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38 Minuten
Im ersten Teil der Folge haben wir uns bereits einige philosophische Definitionen von Zivilem Ungehorsam angeschaut. Nun kommen wir zu einem Kriterium, das der Protestform oft zugeschrieben wird: der Gewaltfreiheit.

Denn unser Gast Robin Celikates zweifelt an diesem Kriterium. Wie genau verstehen wir Gewalt überhaupt politisch und rechtlich? Und in welchen Fällen widerspricht die Forderung der Gewaltfreiheit den Zielen von Zivilem Ungehorsam?

Wir diskutieren unter anderem das Beispiel der Klimaaktivist*innen der Letzten Generation, auch als "Klimakleber" bekannt, und fragen uns, ob wir aus Geschichte und Definition des Zivilen Ungehorsams etwas für die Zukunft unserer Demokratie lernen können.

Robin Celikates ist Professor für Sozialphilosophie und Anthropologie an der FU Berlin und stellvertretender Direktor des Centre for Social Critique and der HU Berlin.

Literatur:

Mehr zum Thema: bpb: Ziviler Ungehorsam: Annäherung an einen umkämpften Begriff

Celikates, Robin (2010). Ziviler Ungehorsam und radikale Demokratie. In: Thomas Bedorf/Kurt Röttgers (Hrsg.), Das Politische und die Politik. Frankfurt/M. S. 274–300. https://doi.org/10.5771/9783518745748-274

Celikates, Robin (2014). Ziviler Ungehorsam – zwischen Gewaltfreiheit und Gewalt. In: Franziska Martinsen/Oliver Flügel-Martinsen (Hrsg.), Gewaltbefragungen. Bielefeld: transcript Verlag. S. 211-226. https://doi.org/10.14361/transcript.9783839425411.211

Robin Celikates (2026). Resisting Solidarity In: Resistance in Epistemic, Communicative, and Political Practices. Edited by: José Medina, Dina Lupin, and Leo Townsend, Oxford University Press. DOI: 10.1093/ 9780197698525.003.0011

Habermas, Jürgen (1983). Ziviler Ungehorsam – Testfall für den demokratischen Rechtsstaat. In: Peter Glotz (Hrsg.), Ziviler Ungehorsam im Rechtsstaat. Frankfurt/M. S. 35.

Rawls, John (1979). Eine Theorie der Gerechtigkeit. Frankfurt/M.
44 Minuten
Aktuell läuft ein Prozess gegen fünf Aktivist*innen, die im vergangenen September in einen israelischen Rüstungskonzern in Ulm eingebrochen sind. Die "Ulm5" werden von einigen öffentlich für ihre Aktion unterstützt, von anderen schlicht als Kriminelle angesehen. Es besteht zwar kein Zweifel daran, dass ihre Taten gegen Gesetze verstoßen haben, aber waren sie deswegen auch illegitim?

In diesem Graubereich bewegt sich der Zivile Ungehorsam, ein Begriff der philosophisch schon lange diskutiert wird. Wir sprechen mit Robin Celikates darüber, welche Kriterien Protest erfüllen muss um als Ziviler Ungehorsam zu gelten und ob ihn das automatisch rechtfertigt. Außerdem besprechen wir historische Beispiele wie Mahatma Gandhi, Nelson Mandela und Martin Luther King Jr. Und wir fragen: Welche Verantwortung haben Medien im Umgang mit diesen Fällen?

Robin Celikates ist Professor für Sozialphilosophie und Anthropologie an der FU Berlin und stellvertretender Direktor des Centre for Social Critique and der HU Berlin.

Das hier ist nur der erste Teil der Folge mit Robin Celikates, in einer Woche folgt Teil 2.

Literatur:

Mehr zum Thema: bpb: Ziviler Ungehorsam: Annäherung an einen umkämpften Begriff

Celikates, Robin (2010). Ziviler Ungehorsam und radikale Demokratie. In: Thomas Bedorf/Kurt Röttgers (Hrsg.), Das Politische und die Politik. Frankfurt/M. S. 274–300. https://doi.org/10.5771/9783518745748-274

Celikates, Robin (2014). Ziviler Ungehorsam – zwischen Gewaltfreiheit und Gewalt. In: Franziska Martinsen/Oliver Flügel-Martinsen (Hrsg.), Gewaltbefragungen. Bielefeld: transcript Verlag. S. 211-226. https://doi.org/10.14361/transcript.9783839425411.211

Robin Celikates (2026). Resisting Solidarity In: Resistance in Epistemic, Communicative, and Political Practices. Edited by: José Medina, Dina Lupin, and Leo Townsend, Oxford University Press. DOI: 10.1093/ 9780197698525.003.0011

Habermas, Jürgen (1983). Ziviler Ungehorsam – Testfall für den demokratischen Rechtsstaat. In: Peter Glotz (Hrsg.), Ziviler Ungehorsam im Rechtsstaat. Frankfurt/M. S. 35.

Rawls, John (1979). Eine Theorie der Gerechtigkeit. Frankfurt/M.
54 Minuten
Unser heutiger Gast wäre vielleicht nie zur Philosophie gekommen, hätte er seinem Pastor damals nicht Argumente vortragen müssen, warum er aus der Kirche austritt. Heute ist Stefan Gosepath Professor für Praktische Philosophie an der Freien Universität Berlin.

Wir sprechen mit ihm über seinen Weg in die Philosophie und er erzählt uns, was sich in der deutschen Philosophie-Landschaft in den letzten 50 Jahren verändert hat. Außerdem teilt er Geschichten aus seiner Zeit in Harvard. Einige der weltberühmten Philosoph*innen, die noch heute zum akademischen Kanon gehören, durfte er dort noch persönlich kennenlernen.

Stefan Gosepaths neues Buch "Vererben als Problem. Eine gerechtigkeitsphilosophische Untersuchung" erscheint im November 2026.

Gastgeber: Leonard Stephan

Redaktion: Mathilde Fuhr & Leonard Stephan

Wissenschaftlicher Beirat: Dr. Romy Jaster & Dr. David Löwenstein

Initiative Öffentliche Philosophie Berlin
1 Stunde 16 Minuten
Mit dieser Podcast-Episode nehmen wir am Wettbewerb von Fast Forward Science 2026 teil (http://www.fastforwardscience.de). #FFS #AudioAward #BestesDebutAudio

Wer reich ist, muss es sich wohl verdient haben und jede Person kann es schaffen, wenn sie sich nur genug anstrengt. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft - oder zumindest glauben das viele. Dabei sehen wir überall um uns herum das Gegenteil.

Was bedeutet es also, etwas zu "verdienen"? Darüber sprechen wir mit Stefan Gosepath, Professor für Praktische Philosophie an der Freien Universität Berlin. Wir diskutieren, ob Leistung ein falsches Versprechen ist und auch ob wir unsere Gesellschaft überhaupt darauf ausrichten sollten.

Stefan Gosepath (2024): Ohne Fleiß, kein Preis? Das Problem mit dem Verdienst in der Ökonomie liberaler Staaten. In Michael Zürn, Zur Kritik des liberalen Skripts Innere Spannungen, gebrochene Versprechen und die Notwendigkeit der Selbsttransformation. Baden-Baden: Nomos. pp. 240-264.

siehe auch: Michael J. Sandel (2020): The Tyranny of Merit. What's Become of the Common Good?

Gastgeber: Leonard Stephan

Redaktion: Mathilde Fuhr & Leonard Stephan

Wissenschaftlicher Beirat: Dr. Romy Jaster & Dr. David Löwenstein

Initiative Öffentliche Philosophie Berlin
52 Minuten
Wir haben in den letzten Folgen bereits einige Definitionen von Philosophie gesammelt und auch einige Gründe für eine Karriere in dem Fach. Aber wozu eigentlich Philosophieren? Einige Kritiker*innen meinen, die akademische Philosophie habe gar keine Antworten auf die wirklich relevanten Fragen unserer Gesellschaft.

Wir diskutieren mit Dirk Koppelberg, Privatdozent an der FU und TU Berlin, darüber, was an der Kritik dran ist. Außerdem schwelgen wir in den Erinnerungen seines Philosophie-Studiums in den 70ern und 80ern. Schadet die heutige Ausrichtung des Studiums auf Leistungspunkte und Normierung der philosophischen Entfaltung?

Literatur:

Philip Kitcher (2023): What's the Use of Philosophy?, Oxford University Press

Gastgeber: Leonard Stephan

Redaktion: Mathilde Fuhr & Leonard Stephan

Wissenschaftlicher Beirat: Dr. Romy Jaster & Dr. David Löwenstein

Initiative Öffentliche Philosophie Berlin
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Über diesen Podcast

Philosophie ist langweilig und gesellschaftsfremd? Wir denken, das geht auch anders! Wir laden hier jede Woche Philosoph:innen ein und diskutieren mit ihnen über Themen, die uns alle etwas angehen - wie Fake News, Genderidentität oder Klimawandel. Denn Philosophie muss nicht immer abstrakt und lebensfremd sein, sondern kann uns helfen, Meinungen zu hinterfragen und Argumente zu ordnen. Gleichzeitig sprechen wir auch darüber, was Philosophie überhaupt ist, wie das Leben als Philosoph:in aussieht und wie wir besser öffentlich philosophieren können. Gastgeber: Leonard Stephan Redaktion: Mathilde Fuhr & Leonard Stephan Wissenschaftlicher Beirat: Dr. Romy Jaster & Dr. David Löwenstein Initiative Öffentliche Philosophie Berlin: https://www.oeffentliche-philosophie.de oder @oeffentliche.philosophie auf Instagram
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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