Bits & Bolzen - wenn Industriewelten verschmelzen

Bits & Bolzen - wenn Industriewelten verschmelzen

Episoden

#8 Wie überbrückt man die Lücken zwischen den Arbeitswelten? Mit Michäas Sutter, Infineon Technologies
16.02.2026
42 Minuten
In dieser Folge ist Michäas Sutter zu Gast. Er arbeitet für den Halbleiterhersteller Infineon Technologies. Halbleiter sind ein unverzichtbares Element in der digitalisierten Gesellschaft. Von Fahrzeugelektronik, über Energienetze zu Sensor- und Konnektsystemen sind Halbleiter überall da drin, wo wir als Laie drauf schauen und Dinge auch einfach Magie sein könnten. Infineon ist mit 57.000 Mitarbeitenden und einem Umsatz von 14.7 Milliarden Euro einer derweltweit führenden Anbieter. Michäas schaut dabei aber nicht aufeinen einzelnen Bereich, sondern aufs Vernetzen der Strukturen. Als Head of Strategic Organization Design ist seine Aufgabe genau das, was wir spannendfinden: Das Herstellen und Absichern guter Kommunikation, mittels klug angelegter Strukturen. Spannend ist dabei auch, dass Michäas selbst weder Software noch Ingenieurswesen als Hintergrund hat, sondern einen organisationstheoretischen: Er ist promovierter Wirtschaftswissenschaftler mit einem Schwerpunkt darauf, wie Wissen in Organisationen weiter gegeben wird. Michäas hat uns drei Thesen über die Lücke zwischen Soft- und Hardwarewelt mitgebracht: Die üblichen Lösungsversuche setzen bei Mindset-, Kultur- oder Leadership-Defiziten an, was deutlich zu kurz springt.Weiter kommt man, wenn man die "lokalen Rationalitäten" der Akteure betrachtet und sich fragt, wie man zwischen ihnen Brücken bauen kann.Aber als kluge Organisationsgestalter:innen müssen wir hinnehmen, dass es manche Dilemmata immer gehen wird. Darum ist die wichtigste Aufgabe als Gestalter:in von Strukturen: Man muss die Entscheidungen treffen, die für alle anderen das weiter entscheiden möglich machen.
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#7 Wieso es kein volles Verschmelzen der Industriewelten geben wird - Bits & Bolzen Backend
03.02.2026
29 Minuten
In dieser Folge besprechen Anja, Judith und Andreas die Erkenntnisse, die sie aus dem Gespräch mit Christoph Hartung mit genommen haben. Eine seiner Thesen war: Soft- und Hardwarewelt werden nie ganz eins werden können. Wie schauen Anja und Judith darauf?
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#6 Wie ändert "das Device auf Rädern" die Produktionslogik? - mit Christoph Hartung, Bosch
26.01.2026
52 Minuten
In dieser Folge von Bits & Bolzen geht es um das Zusammenspiel von Hardware- und Softwarelogik in der Automobilindustrie. Am Beispiel von Bosch diskutieren wir, wie sich Mobilität im Übergang zur softwaredefinierten Welt organisatorisch, technologisch und kulturell verändert. Christoph Hartung und Bosch Christoph Hartung ist Präsident des Bosch-Geschäftsbereichs Cross-Domain Computing Solutions, der zentrale Rechnerplattformen, Software und Elektronik für moderne Fahrzeuge verantwortet. Er arbeitet seit über zwei Jahrzehnten an der Schnittstelle von Automobilindustrie und Softwareentwicklung. Bei Bosch treibt er die Transformation hin zu softwaredefinierter Mobilität voran. Das Auto als „Device auf Rädern“ Wie verändert sich Mobilität, wenn Fahrzeuge zunehmend wie digitale Endgeräte gedacht, genutzt und weiterentwickelt werden? Clash von Hardware- und Software-Entwicklungslogiken Was passiert, wenn jahrelange Hardware-Vorlaufzeiten auf kurze Software-Iterationszyklen und kontinuierliche Updates treffen? Komplexität durch Steuergeräte vs. integrierte Rechnerarchitekturen Wie lässt sich die historisch gewachsene Komplexität von Steuergeräten durch zentralere, leistungsfähige Rechnerplattformen reduzieren? Führungs- und Entscheidungsfragen in der Transformation Welche Entscheidungen müssen Führungskräfte heute anders treffen, um Hardware- und Softwarewelten produktiv zusammenzubringen? Lernen von Tesla und chinesischen Herstellern Welche organisatorischen und architektonischen Ansätze anderer Hersteller zeigen, wie softwaredefinierte Mobilität schneller Realität wird? Glossar ADAS – Advanced Driver Assistance Systems; Fahrerassistenzsysteme E/E-Architektur – Elektrik-/Elektronik-Architektur eines Fahrzeugs OEM – Original Equipment Manufacturer; Fahrzeughersteller SOP – Start of Production; Produktionsstart/Serienanlauf Tier 1 – System- oder Modullieferant direkt an den OEM Tier 2 – Zulieferer für Tier-1-Lieferanten SDV – Software-Defined Vehicle; softwaregetriebenes Fahrzeugkonzept PEP – Produktentstehungsprozess; Entwicklungs- und Industrialisierungsprozess
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#5 Nach außen immer konsequent, nach innen immer zweifelnd: Die Backend-Folge zu Sabine Erlinghagen und Siemens Grid Software
12.01.2026
34 Minuten
In dieser Folge analysieren Judith Muster und Anja Hendel die zentralen Erfolgsfaktoren von Sabine Erlinghagen beim Aufbau von Siemens Grid Software und was sich daraus über Softwareorganisationen in industriellen Konzernen lernen lässt. Zentrale Fragen der Folge: Wie gelingt Veränderung in einem großen, traditionsreichen Industrieunternehmen? Welche Bedeutung haben Startvoraussetzungen wie Organisationsalter, Erwartungsdichte und eigene Machtposition? Warum ist eine klare Zielsetzung (KPIs, ARR) entscheidend, um Software als eigenständiges Geschäft zu etablieren? Was unterscheidet Software als Dienstleistung von Software als Produkt – organisatorisch und wirtschaftlich? Wie lassen sich klare Orientierung nach außen und kontinuierliches Zweifeln an den eigenen Mitteln miteinander verbinden?
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#4 Erfolgreich "eine Zumutung sein" - mit Sabine Erlinghagen, Siemens Grid Software
05.01.2026
54 Minuten
1. Um welche Organisation geht es? Es geht um Siemens Grid Software, den Softwarebereich von Siemens für Stromnetze. Die Einheit entwickelt Softwareprodukte, mit denen Netzbetreiber komplexe, dezentrale Energiesysteme steuern, planen und stabil betreiben können – eine zentrale Voraussetzung für die Energiewende. 2. Wer ist der Gast? Zu Gast ist Sabine Erlinghagen, CEO von Siemens Grid Software. Sie verantwortet seit rund sieben Jahren den Aufbau und die strategische Neuausrichtung des Softwaregeschäfts für Stromnetze innerhalb des Siemens-Konzerns. 3. Welche Rolle spielt Sabine beim Verbinden von Software- und Hardwarelogik? Sabine hat den Softwarebereich bewusst von der klassischen Hardware- und Automatisierungslogik getrennt und als eigenständiges Software-Business aufgebaut: Trennung von Energieautomatisierung (Hardware als Selbstzweck) und Grid Software (Software als Selbstzweck). Aufbau eigener KPIs, Managementsysteme und Organisationsstrukturen für Software. Ausbruch aus der Siemens-Matrix, um zentrale, globale Softwarelogik zu ermöglichen. Konsequente Fokussierung auf Software-Revenue und später Annual Recurring Revenue (ARR). Schutzräume für Softwareentwicklung, u. a. durch einen separaten Inkubator auf der „grünen Wiese“.
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Über diesen Podcast

In diesem Podcast machen sich Judith Muster (Organisationssoziologin und Partnerin bei Metaplan) und Anja Hendel (Digitalexpertin) auf eine Reise quer durch die Republik und besuchen Industrieunternehmen aus unterschiedlichen Branchen, die es geschafft haben: Sie haben Hardware- und Softwarelogik vereint. Anja und Judith kommen ins Gespräch mit den Menschen, die die Geschichten darüber erzählen können: Wie ist das gelungen? Und welche Herausforderungen mussten sie überwinden? Mit dabei als Erzähler, Moderator, Reisebegleiter: Andreas Hermwille.

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