Kleiderspenden mit Wert und Wirkung
31 Minuten
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Beschreibung
vor 1 Tag
Beim Ausmisten von Kleiderschränken fallen Berge vonBekleidung
an. Viele gemeinnützige Organisationen sammeln und verteilen
Kleiderspenden an Bedürftige oder finanzieren mit dem Verkauf von
gebrauchterKleidung ihre Programmarbeit. Eine dieser
Organisationen ist die Berliner Stadtmission. In dieser Folge
habe ich mit Annett Kaplow diskutiert, wie man Bekleidung so
spendet, dass die gemeinnützigen Organisationen davon
profitieren.
Annett Kaplow ist die Co-Leiterin des TEXTILHAFENS von Komm &
Sieh, dem Inklusionsunternehmen der Berliner Stadtmission. Der
Textilhafen sammelt und sortiert Bekleidung, gibt sie an
Bedürftige weiter oder verkauft sie in eigenen Second-Hand-Läden.
460 TonnenBekleidung hat der Textilhafen 2024 in Berlin bewegt.
Für mich waren die wichtigsten Einsichten:
Kleiderspenden sind im Prinzip wie Geldspenden: sie
unterstützendie Arbeit der gemeinnützigen Organisationen. Daher
müssen sie entweder 100%auf die Zielgruppe der Organisation
passen oder sie müssen so hochwertig/modisch/Marke sein, dass sie
in Second-Hand-Läden verkauft werden können. Ausgeleierte,
vergilbte, löchrige, muffige und verwaschene Kleidung gehört
nicht in dieKleiderspende.
Als Daumenregel gilt: Kleiderspenden sollte in so guter
Verfassung sein, dass man sie auch an Freunde und Freundinnen
weitergeben würde. Daher eignen sich alte Bekleidung aus
Kunstfasern und Kunstleder oder Schuheaus Kunststoff oft nicht
für die Spenden: die Weichmacher sind nach spätestens 10 Jahren
entwichen, die Stücken zerfallen.
Kleiderspenden sollten saisonal passend sein: Im Winter keine
kurzen Hosen, im Sommer keine Daunenjacken spenden. Die
Lagerkapazitäten der Kleiderkammern sind beschränkt, lieber die
aussortierten Sachen bei sich zuhause lagern, bis sie zur Saison
passen.
Kleiderspenden für Obdachlose sollten in etwa so sein wie
Kleidung für einen Camping-Ausflug: feste Schuhe, eine
wasserdichte Jacke, eine gute Hose, ein wärmender Pulli. Alles
einfach waschbar und schnell trocknend. Der Bedarf an
Männerbekleidung ist viel höher als der für Frauen.
Wenn man etwas spenden will, sollte man mit den Organisationen
telefonisch Kontakt aufnehmen, um zu klären, welche Spenden sie
gerade brauchen. Viele Organisationen haben Bedarfslisten auf
ihren Webseiten. Man sollte nicht enttäuscht sein, wenn
Sachspenden nicht angenommen werden.
Seriöse Altkleider-Container erkennt man daran, dass die
aufstellende Organisation mit Kontaktdaten klar zu erkennen ist.
Oft sind diese Container auf dem Gelände von Gemeinden, Museen
oder Liegenschaften der Organisationen aufgestellt. Auch das
Siegel von FairWertung oder dem Bundesverband Sekundärrohstoffe
und Entsorgung e.V. weisen auf seriöse Abnehmer hin.
Aktuell gibt es eine „Altkleiderkrise“. Kleidung, die die
gemeinnützigen Organisationen nicht direkt an Bedürftige abgeben
oder in ihrenSecond-Hand-Läden verkaufen können, werden nicht
mehr von Großhändlern abgekauft. Der Export in osteuropäische
oder afrikanische Länder ist quasi zum Erliegen gekommen. Daher
verwenden die Organisation Geldspenden, um diese Textilien zu
entsorgen. Geld, dass in der Programmarbeit viel besser
verwendetwerden könnte.
Die Politik arbeitet daran, die Hersteller von Kleidung auch für
deren Recycling oder Entsorgung verantwortlich zu machen. In der
EU sollein Gesetz zur Herstellerverantwortung verabschiedet
werden.
Hier die Links dieser Folge:
Textilhafen: https://www.berliner-stadtmission.de/sachspenden
Materialpool:https://www.berliner-stadtmission.de/textilhafen/materialpool
Komm und Sieh gGmbH:
https://www.berliner-stadtmission.de/komm-sieh
HanseaticHelp: https://hanseatic-help.org/
Fairwertung: https://fairwertung.de/
bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
https://www.bvse.de/qualitaetssiegel/transparenz-und-qualitaetskontrolle.html
Wohin damit: https://www.wohindamit.org/
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