Podcaster
Episoden
20.02.2026
32 Minuten
Wohin mit übrig gebliebenem Baumaterial? Wer brauchteigentlich
alte Stoffe, Holzreste oder Lochbleche? Und warum sind Nägel
vielleicht besser in Kunstwerken aufgehoben als im
Werkzeugkasten?
In dieser Folge von Krempel de Luxe spreche ich mitDr. Corinna
Vosse von KUNST-STOFFE e.V. über Materialkreisläufe,
Ressourcenverschwendung – und darüber, wie aus „Abfall“ wieder
Wertstoffe werden.
Seit 2006 betreibt KUNST-STOFFE ein Umverteilungszentrum für
wiederverwendbare Materialien. In ihren Materialmärkten finden
Holz, Stoffe, Metall, Kurzwaren und vieles mehr ein zweites
Leben. Dazu kommen Upcycling-Workshops, Werkstätten und ein
Repair-Café – ein echtes Paradies fürSelbermacherinnen,
Künstlerinnen und alle, die nachhaltiger leben wollen.
Die interessantestens Einsichten dieser Folge:
Materialströme neu denken
In unserer Wirtschaft ist Material oft billig, Arbeit dagegen
teuer. Deshalb wird viel zu schnell entsorgt. KUNST-STOFFE
übernimmt die aufwendige, aber sehr sinnvolle Arbeit, Materialien
und Menschen zusammenzubringen – besonderswichtig in Großstädten,
wo privater Lagerraum knapp ist.
Warum so viel übrig bleibt
Bei Bauprojekten und in Unternehmen wird großzügig eingekauft –
Material ist schließlich günstiger als zusätzliche Arbeitszeit.
Für echte Veränderungen braucht es politische Rahmenbedingungen
wie eine CO₂-Bepreisung.
Bei privaten Projekten empfiehlt Corinna: gut planen, erst die
eigenen Bestände checken – und ruhig anfangen, auch wenn noch
nicht alles da ist. Fehlendes Material? Erst im Freundeskreis
oder über Netzwerke wie nebenan.de nachfragen.
Was es aktuell bei KUNST-STOFFE zu kaufen
gibt
Tolle Lochbleche, lange Samtvorhänge, viel Holz und jede Menge
Stoffe – ein Besuch lohnt sich (Stand: Februar 2025).
Was gespendet werden kann – und was nicht
Gut erhaltene, zeitgemäße Materialien mit einer gewissen
Mindestgröße sind willkommen, besonders Holz und Stoffe. Nägel
dagegen werden kaum noch gebraucht – heute wird fast alles
geschraubt. Corinnas kreative Alternative für die Verwendung von
Nägeln: Kunst a la Günther Uecker daraus machen!
Reparieren statt neu kaufen
Im Repair-Café gibt es Hilfe zur Selbsthilfe für Elektronik,
Textilien und Papier. Werkzeug, Know-how und Austausch inklusive.
Neben funktionierenden Geräten nehmen viele Besucher*innen vor
allem eines mit: neues Selbstvertrauen.Außerdem zeigt eine „Zero
Waste Musterwohnung“, wie nachhaltiges Wohnen konkret aussehen
kann – von aufgearbeiteten Möbeloberflächen bis zu
praktischenAlltagstipps.
Hier die erwähnten Links aus der Folge:
Kunst-Stoffe https://kunst-stoffe-berlin.de/
Verband der Initiativen der Materialkreisläufe:
https://material-initiativen.org/
Nebenan.de https://nebenan.de/
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06.02.2026
22 Minuten
In fast allen Haushalten finde ich beim
AusmistenBriefmarkensammlungen. In den 70er und 80er Jahren waren
Briefmarken die Aktiendes kleinen Mannes – sie versprachen enorme
Wertsteigerungen. Briefmarkensammelnwar ein Volkshobby, viele
Leute hatten sogar ein Abo bei der Deutschen Post fürdie neu
erschienenen Marken.
Mit Tobias Huylmans vom Auktionshaus Heinrich Köhler sprecheich
darüber, wie man heute diese Briefmarken bewertet und verkauft.
HerrHuylmans bezeichnet sich selbst als Briefmarken-Junkie und
ist seit 25 Jahrenim Geschäft, kennt sich also bestens aus. Das
Auktionshaus Heinrich Köhler, dasauf philatelistisches Material
und Postgeschichte spezialisiert ist, existiertseit 1913 und ist
damit das älteste Briefmarkenauktionshaus Deutschlands undeines
der ältesten der Welt.
Am meisten haben mich folgende Einsichten überrascht:
Briefmarkensammlungen, die vor allem aus Marken nach
1950bestehen, sind in der Regel nicht sehr viel wert. Die Post
druckte die Markendamals schon in hoher Auflage, so dass die
erhofften Reichtümer für die Erben meistausbleiben. Als grobe
Regel gilt: je langweiliger und einfarbiger die Markenaussehen,
desto wertvoller sind sie.
Wenn man Briefmarken erbt, unbedingt nach Kaufbelegen vonHändlern
oder Auktionshäusern sowie nach Echtheitszertifikaten suchen.
Nichtrelevant sind die Zahlungsbelege der Deutschen Post für
Abos. Die Preise, dieim bekannten Michel-Katalog stehen,
entsprechen nicht dem Marktwert. Dieseliegen 60-97 Prozent
darunter.
Die heutigen Sammler sind hochspezialisiert. Sie
sammelnbeispielsweise die Postgeschichte ihres Heimatortes,
bestimmte Ausgaben vonBriefmarken aus Bayern oder Preußen, aus
den deutschen Kolonien oder den ehemaligendeutschen Abstimmungs-
und Nebengebieten wie Allenstein, Marienwerder, Memeloder Saar.
Interessant sind alte Briefe mit Marke – am besten in
einerschönen Schrift mit einer Adresse in Übersee oder Briefe,
die mit derZeppelinpost transportiert wurden. Besonders die
Briefe, die mit dem 1937 beiLakehurst abgestürztem Zeppelin
transportiert wurden, sind bei Sammlerngesucht.
Richtig wertvoll ist der schwarze Einser von 1849, die
erstedeutsche Briefmarke. Die Briefmarke wurde 2024 für 440.000
Euro versteigert. DenBaden-Fehldruck hat Heinrich Köhler 2019 für
1,26 Millionen Euro verkauft hat. Gesuchtist auch der
Sachsen-Dreier von 1850, eine rote Marke, die bei Ausgabe
3Pfennige kostete und 2022 von Heinrich Köhler für 260.000 Euro
versteigertwurde.
Interessant können auch alte Bücher über Briefmarken
oderMemorabilia wie Zeppelin-Geschirr sein. Diese Sachen werden
ebenfalls von denBriefmarkenhändlern verkauft.
Briefmarken werden heute vor allem über Auktionen oderHändler
verkauft. Beide sind Ansprechpartner, wenn man Briefmarken
verkaufenwill. Einfach Fotos der Sammlung an die Unternehmen
schicken – die meistenmachen eine kostenlose Schätzung. Wenn die
Sammlung besondere Marken enthält,lohnt sich die Einlieferung in
eine Auktion. Einfachere Sammlungen werden ggfs.angekauft.
Briefmarken, die kein Händler kaufen will, kann man entwederan
lokale Briefmarkenvereine verschenken (eine Übersicht bietet der
BundDeutscher Philatelisten, siehe Linkliste) oder an die
gemeinnützigeOrganisation Bethel spenden. Bei Bethel bereiten
Menschen mit Behinderung dieBriefmarken auf und verkaufen sie als
Kiloware.
Hier die Links der Folge
Auktionshaus Heinrich Köhler https://heinrich-koehler.de/de
Bund Philatelistischer Prüfer: https://www.bpp.de/
InternationalAssociation of Philatelic Experts, AIEP:
https://www.aiep-experts.net/
Bethel: https://www.bethel.de/briefmarken-fuer-bethel
Bund Deutscher Philatelisten https://www.bdph.de/
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23.01.2026
28 Minuten
Dr. Hubert Ruß vom der Künker Numismatik AG (München) gibt in
dieser Folge von Krempel de Luxe Tipps, wie man Münzen am besten
aufbewahrt, bewerten lässt und verkauft.
Ein paar wichtig Punkte:
- Aufbewahrung und Pflege: Als Laie die Münzen
niemals putzen! Münzen können durch unsachgemäße Reinigung
dramatisch an Wert verlieren. Am besten in säurefreien
Papiertüten aus dem Fachhandel aufbewahren - entweder im Tresor
oder in einem Bankschließfach. Beides mit ausreichender
Versicherung!
- Kategorisierung von Münzen: Es gibt
Sammlermünzen, Anlagemünzen, Umlaufgeld und Medaillen.
Sammlermünzen haben einen über den Metallwert hinausgehenden
Wert, der von Erhaltung und Seltenheit abhängig ist. Anlagemünzen
werden zum reinen Gold- oder Silberwert verkauft - Beispiele sind
hier Krügerrand, Maple Leaf, Schweizer Vreneli oder Goldmark.
Umlaufgeld sind Münzen, mit denen man im Laden bezahlen kann oder
konnte. Medaillen kann im Prinzip jeder prägen, es sind oft
Gedenkprägungen.
- Verwertung von Münzen: Je nach Kategorie, ist
die Verwertung unterschiedlich: Sammlermünzen eignen sich für
Auktionen, Anlagemünzen kann man an seriöse Händler mit einem
Abschlag von ca. 3% des tagesaktuellen Metallpreis verkaufen,
Umlaufgeld - zumindest Deutsche Mark - kann man bei der
Bundesbank in Euro tauschen.
- Verkauf von Goldmünzen: Trotz des hohen
Goldpreises sollte man sich überlegen, ob man Goldmünzen
verkauft. Nur wenn man mit dem Geld konkrete Pläne hat, empfiehlt
Dr. Ruß den Verkauf. Ansonsten sind Goldmünzen weiterhin eine
gute Geldanlage.
Münzen, nach denen man Ausschau halten sollte sind
- Fünf Mark Stücke von 1952 bis 1967 mit Germanischem Museum,
Eichendorf, Schiller, dem Markgraf von Baden und Fichte.
- Fünf Mark Stück aus Silber aus dem Jahr 1958 mit
Präge-Kennzeichen J
- 50 Pfenning Stück aus dem Jahr 1950 mit Schrift "Bank Deutscher
Länder"
- Fehlprägungen beim Euro, beispielsweise 50 Cent Stücke mit
Adler (statt dem Brandenburger Tor) oder wenn eine 1 Euro Münze
auf dem zu großen Schrötling (Münz-Rohling) eines 2 Euro Stücks
geprägt wurde.
Hier die Links zu den Fachhändlern mit Selbstverpflichtung:
Bundesverband des Deutschen Münzenfachhandels
Verband der Deutschen Münzenhändler
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09.01.2026
39 Minuten
Wohnpsycholog Uwe Linke gibt Einblicke in den Zusammenhang
zwischen Ordnung und Wohlbefinden und erklärt, warum es uns so
schwerfällt, Sachen auszumisten und loszulassen.
Wie wir wohnen und wie unser Zuhause aussieht, ist laut Uweein
Spiegelbild von dem, wie wir uns darstellen wollen, was praktisch
ist, aber auch dem was uns unterbewusst am meisten entspricht.
Manchen Menschen brauchen cleaneOberflächen, andere brauchen
viele Dinge um sich herum, um sich aufgehoben zu fühlen. Wenn das
Zuhause auch die Emotionen befriedigt, fühlen wir uns darin 100%
wohl.
Unordnung erzeugt dabei immer Stress. Trotzdem hebenMenschen
Dinge auf, weil an Sachen auch Erinnerungen und Sehnsüchte
hängen: An großartige Reisen, an ein geplantes Hobby, an
Menschen. Um die Dinge loszulassen, die mansachlich betrachtet
nicht braucht, muss laut Uwe etwas anderes kommen, an das meine
seine Wünsche und Hoffnung hängen kann. Man muss etwas anderes
finden, das einen glücklich macht.
Das man sogar Sachen aufhebt, die einen an Menschenerinnern, mit
denen man gar nichts mehr zu tun haben will - den Tennisschläger
des Ex-Mannes - hängt damit zusammen, dass diese Dinge uns an
alte, bekannte Bindungen erinnern. Diese alten Bindungssysteme
sind tief ins Gehirn eingeprägt, so dass wir sie energiesparend
aufrufen können. Erst wenn wir unsvon alten Konzepten - und den
dazugehörigen Dingen - verabschieden, uns auf etwas Unsicheres
einlassen, können neue Bindungen entstehen. Und ein Gefühl von
Freiheit.
Ausmisten ist so auch immer ein Prozess des Loslassens, derein
wertschätzendes Begleiten braucht. Oft es daher einfacher, wenn
die Sachen noch eine weitere Benutzung kommen und nicht auf dem
Müll landen.
Beim Neugestalten von Wohnungen sollte laut Uwe das Bauchgefühl
der leitende Gedanke sein. Mit Moodboards und Collagen kann man
passende Farben herausfinden. Wichtig ist auf jeden Fall aber
genügend Stauraum für jedesFamilienmitglied, damit das Chaos gar
nicht ausbricht. Auch Beschriftungen helfen, damit Ordnung
gehalten werden kann.
Am Ende stauen die Leute oft, wie viel sie mit ihren vorhandenen
Möbeln und Räumen machen können, wenn sie nur in sich und ihre
Bedürfnisse hineinspüren.
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26.12.2025
26 Minuten
Als Ordnungscoach sortiere ich mit meinen Kundinnnen immer Berge
von Kleidern aus. Gerade bei besonderen Stücken sind
Altkleiderspenden oft keine Option.
Wie man Vintage-Kledung, vor allem Designer-Stücken, ein neues
Leben einhaucht bespreche ich in dieser Folge mit Johanna Mattner
vom Berliner Sommerladen. Sie gibt praktische Tipps, auf was man
achten sollte und an wen man sich wenden kann, wenn man seine
aussortierte Kleidung verkaufen möchte.
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Über diesen Podcast
Krempel de Luxe ist ein Podcast über das Ausmisten und das
Weitergeben von Dingen. Die Geschichten hinter den Sachen und wie
man ihnen ein zweites Leben gibt.
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