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Episoden
24.03.2026
22 Minuten
Sie ist gelb-schwarz gestreift und hat Räder. Wer ist das? Richtig geraten: Janoschs Tigerente. Sie und ihre treuen Begleiter, der Tiger und der Bär, wohnen seit Jahrzehnten in Kinderzimmern auf der ganzen Welt. Zum 95. Geburtstag des Erfinders Janosch rücken wir sie unter anderem ins Rampenlicht. Buchtipp für Kindergarten-Kinder «O wie schön ist Panama!» - dies ist wohl eine von Janoschs berühmtesten Geschichten: Eigentlich führen die Tigerente, der Tiger und der Bär ein glückliches Leben in ihrem gemütlichen Häuschen am Fluss. Aber eines Tages entdeckt der Bär beim Angeln eine Kiste, die mit «Panama» angeschrieben ist und so gut nach Bananen riecht. Sofort wird Panama zum Land der Träume für den kleinen Bär. Und so machen er und seine Freunde sich auf den Weg dorthin. Sie gehen im Kreis, merken es nicht – und landen nach einer aufregenden Reise wieder dort, wo sie zuhause waren. Aber ihr Häuschen ist mittlerweile so verfallen, dass sie es nicht erkennen. Sie richten es wieder gemütlich her: «Das kleine Haus bei den Sträuchern kam ihnen jetzt so schön vor wie kein Platz auf der Welt. «O Tiger», sagte jeden Tag der kleine Bär, «wie gut es ist, dass wir Panama gefunden haben, nicht wahr?» «O wie schön ist Panama» ist eine sehr liebevoll erzählte Geschichte, die allen Generationen grosses Identifikationspotenzial bietet: sie erzählt von Fernweh und Sehnsüchten, von Abenteuern unterwegs, von neuen Freunden und alten, verlässlichen, von Geborgenheit, Wärme, Zusammenhalt und Zufriedenheit. Angereichert mit einer Prise Humor und viel Empathie für die kindlich gezeichneten Figuren, die man sofort ins Herz schliesst. Janosch. Tiger und Bär. Beste Freunde, ehrlich wahr!. 78 Seiten. Beltz Verlag, 2025. 78 Seiten. Ab 4 Jahren. Buchtipp für Teenager – und alle etwas erfahreneren Leser:innen Dieses Büchlein ist ein wunderbarer Begleiter durchs Leben. Bereits in der Einführung stellt Janosch fest, dass man ins Leben hineingeworfen wird wie in kaltes Wasser, ob man will oder nicht. Und lebend nicht mehr herauskommt. Nun hat man aber die Wahl: man kann unglücklich sein, sogar «ersaufen», man kann sich lustlos und frierend so lange über Wasser halten, bis es vorbei ist, man kann einen Sinn suchen und sich grämen, weil er sich nicht zeigt. Oder man kann: sich im Wasser tummeln wie ein Fisch und sagen: «Ich wollte sowieso ins Wasser, kaltes Wasser ist meine Leidenschaft. Was für ein verdammt schönes Vergnügen, Leute!» Humorvoll und scharfsinnig wird die Leserschaft von A wie Ameisen über E wie Emanzipation bis zu Z wie Zähne durch das Alphabet geführt, begleitet von Janoschs unverwechselbaren Zeichnungen. Eine Anleitung dafür, das Leben nicht immer allzu ernst zu nehmen – oder es manchmal auch von einer anderen Perspektive aus zu betrachten. Janosch. Wörterbuch der Lebenskunst. 122 Seiten. Reclam Verlag, 2023.
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10.03.2026
18 Minuten
Wahrscheinlich gibt es sie in fast jeder Familie: die Diskussion um Geld. Wie geht man damit um? Was ist Geld eigentlich? Und weshalb ist es so wichtig? Die Kinder- und Jugendliteratursendung stellt Bücher vor, in denen solche Fragen beantwortet werden. Für Kindergartenkinder «Geld zu verkaufen!» Die beiden Kinder Alma und Milan bauen je ein Baumhaus und streiten sich über das Material dafür. Bis sie merken, dass sie miteinander verhandeln können – und dass zu zweit sowieso alles besser geht als allein. Diese Geschichte zeigt den Kindern anschaulich, welche Bedeutung Geld hat, wie man damit umgehen kann und was Begriffe wie Verdienen, Verkaufen, Sparen bedeuten. Abwechslungsreich und mit grosser Liebe zum Detail illustriert. Lorenz Pauli, Claudia de Weck. Geld zu verkaufen! 32 Seiten. atlantis Verlag, 2017. Ab 6 Jahren. Für Primarschulkinder «Dein Geld und die Welt» Auf einem Waldspaziergang findet Nora eine Truhe mit vielen Münzen. Bevor sie überlegen kann, was sie damit machen will, erscheint die Maus Kiko – eine Expertin für den Umgang mit Schätzen. Kiko zeigt Nora, dass man Geld nicht «nur» ausgeben oder sparen, sondern auch investieren kann. Auch mit Blick auf Nachhaltigkeit und soziale Fragen. Die Autorin ist Spezialistin für Nachhaltige Finanzwirtschaft und zeigt den jungen Leser:innen, wie ihr Umgang mit Geld nicht nur ihr eigenes Leben, sondern ihr Umfeld, vielleicht sogar die ganze Welt, beeinflussen kann. Cecile Biccari, Naïade Lacolomb. Dein Geld und die Welt. 80 Seiten. Helvetiq Verlag, 2024. Ab 7 Jahren. Für Teenager «Alles Money oder was» Man stelle sich vor, ein Eisverkäufer würde dem Vermieter seines Stands kein Geld zahlen, sondern eimerweise Eis. Das wäre eine Möglichkeit, wenn es kein Geld gäbe. Aber wäre sie auch sinnvoll? Mit solchen Fragen werden die Leser:innen an das Thema Geld herangeführt. Dann wird es komplexer – bis hin zu Erklärungen über Börse, Aktien und Kryptowährungen. Dieses Buch ist wie ein Nachschlagewerk. Die Informationen sind gut verständlich erklärt und illustriert mit Zeichnungen, Grafiken und Infoboxen. Christine Bortenlänger/ Franz-Josef Leven. Alles Money oder was. 160 Seiten. Loewe Verlag, 2024. Ab 12 Jahren. «Miss Money. Was schlaue Mädchen über Geld wissen sollten» Der Titel dieses Buchs lässt zunächst aufhorchen. Sollten denn nicht auch Jungs über Geld Bescheid wissen? Wenn man über die nicht über jeden Zweifel erhabene Behauptung der Autorin hinwegsieht, dass Mädchen weniger über Geld wissen als Jungs, ist dieses Buch lohnenswerte Lektüre. Vor allem in Bezug auf den eigenen Umgang mit Taschengeld oder Tipps, wie man selbst Geld verdienen kann. Magdalena Sporkmann. Miss Money. Was schlaue Mädchen über Geld wissen sollten. 192 Seiten. dtv, 2023. Ab 12 Jahren.
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27.01.2026
18 Minuten
Geschichten über Zeitreisen bieten eine tolle Gelegenheit, etwas, das man nicht selbst erfahren kann, kennenzulernen, einzutauchen in ein völlig anderes Leben – und sich dabei gut zu unterhalten. Die Kinder- und Jugendliteratursendung im Januar stellt eine Auswahl vor. Bilderbuch «Einstein – Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit» Eine kleine Maus fiebert dem grossen Käsefest in der Schweiz entgegen – und verpasst es. Sie versucht, die Zeit zurückzudrehen und begegnet dabei den Fragen, was Zeit denn überhaupt ist – und welche Rolle der grosse Wissenschaftler Albert Einstein dabei spielt. Eine wunderschön, mit viel Liebe zum Detail illustrierte Geschichte, informativ, ohne die Kinder zu überfordern, dabei unterhaltsam und humorvoll. Ein kleines Meisterwerk. Torben Kuhlmann. Einstein – Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit. 128 Seiten. NordSüd Verlag, 2020. Ab 5 Jahren. Kinderromane «Expedition ins alte Ägypten» Nach achtzig Jahren taucht das verschollen geglaubte Tagebuch der fiktiven Expeditionsteilnehmerin Emily Sands wieder auf. Sie hat darin Erfahrungen und Erlebnisse bei ihrer Suche nach einem Grab in der Nähe der berühmten Pyramiden von Gizeh aufgezeichnet. Dieser Teil der Geschichte ist zwar frei erfunden, aber die historischen Fakten zu der ägyptischen Kultur sind alle genau recherchiert. In dieser grossformatigen, golden glänzenden Mischung aus Abenteuer und Sachbuch mit vielen Pop-Ups, Briefen, Couverts und Karten erfährt man spielerisch viel Wissenswertes aus einer längst vergangenen Zeit. Joanna Sutherland / Emily Sands. Expedition ins alte Ägypten. 30 Seiten. Ars edition, 2025. Ab 9 Jahren. «Tschipo in der Steinzeit» Tschipo, die Hauptfigur in Franz Hohlers Kinderbuchreihe, findet eines Morgens eine Pfeilspitze in seinem Bett. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass er im Traum in der Steinzeit war! In vielen nachfolgenden Träumen erlebt Tschipo unter anderem, wie es ist, ohne Zahnbürste, dafür mit Mammutjagd zu leben. Auch dieses Buch ist, wie man es von Franz Hohler kennt, voller Humor, in bildhafter und gut verständlicher Sprache geschrieben. Und beim Lesen vergisst man leicht, dass man selber ja gar nicht in der Steinzeit lebt! Franz Hohler. Tschipo in der Steinzeit. 220 Seiten. Ravensburger Verlag, 2000. Ab 10 Jahren. Jugendromane «Cato und die Dinge, die niemand sieht» Cato ist ein einsames, zwölfjähriges Mädchen – bis sie die Visitenkarte einer Kinobetreiberin findet, die ungewöhnliche Filme anbietet, «Filme, die nirgends laufen, aber die du schon immer sehen wolltest». Es stellt sich heraus, dass Cato in diesen Filmen in die Vergangenheit reisen und dadurch mit vielem, das sie in ihrem jetzigen Leben belastet, Frieden schliessen kann. Das Buch erzählt auch von schwierigen Themen wie Depression, Tod und Trauer. Aber wenn man sich ihnen – vielleicht beim gemeinsamen Lesen – stellt, ist die Lektüre lohnenswert und tröstlich. Yorick Goldewijk. Cato und die Dinge, die niemand sieht. 240 Seiten. Dragonfly, 2024. Ab 12 Jahren. «Die Bibliothek der verborgenen Erinnerungen» Eigentlich wächst die elfjährige Dally privilegiert auf: in einem grossen Anwesen mit eigenem See und Hausangestellten. Aber ihr geliebter Grossvater ist gerade gestorben. Er hat ihr eine geheime Nachricht hinterlassen, die sie auf die Spuren ihrer Familiengeschichte führt. Plötzlich findet sie sich auf einem Piratenschiff wieder oder erlebt, wie ihre Familie in den USA der 1960-er Jahre diskriminiert wird. Dallys Zeitreise ist gut erzählt, spannend, aber leicht lesbar, mit einer attraktiven Mischung aus historischen Momenten und fantastischen Elementen. Kekla Magoon. Die Bibliothek der verborgenen Erinnerungen. 432 Seiten. dtv, 2025. Ab 11 Jahren.
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Über diesen Podcast
SRF Literatur gibt jeden Monat Lesetipps im Bereich Kinder- und
Jugendliteratur. Unsere Expertin verschafft den Überblick über
Neuerscheinungen, taucht nach Perlen oder richtet das Augenmerk auf
Bücher mit einem aktuellen gesellschaftlichen Thema, das Kinder und
Jugendliche beschäftigt.
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