende formale Prüfung der diagnostischen Spezifität und die weiterhin diskutierte Frage einer möglichen Überdiagnose – insbesondere bei radiologisch isolierten Syndromen. Die Studie spricht insgesamt für einen pragmatischen Ansatz, bei dem neue diagnostische Möglichkeiten in bestehende, breit verfügbare Verfahren integriert werden. Dieser Podcast wird mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt. Sie möchten auf dem neuesten Stand bleiben? Auf mgb-medizin.de finden Sie aktuelle News, Fachartikel, zertifizierte CME-Fortbildungen, praxisrelevante Studien, Videos, Podcasts und vieles mehr. Jetzt registrieren und entdecken!
16 Minuten
In der Antarktis leben Menschen unter Bedingungen, die kaum extremer sein könnten: monatelange Dunkelheit, Temperaturen von bis zu minus 85 Grad Celsius, niedriger Luftdruck und Hunderte Kilometer Entfernung zur nächsten menschlichen Siedlung. Auf der Concordia-Station verbrachte eine zwölfköpfige Crew zehn Monate unter diesen Bedingungen. Unsere Medizinjournalistin Julina Pletziger spricht im neuen Expertentalk von MGB MEDIZIN mit Prof. Dr. Sebastian Walther, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg. Gemeinsam sprechen sie über eine internationale Studie zu den psychischen Auswirkungen extremer Isolation. Wie verändern sich Einsamkeit, Schlaf, Gruppenzusammenhalt und Vertrauen, wenn Menschen über Monate auf engstem Raum zusammenleben? Die Forschung zeigt: Trotz ständiger sozialer Nähe nahm das Gefühl der Einsamkeit zu. Auch Konflikte und misstrauische beziehungsweise paranoide Gedanken traten häufiger auf, während der Zusammenhalt und die individuelle Leistungsfähigkeit abnahmen. Prof. Dr. Walther erklärt, welche Warnsignale sich früh erkennen lassen, warum sich innerhalb der Crew nationale Gruppen bildeten und was sich daraus für künftige Einsätze in U-Booten, Militärlagern oder sogar bei Marsmissionen lernen lässt. Seien Sie gespannt und folgen Sie uns, um keine neuen Folgen zu verpassen! Sie möchten auf dem neuesten Stand bleiben? Auf mgb-medizin.de finden Sie aktuelle News, Fachartikel, zertifizierte CME-Fortbildungen, praxisrelevante Studien, Videos, Podcasts und vieles mehr. Jetzt registrieren und entdecken!
7 Minuten
Verursacht Geld ausgeben tatsächlich Schmerz – im wörtlichen, neuronalen Sinne? In dieser Folge von „KurzGefasst" stellen wir eine aktuelle Studie aus dem Journal of Economic Behavior and Organization vor, die erstmals neurowissenschaftliche und kausale Evidenz dafür liefert, dass der Schmerz des Bezahlens ein reales affektives Erlebnis ist – mit messbaren Hirnaktivierungsmustern und direktem Einfluss auf Kaufentscheidungen. Die Forschungsgruppe um Nicole Robitaille von der Queen's University kombinierte zwei methodisch unterschiedliche Ansätze: eine fMRT-Pilotstudie mit neunzehn Teilnehmenden und eine experimentelle Hauptstudie mit 173 Personen im Rahmen einer als klinische Medikamentenstudie inszenierten Placebo-Untersuchung. In der Pilotstudie trafen Probanden während der funktionellen Magnetresonanztomografie reale Kaufentscheidungen – Snacks wurden entweder gegen Geld oder gegen elektrische Schocks angeboten. In der Hauptstudie erhielten Teilnehmende in einem doppelblinden Placebo-Design scheinbare Medikamente, die affektiven oder somatosensorischen Schmerz modulieren sollten, um den Einfluss der Schmerzwahrnehmung auf die Zahlungsbereitschaft zu prüfen. Die Ergebnisse zeigen: Beim Bezahlen mit Geld korrelierte die anteriore Insula – eine Schlüsselregion der affektiven Schmerzverarbeitung – signifikant mit der Preishöhe. Somatosensorische Schmerznetzwerke blieben dagegen inaktiv. Die Hauptstudie lieferte kausale Evidenz: Wer glaubte, ein schmerzverstärkendes Placebo erhalten zu haben, zeigte eine signifikant höhere Zahlungsbereitschaft – weil der Schmerz des Bezahlens einer externen Quelle zugeschrieben wurde und damit seine handlungsleitende Funktion verlor. Wir besprechen, welche klinischen Anknüpfungspunkte sich daraus ergeben – etwa für Patientinnen und Patienten mit impulsivem Kaufverhalten oder finanziellen Belastungen –, welche methodischen Einschränkungen die Studie hat und was die Befunde über die neuronalen Überschneidungen von finanziellem und sozialem Schmerz verraten. Quelle: Robitaille N et al. The pain of paying – literally measurable in the brain. J Econ Behav Organ. 2026. (Bitte vollständige Quellenangabe inkl. DOI vor Veröffentlichung ergänzen.) Dieser Podcast wird mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt. Sie möchten auf dem neuesten Stand bleiben? Auf mgb-medizin.de finden Sie aktuelle News, Fachartikel, zertifizierte CME-Fortbildungen, praxisrelevante Studien, Videos, Podcasts und vieles mehr. Jetzt registrieren und entdecken!
32 Minuten
Warum braucht die Geburtshilfe in Deutschland eine stärkere Stimme – und welche Rolle könnten ein nationales Geburtenregister, mehr Qualitätssicherung und ein gemeinsames Verständnis von Patientensicherheit und Selbstbestimmung dabei spielen? Fachredakteurin Nina Hoffmann spricht mit Prof. Dr. Tanja Groten und Hon.-Prof. Dr. habil. Holger Maul, den neu gewählten Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Geburtshilfe und Pränatalmedizin (AGG), über aktuelle Herausforderungen, gesundheitspolitische Baustellen und Zukunftsperspektiven der Geburtshilfe. Warum ist die Geburtshilfe innerhalb der Fachgesellschaften und der Versorgungspraxis so stark unter Druck? Welche strukturellen Probleme zeigen sich bei der Zertifizierung von Geburtskliniken? Und weshalb ist ein nationales Geburtenregister so entscheidend, um perinatale und neonatologische Daten besser zu verknüpfen und daraus belastbare Verbesserungen für die Versorgung abzuleiten? Freuen Sie sich auf ein Gespräch, das zentrale Debatten der modernen Geburtshilfe verständlich einordnet und deutlich macht, warum Patientensicherheit und Selbstbestimmung im Kreißsaal keine Gegensätze sind, sondern gemeinsam gedacht werden müssen. Für alle, die besser verstehen möchten, wie Geburtshilfe in Deutschland zukunftsfähig gestaltet werden kann – fachlich, strukturell und gesundheitspolitisch. Sie möchten auf dem neuesten Stand bleiben? Auf mgb-medizin.de finden Sie aktuelle News, Fachartikel, zertifizierte CME-Fortbildungen, praxisrelevante Studien, Videos, Podcasts und vieles mehr. Jetzt registrieren und entdecken!
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Über diesen Podcast

Willkommen bei MGB MEDIZIN – Ihrem kompakten Wissens-Update für die moderne Medizin! In unserem Podcast erwarten Sie zwei spannende Formate: KurzGefasst: Hier erhalten Sie in wenigen Minuten KI-gestützte, prägnante Zusammenfassungen aktueller medizinischer Studien. Ideal für alle, die schnell und fundiert auf dem neuesten Stand bleiben möchten. Expertentalk: In diesem Format sprechen wir mit führenden Fachleuten aus verschiedenen medizinischen Bereichen über relevante Themen, aktuelle Trends und zentrale Herausforderungen. Freuen Sie sich auf fundierte Einblicke und praxisnahe Impulse direkt von Expertinnen und Experten. Unsere Themenpalette reicht von Allgemeinmedizin, Diabetologie, Kardiologie, Onkologie, Neurologie, Urologie und Gynäkologie bis hin zu Pädiatrie und Dermatologie. Abonnieren Sie jetzt, bleiben Sie stets bestens informiert und besuchen Sie uns auf: https://mgb-medizin.de/
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