InsolvEND? - Tabuthema Unternehmerinsolvenz

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Keine Zahlungen mehr! Die Schwebephase vor dem Insolvenzantrag
18.05.2026
18 Minuten
Es gibt diesen einen Moment, in dem die Entscheidung gefallen ist – aber der Antrag noch nicht beim Gericht liegt. Bei Manuel waren es zwei Wochen, bei Sven eine Woche bis zur Einreichung und dann noch einmal zwei Wochen Warten. Es ist die Phase, über die kaum jemand spricht – und vielleicht die härteste der ganzen Insolvenz.


Ab dem Moment, in dem feststeht „Ich stelle den Antrag", gilt die wichtigste und gleichzeitig schmerzhafteste Regel: Keine Zahlungen mehr. Mahnungen kommen rein, das Telefon klingelt, Lieferanten fragen nach – und Du darfst nicht sagen, was los ist. Gleichzeitig wartest Du auf einen Tag, an dem ein einziger Akt der Unterschrift Dein gesamtes unternehmerisches Leben umkrempelt.


Wir erzählen, wie wir mit Schuld, Scham und schlaflosen Nächten umgegangen sind, warum bei Manuel die Reihenfolge der Anträge entscheidend war (Gruppeninsolvenzverfahren am Amtsgericht Düsseldorf), und wer in unserem engsten Kreis Bescheid wusste. Und warum es klug ist, sich diese Phase nicht allein zumuten zu müssen.


Das erfährst Du in dieser Folge:


Der Startpunkt der Schwebephase: Warum nicht die fertige Antragstellung, sondern bereits die Entscheidung zur Antragsvorbereitung den Zahlungsstopp auslöst. Gläubigerbevorzugung als Straftat: Was § 283c StGB konkret bedeutet, warum gezielte Zahlungen anfechtbar sind und welche persönliche Verantwortung Geschäftsführer einer GmbH zusätzlich tragen. Was trotzdem weiterläuft: Warum Lastschriften für Strom, Miete oder bestehende Verträge unproblematisch sind – und wo die rote Linie verläuft. Mahnungen im Briefkasten, Schweigen am Telefon: Wie wir mit dem Druck umgegangen sind, Bescheid zu wissen, ohne etwas sagen zu dürfen. Der enge Vertrauenskreis: Wer bei uns frühzeitig eingeweiht war – und warum Manuel den Steuerberater bewusst außen vor gelassen hat. Gruppeninsolvenz statt Einzelverfahren: Warum bei vier Gesellschaften die Reihenfolge der Antragstellung entscheidend ist, damit am Ende alle beim gleichen Insolvenzverwalter landen. Der Tag der Unterschrift: Wie es sich anfühlt, wenn man weiß, dass dieser Schritt nicht mehr rückgängig zu machen ist. Die Ungewissheit nach der Einreichung: Was passiert, wenn die ersten Wochen verstreichen und vom Amtsgericht erstmal nichts kommt.


In der nächsten Folge geht es weiter mit dem nächsten harten Schritt: dem Moment, in dem wir unseren Mitarbeitern erzählen mussten, was los ist.


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Wir sind keine Rechtsanwälte oder Steuerberater. Alle Inhalte spiegeln unsere persönlichen Erfahrungen wider. Bei einer drohenden Insolvenz ist eine individuelle Beratung durch Fachanwälte oder spezialisierte Berater zwingend erforderlich.
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Drei Insolvenzen, ein Suizidplan und warum Thomas Marisch heute noch lebt
20.04.2026
1 Minute
Thomas Marisch ist 50, Vater von drei Kindern, mittlerweile Opa – und hat drei Insolvenzverfahren hinter sich. Nicht eines, drei. Zwei Konkurse und ein Sanierungsverfahren.


Aber das ist nicht das Härteste, was er durchgemacht hat.


Dazwischen lag ein Moment, den er heute offen beschreibt: ein konkreter Plan, nicht mehr weiterzumachen. Kein vager Gedanke – ein echter Plan, mit ausgesuchter Strecke, durchgelesenem Kleingedruckten der Lebensversicherung und zwei bis drei Wochen Vorbereitung. Was ihn gestoppt hat, war ein Blick in den Rückspiegel.


Thomas hat 2004 gegründet. Hat Toilettenpapier palettenweise verkauft – alleine, bis zu 1,6 Millionen Euro Nettoumsatz im Jahr. Hat das erste Unternehmen in den Konkurs laufen lassen, weil er mit niemandem geredet hat. Hat neu gegründet, wieder gescheitert, wieder neu angefangen. Beim dritten Verfahren – einem geordneten Sanierungsverfahren 2022 – wusste er genau, was er tut.


Heute redet er darüber. Nicht auf einer Bühne gegen Honorar. Einfach so. Wer ihn auf LinkedIn anschreibt, bekommt eine Antwort.


Was in dieser Episode steckt


Wie Schweigen gefährlicher ist als jedes Insolvenzverfahren Was ein Unternehmer über Konkurs, Sanierung und den außergerichtlichen Ausgleich wissen muss – aber selten hört Warum der Masseverwalter weder Feind noch Freund ist Wie Thomas' Vater mit 90 Jahren durch eine selbst entwickelte CBD-Paste sein Leben zurückbekam – und daraus die Marke Puramed entstand Wie Thomas KI einsetzt: von der Buchhaltung bis zu einem Tool zur Medikamentenreduktion mit Cannabinoiden Warum Kleinunternehmer mit 0–5 Mitarbeitern eine 3,7-fach höhere Suizidrate haben als die Normalbevölkerung – und was dagegen hilft


Das wichtigste Takeout


Je früher Du es Dir eingestehst, desto leichter wird es. Nicht nächsten Monat. Jetzt.


Reden hilft. Mit der Familie, einem Freund – oder Thomas.


Thomas erreichen


Thomas spricht aus Erfahrung – kostenlos, ohne Coaching-Programm, einfach da. LinkedIn: linkedin.com/in/thomas-marisch


CBD-Angebot von Thomas


15 % Rabatt auf CBD-Paste und CBD-Öl mit Code TOM15 www.puramed.at


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Die Inventur des Scheiterns – Welche Unterlagen Du für den Insolvenzantrag brauchst
06.04.2026
25 Minuten
Was klingt wie Bürokratie, wird in der Realität zur Zitterpartie: In der neunten Folge von InsolvEND? widmen wir uns dem Thema Unterlagen – und warum gute Vorbereitung hier buchstäblich kriegsentscheidend sein kann.


Sven hat seinen Insolvenzantrag selbst ausgefüllt. Mit zwei Mitarbeiterinnen, einem funktionierenden Dokumentenmanagementsystem – und trotzdem einer vollen Woche Arbeit. Wir schauen uns gemeinsam an, was dieses über 30-seitige Formular alles verlangt und warum man den Zeitaufwand keinesfalls unterschätzen sollte.


Wir haben die Unterlagen in Blöcke aufgeteilt: von den Finanzdaten über das Vermögen bis hin zum Blick in die Zukunft – und erklären, welche Dokumente Du wirklich brauchst, bevor Du den Antrag beim Amtsgericht einreichst.


Das erfährst Du in dieser Folge:


Das Antragsformular: Wo Du es bekommst, warum es in Papierform eingereicht werden muss und wie lange die Vorbereitung realistisch dauert. Block Finanzen: BWA, Summen-Saldenliste, offene Posten, Kontostände, Kreditlinien, Darlehen und laufende Dauerschuldverhältnisse – was wirklich alles rein muss. Block Personal: Warum die Lohnjournale unverzichtbar sind und was das mit dem späteren Insolvenzgeld zu tun hat. Block Vermögen: Lagerbestände, Fuhrpark, Immobilien und Finanzanlagen – und warum Einzelunternehmer auch private Werte wie Lebensversicherungen angeben müssen. Blick in die Zukunft: Auftragsbestand, laufende Verträge und Kontoauszüge der letzten sechs Monate als wichtige Puzzleteile für das Gericht. Eigenverwaltung: Welche zusätzlichen Unterlagen nötig sind, warum Sven seinen Antrag auf Eigenverwaltung zurückgezogen hat – und was das für Dich bedeuten kann. Die wichtigste Lektion: Je früher Du Dich mit dem Thema Unterlagen auseinandersetzt, desto besser stehst Du da, wenn es ernst wird.


Wir freuen uns über Dein Feedback – hast Du den Insolvenzantrag selbst erlebt oder Fragen zu den Unterlagen? Melde Dich gerne bei uns!


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StaRUG, Eigenverwaltung oder Regelinsolvenz? Arten, mit der Krise umzugehen
23.03.2026
27 Minuten
In der achten Folge von InsolvEND? tauchen wir tief in die Werkzeugkiste des Insolvenzrechts ein. Wenn die Krise anklopft, gibt es nicht "den einen" Weg, sondern verschiedene Arten, mit der Situation umzugehen – je nachdem, wie viel Zeit und Kapital noch zur Verfügung stehen.


Wir sprechen darüber, warum das blinde Nachschießen von privatem Geld oft die schlechteste Option ist und warum wir heute eher in professionelle Beratung investieren würden. Wir vergleichen das diskrete StaRUG-Verfahren mit der Eigenverwaltung und der klassischen Regelinsolvenz, um Dir zu zeigen, welche strategischen Möglichkeiten Du als Unternehmer wirklich hast.


Das erfährst Du in dieser Folge:


Privatkapital: Warum "einfach weiteratmen" oft nur das Unvermeidliche verzögert. StaRUG: Die diskrete Sanierung ohne öffentliches Verfahren – was es kostet und für wen es sich lohnt. Eigenverwaltung: Warum dieser Weg zwar volle Kontrolle verspricht, aber extrem hohe Hürden bei der Planung bereithält. Schutzschirmverfahren: Der Unterschied zur Eigenverwaltung und wie man sich vor Zwangsvollstreckungen schützt. Insolvenzplan: Wie wir ein Verfahren durch einen Vergleich mit den Gläubigern vorzeitig beenden können. Der Fall Sven: Wie ein Geschäftsbetrieb trotz laufender Regelinsolvenz durch eine Freigabe erfolgreich weiterlaufen kann.


Wir möchten Dir mit unseren Erfahrungen helfen, die verschiedenen Verfahren besser zu verstehen und frühzeitig die richtigen Weichen zu stellen.


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Enttäuschte Erwartungen und der Kampf um das Eigenheim
09.03.2026
29 Minuten
In der heutigen Folge von InsolvEND? wird es persönlich und brandaktuell. Wir werfen einen Blick auf die Ereignisse der letzten Wochen und Monate seit unserem Podcast-Start. Während wir die ersten Folgen vorproduziert haben, ist das Leben mitten in der Insolvenz nicht stehen geblieben – mit allen Höhen und tiefen Rückschlägen.


Sven teilt eine große Erleichterung mit uns: Durch eine enorme familiäre Kraftanstrengung konnte das private Wohnhaus aus der Insolvenzmasse freigekauft werden. Doch die Freude wird getrübt durch die harte Realität im Umgang mit dem Insolvenzverwalter und dem Verlust anderer Immobilien, die nun verwertet werden.


Die Themen dieser Folge im Überblick:


Hausrettung: Wie Sven mit Hilfe der Familie das Eigenheim gesichert hat. Reaktionen aus dem Umfeld: Vom Vorwurf des „Jammerns“ bis hin zu menschlichen Enttäuschungen – wie geht man mit hartem Feedback um? Verlust der Mündigkeit: Warum sich der Kontakt mit dem Insolvenzverwalter oft anfühlt wie „hinter Gittern“. Skurrile Insolvenz-Fälle: Wenn eine Gesellschaft plötzlich wieder zahlungsfähig wird, weil Immobilien Gewinne abwerfen. Vorsorge für den Ernstfall: Warum eine Unternehmervollmacht lebenswichtig ist – besonders, wenn Geschäftspartner plötzlich versterben.


Wir sprechen offen darüber, warum wir uns trotz (oder gerade wegen) der Insolvenz nicht im Keller verkriechen, sondern weiterarbeiten und diesen Podcast als wichtiges Ventil nutzen.


Wir freuen uns über Dein Feedback! Hast Du ähnliche Erfahrungen mit Insolvenzverwaltern gemacht? Wie hat Dein Umfeld reagiert? Schreib uns gerne!


Kontakt & Links:


Webseite: www.insolvend.de E-Mail: post@insolvend.de LinkedIn: LinkedIn Instagram: Instagram


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Über diesen Podcast

Was passiert bei einer Unternehmerinsolvenz? Sven van Brügge und Manuel Simon wissen es: Sie haben es selbst erlebt. Die Insolvenz ist das größte Tabu im Unternehmertum. In "InsolvEND?" brechen die beiden dieses Schweigen. Als Betroffene teilen sie ungeschönte Einblicke: von der Schockstarre bis zum "Tag danach". Sie liefern die Insights, die sie sich selbst gewünscht hätten, und sprechen mit Experten (Anwälte, Verwalter). Der Podcast für Unternehmer, die präventiv lernen oder akut Orientierung suchen. Wir zeigen: Scheitern ist okay. Eine Insolvenz ist eine Zäsur, nicht das Ende.
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